Freitag, 26. Mai 2017

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Alkoholprävention in Familien soll Kinder schützen

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Erwin Rüddel ist Schirmherr des Eltern-Workshops „Klartext reden!“

Kreisgebiet. Der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel, der dem Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages angehört, befürwortet und unterstützt Alkoholprävention in Familien. Aus diesem Anlass hat der Gesundheitspolitiker die Schirmherrschaft über einen im Landkreis Neuwied von der Initiative „Klartext reden!“ ausrichtenden Eltern-Workshop übernommen.

Die Leitung des am Mittwoch, 10. Mai 2017, um 19.00 Uhr im Neuwieder Rhein-Wied-Gymnasium beginnenden Workshops obliegt der Suchtexpertin und Diplom-Sozialpädagogin Klaudia Follmann-Muth. Die Initiative „Klartext reden!“ wurde bereits 2005 vom „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI (Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V.) ins Leben gerufen und von unabhängigen Wissenschaftlern zusammen mit Vertretern des Bundeselternrates entwickelt.

„Die Initiative besteht aus drei Komponenten: Eltern-Workshops, der begleitenden Broschüre ‚Klartext reden! – Gesprächsleitfaden für Eltern zum Thema Alkohol‘ und dem Internetauftritt www.klartext-reden.de mit einem integrierten Online-Training für Eltern (www.klartext-elterntraining.de). Seit Juni 2015 ist auch eine Facebook-Seite online (www.facebook.com/Klartextreden), auf der aktuelle Infos zu den Veranstaltungen zu finden sind, und über die Eltern zu diesem Thema in Dialog miteinander und mit den Referentinnen treten können“, so Angelika Wiesgen-Pick, die Geschäftsführerin des BSI.

Laut einer aktuellen Studie der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V. findet der erste Kontakt mit Alkohol im Alter von 13,8 Jahren statt. Diese Zahl sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen, denn in diesem Alter sind Kinder zu jung, um die Wirkung und mögliche Risiken richtig einzuschätzen. Dabei spielt es auch eine wichtige Rolle, wie Freunde und Familie mit der Thematik umgehen.

„Ich bin selbst Vater von mittlerweile zwei erwachsenen Kindern und mir war es immer wichtig, beide in ihrer Entwicklung zu unterstützen. Meine Frau und ich haben immer versucht, die ersten Ansprechpartner für das Thema zu sein. Die Workshops der Initiative ‚Klartext reden!‘ helfen Eltern, ihre Kinder sehr früh für das Thema Alkoholkonsum zu sensibilisieren. Ich habe die Schirmherrschaft über dieses Projekt gerne übernommen, weil ich es gut finde, dass interessierte Eltern so wertvolle Tipps bekommen, wie sie das Thema ansprechen können, ohne den jungen Menschen dabei etwas vor zu predigen“, bekräftigt Erwin Rüddel.

StadtBibliothek punktet mit E-Books

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Elektronische Medien weiter auf dem Vormarsch

Hohes Lob für öffentliche Bibliotheken: Die Stiftung Warentest kürte sie zum Sieger einer eingehenden Untersuchung über elektronische Bücher. Nirgends gebe es so viele der begehrten E-Books so günstig wie in öffentlichen Stadtbibliotheken, meldeten die Tester.

Wenig verwundert über dieses so positive Urteil ist Barbara Lippok, die Leiterin der Neuwieder StadtBibliothek. Sie weiß, dass sich öffentliche Büchereien in einem Prozess des Umbruchs befinden. Die angebotenen Medien sind längst nicht mehr auf Druckerzeugnisse beschränkt, sie lassen sich herunterladen oder gar streamen. Und den E-Books fällt bei den sich neu entwickelnden Lesegewohnheiten eine bedeutende Rolle zu.

Die StadtBibliothek ist seit Juli 2013 am landesweiten „Onleihe“-Projekt beteiligt, dem mittlerweile 62 kommunale Büchereien angehören. Sie alle zahlen einen an der Einwohnerzahl der jeweiligen Stadt gemessenen Beitrag in einen gemeinsamen Topf. Aus diesem wiederum werden zentral die erforderlichen Lizenzen für ein E-Book finanziert. „Diese Lizenzen haben ganz unterschiedliche Laufzeiten, es gibt unbefristete und befristete“, betont Lippok. Und: „Die Bibliotheken zahlen bis zum anderthalbfachen des Buchpreises.“

Dass E-Books sich wachsender Beliebtheit erfreuen machen folgende Zahlen aus Neuwied deutlich: Lag der prozentuale Anteil der per Onleihe getätigten Entleihungen bei der StadtBibliothek 2015 noch bei 15,4 Prozent, so stieg er im vergangenen Jahr bereits auf 20,2 Prozent - ein im Bundesvergleich überdurchschnittlich hoher Zuwachs. In den ersten Monaten dieses Jahres geht die Erfolgsgeschichte weiter: Von Januar bis März lag die Ausleihquote für elektronische Medien bereits bei 25,2 Prozent. „27 Prozent der Inhaber einer StadtBibliothekskarte nutzen dieses Angebot bislang“, weiß Lippok. Das Nutzerverhalten ist dabei sehr unterschiedlich. „Viele wollen E-Books nur während der Ferien lesen, ältere Leser schätzen das elektronische Medium, weil es im Gegensatz zu Großdruckbüchern deutlich leichter und individuell einstellbar ist.“

Die Leseratten können mittlerweile aus einem Angebot von etwa 60.000 elektronischen Medien wählen, darunter rund 48.000 E-Books. Klar sei, meint Lippok, dass sich gerade in Bezug auf Neuerscheinungen Wartezeiten nicht vermeiden lassen. Doch man reagiere flexibel, wenn man merke, dass bestimmte Titel besonders gefragt sind. So gibt es aktuell landesweit 60 sogenannte Vormerker auf Lucinda Rileys Erfolgsbuch „Die Schattenschwester“. Daher habe man mittlerweile 29 Lizenzen für das Buch erworben.

Lippok, die schon seit Jahren begeisterte E-Book-Leserin ist, betont, dass die  Bibliotheksangestellten Kunden, die den Umstieg auf E-Books wagen wollen, persönlich unterstützen. „Wir hatten zur Onleihe-Einführung einen Workshop angeboten. Es stellte sich aber schnell heraus, dass die Bandbreite der Geräte, der Betriebssysteme, wie auch der Informationsstand der Nutzer zu unterschiedlich ist“, berichtet sie. „Deshalb beraten wir individuell vor Ort.“

Lippok fasst die vielen Vorteile nochmals kurz zusammen: „Jeder angemeldete Nutzer der StadtBibliothek Neuwied hat Zugriff auf den gesamten Bestand der Onleihe – und zwar ohne Zusatzkosten. Er benötigt lediglich einen Leserausweis, den er für eine Jahresgebühr von 15 Euro erhält.“

Die Anmeldung kann man persönlich zu den Öffnungszeiten (Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr) oder online unter diesem Link erledigen: http://www.stadtbibliothek.neuwied.de/fileadmin/ inhalte/biblio/Anmeldeformular_Internet.pdf.

Die Seite zur Onleihe Rheinland-Pfalz findet man unter www.onleihe-rlp.de

Ausbau der Marktstraße beginnt später

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Der Ausbau der Marktstraße in der Neuwieder City wird später beginnen. Eigentlich sollten die Arbeiten im Juni starten, doch auf die Ausschreibung des Projekts hat  sich bis zum Ablauf der Frist kein Bieter gemeldet. Der städtische Baudezernent, Bürgermeister Jan Einig, kann zum jetzigen Zeitpunkt nur vermuten, woran das fehlende Interesse seitens der Baufirmen lag. „Kein Angebot zu erhalten, ist sehr ungewöhnlich. Aber offenbar sind die Auftragsbücher zurzeit bei vielen Bauunternehmen gut gefüllt“, meint er. Zusätzlich könnten die Auflagen, die in der Ausschreibung mit Rücksicht auf die verschiedenen Interessensgruppen in der Innenstadt enthalten waren, das Projekt für potentielle Bieter unattraktiv gemacht haben. Stadt und Stadtwerke werden in den kommenden Tagen die Situation analysieren und das weitere Vorgehen beraten. Wann nun der Startschuss für den Ausbau der Marktstraße fällt, steht daher noch nicht fest.

Perspektiven für junge Flüchtlinge durch Praktika und Ausbildungsplätze

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Einjährige Maßnahme zur Berufsorientierung erfolgreich abgeschlossen

Maßnahme „Perspektive für junge Flüchtlinge“ (PerjuF) ihrem Abschluss entgegen. „Wir sind fast schon zu einer richtigen kleinen Familie geworden“, berichtet Dozentin Eva-Maria Heuser während der kleinen Abschlussfeier im Unterrichtsraum des Berufsbildungswerks des Heinrich-Hauses in Heimbach-Weis, bei der auch landestypische Spezialitäten gereicht wurden. Eingeladen waren neben ihrer Ansprechpartnerin Frau Dr. Marianne Wirth von der Arbeitsagentur Neuwied und Herrn Siegbert Esser vom Berufsbildungswerk auch beide Integrationsbeauftragten von Stadt und Kreis, Dilorom Jacka und Andrea Oosterdyk, sowie der Bildungskoordinator für Neuzugewanderte Dr. Martin Correll.

PerjuF ist eines der niedrigschwelligen Angebote der Bundesagentur für Arbeit zur Hinführung junger Asylbewerber und Flüchtlinge (18 bis 25 Jahre) an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt. Im Vordergrund steht das Kennenlernen verschiedener Berufsfelder und Ausbildungen, aber auch die Vermittlung notwendiger Sprachkenntnisse, das Heranführen an eine tragfähige Berufsentscheidung und die Aufnahme einer Berufsausbildung. Der Alltag der Teilnehmer bestand aus zwei Tagen Unterricht und drei Tagen Praktikum, bei welchem alles in deutscher Sprache vermittelt wurde.

Die Teilnehmer sammelten erste Erfahrungen in Berufsfeldern von Handwerk, Gastronomie sowie Pflege und erhielten einen umfassenden Einblick in das deutsche Ausbildungs- und Beschäftigungssystem. Aber nicht nur das allein, denn die pädagogische Leiterin Heuser legte einen großen Wert darauf, dass auch die lebenspraktischen Themen, wie „Umgang mit Geld und Wirtschaftlichkeit“, „Mülltrennung“ oder „Umweltschutz“ nicht zu kurz kamen. Ganz nebenbei lernten die Teilnehmer Menschen mit Behinderung zu akzeptieren und auf sie Rücksicht zu nehmen. Denn ihre sozialen Kompetenzen mussten sie im Berufsbildungswerk jeden Tag auf`s Neue unter Beweis stellen, ob im Flur, in der Lehrwerkstatt oder in der Kantine – überall gab es die Gelegenheit, sein soziales Verhalten und respektvolles Miteinander zu üben.

In Neuwied wurde diese Maßnahme vom Berufsbildungswerk der JG Heinrich-Haus gGmbH in Heimbach-Weis durchgeführt. Dieser Träger ist auf die berufliche Integration von Menschen mit Behinderung spezialisiert und verfügt über eine eigene Berufsschule und Werkstätten, so dass auch die Maßnahme zur Berufsorientierung PerjuF angeboten werden konnte, berichtete Siegbert Esser. PerjuF begann am 18.04.2016 und endete am 17.04.2017. Daran nahmen insgesamt 36 Flüchtlinge teil. Für 23 Teilnehmer der Maßnahme konnte in dieser Zeit eine mögliche berufliche Perspektive erarbeitet werden. Die restlichen wechselten überwiegend in einen Jugendintegrationskurs, vor allem diejenigen, die als Flüchtlinge anerkannt worden sind. Alle Gäste der kleinen Feierstunde waren sich einig, dass diese Bilanz als voller Erfolg zu werten ist.

Ronny Berger und die Leiche am Silbersee

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Rainer Karl Litz stellte in der StadtBibliothek neuen Krimi vor

Ronald „Ronny“ Berger hat schon bessere Zeiten erlebt. Der Rücken ruft ihm schmerzlich sein Alter in Erinnerung. Gattin Moni hat ihn nach mehr als 30 Jahren verlassen und den Hund gleich mitgenommen. Und statt der beiden hat sich sein alkoholkranker Kollege bei ihm eingenistet. Vollends aus der Bahn wirft den eigenbrötlerischen Neuwieder Kripomann die junge blonde Staatsanwältin, die offenkundig einen Narren an ihm gefressen hat. Da erscheint der Mord an einer jungen Frau, deren verbrannte Leiche am Silbersee gefunden wird, geradezu als Konstante in all dem Chaos. Denn in seinem Job macht dem Kommissar so schnell keiner was vor.

Der Neuwieder Autor Rainer Karl Litz lässt bei seiner Lesung in der StadtBibliothek keinen Zweifel daran: Der Titel seines neuen Kriminalromans „Brandmale“ ist in doppeltem Sinn zu verstehen. Denn neben den Spuren, die das Feuer auf der Leiche hinterlassen hat, geht es auch um die Narben, die die Protagonisten der Geschichte auf ihrer Seele zurückbehalten haben.  Seine Zuhörer im fast vollbesetzten Saal der Bibliothek lässt er deshalb auch an den menschlichen Schwächen der Akteure teilhaben. Da das zweite Buch um den granteligen Neuwieder Polizisten Berger aber trotz allem ein Krimi ist, gibt es natürlich auch Tote und jede Menge Blut.

Wie schon bei früheren Auftritten setzt Rainer Karl Litz auch diesmal auf musikalische Begleitung: Der Neuwieder Gitarrist Peter Dümmler und die Sängerin Melanie Gisch sorgen in den Lesepausen für Entspannung – mit einem Repertoire, das zumindest ein wenig an die coolen 70er Jahre erinnert, denen Ronny Berger so schmerzlich nachtrauert. So war es am Ende ein rundum gelungener Lese- und Musikabend.

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