Samstag, 29. April 2017

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Mehr als 6.000 Personen eingebürgert

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Im Verlauf des Jahres 2016 wurden in Rheinland-Pfalz 6.064 Ausländerinnen und Ausländer eingebürgert. Das sind 308 (5,4 Prozent) mehr, als im Jahr zuvor. Von den 2.661 Männern und 3.403 Frauen lebten rund ein Viertel schon 22 und mehr Jahre in Deutschland. Im Schnitt waren die Betroffenen rund 33 Jahre alt.

Die Liste der am häufigsten eingebürgerten Nationalitäten wird wie schon seit Jahren von türkischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern (818) angeführt. Es folgen Polen (485), Italiener (307), Kosovaren und Ukrainer (jeweils 232) sowie Rumänen (223). Mit annähernd 198 Briten erhielten im Jahr des Brexit-Referendums so viele Bürger des Vereinigten Königreiches die deutsche Staatsbürgerschaft, wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Diese behielten allerdings allesamt auch ihren Britischen Pass. Dies gilt auch für die Angehörigen der übrigen EU-Länder Polen, Italien und Rumänien, wohingegen von den eingebürgerten Türken lediglich rund 26 Prozent, von den Kosovaren 15 Prozent und von den Ukrainern 11 Prozent ihre bisherige Staatsangehörigkeit aufrecht erhielten, bzw. aufrecht erhalten konnten.

Bezogen auf die hier lebenden Ausländer und dabei beschränkt auf Nationalitäten, die im Jahresdurchschnitt 2015 landesweit mit mindestens 100 Personen vertreten waren, ergibt sich die höchste Einbürgerungsneigung bei Libyern (15,3 Prozent), Angolanern (10,7 Prozent), Staatenlosen (10,1 Prozent), Dominikanern (10,1 Prozent) sowie Kubanern (9,2 Prozent). Briten und Türken belegen – bei Bezugnahme auf die jeweilige Zahl hier lebender Landsmänner und -frauen – mit 4,5 Prozent bzw. 1,4 Prozent Einbürgerungen lediglich die Ränge 19 bzw. 62.

Wie bereits in den Vorjahren wurde die mit Abstand höchste Zahl von Einbürgerungsurkunden in den kreisfreien Städten Ludwigshafen (1.016) und Mainz (586) ausgehändigt. Die wenigsten Einbürgerungen erfolgten in der kreisfreien Stadt Zweibrücken (32) und im Landkreis Cochem-Zell (30). Gemessen an der Zahl der im Jahresdurchschnitt 2015 im Ausländerzentralregister registrierten Personen belegte ebenfalls die kreisfreie Stadt Ludwigshafen den Spitzenplatz. In Ludwigshafen erhielten 2,5 Prozent der dort lebenden Ausländerinnen und Ausländer einen deutschen Pass. Es folgte die kreisfreie Stadt Speyer mit 2,4 Prozent. Relativ gesehen die wenigsten Einbürgerungen gab es im Eifelkreis Bitburg-Prüm (0,5 Prozent).

Die Zahlen stammen aus der Einbürgerungsstatistik. Sie werden den statistischen Landesämtern von den Einbürgerungsbehörden übermittelt. Einbürgerungsbehörden sind in Rheinland-Pfalz die Verwaltungen der kreisfreien Städte und Landkreise. Nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz haben insbesondere Personen, die mindestens acht Jahre in Deutschland leben, einen besonderen Anspruch auf Einbürgerung, wenn sie bestimmte, gesetzlich festgelegte Anforderungen erfüllen. Durch die Einbürgerung werden die Betroffenen gleichberechtigte deutsche Staatsbürgerinnen und -bürger mit allen Rechten und Pflichten.

Autor: Gerd Reh (Referat Bevölkerung, Gebiet, Zensus)