Donnerstag, 14. Dezember 2017

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„Es kann ja jeden treffen, das mit der Vergesslichkeit“

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Rund um den Welt-Alzheimertag am 21. September präsentierten sie sich auf Wochenmärkten und in Einkaufszentren oder luden zu Veranstaltungen ein: Die Demenznetzwerke im Rhein-Hunsrück-Kreis. Ihr Motto: „Wir möchten das Tabuthema Demenz aus der Ecke in unsere Mitte holen und über Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige informieren“.

Dank den regionalen Netzwerken, bestehend aus stationären Wohnheimen, ambulanten Diensten, Seniorenbeiräten und Pflegestützpunkten ist es gelungen, sich nahezu flächendeckend der breiten Öffentlichkeit vorzustellen.

Die Informationsstände waren gut besucht und boten neben Informationsmaterial, Kaffee und Snacks auch Unterhaltungsprogramm, wie zum Beispiel Sitztanz und Pflege-Clowns in Kastellaun.

Am Auftaktabend veranstalteten das Paritätische Pflegezentrum Beltheim und das Seniorenzentrum Kastellaun im gut besuchten Tivoli ein sehr berührendes Theaterstück. Mit dem Titel ‚Du bist meine Mutter‘ zeigte die Schauspielerin Gisela Nohl mit behutsamer Ironie die gewandelte Beziehung zwischen der alternden Mutter und ihrer Tochter.

In der Fußgängerzone in Simmern war das Netzwerk gleich zweimal gemeinsam mit der berufsbildenden Schule unterwegs. Am Welt-Alzheimertag befragten die Schülerinnen und Schüler Marktbesucher über ihre Erfahrungen mit dem Thema Demenz. Mit praktischen Tipps zum Umgang mit Demenz-Betroffenen und Aufklärung über bestehende Unterstützungsangebote konnten Sie bei den Interessierten punkten. Viele Befragten berichteten dabei von ihren Ängsten. Sie sorgen sich schon jetzt: „Was passiert, wenn ich vergesslich werde?“.

Eine Woche später flanierten die Schülerinnen und Schüler mit Senioren durch die Fußgängerzone. Beim „Einkaufsspaß“ probierten sie gemeinsam verschiedene kulinarische Produkte, erledigten Besorgungen und hielten „Schwätzchen“ mit alten Bekannten. „Es war ein sehr gelungener Vormittag für alle Beteiligten“ erläuterte Regina Justus vom Pflegestützpunkt Simmern.

Auch in Boppard beteiligten sich Schülerinnen und Schüler der hiesigen berufsbildenden Schule mit einer Selbsterfahrungsaktion ‚Demenz erleben‘. „Der Auftritt der Schülerinnen und Schüler, zum Beispiel in Rollstühlen, hat bei den Vorbeiströmenden Irritation und dann Neugier hervorgerufen“, wertete Frau Siemen vom Pflegestützpunkt. „Es war für alle Beteiligten eine humorvolle Angelegenheit“.

In Emmelshausen wurde „das leise Thema Demenz“  auf dem Wochenmarkt bei einer guten Tasse Kaffee und frisch gebackten Waffeln „zu einem lauten Thema gemacht“, so Beate Steffen-Jungbluth. Die Leiterin des Sozialen Dienstes im Alten- und Pflegeheim St. Hildegard versprach: „Das wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein, dass wir unsere Angebote mitten in unserer Stadt vorstellen. Es war eine gute Veranstaltung“. Monika Vogt-Schmitt vom Pflegestützpunkt  freute sich darüber, dass Personen gezielt zu dem Info-Stand kamen und sich Informationen zum Thema Demenz und pflegeentlastende Hilfen einholten.

Ein langer Freitag war es in Kirchberg: Nachdem das Demenznetzwerk bereits im Einkaufszentrum für Aufklärung sorgte, ging es am Abend im Hotel Weber um die Seniorensicherheit. „Einige Besucher an unserem Stand waren überrascht über die bereits bestehenden Entlastungsangebote für Betroffene und Angehörige in der Verbandsgemeinde Kirchberg“, urteilte Sabine Herfen vom Pflegestützpunkt. Sie verriet außerdem, dass der neue Seniorenwegweiser der Verbandsgemeinde sehr guten Anklang fand.

Eins wurde in der Demenzwoche sehr deutlich: Das Thema spaltet nach wie vor die Öffentlichkeit. Während ein Großteil dem Thema aus dem Weg geht und nichts damit zu tun haben möchte, zeigen sich Andere wiederum sehr betroffen.

Mit der Demenzwoche ist die Arbeit nicht beendet, es muss weiter gehen. Die Demenznetzwerke im Rhein-Hunsrück-Kreis werden sich auch weiterhin um Aufklärung bemühen und die Hilfen für Betroffene sowie Angehörige ausbauen.

Sie möchten sich näher informieren? Die Pflegestützpunkte beraten kostenfrei und unverbindlich rund um das Thema Pflege und Unterstützung:

Pflegestützpunkt Boppard: 06742 8049880

Pflegestützpunkt Kastellaun: 06762 402924

Pflegestützpunkt Kirchberg: 06763 302911

Pflegestützpunkt Simmern: 06761 9650877

Pflegestützpunkt Damscheid: 06744 94009