Freitag, 22. September 2017

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Kreismusikschule Rhein-Hunsrück

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Mit Heiner Kochhan geht ein Musiker der ersten Stunde der Kreismusikschule Rhein-Hunsrück in den Ruhestand

„Nur drei Monate nach Gründung der Kreismusikschule bin ich 1979 an Bord gegangen“, berichtet Heiner Kochhan aus Keidelheim bei der Feierstunde aus Anlass seiner Verabschiedung in den Ruhestand.

Kochhan hat vor seiner künstlerischen Karriere zunächst eine Ausbildung als Kaufmann im Groß- und Einzelhandel bei der Raiffeisenbank Buch absolviert und auch einige Jahre im Beruf gearbeitet.

Die Musik wurde ihm aber schon in die Wiege gelegt. Der Vater war Organist und Chorleiter, Heiner Kochhan war seit Kindesbeinen im Bucher Kinderchor. Bei der Gründung des Musikvereins Buch war er 13 Jahre alt und natürlich direkt mit dabei. Als 16-Jähriger erhielt er gemeinsam mit seinem Bruder Berni ein Stipendium an der Hochschule für Musik in Mainz, wo sie nach zwei Jahren das staatliche Chor-Examen ablegten.

Einige Jahre später begann er ein Studium der Kirchenmusik am Bischöflichen Institut für Kirchenmusik in Mainz. Die hierzu erforderliche Prüfung hat er mehr oder weniger durch Zufall abgelegt. „Mein Bruder Berni sollte diese Prüfung ablegen. Er wollte nicht allein zu Prüfung fahren und hat mich überredet mitzukommen. So habe ich die Prüfung abgelegt und bestanden und nach drei Jahren haben wir das Studium mit dem Organisten-Examen abgeschlossen.“, schmunzelt Heiner Kochhan.

1979 hat er bei der Kreismusikschule mit 3 Wochenstunden begonnen und wurde 1982 die zweite hauptamtliche Lehrkraft der Schule.

Auf die Frage, was seine Highlights an der Schule waren, antwortet Heiner Kochhan ohne Zögern: „Der Kammerchor hat mir besonders viel Freude bereitet. Und die Arbeit mit Menschen mit Einschränkungen, wie die Band Handycaps, war mir immer eine Herzensangelegenheit.“

Im Jahr 2000 sei die Rhein-Mosel-Werkstatt an die Kreismusikschule herangetreten um eine Band zu gründen. Kochhan, der an der Theodor-Heuss-Schule in Kastellaun bereits Musikgruppen leitete und auch Musicals inszenierte, war sofort von dieser Idee angetan.

„Zusammen mit Herbert Kleinschmidt die Handycaps zu leiten, war eine der schönsten Aufgaben die ich hatte“, so Kochhan.

Die Musikalische Früherziehung in Kindergärten war auch eine Herausforderung, für die er berufsbegleitend eine 1 ½- jährige Ausbildung an der Bundesakademie für Musikalische Jugendbildung in Trossingen absolvierte. „Schwärme von Kindern im Rhein-Hunsrück-Kreis sind hier durch Heiner geschult worden“, so Schulleiter Schulz.

Lange Zeit war auch die Arbeit als Personalrat ein Schwerpunkt.

Rückblickend waren die vielen Jahre bei der Kreismusikschule sehr abwechslungsreich, gerade mit Blick auf die vielfältigen Ensembles, wie „BaJazzO“, „SIMS“, „Handycaps“, früher auch die „Big-Band“ und „Quintonus“ die spätere „Vocale 5“.

Der Erste Kreisbeigeordnete Klauer und Schulleiter Schulz bedankten sich für die langjährige Tätigkeit und den persönlichen Einsatz und wünschten ihm für den neuen Lebensabschnitt ein gutes Gelingen und vor allem Gesundheit.

Heiner Kochhan freut sich auf die neue Lebensphase: „Ich werde natürlich weiter Musik machen und auch der Kreismusikschule verbunden bleiben. Mein Sohn baut derzeit ein Haus und ich denke, er freut sich, wenn er mich dabei einplanen kann. Und dann ist da noch das Segeln, eine Leidenschaft der ich in absehbarer Zeit auch mehr Zeit widmen will.“