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Pflege durch Angehörige dominiert

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Rhein-Lahn-Kreis, 21. April 2017 - Die meisten Pflegebedürftigen im Rhein-Lahn-Kreis werden durch ihre Angehörigen versorgt. Das zeigt der Pflegereport der BARMER, den die Universität Bremen erstellt hat. Demnach lassen sich 36,6 Prozent der Pflegebedürftigen durch ihre Angehörigen versorgen und 33,9 Prozent stationär. Nur 29,1 Prozent entfallen auf die ambulante Pflege.

Thomas Esch, Regionalgeschäftsführer der BARMER, sagt: „Bei den Menschen im Rhein-Lahn-Kreis hat die Pflege durch Angehörige offensichtlich einen hohen Stellenwert.“ Beeinflusst werde die Form der Pflege zudem von der Einkommenshöhe der Pflegebedürftigen und davon, wie gut familiäre Netzwerke Pflege zuhause bewältigen können oder überhaupt wollen. Bei geringem Einkommen würden die privaten Zuzahlungen die Wahrscheinlichkeit mindern, dass ein Pflegebedürftiger im Heim gepflegt wird.

Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung

Auffallend ist, dass der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung im Rhein-Lahn-Kreis zwischen 2011 und 2015 gestiegen ist. Zählten die Statistiker 2011 noch 1,56 Prozent Pflegebedürftige an der gesamten Bevölkerung des Landkreises, waren es nur vier Jahre später schon 1,68 Prozent.

„Die Pflegekassen sind vor allem als Impulsgeber für gute Ideen gefordert“, betont Esch. So biete die BARMER bislang als einzige Kasse individuelle Beratung durch Familiengesundheitspfleger. Kurse für pflegende Angehörige seien besonders sinnvoll, da dabei nicht nur wichtiges Wissen vermittelt, sondern auch ein Austausch der Betroffenen untereinander ermöglicht werde.

„Eine effiziente Pflegeunterstützung sollte aber nicht nur von der Mitgliedschaft in einer bestimmten Krankenkasse abhängig sein. Wir müssen dafür sorgen, dass alle Betroffenen in schwierigen Lebenssituationen uneingeschränkt die Unterstützung erhalten, die sie benötigen“, sagt Esch. Die BARMER berät pflegende Angehörige persönlich, aber auch online unter www.pflegen-und-leben.de.