Freitag, 22. September 2017

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Führung in den Stollenbunker Allerheiligenbergstraße

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Lahnstein. Am Samstag, 25. März, bietet das Lahnsteiner Stadtarchiv eine Führung in den Stollenbunker Allerheiligenbergstraße, der in der Bevölkerung „Kellerchen“ genannt wird. Der Bunker ist ein ehemaliger Eiskeller, der im 19 Jahrhundert angelegt wurde. Er diente einer Metzgerei als Kühlraum, wozu er im Winter mit Eis von der Lahn gefüllt wurde. Im Zweiten Weltkrieg diente er als Luftschutzraum und bot 150 bis 200 Menschen Platz.

Hinter dem gemauerten Vorraum befindet sich ein längerer und höherer, ebenfalls gemauerter, Hauptraum. Vor dem Haupteingang, der durch eine stählerne Luftschutztür gesichert ist, befand sich eine massive Splitterschutzmauer. Am bergseitigen Ende des Vorraums befand sich eine Grotte mit Sitzplätzen und der Eingang zu einem Notstollen, der Ende 1944/Anfang 1945 von der Wehrmacht in den Felsen gesprengt wurde. Letzterer wurde später zugeschüttet.

Traurige Berühmtheit erlangte das „Kellerchen“, als am letzten Kriegstag (26. März 1945) sechs Kinder und eine Erwachsener vor dem Eingang durch die Splitter und den Luftdruck von Artillerie-Granaten ums Leben kamen. Daran erinnert heute über dem Eingang ein schlichtes Holzkreuz mit Namen und Alter der Toten.

Dr. phil. Meinhard Olbrich, der heute in Nassau lebt, überlebte damals als Zehnjähriger den Granateneinschlag und hat darüber im Kreisheimatjahrbuch 2017 geschrieben. Als Zeitzeuge ist er am 25. März dabei, so dass die Besucher Vieles über den Kriegsalltag und Luftschutz in Lahnstein aus erster Hand erfahren.

Da die Wände heute sehr feucht sind und sich das Wasser am Boden ansammelt, ist die Führung nur mit Gummistiefeln möglich. Eine Taschenlampe ist ebenfalls notwendig, da im Bunker keine Beleuchtung vorhanden ist. Warme Kleidung und das Tragen eines Schutzhelms werden empfohlen.

Die Führung beginnt um 15 Uhr und dauert 30 Minuten. Bei mehr als 15 Personen wird eine zweite Führung um 15.30 Uhr angeboten. Der Eintritt ist frei.