Samstag, 25. März 2017

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Sonderpreis „Kultur öffnet Welten“

„Tufa Trier“ für Flüchtlingsprojekt ausgezeichnet

Gute Chancen, den Sonderpreis „Kultur öffnet Welten“ der Bundesregierung in diesem Jahr zu erhalten, hat eine Musiktheater-Inszenierung der Tufa Trier. Sie ist eines von zehn Projekten, die die Bundesbeauftragte für Kultur und Medien Monika Grütters für die Vergabe eines Sonderpreises nominiert hat. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert, 2.500 Euro sind bereits mit der Nominierung verbunden.

Kulturminister Konrad Wolf beglückwünschte die Macherinnen und Macher heute zu diesem Erfolg. „Sie zeigen auf beeindruckende Weise, dass gerade mit den Mitteln der Kunst und Kultur gesellschaftliche Integration in vielen deutschen Städten und Gemeinden gelingt.“

Das Kulturministerium hatte dieses Projekt im vergangenen Jahr mit 4.500 Euro gefördert. Auch in diesem Jahr werden wieder zahlreiche Flüchtlingsprojekte mit insgesamt 50.000 Euro in Rheinland-Pfalz vom Land gefördert.

Der Preis „Kultur öffnet Welten“ wird 2017 zum zweiten Mal vergeben und honoriert neue Formen der Zusammenarbeit kultureller Akteure mit Partnern aus Sport, Wirtschaft, religiösen Gemeinschaften oder der Zivilgesellschaft. Aus zahlreichen Vorschlägen hat eine Fachjury zehn Ideen ausgewählt, die Künstlerinnen und Kreative aus ganz Deutschland umgesetzt haben.

Die Gewinner werden am 26. April im Düsseldorfer Schauspielhaus bekanntgegeben.

90. Geburtstag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert Martin Walser

Ministerpräsidentin Malu Dreyer gratuliert dem Schriftsteller Martin Walser zu seinem 90. Geburtstag am 24. März. Sie würdigt den Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille als scharfsinnigen Beobachter und brillanten Erzähler, der die Lebenswirklichkeiten im Nachkriegsdeutschland beschrieben und kommentiert hat. „Als Verfasser zahlreicher Romane, Erzählungen, Hörspiele und Theaterstücke gehört Martin Walser zu den wichtigsten deutschen Autoren. Er hat die Themen der Zeit aufgegriffen und ist gleichzeitig in seiner Heimat am Bodensee tief verwurzelt geblieben“, so die Ministerpräsidentin. Ihm seien die Menschen und die Landschaft immer gleichermaßen wichtig. „Als streitbarer, kluger Geist, der auch unbequeme Positionen nicht scheut, ist sich Martin Walser treu geblieben. Ich bin froh darüber, ihn in der Riege der Zuckmayer-Preisträger zu wissen“, sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie wünscht ihm in ihrem Glückwunschschreiben Gesundheit und persönliches Wohlergeben.

Für seine Verdienste um die deutsche Sprache wurde Martin Walser 1990 mit der Carl-Zuckmayer-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.

Der Frühling muss geboren werden – Gedanken zu einer Jahreszeit

Von Hans-Peter Meyer

Krokusse – Frühlingsboten der Natur

Von den Gezeiten des Jahres wird von den meisten Mitmenschen der Übergang vom Winter zum Frühling am stärksten empfunden. Ist er einmal da, der Frühling, wächst das Jahr organisch weiter; die Nahtstellen der übrigen Jahreszeiten sind kaum wahrnehmbar. Der Frühling aber muß geboren werden – oft  unter Schneeschauern, allerdings war es in diesem Jahr ein eher milder Winter.

Das Wunder der Wandlung von der grauen zur grünenden Flur erregt uns jedes Jahr wieder Die Frühlingssehnsucht ist umso ungestümer, je später der Winter zum Endspurt angesetzt und je zäher er sich gehalten hat. Junge Menschen nehmen den Frühling zumeist als etwas Selbstverständliches – wie etwas, das sie fordern können, das ihnen zusteht. Menschen im Herbst des Lebens freuen sich seiner eher gedämpft. Eine leise Wehmut befällt sie bei dem Gedanken, dass der größte Teil der Erdenlenze schon hinter ihnen liegt; sie schwelgen in der Erinnerung an entschwundenes Frühlingsglück, während die Jungen nur den Augenblick genießen.

Jeder hat sein erstes kleines Frühlingserlebnis: Den Augenblick nämlich, da ihm bewusst wird, dass etwas Neues in der Luft liegt. Das kann vor dem 20. März liegen – die beseelte Natur richtet sich nicht pedantisch nach dem Abreißkalender.

Für den einen ist es ein erstes Amsellied, für den anderen der erste blühende Krokus im Vorgarten. Es kann auch ein Frauen- oder Kinderlachen sein, das uns unterwegs zufliegt, ein nettes, ein gutes Wort.

Auch das bevorstehende Osterfest ist nach Überlieferungen ein altgermanisches Frühlingsfest.

In den Läden werden schon seit Wochen Schokoladenhasen und bunt gefärbte Eier angeboten, aber Ostern ist mehr als eine gewöhnliche Tradition.

Darin steckt die „Oster“-Botschaft Gottes an alle Menschen, die voller Hoffnung, Freude und Zukunft ist: Jesus Christus ist auferstanden – er lebt.

Denn die Auferstehung ist eine Zentralbotschaft der Bibel und soll uns im Frühling Zuversicht vermitteln.

Plötzlich merken wir: Alles ist anders geworden. Dann ist es nicht nur sicht- und hörbar in der Natur, sondern auch in unseren Herzen ist Frühling geworden.

Im Zeitalter von Computer, Produktion und Konsum, da Blumenläden das liebe lange Jahr hindurch ihre fast verwirrende Fülle und Pracht ausbreiten, haben viele verlernt, welche Freude es machen kann, auf einem Spaziergang die erste Anemone, das erste Veilchen zu entdecken. Wer darin noch jenes kleine Wunder sieht, darf sich glücklich preisen.

Merkwürdig: Jahr für Jahr vollzieht sich das Werden des neuen Frühlings.

Und wir haben doch niemals das Gefühl, dass sich dabei etwas „wiederholt“, so ursprünglich und jedes Mal neu erleben wir die Premiere dieses Wunders auf jener Bühne, über der – unsichtbar, doch spürbar – eine höhere, größere Macht waltet.

Ludwig Uhland formuliert es in „Frühlingsglaube“ folgendermaßen:

„Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden!“.

Und das vielleicht berühmteste Gedicht über den Frühling stammt von Eduard Mörike:“

„Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!“   

© Hans-Peter Meyer

 

 

Passionskonzerte der Montabaurer Kantorei

ALSBACH / MONTABAUR. Die Leidensgeschichte Jesu nach dem Evangelisten Johannes – das ist der Mittelpunkt der traditionellen zwei Chor- und Orchesterkonzerte zur Karwoche mit der Montabaurer Kantorei, der Cappella Taboris und einem Streichquintett. Dabei erklingt der ergreifende Passionsbericht in einer Vertonung von Alessandro Scarlatti (1660 – 1725), ergänzt durch die Choräle der Johannespassion von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), so daß zwei barocke Werke in Bezug zueinander treten. Eröffnet werden die Konzerte durch einen Variationszyklus über das Passionslied „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ aus der Feder des Thomaskantors Johann Sebastian Bach.

Das Konzert findet statt am Dienstag, 11.04. um 20 Uhr in der evangelischen Nicolaikirche an der Hauptstraße 11 in 56237 Alsbach und am Karfreitag, 14.04. um 15.00 Uhr in der evangelischen Lutherkirche an der Martin-Luther-Straße 1 in 56410 Montabaur. Der Eintritt ist frei, die Gesamtleitung liegt in den Händen von Dekanatskantor Jens Schawaller.

Johanna-Loewenherz-Stipendien vergeben

Künstlerische Begabung, soziales Engagement und Mut waren die zentralen Eigenschaften, die den vier Frauen aus dem Landkreis bei der Stipendienvergabe der Johanna-Loewenherz-Stiftung bescheinigt wurden. Die Stipendien wurden von Landrat Rainer Kaul in einer Feierstunde im vollbesetzten Festsaal des Roentgen-Museums vergeben.

Die Schülerinnen Leonie Heinrichs und Laura Tserea vom Werner-Heisenberg-Gymnasium und Ronja Arndt vom Rhein-Wied-Gymnasium wurden von ihren Schulen vorgeschlagen und für ihre literarischen, bzw. musikalischen Leistungen, sowie ihr Engagement für die Schulgemeinschaft ausgezeichnet. Laura Tserea wurde ein außergewöhnliches musikalisches Talent bescheinigt. Die große sprachliche Begabung war ausschlaggebend für die Benennung von Leonie Heinrichs und Ronja Arndt.

Alle drei Schülerinnen beteiligten sich bisher mit ihren Talenten erfolgreich an verschiedenen Wettbewerben und Projekten ohne ihren Blick für die Schulgemeinschaft, also die Mitschülerinnen und Mitschüler zu verlieren.

Die vierte Preisträgerin, ein Vorschlag der CDU-Fraktion im Kreistag, Frau Fatemeh Mozzaffari engagiert sich in der Flüchtlingshilfe im Asbacher Land und ist wesentlich an der Integration von Flüchtlingen, insbesondere von Frauen beteiligt. Neben Hilfestellungen im Alltag für Frauen und ihre Familien und ausgiebige Dolmetschertätigkeit bei Schul- oder Arztbesuchen ist die strukturelle Verbesserung des Dialoges zwischen den Kulturen für sie von großer Bedeutung. Stellvertretend für alle Stipendiatinnen bedankte sich Leonie Heinrichs bei den Vorschlagenden und dem Landkreis Neuwied für den Preis. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete Jens Gilles mit Gesang und Klavier.

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