Montag, 21. August 2017

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Was ist Pfingsten?

Eine verständliche Darstellung der Gaben des Heiligen Geistes.

Pfingsten leitet sich vom griechischen Wort  Pentekoste her, das einen fünfzigsten Tag bezeichnet. Pfingsten ist eines der großen christlichen Feste. Darum wird es in unserem Land zwei Tage hindurch begangen. Es wird fünfzig Tage nach Ostern gefeiert und bezeichnet den Abschluss der Osterzeit. Doch trägt das Pfingstfest  auch eigene Akzente. In ihm lebt, freilich verwandelt, ein im Alten Testament bezeugtes jüdisches Fest weiter: Im Buch Exodus wurde das „Fest der Erstlingsfrüchte von der Weinernte“, als Fest am fünfzigsten Tag bezeichnet, also als Pfingstfest (Ex 34,22). Nach dem Buch Deuteronomium war es auch eines der Wallfahrtsfeste im Laufe des Jahres (vgl. Dt. 6,9-12).

Aufgrund der Ostererfahrung der Christen erhielt das jüdische Pfingstfest, auch Wochenfest“ genannt, eine neue Bedeutung: als die junge Christengemeinde am Pfingstfest versammelt war, wurde sie vom Heiligen Geist erfüllt, so berichtet die Apostelgeschichte im 2. Kapitel. Es erfüllte sich, was der Prophet Joel vorausgesagt hatte: „Ich (Jahwe)…werde von meinem Geiste ausgießen über alles Fleisch…“ Die erste Frucht der Begabung mit dem Heiligen Geist war der Glaube an Jesus, denn, so Paulus, „niemand kann sagen: Herr ist Jesus, außer im Heiligen Geist“ (1. Kor  12,3) Aber auch andere Früchte zeigten sich bei den an Pfingsten Versammelten: Liebe, Freude, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut,  Selbstbeherrschung“ (Gal  5,22 f). Am Pfingstfest ereignete sich darüber hinaus das Sprachenwunder. Die, die den Christen begegneten, hörten sie in ihren eigenen Sprachen reden und verstanden sie – ein Hinweis, dass das Evangelium nun in alle Völker hineingetragen werden soll. Die Kirche ist ja Gottes neues Volk aus Juden und Heiden.

Dass Pfingsten am fünfzigsten Tag nach Ostern gefeiert wird, hat seinen Grund zum einen in seiner alttestamentarischen Herkunft und zum anderen darin, dass die vom Evangelisten Lukas  stammenden  Berichte in der Apostelgeschichte von einem zeitlichen  Abstand zischen Ostern und Pfingsten ausgehen. Dies hat zur heutigen Praxis geführt. Sachlich wäre es auch denkbar gewesen, die innere Zusammengehörigkeit des Oster- und Pfingstgeheimnisses stärker zu betonen – Sinne der Texte des Johannesevangeliums. Denn dort schenkt der auferstandene Christus seinen Jüngern den Heiligen Geist bereits bei seiner Begegnung mit ihnen am Abend des „ersten Tages der Woche“ also am Ostertag selbst (Joh  20, 19-23).

Nach dem Bericht des Lukas in der Apostelgeschichte gingen dem Pfingstfest einige Tage voraus, an denen die Jünger Jesu zusammen mit Maria, der Mutter Jesu, und einige anderen aus der christlichen Urgemeinde zum Gebet versammelt waren (Apg 1, 12-14) An dieses Beten erinnert die bis heute lebendige Praxis der Pfingstnovene. Vor Pfingsten beten Christen neun Tage hindurch um die Gaben des Heiligen Geistes für sich selbst und für die Kirche und die Welt. Seit einiger Zeit kommt in den Gebeten der Pfingstnovene ein ergänzender Akzent zum Tragen: Christen aus den verschiedenen Kirchen und Konfessionen beten um die Einheit der Christenheit.

Text und Foto ©: Hans-Peter Meyer

…zur V I TA des Autors Hans-Peter Meyer

Hans-Peter Meyer (65)
geboren in Adenau (Eifel),
seit vielen Jahren Autor von Zeitungsbeiträgen
verschiedener Art,  auch nachdenklicher Texte
zu aktuellen Themen. Seit 10 Jahren lebt er Bad Ems.

„ ...wie in einem Zauberspiegel.“

Rheinlandschaften von Johannes Jakob und Anton Diezler

Kabinettausstellung vom 03. Juni bis 08. Oktober 2017

Unter dem Motto "... wie in einem Zauberspiegel" zeigt das Mittelrhein-Museum Koblenz in Kooperation mit dem Siebengebirgsmuseum Königswinter und der Sammlung RheinRomantik Bonn das umfassende Werk des in Koblenz-Ehrenbreitstein gebürtigen Künstlers Johannes Jakob und dessen Sohn Anton Diezler (auch Ditzler). Die Diezlers haben sich nicht nur als deutsche Landschafts- und Vedutenmaler des Biedermeiers einen Namen gemacht; sie gelten auch als Vorreiter für die später als „Rheinromantik“  bezeichnete Stilrichtung.

Johannes Jakob Diezler (Ehrenbreitstein 1789–1855 Andernach) schuf topografisch genau angelegte Bilder von Ortschaften und Ansiedlungen entlang des Mittelrheins und der angrenzenden Flusslandschaften von Mosel, Saar und Lahn.

Ob Berge und Wälder, Klöster, Burgen und Ruinen, sie alle bilden in seinen Gemälden eine detailliert wiedergegebene Kulisse für die Menschen der damaligen Zeit, seien es Arbeiter, Reisende oder sogar Müßiggänger. In den Ansichten sind die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten des Mittelrheingebiets seiner Zeit ablesbar. Hierin liegt ein besonderer Wert der bis ins kleinste Detail komponierten Gemälde von Johannes Jakob Diezler. Bereits 1826 präsentierte er zwei Rheinlandschaften auf der Berliner Akademie-Ausstellung, die vom preußischen Königshaus erworben wurden.

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1000 Jahre Niederadenau - 25 Jahre danach

Von Hans-Peter Meyer

Vor 25 Jahren: Niederadenau  feierte sein 1000 jähriges Bestehen.

Es war das größte Fest , was die dörfliche Gemeinschaft des Eifelortes jemals feierte.

In den  Monaten Mai/Juni 1992 konnte man auf 1000 Jahre Niederadenau zurückblicken.

Ein  einmaliges sehr umfangreiches Festprogramm wurde geboten . Insgesamt wurde 5 Tage gefeiert. Höhepunkte der Festtage  waren die Eröffnung der Veranstaltungen beim  Festkommers am 27. Mai 1992 durch die Begrüßung des damaligen Ortsbürgermeisters Alfred Fuhrmann, die Festrede des später allzu früh verstorbenen Schirmherrn des Jubiläums ,  Landrat Joachim Weiler. Weitere Gäste waren unter anderem der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Adenau, Peter Labonte (heute Oberbürgermeister von Lahnstein)  und der frühere Bundesminister Professor Dr. Horst Ehmke (vor wenigen Wochen verstorben in Bonn im Alter von 90 Jahren). Exzellenter Moderator der Eröffnungsveranstaltung und anderer Veranstaltungen war Udo Stratmann, später viele Jahre Ortsbürgermeister der Ortsgemeinde Dümpelfeld.  Unvergessen  der Festgottesdienst im großen Festzelt am Sonntag mit Pfarrer Stepan L. Wahl (später als Monsignore im Bistum  Trier im Generalvikariat zuständig   als Direktor des Bereichs „Kommunikation und Medien“ und auch als  Sprecher des „Wort zum Sonntag“ in der ARD bekannt) und der große Festzug durch das Dorf mit 14 Wagen und zahlreichen Fußgruppen unter dem Motto „Ländliches Leben“, der die Vergangenheit vor allem in der Landwirtschaft reflektieren sollte.  Im Rahmen der Festtage gab es auch Auftritte von diversen  Chören, Kammerorchestern, Volkstanzgruppen, Musikkapellen  ,Folkloristische Darbietungen“ , eine Disco-Party  sowie  Tanz- und Unterhaltung mit bekannten Showbands. Wohl nie vorher als auch nachher hatte Niederadenau so viele Besucher zu verzeichnen. Auch viele ehemalige Niederadenauer besuchten aus Anlass  des Jubiläums ihre „alte Heimat“.

Als Autor durfte ich damals an der Festschrift mitarbeiten und mich mit der Geschichte meines  Geburts- und Heimatortes  intensiv beschäftigen. So ist es auch heute 20 Jahre nach dem Jubiläumsereignis immer wieder hochinteressant,  die Geschichte zu reflektieren.

Die Bürgerinnen und Bürger von Niederadenau, aber auch den Ortseilen  Dümpelfeld und Lückenbach engagierten sich beispielhaft an der Organisation des Jubiläums.

Deshalb nachfolgend noch einmal der in der Festschrift veröffentliche  von mir verfasste Beitrag, der damals überschrieben wurde  mit dem Titel

Niederadenau – die Geschichte eines kleinen Eifeldorfes

In unserer Zeit von heute, in der alles so schnell vergeht, sind 1000 Jahre der Geschichte der   Menschen, die als Gemeinschaft von Generation zu Generation an einem Ort ihr Leben verbringen, ein sicherlich seltenes Geschehen.

Dieses Jubiläum ist nicht allein ein sichtbarer Beweis echten Gemeinsinns, der sich in einem weit gespannten Bogen über Zeiten und Generationen bis auf den heutigen Tag hinaus erhalten hat, denn diese 1000-Jahrfeier öffnet zugleich den Blick für das engagierte und verdienstvolle Wirken der Niederadenauer Bürger, die im Bewusstsein ihrer Verantwortung für Gemeinde und Staat ein gesundes Gemeinwesen schufen.

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Der Vatertag – und seine Bedeutung

Von Hans-Peter Meyer

Wohl die meisten Männer, die alljährlich Christi Himmelfahrt als „Vatertag“ begehen, sind sich kaum bewusst, was sie da eigentlich feiern und wie aus einem hohen kirchlichen Feiertag ein weltlicher Brauch entstand.

Um altheidnische Flurbegehungen zu verdrängen, verlegte die Kirche im 5. Jahrhundert die ursprünglichen Bet-, Gang- und Kreuzwochen von vor Ostern auf die Woche vor Christi Himmelfahrt, welches als neues Kirchenfest vierzig Tage nach der Auferstehung gefeiert wird. Man begründete das mit der Apostelgeschichte 1.12, wo die Rückkehr der Jünger vom Ölberg beschrieben ist und Prozessionen an den letzten gemeinsamen Gang Jesu mit seinen Getreuen erinnern sollten. Lange Zeit standen im Mittelpunkt des Festes solche Prozessionen, in bestimmten Regionen bis heute durchgehend der Brauch, andernorts wieder neu auflebend.

Was ursprünglich an den letzen Gang Jesu mit seinen Jüngern erinnern sollte, hat sich nach dem zweiten Weltkrieg bei vielen als regelrechter „Besäufnistag“ entwickelt, wobei die Erinnerung am folgenden Tag meist auf der Strecke bleibt. Aus der Himmelfahrt Christi  entstand ein irdisches Freudenfest, oft ausgedehnt auf das gesamte folgende Wochenende sogar mit Flugbuchungen zum Ballermann 6.

Hier soll keine Moral gepredigt oder an den Ursprung dieses hohen Festtages erinnert werden, es handelt sich lediglich um die Aufzählung von Fakten. Wie kam es zum Vatertag?

Um 1936 entstand in den Niederlanden der Brauch, an Christi Himmelfahrt ein volkstümliches Fest zu veranstalten, welches vor allem von Wirten und Tabakhändlern gefördert wurde. Die noch älter „Berliner Herrenpartie“ führte am gleichen Tag die Väter von Kneipe zu Kneipe, man wanderte, fuhr mit dem Boot über Berliner Seen, sang frohe Lieder, spielte Karten und sprach den alkoholischen Getränken reichlich zu. Es war jedoch ein Brauch der besser gestellten Herren, das einfache Volk konnte es sich aus finanziellen Gründen nicht leisten.

Damals war der Begriff „Vatertag“ noch nicht geboren, aber die „Berliner Herrenpartie“ gilt als Vorläufer.

Durch holländische und deutsche Einwanderer gelangte der Brauch in die USA. Dort wurde unter dem Motto „equal rights for fathers! (gleiches Recht den Vätern) das Auffahrtsfest sozusagen als Ausgleich zum Muttertag begründet, zuerst als Tag der Freiheit und des Dankes, später in urwüchsigere Formen übergehend. Nach dem zweiten Weltkrieg fand die Sitte in Westeuropa, besonders bei trinkfreudigen Männern, eine enorme und schnelle Verbreitung.   Mit dem Wirtschaftswunder stieg auch der Drang immer mehr in diese Richtung, besonders Kegelclubs und Stammtischler machten dem Begriff „Vatertag“ alle Ehre .Er wurde in Westdeutschland zu einer alljährlichen festen Einrichtung. Ob dies der tiefere Sinn des Vatertages ist?

Auch bei uns wird gerne angeführt, es sei ein Ausgleich zum Muttertag, aber dafür gibt es keine sachliche oder historische Grundlage, denn es ist im Grunde ein von den Herren der Schöpfung selbst eingeräumtes Privileg.

Es wäre vielleicht angebracht, einmal intensiver über den Sinn des Vatertages nachzudenken und sich in diesem Zusammenhang die Rolle des „Vater-Daseins“ wieder neu bewusst zu machen.

© Hans-Peter Meyer

Was ist Christi Himmelfahrt – Eine einfache Darstellung der Bedeutung...

Von Hans-Peter Meyer

40 Tage nach Ostern feiert die Kirche das Fest Christi Himmelfahrt. Die Evangelisten Markus und Lukas erwähnten das Ereignis fast beiläufig. So finden wir im Evangelium des Lukas die lapidare Aussage: „ Und während er sie segnete, wurde er zum Himmel emporgehoben“  (Lk, 24,51)

In der Apostelgeschichte, den Erzählungen aus der Feder des Evangelisten Lukas, die mit Ereignissen  nach der Auferstehung Jesu beginnen , finden sich weitere Hinweise auf die Himmelfahrt Jesu: „Ihnen (den Aposteln) hat er (Jesus) durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt: vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen“ (Apg 1,3)

Und nach der Ankündigung, dass sie die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und für ihn bis an die Grenzen der Erde auftreten würden, heißt es: „Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.

Während sie unverwandt ihm nach dem Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen (Apg, 1,9-11

Im Verständnis der Christen beginnt mit der Himmelfahrt Jesu ein neuer Abschnitt der Heilsgeschichte. Der Tod Jesu und die Nachricht des Engels, dass er  von den Toten auferstanden sei, sind die zentralen Inhalte des christlichen Glaubens. Doch die Kirche in der Nachfolge Jesu baut zudem auf der konkreten Erfahrung mit dem Auferstandenen auf.

Die mit den Sinnen zu erfassende  Präsenz Jesu nach der Auferstehung,   die sich vor allem im gemeinsamen Teilen des Brotes  zeigt, gibt den Aposteln die Gewissheit, dass das mit Jesu Wirken  in der Welt begonnene Heilsgeschehen weiter geht. Nach dem Jesu von den Jüngern gegangen war, so schreibt Lukas im Evangelium, „kehrten sie in großer Freude Nach Jerusalem zurück“ (Lk 24,52b) Was ihnen bleibt, ist die frohe  und froh machende Heils-Botschaft des Gottes, der die Menschen liebt und errettet.

Gottes Eintauchen in die Geschichte der Menschen durch die Person des Mensch gewordenen Sohnes Gottes ist mit der Himmelfahrt  Jesu zu Ende – endgültig. Nun liegt es an den Aposteln und an allen, die in der Nachfolge Jesu stehen. Den Auftrag Jesu in der Welt sichtbar zu machen.

Das ist Christi Himmelfahrt.

Hans-Peter Meyer

 

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