Montag, 25. September 2017

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Was für eine Sommernacht!

Rufus Beck & Trio Tango Transit
beim Mittelrhein Musik Festival


Es war die richtige Entscheidung, den Standort zu wechseln! Während es draußen blitzte, donnerte und regnete, lies Rufus Beck im Schloss Rheinfels die Sommernacht zum Traum werden. Auch ein wetterbedingter Stromausfall irritierte weder den brillanten Schauspieler noch die hervorragenden Jazzmusiker des Trio Tango Transit und schon gar nicht die begeisterten Zuschauer. Im größten freitragenden Gewölbekellers Europas fühlten sich die 250 Besucher sicher und folgten begeistert der humorvoll-ironischen Interpretation des Sommernachtstraums von Shakespeare, bei der Rufus Beck musikalisch-theatralisch in die zahlreichen Figuren des Stücks schlüpfte.

Das war das 5. Konzert des diesjährigen Sommerfestivals am Mittelrhein. Am kommenden Sonntag (12.06.) folgt um 11 Uhr ein Kinderkonzert für die ganze Familie sowie um 18 Uhr eine musikalische Lesung – beides in Spay in der alten Kirche. Karten sind erhältlich an den bekannten VVK-Stellen sowie im Internet unter www.mittelrheinmusik.de

Besondere Ehrung für die Schauspielerin Tatjana Hölbing

Im Rahmen einer Feierstunde am Sonntag, 5. Juni 2016 im Oberen Foyer des Theaters Koblenz hat der Oberbürgermeister der Stadt Koblenz Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig der Schauspielerin Tatjana Hölbing in Würdigung ihrer künstlerischen Gesamtleistung den Ehrentitel „Kammerschauspielerin am Theater Koblenz“ verliehen.

In seinem Grußwort betonte der Oberbürgermeister die Bedeutung insbesondere des Ensemble-Theaters für den Zusammenhalt der städtischen Zivilgesellschaft.

Die Stadt Koblenz würdigt mit dieser Auszeichnung Tatjana Hölbings künstlerische Gesamtleistung, die nach beruflichen Stationen unter anderem an den Theatern in Lübeck, Pforzheim, Wilhelmshaven, Innsbruck und Heilbronn als Ensemblemitglied seit der Spielzeit 1999/2000 wesentlich das Gesicht des Koblenzer Schauspiel-Ensembles prägt.

Als Tatjana Hölbing mit sechs Jahren in einem Schauspiel den Sohn ihrer eigenen Mutter, ebenfalls eine Schauspielerin, spielte, beeinflusste das ihre berufliche Laufbahn auf ungeahnte Weise. Geboren wurde Hölbing in Innsbruck, und dort blieb sie auch, um ihre Schauspielausbildung zu absolvieren.

Mit ihrer langjährigen Berufserfahrung ist sie neben ihren herausragenden darstellerischen Qualitäten auf der Bühne eine allseits geschätzte Kollegin und Mitarbeiterin und gerade Berufsanfängern im herausfordernden Beruf des Schauspielers Vorbild und geschätzte Ratgeberin.

In den Jahren ihres Koblenzer Engagements hat Tatjana Hölbing weit über 30 Hauptrollen in zahllosen Inszenierungen verkörpert. Herausragende, von regionaler und überregionaler Kritik und Publikum besonders gelobte Rollen waren dabei unter anderem Heidrun Werner in der Uraufführung des John-von-Düffel-Stücks „Alle 16 Jahre im Sommer“, Cathy in „Die Anarchistin“ von David Mamet, Frau Dasseldorf in „Die Wandlung der Susanne Dasseldorf“, und zuletzt Violet Weston in „Eine Familie (August: Osage County)“, eine Rolle, die zum besonderen Triumph für Tatjana Hölbing wurde.

Künstlerisch umrahmt wurde die Feierstunde von Ensemblemitgliedern des Theaters, die ihrer geschätzten Kollegin Tatjana Hölbing auch auf diesem Wege herzlich gratulierten.

Künstlergespräch mit Stefanie Schmeink bei der Stommel Stiftung in Urbar

Auf großes Interesse ist die Ausstellung „25 Bäume“ mit Werken von Stefanie Maria Schmeink gestoßen, die am 22. Mai bei der Stommel Stiftung eröffnet wurde. Obwohl das Thema „Baum“ in der Kunstgeschichte nicht neu ist, hat die Künstlerin einen ganz eigenen Zugang zu der Materie gefunden: nicht um naturalistische Abbildungen, Farbeffekte oder formale Experimente geht es ihr: ihr Anliegen ist es, dem Wesen der unterschiedlichen Bäume auf den Grund zu gehen. Was genau dahintersteckt, können Interessierte beim Künstlergespräch am Sonntag, den 06.05.2016 um 15.00 erfahren: Die Malerin führt in die Thematik und in die Werkgeschichte der ausgestellten Bilderserie ein.  Zu sehen sind aus der Serie 25 Bäume insgesamt 21 Gemälde und 9 Zeichnungen im Gebäude der Stiftung in der Bornstraße 26 in Urbar.

Die Bilder setzen sich mit dem Wuchs, der Besonderheit, dem Charakteristischem, der Wirkung auf den Menschen, insbesondere der jeweiligen Heilwirkung von bestimmten Bäumen auseinander. Mit Hilfe von homöopathischen Verreibungen der einzelnen Bäume ist die Künstlerin tief in die Besonderheiten der jeweiligen Bäume eingedrungen und gibt Einblicke aus ihren Erfahrungen über die Zusammenhänge von Mensch und bestimmten Bäumen.

Die in Bocholt/Westf. geborene Künstlerin studierte Sozialpädagogik und Malerei sowie Kunsttherapie und arbeitete in Münster, Köln und Alfter b. Bonn. Seit 2009 lebt sie als freischaffende Künstlerin in Neuwied. Nach dem Künstlergespräch ist die Ausstellung noch bis 20.00 Uhr geöffnet.

Weitere Termine: Ausstellungsführung und Finissage am Sonntag den 26.06.2016 um 15.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

 

Landrat verleiht Kulturförderpreis

Kulturinitiative Lehmensart und Theatergruppe der Kolpingsfamilie Kärlich ausgezeichnet

KREIS MYK. Landrat Dr. Alexander Saftig zeichnete die Kulturinitiative Lehmensart und die Theatergruppe der Kolpingfamilie Kärlich mit dem Kulturförderpreis 2016 des Landkreises aus. Beide Gruppen erhalten jeweils 1.500 Euro Preisgeld. „Mayen-Koblenz braucht Kulturschaffende, die mit Herzblut für Ihre Arbeit stehen und somit unser kulturelles Erbe bewahren. Wir alle profitieren von einer bunten und vielfältigen Kulturlandschaft“, so Saftig.

In feierlichem Rahmen begrüßte der Kreischef zahlreiche geladene Gästen aus Politik und Gesellschaft im Kreishaus: „Bei den Preisträgern gibt es keinen ersten und zweiten Platz. Beide stehen gleichberechtigt auf dem obersten Siegertreppchen.“

Lehmensart ist eine von Lehmener Bürgern ins Leben gerufene Kulturinitiative, die den Schwerpunkt hat, Möglichkeiten zum Kulturgenuss im ländlichen Raum anzubieten. Die Initiative stellt jedes Jahr vier bis acht Veranstaltungen auf die Beine. Die Eintrittspreise werden gering gehalten oder entfallen sogar ganz, damit es jedem Kulturbegeisterten möglich ist, an den Events teilzunehmen. „Das ist toll, denn Kultur darf nicht am Geldbeutel scheitern“, freut sich der Landrat. Lehmensart beschreibt die Art, wie die Menschen in der Moselgemeinde leben und was sie erleben. Die Initiative tritt bewusst nicht in Konkurrenz zu anderen Vereinen, sondern sucht Partnerschaften zu ihnen, so dass sich jeder bestmöglich einbringen kann.

Die Kolpingsfamilie Kärlich ist heute die größte Kolpingsfamilie im Kolpingwerk Diözesanverband Trier. Gegründet wurde die Gemeinschaft als Katholischer Gesellenverein 1929. Von Anfang an war man sehr aktiv. Die Theatergruppe stand schon 240 Mal auf der Bühne. „Die Aufführungen sind in jeder Saison eine feste Größe im kulturellen Veranstaltungskalender unserer Region. Wer einmal dabei war, der kommt wieder. Die große Nachfrage und Begeisterung beim Publikum ist Beleg ihrer guten Arbeit“, so der Landrat.

Seit 1997 verleiht der Landkreis Mayen-Koblenz den Kulturförderpreis für herausragendes kulturelles Engagement. Die Palette der Preisträger umfasst viele Sparten: Theatergruppen, Musikvereine, Bands, Künstlergruppen, Kulturvereine, Denkmalschützer und Schriftsteller. So unterschiedlich die Preisträger sind, so unterschiedlich sind auch deren Geschichten, deren Strukturen und deren Menschen, die dahinter stecken. Das Preisgeld wird von der Sparkasse Koblenz und der Kreissparkasse Mayen zur Verfügung gestellt.

 

Fronleichnam und seine Bedeutung

Gedanken zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi

Von Hans-Peter Meyer

Fronleichnam ist ein römisch katholischer Feiertag, der in einigen deutschen Bundesländern gesetzlich als Feiertag festgeschrieben ist.
Das Fronleichnamsfest findet genau zehn Tage nach Pfingsten statt und fällt somit immer auf den zweiten Donnerstag nach Pfingsten.
Den spirituellen Inhalt des Festes kann man bereits über die Etymologie seiner Bezeichnung herausfinden. Das althochdeutsche Wort "fron" steht für "Herr", die Bezeichnung "Leichnam" bedeutet übersetzt so viel wie "Leib". Damit weist bereits der Name auf die zentralen Elemente der Eucharistiefeier hin.

Das Fronleichnamsfest, das den Beinamen "Hochfest des Leibes und Blutes Christi" trägt, wurde zum erstmals im Jahr 1246 in der Diözese Lüttich fest eingeführt.
Die theologische Grundlage für das Fronleichnamsfest wurde mit dem von 1213-1215 stattfindenden vierten Laterankonzil gelegt, auf dem die Verwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi, die so genannte Transsubstantiationslehre, offiziell zum Dogma erklärt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war aber an einem Feiertag zu ehren dieses Sakraments noch nicht zu denken.
Dies änderte sich erst durch die Visionen der Augustinerchorfrau Juliana von Lüttich, die seit 1207 im  Kloster Mont Cornillon lebte und dort regelmäßig von ihren Visionen berichtete. In einer dieser Visionen sei ihr Jesus Christus erschienen und habe ihr über ein Gleichnis mitgeteilt, dass es sein Wunsch sei, dass dem Altarssakrament ein eigener Festtag gewidmet werde.

Nach dem Tod der später heilig gesprochenen Juliana im Jahr 1258, setzte ihr Freundin Eva, heute bekannt unter dem Beinamen "die Seelige" , ihr Werk fort. Auf ihr Drängen hin bemühte sich Heinrich von Geldern, der damalige Bischof von Lüttich bei Papst Urban IV um ein entsprechendes Dekret. 1264 kündige Papst Urban IV, der vor der Wahl zum Papst Archidiakon in Lüttich war, in einem Brief an, dass Fronleichnamsfest allgemein einzuführen.

Bedingt wurde diese Einführung durch das so genannte "Blutwunder von Bolsena" aus dem Jahr 1263. Der sich auf Pilgerfahrt nach Rom befindende böhmische Priester Peter von Prag feierte in der nach Christina von Bolsena benannten Kirche Messe. Sein erschütterter Glaube an die Transsubstantiation während der Eucharistiefeier fand neue Festigung, als während der Gabenbereitung aus der Hostie einige Tropfen Blut auf das Tuch, auf dem Kelch und Hostienteller standen, tropften.

Dieses Wunder war für Papst Urban IV der letzte Beweis, den Drängen nach einem Feiertag für das Altarssakrament endgültig nachzugeben. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings der zweite Donnerstag nach Pfingsten als Termin noch nicht festgelegt, dies erfolge erst 1317 durch Papst Johannes XXII.

Das Fronleichnamsfest erfreute sich bei der Bevölkerung relativ schnell einer großen Begeisterung, was vor allem auf die prachtvollen Fronleichnamsprozessionen zurückzuführen ist. Bei diesen Prozessionen trägt der Priester die "Monstranz", in welcher die Hostie verwahrt wird, durch die Straßen, während ihm die Gemeinde folgt. An in der Regel insgesamt vier verschiedenen Altären werden Fürbitten gebetet und Segenssprüche verteilt. Dieser Form der Prozession, die auch heute noch beibehalten wird, lässt sich aufgrund von Zeugnissen bis mindestens auf das Jahr 1273 zurückdatieren, als in Benediktbeuern die erste Fronleichnamsprozession abgehalten wurde. Für das Jahr 1277 ist außerdem die erste Prozession für die Stadt Köln verbrieft.

Konflikte um das Fronleichnamsfest entbrannten während der Reformation im 16. Jahrhundert. Martin Luther war ein entschiedener Gegner des Festes, weil dieses seiner Ansicht nach einer Art Reliquienkult gleichkomme und nicht selten zur Gewinnung von Ablassgeldern genutzt werde.

Die katholische Kirche reagierte auf dem von 1545-1563 tagenden Konzil von Trient, bei dem das Fronleichnamsfest zu einer Art von gegenreformatorischer Machtdemonstration aufgewertet wurde.

Dieser Konflikt führte dazu, dass die Katholiken in bestimmten Gebieten wie z.B. Teilen der USA bis heute auf die Fronleichnamsprozession verzichten, da sie fürchten, dass die Prozession als Provokation aufgefasst werden könnte.

In hiesigen Landen wird Fronleichnam immer noch der alten Tradition entsprechend mit einer Prozession durch die Straßen mit Priester und Monstranz gefeiert, wobei die  katholischen Christen ihre Religion auch in der Öffentlichkeit bekunden können und dies  zur Festigung des Glaubens beitragen soll.

Text und Foto © Hans-Peter Meyer

…zur V I TA des Autors Hans-Peter Meyer

Hans-Peter Meyer (65)
geboren in Adenau (Eifel),
seit vielen Jahren Autor von Zeitungsbeiträgen
verschiedener Art,  auch nachdenklicher Texte
zu aktuellen Themen. Seit 10 Jahren lebt er Bad Ems.

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