Samstag, 21. Oktober 2017

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Bürgerpreis 2017 verliehen

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Zum vierzehnten Mal wird der Bürgerpreis in Zusammenarbeit von Landkreis Mayen-Koblenz, Stadt Koblenz, Sparkasse Koblenz und Kreissparkasse Mayen verliehen. Die lokalen Partner der Initiative für Bürgerengagement würdigen mit dem Bürgerpreis den Einsatz und die Arbeit der Freiwilligen in der Region.

Der Deutsche Bürgerpreis rückt in diesem Jahr Personen, Projekte und Unternehmer in den Fokus, die mit ihrem ehrenamtlichen Engagement schon heute die Zukunft vor Ort aktiv gestalten: real, digital und kommunal.

Die Jury aus Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig, Landrat Dr. Alexander Saftig und den Sparkassenvorständen Matthias Nester (Koblenz) und Karl-Josef Esch (Mayen), haben aus den Bewerbungen die Sieger aus Landkreis und Stadt ermittelt.
OB Hofmann-Göttig und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Koblenz Matthias Nester haben die beiden Koblenzer Gewinner in einer Feierstunde im Rathaus geehrt. Die Koblenzer Gewinner des lokalen Bürgerpreises sind:

Sonja Ayoub-El Ghoul.

Frau Ayoub ist eine engagierte Bürgerin, die einen Großteil ihrer Zeit der Unterstützung arabischsprechender Flüchtlingsfamilien in und um Koblenz widmet. Dabei lässt sie auf jedes Thema ein und steht dafür oft genug zwischen den Fronten.
Auf der Pfaffendorfer Höhe konnte die Stadt Koblenz in freien Wohnungen der BIMA viele Flüchtlingsfamilien unterbringen. Frau Ayoub, die selbst in diesem Stadtteil lebt, hat sich sofort der neuen Mitbürger angenommen.
Ihr Engagement wird von allen Beteiligten als überdurchschnittlich beschrieben, sie begleitet die Flüchtlinge nicht nur bei Behördengängen, Arztbesuchen oder Elternsprechtagen, sie vermittelt auch bei Streitigkeiten unter Flüchtlingen oder mit deutschen Altmietern.
Neben ihren Sprachkenntnissen stellt sie auch ganz selbstverständlich ihren privaten PKW zur Verfügung, um die Flüchtlinge zu Terminen zu transportieren.

Mittlerweile lässt sich Frau Ayoub bei Terminkollisionen von ihrer ältesten Tochter vertreten, so dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes für Jugend, Familie, Senioren und Soziales auf mehr als ein Familienmitglied stützen können.

Ohne die Familie Ayoub-El Ghoul wäre die Arbeit mit den Flüchtlingsfamilien erheblich eingeschränkter, wäre der Zugang zu den Flüchtlingen viel schwieriger.
Frau Ayoub wird von den städtischen Mitarbeiten als wertvolles Bindeglied zwischen Stadtverwaltung und Flüchtlingen beschrieben, das ihnen sehr ans Herz gewachsen ist.

Ein ebenso wichtiges aber ganz anders geartetes Engagement geht von Joachim Hennig und dem Förderverein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz e.V. aus, dem zweiten Koblenzer Preisträger des diesjährigen Bürgerpreises.

Der Förderverein, zu dessen Gründungsmitgliedern Hennig gehört, formierte sich 1996. und betrieb zunächst die Errichtung des Mahnmals zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Koblenz, das im August 2001 eingeweiht worden ist.
Der Verein veranstaltet jährlich am 27. Januar eine Gedenkfeier sowie mindestens eine Ausstellung an wechselnden Orten in Koblenz, die sich jeweils mit einer Opfergruppe, wie Juden, Sinti, Euthanasieopfern, Gewerkschaftern, Sozialisten, religiös Verfolgten u.a. befasst.
Ferner trägt er mit Vorträgen zu einschlägigen Themen zum Kampf gegen das Vergessen bei.

Besondere Erwähnung verdient die die Homepage des Vereins, die mit inzwischen mehr als 1 Mio. Besuchern seit ihren Anfängen vor gut 10 Jahren und in den letzten Monaten mit durchschnittlich über 800 Nutzern täglich ein großer Erfolg ist. Gerade von Schülern, Lehrern und historisch-wissenschaftlich Interessierten wird die Seite gern genutzt.

Der lokale Bürgerpreis ist mit insgesamt 4.000 Euro dotiert, den sich die Preisträger von Stadt und Landkreis teilen.