Samstag, 25. November 2017

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Besuch von Innenminister Lewentz beim Jobcenter-Flüchtlingsprojekt LQA

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Rheinland-Pfälzischer Innenminister Lewentz besucht Flüchtlingsprojekt des Jobcenters Landkreis Mayen-Koblenz

Regionale Vernetzung unterstützt Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft – Kooperation mit der Andernacher Polizei und Identitätsnachweise Thema beim Ministerbesuch in Andernach

Andernach. Wie kann die Integration von geflüchteten Menschen in unsere Gesellschaft gelingen? Vor welchen Herausforderungen stehen Polizei und Behörden, wenn es um die Themen Identitätsüberprüfung und Sicherheit geht?

Im Rahmen seines Besuches beim Jobcenter-Projekt LQA (Leben – Qualifizieren – Arbeiten) informierte sich der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz über die Integrationsarbeit des Jobcenters Mayen-Koblenz. Burkhard Nauroth, Erster Kreisbeigeordneter, begrüßte den Minister in der Breiten Straße in Andernach. Er unterstrich die Wichtigkeit der engen Zusammenarbeit aller Akteure als wesentliche Voraussetzung für den Integrationsprozess geflüchteter Menschen.

Über 20% der SGB II-Leistungsbezieher sind mittlerweile Flüchtlinge. „Damit ist das Jobcenter nicht mehr nur zuständig für die Integration in den Arbeitsmarkt, sondern vor allem auch für eine nachhaltige Integration in die Gesellschaft“, betont Rolf Koch, Geschäftsführer des Jobcenters MYK. Um diese Aufgabe zu bewältigen finden bei LQA neben Bewerbungstrainings und Sprachkursen Schulungen statt, die konkretes Rüstzeug für ein Leben in Deutschland vermitteln. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Schulungsarbeit der Andernacher Polizei im Rahmen der Kooperation mit LQA zu. Schwerpunkte sind die Förderung der Mobilität durch Verkehrsunterricht und die Vorstellung der Aufgaben der Polizei. „Wesentliches Ziel der polizeilichen Integrationsarbeit ist der Vertrauensaufbau zur Polizei, da die Menschen in ihren Herkunftsländern oftmals andere Erfahrungen gemacht haben“, erläuterten Bianca Schmitz und Björn Neureuter von der Polizeiinspektion Andernach dem Minister.

 

Erschwert wird die Arbeit der Behörden durch Schwierigkeiten bei der Identitätsüberprüfung der geflüchteten Menschen. Unterschiedliche Schreibweisen der Namen der Geflüchteten führen zu Mehrfachidentitäten. Diese wiederum öffnen Sozialmissbrauch und der Ausübung von Straftaten Tür und Tor. Hier sei die Unterstützung der Politik erforderlich. Minister Lewentz versprach sich in den entsprechenden Gremien dafür einzusetzen. Die jüngsten Anschläge unterstreichen die Brisanz und Wichtigkeit dieses Themas.

Abschließend appellierte Nauroth eindringlich an die Unterstützung durch das Land für die Behörden und ganz besonders auch für die vielen Ehrenamtler bei der Bewältigung der komplexen Aufgaben. Der Kreis bietet regelmäßige Informationsveranstaltungen für Bürger an, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagieren.