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Adipositas – die unterschätzte Krankheit

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Mit der Gruppentherapie M.O.B.I.L.I.S. Begleiterkrankungen den Kampf ansagen / Kurs in Mayen

(Mayen, 02.01.2017)   Jeder vierte deutsche Erwachsene leidet unter Fettleibigkeit. Problematisch daran: Adipositas ist kein kosmetisches Problem, sondern Auslöser für mehr als 60 Begleiterkrankungen, wie Diabetes, Schlaganfall oder Krebs. Dabei herrscht in Deutschland eine dramatische Unter- und Fehlversorgung, wenn es um die Therapie starken Übergewichts geht. So zeigt zum Beispiel die DAK-Gesundheit in ihrem aktuellen Versorgungsreport Adipositas, dass gerade einmal 0,025 Prozent ihrer Versicherten mit dokumentierter Adipositas-Diagnose 2015 eine Kostenerstattung für ein interprofessionelles Programm erhalten haben. Bei anderen Krankenkassen ist das nicht anders. Der Grund: Adipositas-Therapie ist keine Kassenleistung.

Folglich fällt das Angebot an seriösen Maßnahmen für Betroffene mehr als bescheiden aus. Eine der raren Ausnahmen bildet M.O.B.I.L.I.S. – sein fachübergreifendes Konzept für Erwachsene mit einem BMI 30-40 kg/m² beruht auf neuesten Erkenntnissen der Sport- und Ernährungswissenschaft, der Psychologie und Medizin. Anhand umfangreicher Studien konnte dessen Wirksamkeit hinsichtlich Verringerung von Begleiterkrankungen, Verbesserung der Lebensqualität und Steigerung der Leistungsfähigkeit wissenschaftlich belegt werden. DAK-Gesundheit, BARMER GEK und zahlreiche weitere Krankenkassen ermöglichen ihren Versicherten daher auch eine Kostenerstattung in Höhe von rund 90 Prozent, obgleich noch kein gesetzlich geregelter Versorgungspfad für Menschen mit Adipositas existiert.

Mayen zählt zu den wenigen Orten, an denen Adipositas-Gruppentherapie nach M.O.B.I.L.I.S. von einem lokalen Therapeuten-Ärzte-Team angeboten wird. Ein neuer Jahreskurs unter Team-Leitung von Dr. Silke Orth und Dr. Patrick Kudielka startet, sobald 15 Teilnehmer beisammen sind.

Interessenten können sich unverbindlich beim M.O.B.I.L.I.S. e.V. informieren und vormerken lassen unter der Telefonnummer 0761-503910 (Ortsnetz Freiburg). Ausführliche Informationen gibt es auch im Internet unter www.mobilis-programm.de.

Arzneimittelausgaben liegen über Landesdurchschnitt

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Arzneimittelreport deckt hohes Einsparpotenzial durch Biosimilars auf

Der Rhein-Lahn-Kreis verursacht im Vergleich mit den anderen rheinland-pfälzischen Kreisen und kreisfreien Städten hohe Ausgaben für Medikamente auf Kassenseite. Das zeigt der Arzneimittelreport der BARMER GEK, der von Professor Daniel Grandt, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I des Klinikums Saarbrücken, erstellt worden ist. Die Arzneimittelausgaben der Krankenkasse pro Kopf im Rhein-Lahn-Kreis lagen 2015 bei 488 Euro.

Damit liegt der Landkreis über dem Landesdurchschnitt von 484 Euro (Bundesdurchschnitt: 485 Euro) und im Vergleich aller 36 Landkreise und kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz auf Platz 18. Im Vorjahr lagen die Ausgaben für Arzneimittel im Rhein-Lahn-Kreis noch bei 464 Euro. Demografisch lassen sich die Unterschiede nicht erklären, denn die Daten wurden nach Geschlecht und Alter standardisiert.

Rheinland-Pfälzer nehmen viele Medikamente zu sich

Interessant sind auch die Rheinland-Pfalz-Zahlen des Arzneimittelreports. In kaum einem anderen Bundesland gibt es mehr Menschen, die mindestens fünf Medikamente pro Jahr zu sich nehmen, als in Rheinland-Pfalz. „Wenn Versicherten fünf oder mehr Arzneimittel in einem Jahr von ihren Ärzten verordnet werden, spricht man von Polypharmazie“, erklärt Thomas Esch, Regionalgeschäftsführer der BARMER GEK.

Im Rheinland-Pfalz werden rund jedem Dritten (33 Prozent) mehr als fünf Arzneimittel im Jahr verordnet. „Polypharmazie bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine unangemessene Übertherapie erfolgt. Viele Untersuchungen legen aber nahe, dass bei Patienten mit Polypharmazie teils Arzneimittel unnötig eingenommen werden“, erläutert Esch. Dabei bestehe ein erhöhtes Risiko von Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten. Patienten haben seit 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnete Medikamente gleichzeitig und dauerhaft einnehmen.

„Verordnungsquoten bei Biosimilars medizinisch nicht erklärbar”

Die Arzneimittelausgaben könnten sich allerdings besonders leicht in Rheinland-Pfalz senken lassen. Grund ist, dass Rheinland-Pfalz im bundesdeutschen Ländervergleich nur auf dem elften Platz beim Einsatz von Biosimilars liegt. Biosimilars sind Nachahmerprodukte von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln (Biologika). Biosimilars machen in Rheinland-Pfalz nur 40,8 Prozent aller verordneten biotechnologisch hergestellten Arzneimittel aus. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 43,0 Prozent.

„Allein bei der BARMER GEK in Rheinland-Pfalz hätten sich im Jahr 2015 durch die konsequente Verschreibung von Biosimilars rund 820.000 Euro an unnötigen Ausgaben verhindern lassen. Bei einer Therapie mit biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln leidet die Versorgungsqualität nachweislich nicht“, sagt Esch. Durch den konsequenten Einsatz von Biosimilars könnten in der gesetzlichen Krankenversicherung Mittel frei werden, die für andere innovative Medikamente nutzbar seien. Ein Biosimilar sei im Schnitt 25 Prozent günstiger als das Originalpräparat.

„Medizinisch lässt sich das unterdurchschnittliche Abschneiden von Rheinland-Pfalz im Vergleich mit den anderen Bundesländern bei den Verordnungsquoten von Biosimilars nicht erklären. Dass viele Ärzte Biosimilars nur selten verordnen, könnte an der Informationspolitik der Pharmahersteller liegen, die schwindende Umsätze bei ihren teureren Originalpräparaten befürchten“, sagt Esch. Umso mehr komme es auf die Kassenärztlichen Vereinigungen in den einzelnen Ländern an, noch stärker über Biosimilars zu informieren und mögliche Vorurteile aus der Welt zu räumen. Auffallend sei zudem, dass in Rheinland-Pfalz der Einsatz von Biosimilars zwischen 2010 und 2015 im Vergleich zu den anderen Bundesländern nur wenig zugenommen habe.

 

Zu oft müssen: Blasenschwäche bei Männern

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Scheu überwinden, Hilfe bekommen

Mainz, den 21. Dezember 2016 – Häufiger Harndrang und ungewollter Harnverlust sind wohl die deutlichsten Symptome einer Blasenschwäche. Von etwa sechs bis acht Millionen betroffenen Menschen in Deutschland sind ungefähr ein Drittel Männer. Man geht in Schätzungen aber von deutlich mehr Betroffenen aus, denn Inkontinenz ist immer noch eine tabuisierte Krankheit, über die lange geschwiegen wird. Erst wenn der Leidensdruck zu groß wird, lassen sich Männer in der Apotheke beraten oder gehen zum Arzt.

Bei Männern tritt die Blasenschwäche häufig in höherem Alter auf, berichtet Andreas Hott, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV: „Bei Männern zwischen 40 und 60 Jahren kann eine Prostatavergrößerung zu einer Inkontinenz führen. Auch Prostataoperationen oder ein Bandscheibenvorfall können eine vorübergehende oder dauerhafte Inkontinenz zur Folge haben. Jüngere Männer können betroffen sein, wenn bei ihnen beispielsweise eine Entzündung der Vorsteherdrüse eine zeitweilige Blasenschwäche auslöst.“ Je nach Ursache der Blasenschwäche kann die Inkontinenz unterschiedlich behandelt werden. Hott: „Manchmal kommt eine medikamentöse Therapie in Frage. Hier werden zum Beispiel Wirkstoffe eingesetzt, die bei einer überaktiven Blase die Aktivität herabsetzen und krampflösend wirken. Aber auch Maßnahmen wie gezieltes Beckenbodentraining oder sportliche Betätigung wie beim Walken können die Inkontinenz verringern oder sogar beheben.“ Für die persönliche Hygiene stehen unterschiedliche Produkte zur Verfügung: Es gibt Inkontinenz-Einlagen oder Slips. „Wichtig ist“, so Hott weiter, „dass man ein Produkt wählt, das ein entsprechendes Aufsaugvermögen hat und es muss Gerüche und eine Rückfeuchtung verhindern. Auch Pflegeprodukte für den Intimbereich sind wichtig. Weil die Haut dort oftmals gereizt ist, sollten pH-neutrale Waschlotionen mit rückfettendem Effekt verwendet werden.“

Betroffene verringern wegen der Inkontinenz manchmal ihre Trinkmenge, um seltener zur Toilette zu müssen. Dies ist jedoch der falsche Weg, warnt der Apotheker: „Patienten sollen in jedem Fall die tägliche Trinkmenge von zwei Litern beibehalten, da die Spülung von Blase und Nieren wichtig ist. Wer zu wenig trinkt, bei dem entsteht konzentrierter Harn, der die Blase zusätzlich reizen kann. Außerdem steigt die Gefahr für Harnwegsinfekte an. Besser ist es, die Trinkmenge bewusst über den Tag zu verteilen. Der Großteil der Getränke sollte morgens und mittags getrunken werden, nach 16 Uhr weniger. So muss man seltener nachts auf die Toilette.“

Knappschaftskrankenhaus Bochum: Augentumore wirksam behandeln

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Ein Augentumorzentrum wie am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus in Bochum ist in vergleichbarer Aufstellung und Ausstattung bundesweit nur selten zu finden. In Rankings, die eine große deutsche Zeitschrift regelmäßig veröffentlicht, schneidet das Knappschaftskrankenhaus immer wieder hervorragend ab. Die Augenklinik gehört zu den besten in Deutschland.

In einer Reportage berichtet tag, das Kundenmagazin der Knappschaft, in seiner neusten Ausgabe über die Behandlungsschwerpunkte der Klinik und das Team rund um den Oberarzt und Leiter des Augentumorzentrums Dr. Vinodh Kakkassery. Der 42-jährige Augenarzt mit indischen Wurzeln hat an der Harvard Medical School in den USA geforscht und sowohl an der Berliner Charité als auch im Uniklinikum Essen mit dem Schwerpunkt Augentumoren gearbeitet.

Das Augentumorzentrum am Knappschaftskrankenhaus in Bochum zählt jährlich 1.000 Patienten. Bei jedem stellt sich die Frage: Um welche Art von Tumor handelt es sich? Ist es ein bösartiges Melanom, ein Basaliom, das häufig an den Lidern vorkommt und chirurgisch entfernt wird, oder ein Hämangiom, also ein Blutschwämmchen, dem man mit Laser und Medikamenten zu Leibe rücken kann? Im Augentumorzentrum entwickelt Dr. Kakkassery für jeden einzelnen Patienten gemeinsam mit Vertretern anderer Fachrichtungen eine individuelle Behandlungsstrategie. Zum Team gehören neben Augenärzten auch Pathologen, Radiologen, Strahlenmediziner und Neurologen. Ausschlaggebend für die Therapie sind die Ergebnisse der Voruntersuchungen. Um möglichst präzise Resultate zu erlangen, sind Tumorzentrum und Augenklinik hochmodern ausgestattet.

Rheinland-Pfälzer schlucken viele Pillen

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Arzneimittelreport deckt hohes Einsparpotenzial durch Biosimilars auf

In kaum einem anderen Bundesland gibt es mehr Menschen, die mindestens fünf Medikamente pro Jahr zu sich nehmen, als in Rheinland-Pfalz. Das zeigt der Arzneimittelreport der BARMER GEK. Er ist von Professor Daniel Grandt, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin I des Klinikums Saarbrücken, erstellt worden. „Wenn Versicherten fünf oder mehr Arzneimittel in einem Jahr von ihren Ärzten verordnet werden, spricht man von Polypharmazie“, erklärt Dunja Kleis, Landesgeschäftsführerin der BARMER GEK in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mehr von Polypharmazie Betroffene gibt es nur im Saarland und in Sachsen-Anhalt.

In Rheinland-Pfalz werden rund jedem Dritten (33 Prozent) mehr als fünf Arzneimittel im Jahr verordnet. „Polypharmazie bedeutet nicht zwangsläufig, dass eine unangemessene Übertherapie erfolgt. Viele Untersuchungen legen aber nahe, dass bei Patienten mit Polypharmazie teils Arzneimittel unnötig eingenommen werden“, erläutert Kleis. Dabei bestehe ein erhöhtes Risiko von Wechselwirkungen zwischen den Medikamenten. Patienten haben seit 1. Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei zulasten der gesetzlichen Krankenkassen verordnete Medikamente gleichzeitig und dauerhaft einnehmen.

Rheinland-Pfalz schöpft Einsparpotenzial durch Biosimilars nicht aus

Der Arzneimittelreport zeigt zudem, dass die Arzneimittelausgaben der BARMER GEK in Rheinland-Pfalz pro Versichertem mit 484 Euro leicht unter dem Bundesdurchschnitt von 485 Euro liegen. In Rheinland-Pfalz sind die Ausgaben der Krankenkasse für Arzneimittel pro Versichertem in Pirmasens am höchsten (803 Euro) und in Trier am niedrigsten (410 Euro). Demografisch lassen sich die Unterschiede nicht erklären, denn die Daten wurden nach Geschlecht und Alter standardisiert.

Die Arzneimittelausgaben könnten sich allerdings besonders leicht in Rheinland-Pfalz senken lassen. Grund ist, dass Rheinland-Pfalz im bundesdeutschen Ländervergleich nur auf dem elften Platz beim Einsatz von Biosimilars liegt. Biosimilars sind Nachahmerprodukte von biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln (Biologika). Biosimilars machen in Rheinland-Pfalz nur 40,8 Prozent aller verordneten biotechnologisch hergestellten Arzneimittel aus. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 43,0 Prozent.

„Verordnungsquoten bei Biosimilars medizinisch nicht erklärbar”

„Allein bei der BARMER GEK in Rheinland-Pfalz hätten sich im Jahr 2015 durch die konsequente Verschreibung von Biosimilars rund 820.000 Euro an unnötigen Ausgaben verhindern lassen. Bei einer Therapie mit biotechnologisch hergestellten Arzneimitteln leidet die Versorgungsqualität nachweislich nicht“, sagt Kleis. Durch den konsequenten Einsatz von Biosimilars könnten in der gesetzlichen Krankenversicherung Mittel frei werden, die für andere innovative Medikamente nutzbar seien. Ein Biosimilar sei im Schnitt 25 Prozent günstiger als das Originalpräparat.

„Medizinisch lässt sich das unterdurchschnittliche Abschneiden von Rheinland-Pfalz im Vergleich mit den anderen Bundesländern bei den Verordnungsquoten von Biosimilars nicht erklären. Dass viele Ärzte Biosimilars nur selten verordnen, könnte an der Informationspolitik der Pharmahersteller liegen, die schwindende Umsätze bei ihren teureren Originalpräparaten befürchten“, sagt Kleis.

Umso mehr komme es auf die Kassenärztlichen Vereinigungen in den einzelnen Ländern an, noch stärker über Biosimilars zu informieren und mögliche Vorurteile aus der Welt zu räumen. Auffallend sei zudem, dass in Rheinland-Pfalz der Einsatz von Biosimilars zwischen 2010 und 2015 im Vergleich zu den anderen Bundesländern nur wenig zugenommen habe.

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