Donnerstag, 22. Juni 2017

Letztes Update:03:32:22 PM GMT

region-rhein.de

Wunder Po in der Windel

Drucken
Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 

Zarte Babyhaut richtig schützen und pflegen

Mainz, den 12. April 2017 – Babys oder Kleinkinder leiden immer mal wieder unter wunden Stellen im Bereich der Windel. Betroffen von solch einer Windeldermatitis sind nicht so sehr Neugeborene, sondern etwas ältere Babys ab neun Monaten. Der Hintergrund: Bei ihnen ist die Verdauung schon aktiver, sie scheiden mehr Urin und Stuhl aus als Neugeborene und strampeln auch mehr. Dadurch kann die Windel am Po reiben und die Haut reizen. Innerhalb der dicht sitzenden Windel herrscht zudem ein feucht-warmes Hautklima, das Entzündungen begünstigt. Weitere Auslöser können sein, dass säurehaltige Früchte wie Orangen oder Erdbeeren über die Muttermilch zusätzlich reizen. Auch wenn Babys zahnen oder an einer Durchfallerkrankung leiden, können vermehrt wunde Stellen auftreten. Als Gegenmaßnahmen sollten Eltern darauf achten, dass der Kontakt mit Urin und Stuhl möglichst kurz gehalten wird. Ein regelmäßiges Wechseln der Windel verhindert generell, dass die wunden Stellen sich verschlimmern.

Beim Wickeln sollte drauf geachtet werden, dass die Haut des Kindes nicht zusätzlich strapaziert wird, erklärt Andreas Hott, Vorstand des Apothekerverbandes Rheinland-Pfalz – LAV: „Darum sollten keine feuchten Reinigungstücher zur Reinigung benutzt werden, sie können die Haut durch Konservierungsstoffe zusätzlich reizen. Auch Öle sind nicht empfehlenswert, da sie austrocknend wirken. Eine Reinigung mit einem weichen Lappen und etwas Wasser oder abgekühltem Schwarztee sind hier besser geeignet. Die Gerbstoffe aus dem Schwarztee unterstützen die Hautheilung, wirken entzündungshemmend und stillen eventuellen Juckreiz.“ Andere Heilpflanzen, die gegen die Entzündung wirken können, sind Kamillen-, Schafgarben- oder Eichenrindentee. Hott weiter: „Damit können die wunden Stellen betupft werden oder auch kurze Sitzbäder für das Kind bereitet werden. Eine Zinkpaste kann, auf den betroffenen Hautbereich aufgetragen, wirksam helfen. Einerseits hilft Zink bei der Regeneration der Haut. Andererseits bildet die Zinkpaste einen guten Schutzfilm vor reizendem Urin und Stuhl.“ Wenn an der wunden Stelle zusätzlich noch kleine Pickel sichtbar werden, sollte ein Kinderarzt zu Rate gezogen werden. Dann ist zu der Entzündung vielleicht noch eine Pilzinfektion hinzugekommen. Die Zinkpaste muss dann gegebenenfalls mit einem pilzhemmenden Stoff angereichert werden, was der Kinderarzt entsprechend verschreibt.

Nach dem Wickeln muss die Haut sorgfältig trockengetupft oder auch mit ausreichendem Abstand trockengeföhnt werden. Für Babys Haut ist es auch sehr gut, wenn der Windelbereich an der frischen Luft bleibt. Darum rät der Apotheker, das Baby immer wieder in einem warmen Raum oder unter einer Wärmelampe nackt strampeln zu lassen.