Freitag, 24. November 2017

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„Wir brauchen immer mehr Pflegekräfte, die in ihrem Beruf auch Erfüllung finden!“

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Erwin Rüddel im Informationsaustausch mit einem Pflegedienst in Neuwied

Neuwied. „Wir brauchen mindestens 20 Prozent mehr Pflegekräfte und das muss mit mehr Flexibilität und einer Senkung der Fachkraftquote einhergehen. Dabei müssen die Pflegekräfte in ihrem Beruf auch Erfüllung und Zufriedenheit finden“, sagte der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete beim Besuch eines ambulanten Pflegedienstes in der Kreisstadt Neuwied. Der pflegepolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion sucht immer wieder im direkten Kontakt den Austausch mit Pflegekräften und Pflegebedürftigen in seinem Wahlkreis.

Die Finanzierung im Zusammenhang mit mehr Pflegekräften könne nur gelingen, wenn die Pflegebeiträge steigen, waren sich alle in der Gesprächsrunde einig. Grundsätzlich müsse gelten, dass den Pflegebedürftigen eine umfassende Pflege mit Würde und Respekt zuteilwird. „Schließlich haben das die Menschen verdient“, betonte Pflegedienstgründerin Gabriele Krüger.

Ihr familiengeführter Pflegedienst ist an sieben Tagen in der Woche mit einer 24-Stunden-Erreichbarkeit in Neuwied und Stadtteile, Weißenthurm und Umgebung im Einsatz. Die Mitarbeiter rekrutieren aus examinierten Alten- und Krankenpflegekräften, geschultem Personal sowie Hauswirtschaftskräften. „Unser Ziel ist es, den Menschen, die von uns betreut werden, das größtmögliche Wohlbefinden zu verschaffen sowie die bestmögliche Pflege zukommen zu lassen und dabei gleichzeitig wirtschaftlich zu arbeiten“, äußerte Peter Krüger, der Sohn der Pflegedienstgründerin.

Geeigneter Nachwuchs ist ein Thema, das auch den Pflegedienst in der Kreisstadt betrifft. „Neben der Pflege macht die Krankenhausnachversorgung einen großen Teil unserer Arbeit aus. Dabei ist anzumerken, dass es einer einjährigen Ausbildung bedarf, um subkutane Injektionen zu verabreichen. Intramuskulären Injektionen und dem Anlegen von Wundverbänden muss eine dreijährige Ausbildung vorangehen“, so die Krügers, die mehrheitlich Vollexaminierte beschäftigen.

 

Angemerkt wurde, dass sogenannte Servicearbeiten eher auffallen, als qualifizierte Arbeiten. „Da stellt sich die Problematik, dass alles nichts kosten darf, wir aber alles machen müssen. Zudem werden wir eigentlich auch gar nicht mehr wertgeschätzt“, äußerten die Pflegekräfte.  Erschwert werde die Pflegedienstarbeit gleichfalls durch viele kurzfriste Absagen, etwa zu Arztbesuchen. „Es ist wahrlich nicht leicht genug qualifiziertes Personal zu finden“, so Gabriele Krüger.

Hier wies der Gesundheitspolitiker auf das ab 1. Januar 2020 neu geltende Pflegeberufegesetz hin: „Ziel dieses Gesetzes ist es, die Ausbildung zur Pflegefachkraft zu modernisieren, attraktiver zu machen und den Berufsbereich der Pflege insgesamt aufzuwerten. Dies ist wichtig, da der demografische Wandel auch zur Folge hat, dass es immer mehr Pflegebedürftige geben wird.“

Rüddel hat in der zurückliegenden Wahlperiode mit Erfolg erreicht, dass das beschlossene Gesetz zur Reform der Pflegeberufe deutlich seine Handschrift mittträgt: „Es war mein Herzensanliegen, dass flächendeckend Wahlfreiheit auf eine generalistische oder spezialisierte Ausbildung ermöglicht wird.“

Hier müsse gerade Schülerinnen und Schülern mit Hauptschulniveau der Zugang zur Ausbildung erhalten und sichergestellt bleiben. Die müssten nach wie vor eine realistische Chance haben, die Pflegeausbildung erfolgreich abzuschließen.

„Wir können uns nicht leisten, auf potentielle Fachkräfte zu verzichten. Eine ganz große Herausforderung ist, dass keine fachlichen Inhalte bei der Ausbildungsreform verloren gehen und wir jungen Menschen mit Hauptschulniveau sowie Quereinsteigern weiter die Chance bieten, eine dreijährige Pflegeausbildung zu absolvieren“, sagte Rüddel unter Zustimmung.

Kern des Pflegeberufegesetzes ist die Einführung einer dreijährigen generalistischen beruflichen Ausbildung mit dem Abschluss „Pflegefachfrau/Pflegefachmann“. Neben diesem generalistischen Berufsabschluss können Auszubildende für das dritte Jahr ihrer Ausbildung auch eine Spezialisierung mit dem Abschluss „Altenpfleger/in“ oder „Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in“ wählen.

Durch die Modernisierung der Ausbildungsinhalte, eine bessere Ausstattung der Pflegeschulen und mehr Praxisanleitung im Betrieb soll eine zusätzliche Qualitätsverbesserung erreicht werden. Das ist ganz im Sinne der 17jährigen Auszubildenden mit syrischen Wurzeln, Hind Shamawon, die mit dem Sekundarabschluss I (Realschule) in die Ausbildung einmündete und sich ganz bewusst für den Pflegeberuf entschieden hat.

„Wir haben die Grundlagen dafür geschaffen, dass die Pflege als eigenständiger Berufsbereich aufgewertet wird, mit Eröffnung auf zusätzliche Qualifizierungs- und Karrieremöglichkeiten. Wir haben wichtige Akzente für die Pflege gesetzt und erfolgreich vorangetrieben. Daran muss in der neuen Legislaturperiode angeknüpft werden. Dazu gehören auch eine bessere Bezahlung und eine bessere Personalausstattung“, bekräftigte Erwin Rüddel.