Donnerstag, 23. November 2017

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Neuer Archivar bewahrt Neuwieder Geschichte

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Bernd Breidenbach ist Leiter des Stadtarchivs in Rommersdorf

Am Rhein ist er geboren, an den Rhein kehrt er nun zurück: Bernd Breidenbach ist als Nachfolger von Gerd Anhäuser der neue Leiter des Stadtarchivs Neuwied.

Der 36-jährige Bernd Breidenbach ist der nun der Herr über die rund vier Regalkilometer Bestand an Dokumenten, Büchern und Akten, die im ehemaligen Kloster Rommersdorf lagern. Das dort angesiedelte Stadtarchiv ist eine Außenstelle des Landeshauptarchiv Koblenz und gilt als „Gedächtnis der Stadt“.

Froh über die rasche Neubesetzung ist unter anderen Beigeordneter Michael Mang, der Breidenbach in der Deichstadt willkommen hieß. „Geschichte ist ein wichtiges Element, sie darf nicht verlorengehen“, unterstrich der zuständige Dezernent. „Das Stadtarchiv ist für uns von wesentlicher Bedeutung.“ Das zu pflegen und auszubauen, sei mit Sicherheit eine „Mammutaufgabe“, sagte Mang, zumal er in der jüngeren Geschichtsschreibung der Stadt noch einige Lücken sieht. Amtsleiter Hans-Peter Schmitz, in dessen Ressort auch das Archiv Rommerdorf fällt, wies den neuen Archivar auf die vielen Hobbyhistoriker hin, die in der Stadt aktiv sind. „Von ihnen werden sie sicherlich oft Besuch erhalten“, prognostizierte Schmitz.

Das Archivwesen hat Breidenbach von der Pike auf gelernt. Kommt hinzu, dass er vor rund einem Jahrzehnt bereits einige Monate in Landeshauptarchiv in Koblenz tätig war. Die Betreuung der Außenstelle Rommersdorf fiel damals mit in sein Aufgabenfeld. Die vergangenen zehn Jahre war Breidenbach im Landeskirchlichen Archiv in Kassel beschäftigt. Aus der documenta-Stadt zieht er nun ins Neuwieder Becken, die Umzugskartons sind schon gepackt. Er habe sich bewusst auf die Stelle beworben, machte der gebürtige Mainzer deutlich, da er neue Herausforderungen im kommunalen Bereich suchte. „Jetzt bin ich gespannt auf die weitere Entwicklung“, meinte der Mann, der gern politische Magazine liest und ebenso gern reist - wegen verwandtschaftlicher Beziehungen nach England und in die Schweiz, aber am liebsten in die USA.

Da Breidenbach bereits in Kassel mit der Einführung eines Dokumentenmanagements betraut war, ist er gut in die aktuelle Diskussion um digitale Aktenführung und archivische Fachsoftware eingeführt. Ein Vorteil, steht
doch das Arbeitsfeld des Archivars vor einem großen Umbruch. Das hoben Dr. Elsbeth Andre, die Leiterin der Landesarchivverwaltung, und ihre Stellvertreterin Dr. Beate Dorfey, hervor. Beide betonten, dass das Stadtarchiv mit Breidenbach auch in Bezug auf neue Medien wie Facebook über einen kompetenten Leiter verfüge, den zudem eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit auszeichne. Mang und Breidenbach waren sich abschließend einig: „Wir wollen auch in der Verwaltung das archivische Bewusstsein stärken.“

Die Gesellschaft muss dialogfähig bleiben

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Interkulturelle Wochen stießen auf hohe Resonanz

Vielfalt verbindet: So lautete das Motto der diesjährigen Interkulturellen Woche. Und vielfältig war auch das Angebot, das Kreis und Stadt zu diesem Thema ausgebreitet hatten.

Viele Organisationen und Institutionen, darunter vor allem auch die Beiräte für Migration  und Integration aus Kreis und Stadt Neuwied, hatten ein Programm zur Interkulturellen Woche zusammengestellt, das die Förderung gegenseitigen Respekts und der Information über kulturelle Vielfalt in den Mittelpunkt stellte. Gleich ob Ausstellungen, Diskussionsrunden, musikalische Begegnungen, Kochkurse oder Filmabende: Viele der zahlreichen Veranstaltungen fanden eine sehr positive Resonanz. Das ist ein Ansporn für die Veranstalter, bereits frühzeitig mit den Planungen für 2018 zu beginnen. Den großen Einsatz der Ehrenamtlichen, die sich mit ihrem Engagement für eine solidarische Gesellschaft einsetzen und wachsender Fremdenfeindlichkeit gegenübertreten, lobten bei der Abschlussveranstaltung im Amalie-Raiffeisen-Saal der Neuwieder Volkshochschule Landrat Rainer Kaul und der städtische Sozialdezernent Michael Mang. Mang machte deutlich: „Rassismus kann keine Alternative sein, wir wollen vielmehr aus der Vielfalt Kraft ziehen.“

Im Mittelpunkt des Abschlusstreffens, das auch als Dankeschön für die Ehrenamtlichen zu verstehen war, stand ein Film, der die Unwägbarkeiten, die Missverständnisse und die Lösungsmöglichkeiten interkulturellen Zusammenlebens par excellence – und vor allem auch humorvoll – aufgreift: „Monsieur Claude und seine Töchter“. Die wollen sich in puncto Heirat so gar nicht nach den Wünschen ihrer katholischen Eltern richten.

Einen passenden Einstieg in dieses Sujet lieferte eine von Prof. Dr. Josef Freise moderierte  Gesprächsrunde, in der Journalistin Dorothea Müth und Lehrerin Susanne Schönharting über das Zusammenleben mit ihren Partnern berichteten, die aus Syrien beziehungsweise dem Iran stammen. Beide sprachen von durchaus überraschend auftretenden Problemen, die sich aus unterschiedlicher kultureller Sozialisation ergeben. So bestand erhöhter Diskussionsbedarf bei Themen wie ökologischer Ernährungsweise, Saunabesuchen oder Freizeitverhalten. Auch haben Familien und Freunde nicht immer positiv auf die Beziehungen reagiert. Die Gefühlspalette habe von verhaltener Skepsis bis zu offener Ablehnung gereicht. Erst der persönliche  Kontakt habe die Situation entspannt.

Müth und Schönhartinger ziehen daraus folgende Lehre: „Interkulturelle Paare brauchen viel Geduld, um bei Mitbürgern Vorbehalte zu zerstreuen.“ Für sie sei die Welt durch ihre jeweiligen Partner jedenfalls „weiter“ geworden, so die beiden Frauen. „Wir sind froh darüber, nun kulturellen Reichtum erfahren zu können. Doch dafür bedarf es der Dialogfähigkeit von allen Seiten.“

Entwarnung: Rhein vor Treppenbau auf Blindgänger untersucht

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Entwarnung geben konnten die Fachleute, die das Rheinbett am Neuwieder Ufer auf mögliche Bomben-Blindgänger untersucht haben.  Jedenfalls wurden sie dort, wo als nächster Schritt bei der Neugestaltung der Uferpromenade die große Freitreppe entstehen soll, nicht fündig. Mehr als 60 Bohrungen im Abstand von jeweils anderthalb Meter waren dazu nötig. Etwa fünf Meter tief stecken die Rohre im Flussbett, wo später die Treppe zum Wasser führen wird. Ein Ponton mit Schubboot brachte den Bohrbagger in die richtige Position. Nun kann der Bereich für die Errichtung einer Spundwand freigegeben werden. Voraussichtlich Ende Oktober/Anfang November  dürfte sie stehen, um dann beim Bau der eigentlichen Treppe das unterste Fundament zu stützen.

Nach Unfall: Ampel an der Kreuzung Berggärtenstraße defekt

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Bei einem Verkehrsunfall erheblich beschädigt wurde die Ampelanlage an der Kreuzung Berggärtenstraße (B42)/Rasselsteiner Straße/Andernacher Straße in Neuwied-Heddesdorf. Die Ampel fällt daher zurzeit auf der gesamten Kreuzung aus. Vor allem Autofahrer aus Richtung Niederbieber und der Innenstadt werden gebeten, vorsichtig in die Kreuzung und auf die vorfahrtsberechtigte Berggärtenstraße zu fahren. Voraussichtlich Mitte kommender Woche soll die Anlage wieder funktionstüchtig sein.

Jan Einig will Ehrenamtsstelle einrichten

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OB-Kandidat: Vereine und Initiativen besser fördern

Neuwied. OB-Kandidat Jan Einig will das Ehrenamt in Neuwied stärker unterstützen. Er will in der Verwaltung eine Ehrenamtsstelle etablieren, die Vereinen und Initiativen konkrete Hilfen anbietet und eine Ehrenamtsbörse einrichten, die Interessenten und Anbieter zusammenführt.

„Es gibt bei uns ein sehr starkes ehrenamtliches Engagement. Worte der Wertschätzung sind wichtig und eine Sache, es braucht aber auch konkrete Unterstützung“, so Einig. Die Stelle könne ein Ehrenamtsforum einführen, in dessen Rahmen bestimmte Sachfragen abgedeckt würden: „Dozenten könnten kostenlos – in Seminaren, Fachtagungen und Workshops – allgemeine Hilfestellung leisten in dem großen Feld der Rechtsfragen: Welchen Versicherungsschutz benötigen unsere Helfer? Wie können wir persönliche Haftung vermeiden? Aber auch organisatorisch gibt es viele offene Punkte wie Fragen der Buchhaltung.“

Mit einer Ehrenamtsbörse will Einig den Vereinen Material für Veranstaltungen zur Verfügung stellen – angefangen vom Spiel- über ein Geschirrmobil bis hin zur Hüpfburg für Kinder: „Hier und da fehlt es auch an Räumlichkeiten, um eine Veranstaltung durchzuführen. Die kann man vermitteln.“ Zentrale Aufgabe der Börse sei es jedoch, die Vereine und Menschen, die sich engagieren wollen, zusammenzuführen: „Einige dieser Punkte sind auf der Seite Neuwied.de bereits vorhanden, insbesondere Ansprechpartner. Aber es fehlt an Aktualität, es fehlt der Mehrwert: Wo kann ich mich in Neuwied ehrenamtlich engagieren? Welcher Verein, welche Initiative hat Bedarf? Um welche Stellen geht es genau? Das lässt sich alles über eine Online-Plattform viel genauer abbilden als bisher.“

Nicht zuletzt weiß Einig, dass es vielen Vereinen auch an finanzieller Unterstützung fehlt. Die Ehrenamtsstelle könne gezielt Förderprogramme recherchieren und helfen, die Mittel zu beantragen: „Das könnten wir auch in einem Onlineportal zusammenfassen.“ Online sieht er auch Möglichkeiten, ganz neue Wege zu gehen, etwa beim sogenannten Crowdfunding: Dabei werden über eine Förderplattform Projekte von den Initiativen vorgestellt, Spender aus der Bevölkerung und von Unternehmen der Stadt (Crowd) können sich entscheiden, welches gemeinnützige, kulturelle oder soziale Vorhaben unterstützt werden soll: „Die Projekte werden mit dem Finanzierungsbedarf vorgestellt, die Unterstützung wird nur ausbezahlt, wenn sich bis zu einem gewissen Zeitpunkt genug Spender finden.“ Ansonsten erhalten die Spender ihr Geld zurück. „In der Stadt Menden im Sauerland konnte man so tolle Projekt unterstützen, die sonst kaum eine Chance gehabt hätten“, sagt Einig.

Ein Budget für Soforthilfe würde es ermöglichen, dass man bei einem Notfall personelle Hilfen – etwa der Servicebetriebe - zur Verfügung stellt. Neben der Beratung und der fachlichen Hilfe will Einig, dass die Ehrenamtsstelle auch bei der Kommunikation hilft: „Gerade die Sozialen Medien wie Facebook bieten sich dafür an.“

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