Samstag, 16. Dezember 2017

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Hautkrebs-Screening nach dem Sommer besonders wichtig

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Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. Begünstigt wird er durch häufige Sonnenbrände. Wie sich der diesjährige Sommerurlaub auf die Haut ausgewirkt hat, lässt sich nur in einem Hautkrebs-Screening durch den Hautarzt feststellen. Erfolgt die Untersuchung kurz nach dem Urlaub, können Veränderungen frühzeitig erkannt und behandelt werden. Eine derartige Untersuchung ist in Deutschland jedoch noch immer nicht fester Bestandteil der Vorsorge: 45 Prozent der Deutschen haben noch nie ein Angebot zur Hautkrebsvorsorge in Anspruch genommen. Dies hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsunternehmens Forsa im Auftrag der KNAPPSCHAFT ergeben.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: 37 Prozent der Befragten haben den Eindruck, nicht genügend über die Vorsorgemöglichkeiten durch eine Hautkrebs-Früherkennung informiert zu sein. An der Umfrage zum Thema „Sonnenschutz und Hautkrebs“ haben 1.512 Deutsche ab 18 Jahren teilgenommen.

Sonnenbrand riskieren vor allem junge Erwachsene

Besonders häufig muten die 18- bis 29-Jährigen ihrer Haut zu viel Sonne zu: 40 Prozent hatten innerhalb von drei Jahren drei- bis viermal einen Sonnenbrand, 13 Prozent sogar fünf- bis sechsmal. Im Vergleich dazu zog sich zeitgleich lediglich 1 Prozent der Über-60-Jährigen fünf bis sechs Sonnenbrände zu, bei den 45- bis 59-Jährigen sind es 3 Prozent.

Kinder benötigen besonders starken Sonnenschutz

Im Rahmen der Befragung wurden 310 Elternteile von Kindern zwischen 2 und 14 Jahren zu verschiedenen Schutzmaßnahmen befragt. Demnach cremen 89 Prozent aller Elternteile ihre Kinder meistens oder immer mit Sonnencreme ein, wenn sie sich länger draußen in der Sonne aufhalten. 16 Prozent achten immer, 55 Prozent meistens darauf, dass ihre Kinder durch lange Kleidung und Kopfbedeckungen geschützt sind.

Kinder brauchen einen ganz besonderen Schutz vor der Sonne. Ihre Haut ist dünn und zudem schwach pigmentiert. Hautexperte Prof. Dr. Szeimies erklärt: „Kinder sind gefährdeter als Erwachsene. Schwere Sonnenbrände in der Kindheit bringen Mediziner mit dem Entstehen von schwarzem Hautkrebs in Zusammenhang. Ein Grund sind die Reparatur- und Schutzmechanismen der Kinderhaut, die noch nicht so ausgeprägt sind wie bei Erwachsenen.“

Sonnencreme und Lichtschutzfaktor

Zu Beginn des Sommers setzen 40 Prozent der Deutschen auf einen Lichtschutzfaktor zwischen 25 und 35. 12 Prozent verzichten ganz auf einen Sonnenschutz zum Sommeranfang. Mit 21 Prozent nutzt lediglich jeder Fünfte einen hohen oder sehr hohen Lichtschutzfaktor von über 40. Doch auch mit einem hohen Lichtschutzfaktor wird man braun, wie Dr. Peter Pierchalla, niedergelassener Hautarzt und Gesundheitsexperte der KNAPPSCHAFT, erklärt: „Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor filtern in erster Linie schädliche UV-B-Strahlen. Zwar filtern sie auch UV-A-Strahlen, die für die braune Pigmentierung unserer Haut verantwortlich sind, aber nur zum Teil. Sonnenanbeter werden also trotz Lichtschutzfaktor 50+ braun. Wichtig ist außerdem, dass man die Sonnencreme rechtzeitig vor dem Sonnenbad aufträgt: also mindestens 20 Minuten vorher. Diese Zeit braucht die Creme, um ihre Wirkung voll zu entfalten“, erläutert der Dermatologe.

Hautkrebs-Wissen ist häufig unzureichend

Viele Deutsche setzen sich dem Risiko eines Sonnenbrandes aus. Dies liegt laut Umfrage auch daran, dass sie nicht genügend informiert sind. Nicht ausreichend informiert fühlen sich 28 Prozent der Befragten. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind es sogar 45 Prozent.

Mit 31 Prozent kann knapp jeder dritte Befragte überhaupt kein Warnsignal für Hautkrebs nennen. Die hilfreiche ABCD-Regel kennt insgesamt nur 1 Prozent aller Frauen und Männer. Sie hilft Laien dabei, Leberflecke und Muttermale zu überprüfen. „Das A steht dabei für ‚Asymmetrie‘: Ein Muttermal ist auffällig, wenn es unregelmäßige Ausläufer hat und nicht rund oder oval ist. B ist die Abkürzung für ‚Begrenzung’: Ist der Rand nicht klar begrenzt, sondern verwaschen, gezackt, rau oder uneben, ist das Mal verdächtig“, erklärt Prof. Dr. Szeimies. „Der Buchstabe C steht für ‚Colour’, also Farbe: Hat ein Leberfleck oder Muttermal verschiedene Farbtöne, zum Beispiel schwarz und braun, sollten Sie ebenfalls zum Arzt gehen“, rät der Dermatologe. „Der letzte Buchstabe steht für den ‚Durchmesser’ des Mals. Die Faustregel lautet: Ist er größer als fünf Millimeter, ist eine Kontrolle ratsam.“

Hautkrebs-Screening häufig ungenutzt und teils unbekannt

33 Prozent aller Befragten waren bereits mehrmals und 22 Prozent einmalig bei der Hautkrebsfrüherkennung. Mit 87 Prozent ist die große Mehrheit ohne konkreten Verdacht und somit rein zur Vorsorge zum Screening gegangen. 45 Prozent der Deutschen haben noch nie ein Hautkrebsvorsorgeangebot in Anspruch genommen. 22 Prozent wussten gar nicht, dass es Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen gibt. 35 Prozent der Befragten halten ein Screening für unnötig. Überdurchschnittlich häufig, mit 47 Prozent, finden die 18- bis 29-Jährigen, dass ein Hautkrebs-Screening verzichtbar sei.

Mehr Aufklärung durch Krankenkassen gewünscht

34 Prozent der Befragten wissen nicht, ob ihre Krankenkasse die Kosten für das Hautkrebsscreening übernimmt. 50 Prozent aller Befragten wünschen sich von ihrer Krankenkasse mehr Informationen zu den Themen Hautkrebs und Hautkrebsvorsorge. Besonders in den Generationen der 18- bis 29-Jährigen und der 30- bis 44-Jährigen ist das Interesse groß: 59 beziehungsweise 56 Prozent wünschen sich mehr Orientierung von ihrer Krankenkasse.

„Wir als Kasse nehmen die Ergebnisse der Umfrage zum Anlass, um die Menschen für das Thema Sonnenschutz gezielt zu sensibilisieren“, erklärt Bettina am Orde, Geschäftsführerin der KNAPPSCHAFT. „Mit unseren kostenlosen Hautkrebsscreenings für alle Altersgruppen und zuverlässigen Informationen durch unsere Gesundheitsberater erbringen wir wesentliche Leistungen im Rahmen der Prävention.“

Aktion zur 15. Woche des Sehens auch in Lahnstein

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Die Förder- und Wohnstätten gGmbH Kettig, eine Einrichtung für Menschen mit Mehrfachbeeinträchtigungen – Schwerpunkt Blindheit und  hochgradige Seheinschränkung, beteiligt sich an der bundesweiten Aufklärungskampagne.

Lahnstein Mit einem Informationsstand am 12. Oktober nehmen die FWS-Kettig an der diesjährigen Woche des Sehens teil. Von 14:00  bis 17:30 Uhr im Schalterraum der Volksbank-Rhein-Lahn-Limburg eG, Geschäftsstelle am Salhofplatz, geht es um  "Auswirkungen bei Sehverlust im Alltag". Kompetente Beratung erfahren Sie durch die Rehabilitationslehrerinnen für Blinde und Sehbehinderte, Frau Beck und Frau Goldberg-Meiss. Neben zahlreichen Informationen gibt es Tipps und die Möglichkeit zur Selbsterfahrung.

„Chancen sehen!“ ist das Thema der diesjährigen Aufklärungskampagne, die vom 8. bis 15. Oktober bereits zum 15. Mal stattfindet und erneut unter der Schirmherrschaft der Fernsehjournalistin Gundula Gause steht. Die Partner und Veranstalter der Woche des Sehens machen bundesweit mit vielfältigen Aktionen auf die Bedeutung guten Sehvermögens, die Ursachen vermeidbarer Blindheit sowie die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Deutschland und in den Entwicklungsländern aufmerksam.

Unter den folgenden drei Gesichtspunkten beleuchtet die Aktionswoche das Thema:

  • Chancen sehen – auch mit nachlassendem Sehvermögen!
  • Chancen sehen – für gesunde Augen ein Leben lang!
  • Chancen sehen – Zukunft schenken!

(Mehr Informationen zu den Schwerpunktthemen unter www.woche-des-sehens.de )

Höhepunkte der Aufklärungskampagne sind die internationalen Aktionstage „Welttag des Sehens“ am 8. Oktober, der auf die weltweite Initiative „VISION 2020 – das Recht auf Augenlicht“ hinweist sowie der „Tag der weißen Stockes“ am 15. Oktober. Letzterer ist ein Gedenktag der Vereinten Nationen, an dem traditionell blinde Menschen auf ihre Möglichkeiten und Probleme in der Gesellschaft aufmerksam machen.

Getragen wird die Woche des Sehens von der Christoffel-Blindenmission, dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband, dem Berufsverband der Augenärzte, dem Deutschen Komitee zur Verhütung von Blindheit, der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft, dem Deutschen Verein der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf sowie der PRO RETINA. Unterstützt wird sie zudem von der Aktion Mensch und der Carl Zeiss Meditec AG.

 

Sport lohnt sich nicht nur für die Gesundheit – sondern auch fürs Portemonnaie

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KNAPPSCHAFT erhöht ihr Bonusprogramm

Wohlbefinden und körperliche Fitness sind für viele Menschen wichtig. Sport wirkt sich positiv auf die Stimmung aus und wer fit ist, meistert den Alltag leichter und kann den vielfältigen Anforderungen, die die verschiedenen Lebensbereiche heute bereithalten, besser begegnen.

Wer sportlich aktiv ist, tut etwas für seine Gesundheit, stärkt das Immunsystem und beugt damit Erkrankungen vor. Die Lebenserwartung eines Menschen, der sich fit hält, ist im Allgemeinen höher als die eines Menschen, der nicht so sehr auf seine Gesundheit achtet. Wer regelmäßig läuft, im Studio trainiert oder sich auf andere Weise sportlich betätigt, kann das Risiko, Volkskrankheiten wie Adipositas und Diabetes Mellitus zu bekommen oder einen Herzinfarkt zu erleiden, verringern. „Sport ist extrem wichtig. In der heutigen Zeit neigen viele Menschen zu Übergewicht. Dies gilt es zu vermeiden, um langfristig Freude und Gesundheit bis ins hohe Alter genießen zu können“, so auch der Herner Sportmediziner Dr. Markus Bruckhaus-Walter.

Die Krankenkasse KNAPPSCHAFT fördert seit jeher das Gesundheitsbewusstsein ihrer Mitglieder. Wer als Knappschaftsversicherter regelmäßig qualifiziert angeleitete Bewegungsangebote im Sportverein oder Fitnessclub wahrnimmt, profitiert gleich mehrfach. Sport wirkt Krankheiten entgegen, zudem gibt es gutes Geld dafür. Über den AktivBonus belohnt die KNAPPSCHAFT den Einsatz für die eigene Gesundheit. Aktive Mitglieder im Fitnesscenter bekommen dafür 70 Euro pro Jahr gutgeschrieben. Sportskanonen, die aktiv in einem Sportverein sind, bekommen weitere 70 Euro. Das zeigt: Die KNAPPSCHAFT schätzt die Bereitschaft, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern und steht ihren Mitgliedern dabei motivierend zur Seite.

Menschen mit Behinderungen

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Projektaufruf für „Unsere Gemeinde für Alle“ gestartet

„Inklusion findet vor Ort, in unseren Gemeinden und Städten statt. Hier wird das Leben der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land gestaltet. Deshalb unterstützt die Landesregierung Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden bei der Aufstellung kommunaler Aktionspläne zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention“, erklärte der Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen Matthias Rösch.

Noch bis zum 10. Oktober 2017 können sich Verbandsgemeinden und verbandsfreie Gemeinden in Rheinland-Pfalz für das Projekt „Unsere Gemeinde für alle – altersgerecht, barrierefreier und Inklusiv“ bewerben. In dem Projekt werden fünf Verbandsgemeinden beziehungsweise verbandsfreien Gemeinden und ihre Ortsgemeinden bei der Erstellung von kommunalen Aktionsplänen zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention unterstützt. Ein erfahrenes Expertenteam unterstützt die Gemeinden bei der Durchführung und Auswertung von Strategie- und Beteiligungsworkshops, bei der Erarbeitung der Aktionspläne sowie bei Vorlagen für die Gemeindegremien. Das Land unterstützt das Projekt mit 50.000 Euro.

Mit dem demografischen Wandel gewinnt eine barrierefreie und inklusive Gestaltung der Angebote vor Ort eine immer größere Bedeutung. Bei Freizeit, Sport und Kultur in den Vereinen, bei den touristischen Angeboten, der Teilhabe an Bildung, Wirtschaft und Arbeit in den Betrieben, Kindertagesstätten und Schulen helfen kommunale Aktionspläne, Barrieren abzubauen und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Gerade im ländlichen Raum sind barrierefreie Mobilität und barrierefreie Einkaufsmöglichkeiten von besonders großer Bedeutung für die Zukunftsfähigkeit der Gemeinden.

„Inklusion und Barrierefreiheit ist eine Querschnittsaufgabe mit großem Potenzial für die Gemeinden. Ich freue mich über eine rege Beteiligung bei dem Projektaufruf und eine Signalwirkung von guten Ergebnisse für das ganze Land“, so Rösch.

Informationen zu dem Projekt finden Sie auf der Webseite des Landesbehindertenbeauftragten im Infokasten „Projektaufruf“.

Welt-Alzheimertag

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Die Vielfalt im Blick

„Der diesjährige Welt-Alzheimertag will mit seinem Motto „Demenz. Die Vielfalt im Blick“ aufzeigen, dass Demenz viele Formen und Gesichter hat. Allen gemeinsam ist das Bedürfnis nach Selbstbestimmung, Wertschätzung und der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“, sagte Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler anlässlich des Jahrestages, der am 21. September mit zahlreichen Veranstaltungen und Aktionen über dieses wichtige Thema aufklärt und auf die oftmals schwierige Situation von Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen aufmerksam macht.

In Rheinland-Pfalz leben gegenwärtig etwa 80.000 Menschen mit Demenz, bundesweit sind es rund 1,6 Millionen. Zwei Drittel von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen, einer speziellen Form der Demenz. Aktuell gibt es keine Aussicht auf Heilung. Allerdings kann durch medizinische Behandlung, durch Beratung und Begleitung und durch fachkundige Pflege Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen wirksam geholfen werden. Vor allem aber sind es die Haltung der Gesellschaft und der Umgang mit den Betroffenen, die die Lebensqualität von Menschen mit Demenz wesentlich beeinflussen können.

„Wir in Rheinland-Pfalz – und damit meine ich viele Initiativen und engagierte Menschen – haben ganz aktuell deutlich gemacht, dass es viele kreative Wege und Möglichkeiten gibt, um dem Bedürfnis von Menschen mit Demenz nach Teilhabe Rechnung zu tragen. Dies zeigte uns der Wettbewerb „Teilhabe für Menschen mit Demenz!“, den ich im Sommer 2017 ausgerufen hatte. Es ist mir wichtig, vorhandene innovative Angebote sichtbar zu machen und ich wünsche mir, dass sie möglichst viele Nachahmerinnen und Nachahmer finden“, so Bätzing-Lichtenthäler. Deshalb wird der Prozess fortgesetzt und am 17. Oktober 2017 auf einem Fachtag der Landeszentrale für Gesundheitsförderung Rheinland-Pfalz e.V. vertieft.

Außerdem arbeiten in Rheinland-Pfalz 41 regionale Demenznetzwerke daran, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu verbessern. „Es ist beeindruckend, wie selbstverständlich an den Wirkorten der Netzwerke mit der Vielfalt umgegangen wird und wie viel Wertschätzung und Respekt Menschen mit Demenz dort erfahren“, sagte Dr. Matthias Krell, Geschäftsführer der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG). Die LZG betreut und unterstützt im Auftrag des Sozialministeriums die regionalen Demenznetzwerke und steht im ständigen Austausch mit den darin organisierten Fachkräften und Ehrenamtlichen.

Drei Menschen geben aus ihrer Sicht Auskunft

Zum diesjährigen Welt-Alzheimertag stellt das Sozialministerium drei Menschen vor, die über ihren aktuellen Lebensweg mit Demenz und ihre soziale Teilhabe berichten, als pflegende Angehörige auf das Thema blicken oder als Experte Auskunft geben können.

Eine davon ist Astrid Heller. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig eine aktive Teilhabe von Menschen mit Demenz ist, denn sie ist selbst betroffen. Sie stellte fest, dass sich etwas verändert hatte, als sie plötzlich Termine mit Freunden vergaß oder nicht mehr wusste, wo sie ihr Auto geparkt hatte. „Ich erhielt die Diagnose ‚Alzheimerdemenz‘ im Alter von 51 Jahren und lebe nun seit mehr als fünf Jahren mit dieser Erkrankung – und ich lebe sehr gut damit“, sagte Astrid Heller. „Die Voraussetzungen hierfür sind zum einen, dass ich so lange wie möglich selbstbestimmt lebe. Zum anderen will ich weiter am sozialen Leben der Gesellschaft teilhaben.“ Sie arbeitet noch regelmäßig im Architekturbüro ihres Mannes und lässt sich in ihrer Unternehmungslust durch die Erkrankung nicht bremsen.

Jutta Weber* ist Krankenschwester und pflegt gemeinsam mit ihrem Ehemann die Großmutter ihres Mannes, die auch mit im Haushalt lebt. „Beim Thema Teilhabe für Menschen mit Demenz sind mir als Angehörige drei Dinge besonders wichtig: Erstens müssen die Barrieren in den Köpfen der Menschen, bei Familie, Freunden, Arbeitskollegen etc. abgebaut werden, damit es für alle selbstverständlich wird, dass Menschen mit Demenz am öffentlichen Leben teilnehmen. Zweitens sollten die verbliebenen Fähigkeiten von Menschen mit Demenz mehr gefördert und gefordert werden, damit sie in der Lage sind, Teilhabeangebote anzunehmen und individuelle Ressourcen richtig auszuschöpfen. Daraus folgt drittens, dass Menschen mit Demenz als Grundlage für Teilhabe ein selbstbestimmtes Leben solange wie möglich erhalten bleibt.“

Professor Dr. Andreas Fellgiebel, Chefarzt der Gerontopsychiatrie an der Rheinhessen-Fachklinik in Alzey, ist überzeugt: „Soziale Teilhabe ist ein Menschenrecht, sie für Menschen mit Demenz zu ermöglichen, ist unsere moralische Verpflichtung. Aus psychologisch-therapeutischer Sicht stellt soziale Teilhabe zudem das zentrale Thema dar, um Lebensqualität und Wohlbefinden von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen zu fördern. Denn die Krankheit führt bei vielen Betroffenen zu Scham- und Schuldgefühlen, sozialem Rückzug und Selbst-Stigmatisierung. Bedarfsgerechte Unterstützungsangebote bis hin zur begleitenden Psychotherapie sind daher gerade in den frühen Stadien der Erkrankung notwendig, um über die Förderung positiver sozialer Aktivitäten und Partnerschaftlichkeit positive Teilhabeerfahrungen zu ermöglichen – und dem Teufelskreis aus negativem Selbstbild, Rückzug, Isolation und Depression entgegenzuwirken.“

Die Demenzstrategie Rheinland-Pfalz

Seit 13 Jahren setzt sich die Landesregierung Rheinland-Pfalz für die Vernetzung von Fachkräften, die Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Weiterentwicklung von Betreuungs- und Versorgungsangeboten ein. Hierzu hat sie eine Demenzstrategie entwickelt, die sich an den Bedarfen vor Ort orientiert. Die Vernetzung erfolgt im Landesgremium Demenz Rheinland-Pfalz, um dort gemeinsam mit allen maßgeblichen Partnerinnen und Partnern im Lande eine multiprofessionelle Vernetzung besonders an den Schnittstellen zu erreichen und gemeinsam die vorhandenen Beratungs- und Versorgungssysteme auf die aktuellen Bedürfnisse der Menschen mit Demenz und deren pflegender Angehöriger anzupassen. Mehr zur Demenzstrategie und zum Landesgremium erfahren Sie auf der Internetseite des Ministeriums.

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