Montag, 25. September 2017

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Ende 2016 erhielten rund 14.700 Personen Hilfe zum Lebensunterhalt

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Ende vergangenen Jahres erhielten in Rheinland-Pfalz etwas mehr als 14.700 Personen Hilfe zum Lebensunterhalt der nach Kapitel 3 des Sozialgesetzbuches XII berechtigten Leistungsempfängerinnen und -empfänger. Gegenüber 2015 reduzierte sich die Zahl nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes Rheinland-Pfalz um rund 990 Personen bzw. 6,3 Prozent.

Zu den hier ausgewerteten Berechtigten gehören insbesondere befristet Erwerbsunfähige, Vorruheständler mit niedriger Rente, längerfristig Erkrankte, aber auch Menschen mit Behinderungen und pflegebedürftige Personen, die in Einrichtungen leben und die Hilfe zum Lebensunterhalt als Taschengeld erhalten. Nicht enthalten sind alle Personen, die aufgrund anderer Rechtsnormen – etwa Grundsicherung für Arbeitssuchende nach SGB II – Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts beziehen.

Fast zwei Drittel der Leistungsempfängerinnen und -empfänger lebten in Einrichtungen (9.612 Personen). Gegenüber dem Vorjahr ist ihre Zahl um etwa 1.000 bzw. 9,5 Prozent gesunken. Dieser Rückgang könnte etwa auf einem Leistungsbezug aufgrund anderer Rechtsgrundlagen oder vermehrt anrechenbaren Einkünften beruhen. Die Zahl der Hilfebedürftigen außerhalb von Einrichtungen lag Ende vergangenen Jahres etwa auf dem Vorjahresniveau (plus 21 bzw. plus 0,4 Prozent).

Die Zahl der Leistungsbezieher von Frauen (49 Prozent) und Männern (51 Prozent) ist fast gleich. Die größte Gruppe der Hilfsbedürftigen findet sich in der Altersgruppe der 18- bis 64-Jährigen mit gut 9.700 Personen (66 Prozent), gefolgt von den rund 3.900 Personen (27 Prozent), die älter als 65 Jahre sind. Fast 1.100 (7,3 Prozent) Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren erhalten ebenfalls diese Leistung. Das Durchschnittsalter aller Leistungsempfänger betrug 52,1 Jahre, wobei die weiblichen Hilfebedürftigen im Schnitt etwa 7,5 Jahre älter waren als die männlichen (Frauen: 56 Jahre, Männer: 48,4 Jahre).

Landesweit wurden im Jahr 2016 netto rund 51,8 Millionen Euro und damit 3,1 Prozent mehr für Hilfe zum Lebensunterhalt aufgewendet als im Jahr zuvor. Der Ausgabenanstieg trotz des Rückgangs der Empfängerzahlen liegt zum Teil darin begründet, dass die Leistungsberechtigten zum Stichtag 31. Dezember gezählt werden, die Ausgaben aber das gesamte Jahr umfassen.
Die Daten stammen aus der Statistik der Empfänger von Hilfe zum Lebensunterhalt. Die Angaben erhält das Statistische Landesamt einmal jährlich von den Landkreisen und den Delegationsgemeinden, d. h. Verbandsgemeinden bzw. verbandsfreien Gemeinden sowie den kreisfreien Städten.

Autorin: Dr. Julia Stoffel (Referat Auswertungen, Analysen Abteilung 1)

Nicht wegsehen – gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern

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Die schöne Urlaubszeit hat auch dunkle Seiten: In vielen Ländern ist die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch reisende Sexualstraftäter an der Tagesordnung. Solche Täter reisen an Orte außerhalb ihres gewöhnlichen Umfelds, um Kinder sexuell auszubeuten. Dies geschieht häufig im Zusammenhang mit Prostitution von Kindern, erotischen Massagen oder in Nachtclubs. Täter nutzen dabei die touristische Infrastruktur des jeweiligen Landes. Das passiert in Thailand, der Ukraine oder Kenia genauso wie in Deutschland oder anderen europäischen Ländern. Die sexuelle Ausbeutung Minderjähriger ist jedoch weltweit strafbar, das heißt, die Täter können auch nach ihrer Rückreise im Heimatland verurteilt werden.

Jeder Reisende kann dazu beitragen, Kinder auch im Ausland vor sexueller Ausbeutung zu schützen. Sie können jegliche Hinweise und Verdachtsfälle auf sexuelle Ausbeutung von Kindern und Jugendlichen weltweit melden.

Wenden Sie sich bei Verdacht auf eine Straftat mit Ihrer Meldung bitte direkt an das www.bka.de. Die Expertinnen und Experten des BKA unterziehen Ihre Meldung einer ersten sorgfältigen Auswertung und kontaktieren Sie gegebenenfalls bei Nachfragen. Informationen, die als rechtlich relevant erachtet werden, gehen weiter an die zuständigen Landeskriminalämter oder - bei internationalen Fällen - an Interpol/Europol. Bei auffälligen Situationen, in denen Kinder gefährdet sein könnten, Sie sich jedoch nicht sicher sind, ob dies bereits als eine Straftat gilt, teilen Sie Ihre Beobachtungen bitte der Kinderschutzorganisation ECPAT mit. Jede Meldung trägt dazu bei, Kinder gezielter vor Ausbeutung und sexueller Gewalt zu schützen. Alle Informationen werden vertraulich behandelt und können hinterlassen werden unter: nicht-wegsehen.net

Gegen Hasspostings im Internet

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Im Internet sind Bedrohungen und Nötigungen, aber auch Verunglimpfungen und Volksverhetzungen bis hin zu Aufrufen zu Straftaten weit verbreitet.

Diese Art von Hasskriminalität im Netz vergiftet das gesellschaftliche Klima und kann zur Radikalisierung von Einzelnen oder auch Gruppen führen. Hetzparolen im Internet missbrauchen und untergraben das Verständnis von Meinungsfreiheit.

Denn Meinungsfreiheit endet dort, wo die Rechte anderer verletzt werden. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Straftaten in der realen Welt oder im Internet begangen werden. Wer Hasspostings im Internet veröffentlicht, kann empfindlich bestraft werden. Beispielsweise kann Volksverhetzung in sozialen Netzwerken oder Onlineforen mit einer Freiheitstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden. Doch jeder kann seinen Beitrag leisten und die Bekämpfung von strafbaren Hasspostings unterstützen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) rät: Wer im Internet und in sozialen Netzwerken auf Hass, Hetze und verbale Gewalt stößt oder gar Opfer wird, sollte auf jeden Fall Anzeige bei der Polizei erstatten. Einige Bundesländer halten dafür Internetportale bereit, über die jeder auch anonym Anzeige erstatten kann. Diese Portale finden Sie zum Beispiel auf der Homepage des BKA oder auf dem Internetportal der deutschen Polizei www.polizei.de

"Wege aus der Gewalt": Aktualsierte Broschüre gibt Tipps

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Gewalt von Kindern und Jugendlichen ist ein häufig diskutiertes Thema in der Gesellschaft. Fakt ist: Nach wie vor sind Kinder und Jugendliche in geringer Anzahl Opfer oder Täter von Gewalt. Konfliktsituationen wird es jedoch immer geben. In der aktualisierten Broschüre „Wege aus der Gewalt“ finden Eltern und Erziehungsverantwortliche Antworten und Tipps, die sie dabei unterstützen können, Konflikte angemessen zu lösen. Neben den realen Formen von Gewalt nimmt die virtuelle Gewalt einen immer größeren Raum ein. In der realen wie in der virtuellen Welt können Kinder und Jugendliche sowohl Opfer als auch Täter von Gewalt werden. Die Broschüre informiert grundlegend darüber, was Gewalt bedeutet, welche Ausmaße sie annehmen kann und wie man ihr vorbeugen oder darauf reagieren kann. Darüber hinaus gibt sie Handlungsempfehlungen, um situationsangemessen reagieren zu können und gleichzeitig Gefahren zu minimieren.

Neurotische Tendenzen in Trumps Tweets

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Wissenschaftler der Universitäten Trier und Queensland ziehen Rückschlüsse auf die Persönlichkeit

Was sagen Donald Trumps Tweets über seine Persönlichkeit aus und wie wirken sich diese  Wesenszüge auf seine politische Führungsrolle aus? Das haben Christian Fisch (Universität Trier) und Martin Obschonka (University of Queensland, Australien) in ihrer gerade veröffentlichten wissenschaftlichen Studie untersucht. Die Analyse der Tweets weist den amerikanischen Präsidenten als unternehmerisch geprägte Persönlichkeit aus, mit kreativem Potenzial, ausgeprägtem Konkurrenzdenken, einem Hang zum Brechen von Konventionen – allerdings auch mit neurotischen Tendenzen.

Kaum ein Politiker nutzt den Kurznachrichtendienst so intensiv wie Donald Trump. Seit seinem ersten  Tweet im Jahr 2009 hat er bis Mai 2017 mehr als 35.000 Nachrichten per Twitter verschickt. Das sind etwa zwölf pro Tag und damit das Dreifache seines Amtsvorgängers. Mit 30 Millionen hat Barack Obama unter den Politikern vor Donald Trump allerdings weiterhin die meisten Follower.

Christian Fisch und Martin Obschonka untersuchten mithilfe etablierter Software zur Analyse von Zusammenhängen zwischen Sprachgebrauch und persönlichen Attributen 3200 Tweets, die Trump bis zu seiner Präsidentschaft im Oktober 2016 absetzte. Die beiden Forscher verglichen diese Tweets mit denen von 105 einflussreichen Managern - darunter Eric Schmidt von Google, Tim Cook von Apple und Meg Whitman von Hewlett-Packard - und Unternehmern wie Elon Musk (Tesla), Michael Dell (Dell) und Jeff Bezos (Amazon). Danach entspricht Trumps Charakter dem von dem Ökonomen Joseph Schumpeter bereits 1930 entworfenen Bild eines typischen Unternehmers:  kreativ, veränderungs- und wettbewerbsorientiert, geringe Akzeptanz von Regeln und Konventionen. Die Analyse deutet bei Trump allerdings auch auf neurotische Tendenzen und belastende Erfahrungen hin.

„Diese Züge sind eher untypisch, da die Arbeit als Unternehmer emotionale Stabilität und Optimismus erfordert und der prozessbedingte Nutzen das Glücksgefühl erhöht", erklärt Obschonka. Neurotizismus rufe aber nicht nur negative Begleiterscheinungen hervor, sondern könne auch die Wettbewerbsbereitschaft erhöhen.

„Vielleicht ist dieser hohe Neurotizismus ein wichtiger Erfolgsmotivator sowohl bei Trumps unternehmerischen Projekten als Geschäftsmann wie auch in seiner Rolle als politischer Führer", spekuliert Christian Fisch. „Wenn das Sich-Abheben aus der Gesellschaft ein Kernprinzip der unternehmerischen Persönlichkeit ist, dann spiegelt Trumps ungewöhnliches Persönlichkeitsprofil dieses Prinzip eindeutig wider", ergänzt Fisch. „Viele Experten stimmen darin überein, dass sich wirklich erfolgreiche Unternehmer nicht nur trauen, anders zu sein - sie sind anders."

Obschonka und Fisch gehen davon aus, dass unternehmerische Persönlichkeitsmerkmale für die Führung eines Unternehmens im Top-Down-Prozess vorteilhaft sind. Sie betonen jedoch, dass sich die Führung eines Unternehmens und eines Landes stark unterscheiden und es zweifelhaft sei, ob äußerst unternehmerisch geprägte Persönlichkeiten in ihrer verantwortungsvollen Rolle als politische Führer strikt unternehmerisch agieren können.

Die Studie ist erschienen in „Small Business Economics“ des Verlags Springer:

Obschonka, M. & Fisch, C. (2017). „Unternehmerische Persönlichkeiten in der politischen Führung.“ Small Business Economics DOI 10.1007 / s11187-017-9901-7

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