Mittwoch, 22. November 2017

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Pflegezeit: berufliche Auszeit für pflegende Angehörige

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Eine Pflegebedürftigkeit tritt nicht selten sehr kurzfristig auf. Wenn ein älterer Mensch, der bislang noch problemlos seinen Alltag alleine bewältigen konnte, einen Unfall erleidet oder akut erkrankt, ist rasch Hilfe vonnöten, und nicht immer steht sofort ein Platz im Pflegeheim oder ein häuslicher Pflegedienst zur Verfügung. Deshalb gibt es für Arbeitnehmer, die pflegebedürftige Angehörige haben, die Möglichkeit, kurzzeitig eine sogenannte Pflegezeit zu nehmen.

Auszeit für Angehörige

Wenn ein Elternteil oder ein anderer Familienangehöriger unerwartet pflegebedürftig wird, sind Angehörige oft von der Situation überfordert, insbesondere, wenn rasch eine 24 Stunden Betreuung gesucht werden muss. Dies wird noch verstärkt, dass sie im Normalfall durch berufliche und familiäre Verpflichtungen zu sehr eingespannt sind, um in einem solchen Notfall die Betreuung kurzfristig zu organisieren. Selbst wenn die Angehörigen grundsätzlich bereit und in der Lage sind, die Pflege selbst zu übernehmen, benötigen sie etwas Zeit, um alles zu regeln. Deshalb sieht der Gesetzgeber vor, dass sich Arbeitnehmer in einem solchen Fall für bis zu zehn Tage von der Arbeit freistellen lassen können. Für diesen Zeitraum wird zwar kein Gehalt gezahlt, aber um finanzielle Engpässe zu vermeiden, können Betroffene bei der zuständigen Pflegekasse Pflegeunterstützungsgeld bewilligt bekommen.

Zeit für die Pflege

Wenn bereits bekannt ist, dass nach einem Unfall oder bei einer Erkrankung die Pflegebedürftigkeit nur für einen bestimmten Zeitraum bestehen wird, haben pflegende Angehörige auch die Möglichkeit, etwas länger in ihrem Beruf zu pausieren. Sie haben ein Anrecht darauf, bis zu sechs Monate ganz oder teilweise von der Arbeit freigestellt zu werden. Falls lediglich eine Reduzierung der Wochenarbeitsstunden notwendig ist, kann dies im Rahmen der Familienpflegezeit erfolgen. Die nicht geleistete Arbeitszeit wird auch in diesem Fall nicht entlohnt. Ein Darlehen der Pflegekasse kann den Verdienstausfall etwas abfedern. Außerdem kann es sinnvoll sein, eine Pflegestufe zu beantragen, wie unter http://www.24-stunden-pflege.net/ ausführlich dargelegt wird, da das damit verbundene Pflegegeld durchaus dazu genutzt werden kann, Angehörigen die häuslichen Pflege zu ermöglichen.