Montag, 20. November 2017

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Umfassende Anhörung zu Kerosin-Ablassen

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Schweitzer: Für geplante Studie müssen neue Messungen vorgenommen werden

Auf Antrag der Ampel-Fraktionen ist heute im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Landtags eine Expertenanhörung zum Treibstoffschnellablassen durch Flugzeuge durchgeführt worden. Dazu erklärt der SPD-Fraktionsvorsitzende Alexander Schweitzer: „In der zweieinhalb stündigen Anhörung ist gewissenhaft, sachorientiert und umfassend das Problem erörtert worden, dass landende Flugzeuge in Notsituationen Kerosin ablassen. Es ist deutlich geworden, dass wegen der Lage des Frankfurter Flughafens und der Fliegerhorste Rheinland-Pfalz überproportional betroffen ist. Daraus ist zu schlussfolgern: Die von der Umweltministerkonferenz beschlossene Studie über mögliche gesundheitliche Auswirkungen muss einen Schwerpunkt auf Rheinland-Pfalz legen. Wie der Vertreter des Umweltbundesamtes deutlich machte, wird derzeit offensichtlich überlegt, nur bereits vorliegendes Datenmaterial auszuwerten und zusammenzufassen. Aus Sicht der SPD-Fraktion reicht das nicht aus: Wir brauchen Messungen zu abgelassenem Kerosin. Der Schwerpunkt der Messungen muss in Rheinland-Pfalz liegen.“

Schweitzer zeigt sich erfreut, dass auch die Vertreter der Lufthansa angeregt haben, mittel- und langfristig über neue Ablass-Vorrichtungen an Flugzeugen nachzudenken, so dass Kerosin weniger schädlich in die Luft gegeben werden kann. Der SPD-Fraktionsvorsitzende betont: „Bisher gab es offensichtlich nicht genug politischen und öffentlichen Druck, um das Problem des Kerosin-Ablassen anzugehen. Falls festgestellt ist, dass das Treibstoffschnellablassen zu Gesundheitsschäden führen kann oder eine Gefahr für Natur und Umwelt darstellt, sollte die Industrie Vorschläge machen, welche neuen technologischen Möglichkeiten bestehen oder entwickelt werden können.“

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Benedikt Oster, ergänzt: „Die überwiegende Mehrzahl der Experten hat deutlich gemacht, dass eine Meldekette über die Fälle des Kerosin-Ablassens etabliert werden sollte. Die Informationen der Deutschen Flugsicherung müssen auf eine Homepage gestellt und an die Landesbehörden gegeben werden. Die Bürgerinnen und Bürger fordern diese Informationen ein und haben ein Anrecht auf Transparenz.“