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Verbraucher haben Macht bei Müllvermeidung

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Abfallwirtschaftszentrum des Rhein-Lahn-Kreises in Singhofen war Ziel evangelischer Fastenaktion


RHEIN-LAHN/SINGHOFEN. (15. März 2017) Für ein verantwortungsvolleres Einkaufen wirbt die Fastenaktion „7 Wochen mit...“, zu der das Pfarramt für gesellschaftliche Verantwortung im evangelischen Dekanat Nassauer Land einlädt. Dazu zählt auch die Vermeidung von Müll. Praktischen Anschauungsunterricht gab ein Vor-Ort-Termin im Abfallwirtschaftszentrum des Rhein-Lahn-Kreises an der B 260 bei Singhofen.

„Die Bewahrung der Schöpfung ist uns als Christen ein wichtiges Anliegen“, begrüßte Matthias Metzmacher, Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung und Initiator der Fastenaktion, eine Gruppe interessierter Gäste. Inge Schwantuschke vom Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Kreises führte die Besucher in Signalwesten über das Gelände und betonte, dass dem Kreis Transparenz wichtig sei, nicht zuletzt, um die Verbraucher dafür zu sensibilisieren, wie sie mit dem von ihnen produzierten Abfall umgehen. Die Besucher erfuhren während des Rundgangs, wo die Restabfälle aus der grauen Tonne angeliefert und vor der Deponierung mechanisch-biologisch vorbehandelt werden. Nur etwa 50 Prozent des Abfalls, der nicht nur aus dem Rhein-Lahn-Kreis, sondern auch aus benachbarten Kreisen kommt, wird in Singhofen deponiert. Ein Blick in die Behandlungsanlage für Bioabfall zeigte, wie aus diesem Kompost oder in Biomassekraftwerken auch Strom werden kann.

Zeit blieb, über die Vermeidung insbesondere von Plastikmüll zu sprechen. Die komplexen gesetzlichen Hintergründe verdeutlichte die Frage, in welche Tonne der Putzeimer gehört. Weil es sich um keine Verpackung handelt, nicht in die gelbe, sondern in die graue Restmülltonne, erfuhren die Teilnehmer. Die Diskussion machte deutlich, dass Abfallentsorgung auch von wirtschaftlichen Interessen gelenkt wird. Zudem seien Verpackungen auch Werbeträger. Schwantuschke und Metzmacher erinnerten aber auch an die „Macht der Verbraucher“, die darüber entscheiden, wie viel und welcher Abfall produziert wird. „Es liegt ja an uns, ob wir den Einkauf in Plastik- oder Papiertüten transportieren“, nannte Schwantuschke ein praktisches Beispiel. Würde der Einkauf in Stofftaschen, Körben oder einer Klappbox nach Hause transportiert, spare das allein im Rhein-Lahn-Kreis Tonnen an Plastikmüll. Sie erinnerte zudem an die Tauschbörse im Internet, die kostenlos ermöglicht, dass Gebrauchtwaren wie Computer, Fernseher, Möbel, Haushalts- oder Gartengeräte angeboten und gefunden werden können und damit länger leben. Die Beiden wiesen auf praktische Beispiele aus der Region hin, ein Repair-Café in Lahnstein etwa oder eine Telefonzelle zum Büchertausch in Nastätten, wo auch die Geschäftswelt auf dem Weg zur Fairtrade-Town Plastiktüten den Kampf angesagt hat.

Matthias Metzmacher dankte Schwantuschke für die interessante und lehrreiche Führung und viele Anregungen, schon beim Einkauf genauer hinzuschauen, welcher Abfall dabei produziert wird. Metzmacher: „Das war ein sehr lehrhafter Nachmittag, wie Müllvermeidung den Umweltschutz fördert und wie jeder Einzelne damit ganz konkret einen Beitrag zur Bewahrung unserer Schöpfung leisten kann“.

Infos zur Abfallbeseitigung im Rhein-Lahn-Kreis und der Tauschbörse im Internet unter www.rhein-lahn-kreis-abfallwirtschaft.de. Infos zur Fastenaktion unter www.rhein-lahn-evangelisch.de.