Mittwoch, 28. Juni 2017

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Heimische Gehölze in Kommunen richtig pflanzen, pflegen und nutzen

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KREIS MYK. „Natur im Zwischenraum“ war Thema eines Vortrags, in dem Gärtnermeisterin Johanna Wieg Bürgermeistern, Ratsmitgliedern und Gemeindemitarbeitern die Vorteile heimischer Gehölze auf kommunalen Grünflächen näherbrachte.

„Heimische Gehölze sind all die Pflanzenarten, die schon vor der Entdeckung Amerikas in unseren Breitengraden ohne menschliches Zutun wuchsen. An diese Gehölze sind bereits viele heimische Tierarten angepasst.“ Rüdiger Kape, Koordinator der Integrierten Umweltberatung in der Kreisverwaltung, erklärt, warum es sich lohnt, heimische Gehölze anzupflanzen. Mehrere dieser Arten seien bestens für die Verwendung in der Stadt geeignet, da sie mit dem besonderen Standort Stadt gut zurechtkommen. In den Städten herrscht oft eine schlechte Luftqualität, viele Flächen sind entweder bebaut oder versiegelt, der Boden ist oft verdichtet. Staunässe oder Trockenheit können die Folge sein. Im Winter setzt den Pflanzen an vielen Stellen Streusalz zu. Generell gilt für alle Pflanzen: Der Standort muss passend gewählt werden. An ein giftiges Gewächs, beispielsweise eine Eibe  in der Nähe eines Kindergartens, dessen Früchte die Kinder verzehren könnten, ist nicht zu denken. Ebenso sind stark behangene Bäume an oder über Parkplätzen zu vermeiden, wenn durch herabfallende Früchte Autos beschädigt oder verschmutzt werden könnten. Auch müssen Pflegenotwendigkeit und Nutzung der Gehölze durch verschiedenste Tierarten bedacht werden. Vielen Gemeinden fehlen hier oft die Möglichkeiten, sich immer um jeden gepflanzten Baum zu kümmern.

Für Tiere stellen heimische Gehölze nicht selten ihre Nahrungsgrundlage und ihren Lebensraum dar. So werden etwa die Beeren der Felsenbirne gerne von Vögeln verzehrt. Einem Baum der gut für die Einzelstellung geeignet ist und der das städtische Klima verkraftet. Die Ansprüche an den Boden, in dem er eingepflanzt wird, sind wiederum gering.

Die Haselnuss kann als einzelner Strauch oder als Hecke gepflanzt werden. In beiden Formen ist sie bei zahlreichen Vögeln und Nagern gleichfalls als Nahrungsquelle beliebt. Ein weiterer Vorteil ist, dass sie kaum mit anderen Pflanzen konkurriert.

Die Eiche ist wohl eines der bekanntesten Gehölze der Liste und ist nicht nur ein wichtiger Pollenlieferant, womit sie den Bienen eine Nahrungsquelle gibt, sondern sie ist auch die Nahrungsgrundlage für den Eichelhäher. Hier bezieht der Vogel besonders im Winter seine Nahrung. Zudem ist der Baum absolut robust. Die Eiche übersteht das Stadtklima problemlos und hält sogar Überschwemmungen Stand. Die tiefdringende Pfahlwurzel gelangt bis ins Grundwasser.

Ebenso zu den heimischen Gehölzen gehört die Mehlbeere. Sie bedarf keiner Pflege und ist absolut anspruchslos. Weder Trockenheit, noch ein schlechter Boden, schränken sie ein. Auch an das schadstoffreiche Stadtklima gewöhnt sich die Mehlbeere schnell.