Dienstag, 25. April 2017

Letztes Update:04:23:45 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Wenn der Norovirus plötzlich zuschlägt

Drucken

Hygiene und Flüssigkeit sind oberste Gebote

KREIS MYK. Kreis Myk. Es begann bei den Kindern: „Von jetzt auf gleich hatten sie Magenkrämpfe, klagten über heftige Übelkeit und erbrachen sich schwallartig. Hinzu kam Schüttelfrost.“ Während sich Martin G. und seine Frau noch Sorgen um die Kinder machten, traf es auch sie. „Die ganze Familie war dann zwei Tage wie erschlagen und platt. Kein Schluck Wasser blieb drin. Und dann verschwand es so plötzlich, wie es gekommen war.“ Wie die Familie von Martin G., so trifft es derzeit viele Menschen. Diagnose: Norovirus.

Dr. Jürgen Otten, Leiter des Gesundheitsamtes Mayen-Koblenz, kennt das: „Der Norovirus begleitet uns quasi durchs Jahr. Derzeit stellen aber auch wir eine deutliche Häufung fest.“ Noroviren zeigen sich meist als Magen-Darm-Erkrankung. Zum Erbrechen komme häufig ein starkes Krankheitsgefühl mit Bauch- und Muskelschmerzen, gelegentlich mit leichtem Fieber und Kopfschmerzen hinzu.

Doch wo und wie steckt man sich an? „Der Erreger wird mit dem Stuhl und dem Erbrochenen ausgeschieden und ist hochinfektiös. Das sind sogenannte Schmierinfektionen. Kleinste Reste vom Stuhl oder Erbrochenem reichen aus“, so der Mediziner. „Auch das Abhusten oder mangelnde Hygiene tragen zur Verbreitung bei. Dann kann schon ein freundlicher Händedruck reichen. Ein kurzer Griff zum Mund - und der Erreger ist im Körper.“ So erklärt sich auch, dass immer wieder Kindergärten oder Schulen betroffen sind. Oder aber, wie vor ein paar Jahren, dass ein Passagierschiff zahlreiche Erkrankte an Bord hatte: Wo Menschen auf engem Raum sind, hat der Virus optimale Bedingungen.“

Während man sich bei normaler Konstitution weniger Sorgen machen muss, ist die Gefahr für Kleinkinder, Senioren oder durch Krankheit in ihrem Immunsystem geschwächte Menschen nicht zu unterschätzen. Die größte Gefahr für sie ist der große Flüssigkeitsmangel im Körper durch die Brechdurchfälle: „Der Arzt sollte dann informiert werden.“

Auch Martin G. rief den Hausarzt an: „Er gab unseren Kindern etwas gegen die Übelkeit, damit sie die Flüssigkeit nicht gleich wieder erbrechen.“ Auch wichtig: Erkrankte sollten versuchen zu schlafen, sich nicht unnötig anzustrengen und den Kontakt mit anderen Personen zu meiden. „Hin und wieder können Elektrolyt-Ersatzlösungen helfen“, sagt Otten, der auch auf leicht verdauliche Nahrung verweist: „In dieser Situation darf man auch mal etwas kräftiger salzen.“ Antibiotika machen übrigens keinen Sinn: Sie sind gegen Noroviren bislang unwirksam.

Neben den medizinischen Maßnahmen ist vor allem eins gefragt: Hygiene. Toilette reinigen und desinfizieren, Hände gründlich mit Seife waschen. Auch die (Bett-)Wäsche und Handtücher sollten häufiger gewechselt und bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Nach der Ansteckung bricht die Erkrankung innerhalb von zwei 2 bis 3 Tagen aus. In dieser Zeit sind die Erkrankten hoch ansteckend. Etwa zwei Tage nach Abklingen der Symptome mindert sich das Ansteckungsrisiko. „Der Arzt weiß, wann man wieder ´unter Menschen´ darf, denn es kann auch  zwei Wochen oder in Einzelfällen noch länger dauern.“ Bei Noroviren gelten zudem die Regelungen des Infektionsschutzgesetzes. Kinder unter 6 Jahren dürfen Schulen oder Kindergärten vorübergehend nicht besuchen.

Sich selbst kann man vor einer Erkrankung nicht vollständig schützen: „Gründliche Handhygiene, insbesondere nach jedem Toilettengang sowie vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen sollten so oder so selbstverständlich sein.“

KNAPPSCHAFT und der Deutsche Kinderschutzbund setzen "Firewall Live" in 2017 fort

Drucken

Präventiv gegen Cybermobbing und für den sicheren Umgang im Netz

(Bochum/Berlin, 31. Januar 2017) Mit ihrem Präventionsprojekt „Firewall Live“ stärken die Krankenkasse KNAPPSCHAFT und der Deutsche Kinderschutzbund auch in 2017 die Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen und fördern nachhaltig deren sicheren Umgang mit dem Internet sowie den sozialen Netzwerken. In diesem Jahr werden 20 Schulen besucht. Bewerbungen sind ab sofort bis zum 31. März 2017 möglich.

Seit dem Start im Jahr 2012 waren die Krankenkasse KNAPPSCHAFT und der DKSB mit dem Projekt „Firewall Live“ bundesweit bereits an 59 Schulen unterwegs.

„Jugendliche zu befähigen, sich sicher im Netz zu bewegen und selbstständig Risiken zu erkennen, ist heutzutage ein wichtiges Thema. Ich freue mich, dass wir zusammen mit der KNAPPSCHAFT dieses wichtige Thema verfolgen“, sagt Prof. Dr. Sandra Fleischer, Vorstandsmitglied des Deutschen Kinderschutzbundes Bundesverbandes.
Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT betont: „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass das Thema immer mehr an Bedeutung gewinnt. Das Projekt hat sich bewährt und ich freue mich, dass wir gemeinsam mit dem Deutschen Kinderschutzbund das Projekt für mindestens zwei Jahre weiterführen. Damit profitieren noch mehr Schülerinnen und Schüler in ihrem Umgang mit neuen sozialen Medien.“

Sicher im Netz
Ziel von „Firewall Live“ ist es, dass die junge Internetgeneration, lernt  sich vor Risiken im Netz zu schützen. Dazu finden Medienkurse an Schulen speziell für Kinder und Jugendliche der 6. bis 8. Jahrgangstufen sowie für deren Eltern und Lehrkräfte statt.
Cybermobbing kann bei Kindern und Jugendlichen nachweislich zu psychischen Erkrankungen führen. Ein respektvoller Umgang miteinander im Internet  fördert präventiv auch ein gesundheitsbewusstes Verhalten.

Bewerbung für „Firewall Live“
Schulen aus ganz Deutschland können sich ab sofort für einen der 20 Schulbesuche unter www.firewall-live.com bewerben. Die Bewerbungsfrist für das Schuljahr 2017 endet am 31.03.2017. Die Teilnahme am Projekt ist für die Schulen kostenlos. Zudem erhalten sie nach erfolgreicher Teilnahme ein Zertifikat.

Hintergrundinformationen
Seit 2012 waren die Krankenkasse KNAPPSCHAFT und der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband e.V. mit „Firewall Live“ bundesweit an 59 Schulen unterwegs. Dabei wurden ca. 3.120 Kinder und Jugendliche die Themen Cybermobbing und Datensicherheit näher gebracht sowie 150 Lehrkräfte und etwa 3.150 Eltern in dem Projekt geschult und aufgeklärt.

Weitere Informationen zum Projekt und die Abschlussberichte der letzten Jahre finden Sie unter www.firewall-live.com

Maßarbeit: Rezepturen aus der Apotheke

Drucken

Medikamente für Kinder individuell angefertigt

Mainz, den 31. Januar 2017 – Neben der Abgabe von verordneten Fertigarzneimitteln auf Rezept erfüllen die niedergelassenen Apotheken eine weitere wichtige Versorgungsaufgabe innerhalb des Gesundheitswesens. Sie stellen individuelle Rezepturen her. Sehr oft werden solche speziell angefertigten Medikamente für Kinder oder auch Säuglinge benötigt. Denn die meisten Fertigarzneimittel sind in ihrer Wirkstärke auf erwachsene Patienten ausgerichtet.

Viele Kapseln, Tabletten aber auch Salben und Cremes sind darum für Säuglinge und Kinder nicht geeignet, berichtet Andreas Hott, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV: „Tabletten und Kapseln sind für Kinder oft nicht einsetzbar, weil sie die Mittel schon wegen der Größe nicht schlucken können. Dazu kommt, dass die Medikamente für Kinder zu hoch dosiert sind. Apotheken in der Nähe von Kinderärzten werden häufig als Fachleute gebraucht, wenn es darum geht, die Arzneien an die kleinen Patienten anzupassen.“ Dazu werden Kapseln beispielsweise im Labor der Apotheke geöffnet, der Inhalt wird abgewogen, gemörsert und so in angepasster Dosierung in neue Kapseln befüllt. Von den Eltern kann der fein vermahlene Wirkstoff dem Säugling dann aus der Kapsel mit dem Milchfläschchen oder dem Brei verabreicht werden.

Speziell bei schweren Erkrankungen bei Kleinkindern oder sogar Neugeborenen, die mit Fehl- oder Missbildungen an Herz oder Niere zur Welt kommen, kann auf die hochkomplexe und verantwortungsvolle Aufgabe der Rezepturerstellung nicht verzichtet werden. Auch Kinder mit Krebserkrankungen müssen dann schon sehr früh mit Opioiden versorgt werden, wo es sehr penibel auf die korrekte Dosierung ankommt. Doch auch bei weniger dramatischen – aber nicht minder belastenden – Erkrankungen wie Psoriasis (Schuppenflechte), Neurodermitis oder Ekzemen sind Apotheker gefragt. Hott: „Gerade bei Hauterkrankungen verordnen die Fachärzte sehr häufig Rezepturen. Die Anfertigung in der Apotheke stellt sicher, dass der Patient sein Arzneimittel exakt so dosiert erhalten kann, wie es seine Erkrankung im Moment erfordert.“

 

Was tun bei Kau- und Schluckstörungen?

Drucken

Ernährung im Alter und bei Krankheit war Thema

Ernährung im Alter und bei Krankheit – Was tun bei Kau- und Schluckstörungen? Dies war die Frage, welche von den sehr fachkundigen Referenten aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und erläutert wurde. Die DRK Kamillus Klinik Asbach hatte in Kooperation mit der Gesundheitsförderung der Kreisverwaltung Neuwied zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Achim Hallerbach, 1.Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent begrüßte das Publikum, das sowohl aus Fachkräften von Pflegediensten und Altenheimen bestand, wie auch aus Betroffenen und ihren Angehörigen.

Zunächst konzentrierte sich Dr. Dieter Pöhlau, Chefarzt der Neurologischen Abteilung und Geriater auf die Ernährung im Alter. Auf diese sollten ältere Menschen besonders achten, denn obwohl ihr Grundumsatz und damit der Kalorienbedarf sinkt, bleibt der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen gleich oder erhöht sich bei Erkrankungen sogar noch. Da bei Erkrankung auch häufig der Appetit und der Durst zurückgehen und immer weniger gegessen und getrunken wird, kann dies schnell zu einer Mangelernährung führen, welche sowohl die Genesungschancen wie auch viele andere körperlichen Prozesse negativ beeinflusst.

Auch eine Gewichtsabnahme im Alter ist eher schädlich, da nicht die Fettreserven sondern die Muskelmasse reduziert wird. Dies wiederum erhöht das Sturzrisiko mit der Gefahr von Knochenbrüchen.

Ein oft wenig beachtetes Problem ist häufig für eine Fehlernährung ursächlich. Kau und Schluckstörungen können auf Dauer zu einer Mangelernährung mit weitreichenden Folgen für die Betroffenen führen. Wie man diese diagnostizieren und behandeln kann, stellten die klinischen Linguistinnen Dr. Monika Weber-Hellwig und Andrea Fauck in ihrem Vortrag eindrucksvoll vor. Sie erklärten anhand von Videosequenzen eine endoskopische Untersuchungsmethode (FEES) die bisher nur in wenigen Kliniken eingesetzt wird. Im Rahmen dieser Untersuchung wird auch geklärt, welche Konsistenz eine Speise haben muss, damit der Patient sie schlucken kann.

Darauf baute der Vortrag Küchenleitung und Diätassistentin der Kamillus Klinik, Birgit Merkelbach auf. Sie erklärte die Möglichkeiten, Speisen und Getränke stufenweise anzudicken und damit für Patienten mit Kau- und Schluckstörungen essbar zu machen. Am Ende der Veranstaltung gab es verschiedene Kostproben der Küche die zeigten, wie Schluckkost optisch ansprechend und geschmackvoll zubereitet werden kann.

Die Teilnehmer probierten zunächst vorsichtig das vielfältige Angebot. Sie zeigten sich dann jedoch überzeugt und überrascht von den Möglichkeiten, wie man Schluckkost statt pürierten Einheitsbrei auch zu Hause zubereiten kann.

„Dies hilft, die Situation der Erkrankten zu verbessern, denn für die Betroffenen ist neben der Erhaltung der körperlichen Kraft die Erhaltung oder Wiederherstellung der Lebensqualität und der Freude am Essen sehr wichtig“, erläuterte Rita Hoffmann-Roth vom Gesundheitsamt Neuwied.

 

Durch biomarkerbasierten Test Chemotherapie bei Brustkrebs entbehrlich machen:

Drucken

KNAPPSCHAFT erstattet als erste gesetzliche Krankenkasse bundesweit Genexpressionstest für Frauen

Die KNAPPSCHAFT als gesetzliche Krankenkasse und das Unternehmen Genomic Health haben jetzt unter Einbeziehung  spezialisierter Pathologen den ersten bundesweiten Selektivvertrag zur Versorgung von Brustkrebspatientinnen mit dem Oncotype DX-Brustkrebstest geschlossen. „Wir freuen uns sehr, dass die KNAPPSCHAFT diesen richtungweisenden Schritt geht und vielen Patientinnen eine Versorgung ermöglicht, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entspricht“, sagt Prof. Dr. Holger Weidenauer, Market Access Direktor bei Genomic Health Deutschland.

Der Oncotype DX-Brustkrebstest liefert als derzeit einziger Test sowohl eine prognostische als auch eine prädiktive Aussage: Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Brustkrebs innerhalb der nächsten zehn Jahre wieder auftritt, und – noch wichtiger – kann die Patientin nach der Operation auf eine zusätzlich zur Antihormontherapie oft regelhaft empfohlene vorbeugende Chemotherapie möglicherweise verzichten?

Mithilfe des sogenannten Biomarker-Tests kann bestimmten Brustkrebspatientinnen die Entscheidung, auf eine Chemotherapie zu verzichten, erleichtert werden. Die KNAPPSCHAFT macht nun allen infrage kommenden Versicherten den Test einfach und unbürokratisch zugänglich: „Mit diesem Vertrag wollen wir Frauen, die vom Brustkrebs betroffen sind, ermöglichen, sich im Gespräch mit ihren ÄrztInnen selbstbestimmt für oder gegen eine Chemotherapie entscheiden zu können. Der biomarkerbasierte Oncotype DX Brustkrebstest gibt dazu die notwendige Unterstützung“, sagt Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT.

Voraussetzung sei dabei, dass sich die Frauen in einem begleitenden Arztgespräch über Chancen und Risiken des Verzichts auf eine Chemotherapie eingehend beraten lassen.
„Es ist wichtig, den Patientinnen zu kommunizieren, dass der biomarkerbasierte Test niemals das Restrisiko eines Wiederauftretens der Krankheit völlig ausschließen kann, sondern eine moderne Entscheidungshilfe darstellt, die interpretiert und in den individuellen Gesamtzusammenhang eingebettet werden muss“, so am Orde weiter.

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL