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Maßarbeit: Rezepturen aus der Apotheke

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Medikamente für Kinder individuell angefertigt

Mainz, den 31. Januar 2017 – Neben der Abgabe von verordneten Fertigarzneimitteln auf Rezept erfüllen die niedergelassenen Apotheken eine weitere wichtige Versorgungsaufgabe innerhalb des Gesundheitswesens. Sie stellen individuelle Rezepturen her. Sehr oft werden solche speziell angefertigten Medikamente für Kinder oder auch Säuglinge benötigt. Denn die meisten Fertigarzneimittel sind in ihrer Wirkstärke auf erwachsene Patienten ausgerichtet.

Viele Kapseln, Tabletten aber auch Salben und Cremes sind darum für Säuglinge und Kinder nicht geeignet, berichtet Andreas Hott, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV: „Tabletten und Kapseln sind für Kinder oft nicht einsetzbar, weil sie die Mittel schon wegen der Größe nicht schlucken können. Dazu kommt, dass die Medikamente für Kinder zu hoch dosiert sind. Apotheken in der Nähe von Kinderärzten werden häufig als Fachleute gebraucht, wenn es darum geht, die Arzneien an die kleinen Patienten anzupassen.“ Dazu werden Kapseln beispielsweise im Labor der Apotheke geöffnet, der Inhalt wird abgewogen, gemörsert und so in angepasster Dosierung in neue Kapseln befüllt. Von den Eltern kann der fein vermahlene Wirkstoff dem Säugling dann aus der Kapsel mit dem Milchfläschchen oder dem Brei verabreicht werden.

Speziell bei schweren Erkrankungen bei Kleinkindern oder sogar Neugeborenen, die mit Fehl- oder Missbildungen an Herz oder Niere zur Welt kommen, kann auf die hochkomplexe und verantwortungsvolle Aufgabe der Rezepturerstellung nicht verzichtet werden. Auch Kinder mit Krebserkrankungen müssen dann schon sehr früh mit Opioiden versorgt werden, wo es sehr penibel auf die korrekte Dosierung ankommt. Doch auch bei weniger dramatischen – aber nicht minder belastenden – Erkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte), Neurodermitis oder Ekzemen sind Apotheker gefragt. Hott: „Gerade bei Hauterkrankungen verordnen die Fachärzte sehr häufig Rezepturen. Die Anfertigung in der Apotheke stellt sicher, dass der Patient sein Arzneimittel exakt so dosiert erhalten kann, wie es seine Erkrankung im Moment erfordert.“

 

Was tun bei Kau- und Schluckstörungen?

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Ernährung im Alter und bei Krankheit war Thema

Ernährung im Alter und bei Krankheit – Was tun bei Kau- und Schluckstörungen? Dies war die Frage, welche von den sehr fachkundigen Referenten aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und erläutert wurde. Die DRK Kamillus Klinik Asbach hatte in Kooperation mit der Gesundheitsförderung der Kreisverwaltung Neuwied zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Achim Hallerbach, 1.Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent begrüßte das Publikum, das sowohl aus Fachkräften von Pflegediensten und Altenheimen bestand, wie auch aus Betroffenen und ihren Angehörigen.

Zunächst konzentrierte sich Dr. Dieter Pöhlau, Chefarzt der Neurologischen Abteilung und Geriater auf die Ernährung im Alter. Auf diese sollten ältere Menschen besonders achten, denn obwohl ihr Grundumsatz und damit der Kalorienbedarf sinkt, bleibt der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen gleich oder erhöht sich bei Erkrankungen sogar noch. Da bei Erkrankung auch häufig der Appetit und der Durst zurückgehen und immer weniger gegessen und getrunken wird, kann dies schnell zu einer Mangelernährung führen, welche sowohl die Genesungschancen wie auch viele andere körperlichen Prozesse negativ beeinflusst.

Auch eine Gewichtsabnahme im Alter ist eher schädlich, da nicht die Fettreserven sondern die Muskelmasse reduziert wird. Dies wiederum erhöht das Sturzrisiko mit der Gefahr von Knochenbrüchen.

Ein oft wenig beachtetes Problem ist häufig für eine Fehlernährung ursächlich. Kau und Schluckstörungen können auf Dauer zu einer Mangelernährung mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen führen. Wie man diese diagnostizieren und behandeln kann, stellten die klinischen Linguistinnen Dr. Monika Weber-Hellwig und Andrea Fauck in ihrem Vortrag eindrucksvoll vor. Sie erklärten anhand von Videosequenzen eine endoskopische Untersuchungsmethode (FEES) die bisher nur in wenigen Kliniken eingesetzt wird. Im Rahmen dieser Untersuchung wird auch geklärt, welche Konsistenz eine Speise haben muss, damit der Patient sie schlucken kann.

Darauf baute der Vortrag Küchenleitung und Diätassistentin der Kamillus Klinik, Birgit Merkelbach auf. Sie erklärte die Möglichkeiten, Speisen und Getränke stufenweise anzudicken und damit für Patienten mit Kau- und Schluckstörungen essbar zu machen. Am Ende der Veranstaltung gab es verschiedene Kostproben der Küche die zeigten, wie Schluckkost optisch ansprechend und geschmackvoll zubereitet werden kann.

Die Teilnehmer probierten zunächst vorsichtig das vielfältige Angebot. Sie zeigten sich dann jedoch überzeugt und überrascht von den Möglichkeiten, wie man Schluckkost statt pürierten Einheitsbrei auch zu Hause zubereiten kann.

„Dies hilft, die Situation der Erkrankten zu verbessern, denn für die Betroffenen ist neben der Erhaltung der körperlichen Kraft die Erhaltung oder Wiederherstellung der Lebensqualität und der Freude am Essen sehr wichtig“, erläuterte Rita Hoffmann-Roth vom Gesundheitsamt Neuwied.

 

Durch biomarkerbasierten Test Chemotherapie bei Brustkrebs entbehrlich machen:

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KNAPPSCHAFT erstattet als erste gesetzliche Krankenkasse bundesweit Genexpressionstest für Frauen

Die KNAPPSCHAFT als gesetzliche Krankenkasse und das Unternehmen Genomic Health haben jetzt unter Einbeziehung  spezialisierter Pathologen den ersten bundesweiten Selektivvertrag zur Versorgung von Brustkrebspatientinnen mit dem Oncotype DX-Brustkrebstest geschlossen. „Wir freuen uns sehr, dass die KNAPPSCHAFT diesen richtungweisenden Schritt geht und vielen Patientinnen eine Versorgung ermöglicht, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht“, sagt Prof. Dr. Holger Weidenauer, Market Access Direktor bei Genomic Health Deutschland.

Der Oncotype DX-Brustkrebstest liefert als derzeit einziger Test sowohl eine prognostische als auch eine prädiktive Aussage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Brustkrebs innerhalb der nächsten zehn Jahre wieder auftritt, und – noch wichtiger – kann die Patientin nach der Operation auf eine zusätzlich zur Antihormontherapie oft regelhaft empfohlene vorbeugende Chemotherapie möglicherweise verzichten?

Mithilfe des sogenannten Biomarker-Tests kann bestimmten Brustkrebspatientinnen die Entscheidung, auf eine Chemotherapie zu verzichten, erleichtert werden. Die KNAPPSCHAFT macht nun allen infrage kommenden Versicherten den Test einfach und unbürokratisch zugänglich: „Mit diesem Vertrag wollen wir Frauen, die vom Brustkrebs betroffen sind, ermöglichen, sich im Gespräch mit ihren ÄrztInnen selbstbestimmt für oder gegen eine Chemotherapie entscheiden zu können. Der biomarkerbasierte Oncotype DX Brustkrebstest gibt dazu die notwendige Unterstützung“, sagt Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT.

Voraussetzung sei dabei, dass sich die Frauen in einem begleitenden Arztgespräch über Chancen und Risiken des Verzichts auf eine Chemotherapie eingehend beraten lassen.
„Es ist wichtig, den Patientinnen zu kommunizieren, dass der biomarkerbasierte Test niemals das Restrisiko eines Wiederauftretens der Krankheit völlig ausschließen kann, sondern eine moderne Entscheidungshilfe darstellt, die interpretiert und in den individuellen Gesamtzusammenhang eingebettet werden muss“, so am Orde weiter.

BARMER fördert Prävention in Schulen und Firmen

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Worms, 23. Januar 2017 - Die Gesundheitsförderung nimmt bei der BARMER einen hohen Stellenwert ein. Dies zeigte der erste Landespräventionskongress Rheinland-Pfalz im Theater-, Kultur- und Tagungszentrum „DAS WORMSER“ in Worms. Der Kongress stand unter dem Motto „Gesundheit fördern. Prävention stärken.“ Er wurde veranstaltet von Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, den gesetzlichen Krankenkassen sowie der Renten-, Pflege- und der Unfallversicherung.

Auf dem Markt der Möglichkeiten des Kongresses präsentierte die BARMER „Ich kann kochen!“, eine bundesweite Ernährungsinitiative der Krankenkasse und der Sarah Wiener Stiftung. „Im Mittelpunkt der Initiative steht die Förderung der gesunden Ernährung im Kinder- und Jugendalter. Die Initiative bietet kostenfreie Fortbildungen für Erzieher und Lehrkräfte an“, erklärte Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER in Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

Ich kann kochen! Praktischer Umgang mit Lebensmitteln

In den Schulungen werden pädagogische Fach- und Lehrkräfte zu Genussbotschaftern fortgebildet und dazu befähigt, in Kitas und Schulen das Ernährungsbewusstsein der Kinder zu fördern. Bei der Ernährungsinitiative lernen die Kinder zudem den praktischen Umgang mit Lebensmitteln. „Ziel ist auch, Prozesse anzustoßen, die es den Einrichtungen über die Dauer des Projekts hinaus ermöglichen, gesunde genussvolle Verpflegung in den Alltag der Kinder zu integrieren“, betonte Kleis.

Auf Interesse bei den Kongressbesuchern stieß auch MindMatters, ein bundesweites Programm zur Förderung der psychischen Gesundheit an Schulen. Es wird getragen von der BARMER, der Unfallkasse NRW, dem Gemeinde-Unfallversicherungsverband Hannover, der Landesunfallkasse Hannover und der Leuphana Universität Lüneburg. „Lehrkräfte fühlen sich oft überfordert, wenn Schüler Symptome psychischer Erkrankungen zeigen. Ihnen fehlen entsprechende Kompetenzen und Konzepte, damit umzugehen“, sagte Kleis.

MindMatters: Psychische Gesundheit an Schulen

Laut einer Studie des Robert Koch-Instituts gibt es bei 20 Prozent aller Kinder und Jugendlichen Hinweise auf psychische Auffälligkeiten und Störungen. Das MindMatters-Programm basiert auf Unterrichtsmaterialien mit Übungen, durch die sich die Schüler mit sich selbst, ihren Gefühlen sowie ihren Mitschülern und deren Gefühlen reflektierend auseinandersetzen. MindMatters-Studientage sind kostenfrei und richten sich an Lehrer, unabhängig davon, an welcher Schulform sie unterrichten.

Das Programm Papilio stellte die BARMER ebenfalls vor. „Papilio fördert prosoziales Verhalten und sozial-emotionale Kompetenzen von Kindern in Kindertagesstätten und mindert Verhaltensprobleme“, sagte Kleis. Das Programm ziele auf ein selbstbestimmtes und verantwortungsbewusstes Leben im Erwachsenenalter ab. Die BARMER ist in 15 Bundesländern Präventionspartner von Papilio. Durch die Zusammenarbeit mit der Krankenkasse werden derzeit über 70.000 Kinder mit Papilio bundesweit erreicht.

Betriebliche Gesundheitsförderung

Auch in der betrieblichen Gesundheitsförderung ist die BARMER aktiv. Sie stellte beim Kongress ihre Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin vor. Ziel der Kooperation ist, die Gesundheit von Arbeitnehmern am Arbeitsplatz nachhaltig zu verbessern. „Mit Unterstützung der Arbeitsmediziner und Betriebsärzte können wir unsere speziell auf Betriebe zugeschnittenen Präventionsangebote nahezu allen Firmen in Deutschland anbieten, vom kleinen mittelständischen Betrieb bis zum Großunternehmen“, sagte Kleis.

Neben der gemeinsamen Entwicklung neuer Leistungsangebote für gesundheitsbewusste Betriebe kommt den Arbeitsmedizinern und Betriebsärzten eine zentrale Rolle bei der Vermeidung von Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz, der Früherkennung möglicher Krankheiten und deren kurativer Behandlung zu. Bestimmte Impfungen im Betrieb können die Betriebsärzte durch die Kooperation direkt mit der BARMER abrechnen.

Wenn die Seele im Alter krank wird

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Sprechstunden für  Angehörige und Betroffene im Februar

KREIS MYK. Regelmäßig bietet das Gesundheitsamt Mayen-Koblenz Sprechstunden für Menschen mit seelischen Problemen im höheren Lebensalter (z.B. Altersverwirrtheit) und ihre Angehörigen an. Die nächsten Termine sind am 6. Februar in Andernach, am 8. Februar in Mayen und am 20. Februar in Koblenz, jeweils ab 16 Uhr.

Jeweils am ersten Montag im Monat steht Dr. Marion Bauer-Hermani, Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie und Chefärztin der Gerontopsychiatrie der Rhein-Mosel-Fachklinik Andernach, im Gesundheitsamt Andernach Betroffenen und Angehörigen von alten und psychisch kranken Menschen zum Gespräch zur Verfügung. Jeweils am zweiten Mittwoch im Monat findet eine solche Sprechstunde im Mayener Gesundheitsamt statt. Am dritten Montag im Gesundheitsamt Koblenz.

Bei diesen Sprechstunden gibt Bauer-Hermani Betroffenen und Angehörigen Tipps zum Umgang mit der Erkrankung, nennt Anlaufstellen und lädt zum Erfahrungsaustausch ein.

Anmeldungen (bis spätestens 12 Uhr des jeweiligen Sprechtages) unter 02632/407-5537.

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