Montag, 24. Juli 2017

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SV Niederlahnstein zählte zu den ganz Großen

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Vermutlich kleinste Stadt in der höchsten Fußballliga

Lahnstein. In der ehemaligen Zeitschrift "DER Fußball SPORT" wurden in den 1960er Jahren wöchentlich zwei Fußballvereine aus dem In- und Ausland, die Besonderes geleistet hatten, in der Rubrik "Unser Nadelkissen" vorgestellt und mit ihren Vereinsabzeichen präsentiert. Die Ausgabe vom 17. Juli 1967 berichtet - neben dem FC Twente Enschede - über den SV 1911 Niederlahnstein (SVN), wie der Lahnsteiner Mitbürger Helmut Landsrath belegen kann.

Niederlahnstein war in der Vor-Bundesligazeit, also vor 1963/64, mit 8.000 Einwohnern die vermutlich kleinste Stadt, die in der höchsten deutschen Fußball-Liga spielte. Das war in der Saison 1960/61 und 1962/63 in der 1. Liga Südwest (auch Oberliga Südwest genannt); daneben gab es noch die Oberligen Nord, West und Süd.

In den Jahren 1956-1960 und 1961/62 spielte der SVN in der 2. Liga Südwest und - ab Gründung der Bundesliga – 1963/64 in der Regionalliga Südwest. Gespielt wurde auf dem 1959 eingeweihten Rasensportplatz an der Kölner Straße gegenüber der Deines-Bruchmüller-Kaserne. Später spielte der Verein in der Verbandsliga Rheinland, bevor er 1973 mit dem SC 09 Oberlahnstein zur SG Eintracht Lahnstein fusionierte.

In der Ausgabe vom 4. Juni 1968 wurden die Abzeichen aller bisher vorgestellten 100 Vereine auf einer Doppelseite abgebildet. Eine Kopie hiervon hat Landsrath dem Stadtarchiv Lahnstein übergeben. In der Tat ist hier die Clubnadel des SV 1911 Niederlahnstein in gleich großer Aufmachung neben denjenigen von Juventus Turin, Real Madrid und FC Barcelona verewigt.

Foto rechts: Übersicht der Fußballclubzeichen im Magazin „DER Fußball SPORT" vom 4.6.1968, mit dem Wappen des SV 1911 Niederlahnstein (rot markiert)(Fotos: Slg. Stadtarchiv Lahnstein)

Das Clubabzeichen bringt die Motive des rot-weißen Stadtwappens in den Clubfarben grün-weiß. Das Wappen ist in zwei Felder unterteilt. Im linken Feld befindet sich das Kreuz, das auf die frühere Zugehörigkeit Niederlahnsteins zum Kurfürstentum Trier hinweist, bevor es nach 1803 zum Herzogtum Nassau kam. Der Anker im rechten Feld ist das Symbol des Schiffergewerbes, das früher in Niederlahnstein heimisch war.