Samstag, 24. Juni 2017

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Der Jugendschutz in Deutschland: Welche Jugendschutzbestimmungen gibt es?

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Der Jugendschutz soll junge Menschen, vor allem Kinder, vor schädlichen Einflüssen, wie Alkohol oder Zigaretten schützen. Zwar liegt die Kindererziehung in der Hand der Eltern, jedoch bildet der Jugendschutz einen gesetzlichen Rahmen, an den sich sowohl die Eltern als auch Außenstehende halten müssen. Durch soll die positive psychosoziale sowie gesundheitliche Entwicklung für alle Kinder und Jugendlichen gewährleistet werden.

In Deutschland existieren insgesamt vier Gesetze zum Jugendschutz. Das Jugendschutzgesetz besteht seit 2002. Es behandelt unter anderem die Bestimmungen zum Alkoholverzehr, den Aufenthalts in Clubs, Bars und Gaststätten sowie dem Konsum von Zigaretten. Grundsätzlich geht es bei diesem Gesetz um den Jugendschutz in der Öffentlichkeit. Das zweite Gesetz zum Jugendschutz ist das Jugendarbeitsschutzgesetz, bei dem es um die beruflichen Tätigkeiten von Kindern und Jugendlichen geht. Laut Gesetz ist die Wochenarbeitszeit für Jugendliche hier auf 40 Stunden begrenzt, wenn diese 5 Tage in der Woche arbeiten. Zudem werden Vorschriften zu Pausen, dem Urlaubsanspruch sowie Feiertagen gegeben, die vom Arbeitgeber in einem Arbeitsvertrag festgehalten und eingehalten werden müssen. Laut §59 des Jugendarbeitsschutzgesetzes machen sich Arbeitgeber, die das Wohl des Jugendlichen absichtlich gefährden strafbar und müssen mit Sanktionen von bis zu 2.500 Euro rechnen. Das Sozialgesetzbuch VIII behandelt unter anderem die Eingliederung von seelisch behinderten Jugendlichen und Kinder. Des Weiteren dreht sich alles um die Vormundschaft sowie die Familienförderung und die Zuständigkeit verschiedener Behörden. Der Jugendschutz im Internet, Fernsehen und bei Musik wird durch den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag geregelt.

Personen, die gegen den Jugendschutz verstoßen müssen mit hohen Sanktionen rechnen. Laut §28 des Jugendschutzgesetzes können solche Verstöße sehr hart bestraft werden. So müssen beispielsweise Gewerbeeintreibende, die einem Kind den Zutritt in einem Club gestatten mit einer Strafe von 10.000 Euro rechnen. 1.500 Euro Strafe fallen an, wenn einem Jugendlichen oder einem Kind Zigaretten oder andere Tabakwaren angeboten werden. Auch die jugendgefährdenden Medien spielen eine große Rolle. Die Liste oder umgangssprachlich auch der „Index“ genannt, auf dem die jugendgefährdenden Medien festgehalten sind, ist lang. Medien, die auf diesem Index stehen, dürfen nicht veröffentlicht werden. Dadurch soll negativen Werbeeffekten entgegengewirkt werden. Zudem dürfen diese Medien Kindern und Jugendlichen weder angeboten, noch überlassen oder auf andere Art und Weise zugänglich gemacht werden. Bei Missachtung droht eine Geldstrafe oder sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr.

Wichtig ist auch die Unterscheidung zwischen Kind und Jugendlichen. Laut §1 des Jugendschutzgesetzes sind Kinder Personen, die unter 14 Jahre alt sind. Jugendliche hingegen, sind Personen, die über 14 Jahre aber noch keine 18 Jahre alt sind. Im Jugendschutz gelten jedoch weitaus mehr Grenzen bezüglich des Alters. So fällt der Jugendschutz in der Öffentlichkeit umso härter aus, je jünger das Kind oder der Jugendliche ist. Beispielsweise müssen Kinder mit elf Jahren schon um 20 Uhr das Kino verlassen, während 14-jährige die Veranstaltung bis 22 Uhr besuchen dürfen.

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Über den Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V.

Der VFBV. e. V.  wurde im März 2014 vom Anwalt Mathias Voigt gegründet und hat es sich zur Aufgabe gemacht Fragen und Unklarheiten aus dem Verkehrsrecht zu beantworten und zu beseitigen. Hierfür veröffentlicht der VBFV e. V. Rechtsbeiträge zum Verkehrsrecht auf den Portalen bussgeldkatalog.org, bussgeldrechner.org und bussgeld-info.de.

Übergeordnetes Ziel ist es, umfassende Informationsportale zu schaffen, auf denen sich interessierte Bürgerinnen und Bürger über sämtliche Aspekte des Verkehrsrechts in Deutschland informieren können.