Sonntag, 22. Oktober 2017

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Der Vatertag – und seine Bedeutung

Von Hans-Peter Meyer

Wohl die meisten Männer, die alljährlich Christi Himmelfahrt als „Vatertag“ begehen, sind sich kaum bewusst, was sie da eigentlich feiern und wie aus einem hohen kirchlichen Feiertag ein weltlicher Brauch entstand.

Um altheidnische Flurbegehungen zu verdrängen, verlegte die Kirche im 5. Jahrhundert die ursprünglichen Bet-, Gang- und Kreuzwochen von vor Ostern auf die Woche vor Christi Himmelfahrt, welches als neues Kirchenfest vierzig Tage nach der Auferstehung gefeiert wird. Man begründete das mit der Apostelgeschichte 1.12, wo die Rückkehr der Jünger vom Ölberg beschrieben ist und Prozessionen an den letzten gemeinsamen Gang Jesu mit seinen Getreuen erinnern sollten. Lange Zeit standen im Mittelpunkt des Festes solche Prozessionen, in bestimmten Regionen bis heute durchgehend der Brauch, andernorts wieder neu auflebend.

Was ursprünglich an den letzen Gang Jesu mit seinen Jüngern erinnern sollte, hat sich nach dem zweiten Weltkrieg bei vielen als regelrechter „Besäufnistag“ entwickelt, wobei die Erinnerung am folgenden Tag meist auf der Strecke bleibt. Aus der Himmelfahrt Christi  entstand ein irdisches Freudenfest, oft ausgedehnt auf das gesamte folgende Wochenende sogar mit Flugbuchungen zum Ballermann 6.

Hier soll keine Moral gepredigt oder an den Ursprung dieses hohen Festtages erinnert werden, es handelt sich lediglich um die Aufzählung von Fakten. Wie kam es zum Vatertag?

Um 1936 entstand in den Niederlanden der Brauch, an Christi Himmelfahrt ein volkstümliches Fest zu veranstalten, welches vor allem von Wirten und Tabakhändlern gefördert wurde. Die noch älter „Berliner Herrenpartie“ führte am gleichen Tag die Väter von Kneipe zu Kneipe, man wanderte, fuhr mit dem Boot über Berliner Seen, sang frohe Lieder, spielte Karten und sprach den alkoholischen Getränken reichlich zu. Es war jedoch ein Brauch der besser gestellten Herren, das einfache Volk konnte es sich aus finanziellen Gründen nicht leisten.

Damals war der Begriff „Vatertag“ noch nicht geboren, aber die „Berliner Herrenpartie“ gilt als Vorläufer.

Durch holländische und deutsche Einwanderer gelangte der Brauch in die USA. Dort wurde unter dem Motto „equal rights for fathers! (gleiches Recht den Vätern) das Auffahrtsfest sozusagen als Ausgleich zum Muttertag begründet, zuerst als Tag der Freiheit und des Dankes, später in urwüchsigere Formen übergehend. Nach dem zweiten Weltkrieg fand die Sitte in Westeuropa, besonders bei trinkfreudigen Männern, eine enorme und schnelle Verbreitung.   Mit dem Wirtschaftswunder stieg auch der Drang immer mehr in diese Richtung, besonders Kegelclubs und Stammtischler machten dem Begriff „Vatertag“ alle Ehre .Er wurde in Westdeutschland zu einer alljährlichen festen Einrichtung. Ob dies der tiefere Sinn des Vatertages ist?

Auch bei uns wird gerne angeführt, es sei ein Ausgleich zum Muttertag, aber dafür gibt es keine sachliche oder historische Grundlage, denn es ist im Grunde ein von den Herren der Schöpfung selbst eingeräumtes Privileg.

Es wäre vielleicht angebracht, einmal intensiver über den Sinn des Vatertages nachzudenken und sich in diesem Zusammenhang die Rolle des „Vater-Daseins“ wieder neu bewusst zu machen.

© Hans-Peter Meyer

Was ist Christi Himmelfahrt – Eine einfache Darstellung der Bedeutung...

Von Hans-Peter Meyer

40 Tage nach Ostern feiert die Kirche das Fest Christi Himmelfahrt. Die Evangelisten Markus und Lukas erwähnten das Ereignis fast beiläufig. So finden wir im Evangelium des Lukas die lapidare Aussage: „ Und während er sie segnete, wurde er zum Himmel emporgehoben“  (Lk, 24,51)

In der Apostelgeschichte, den Erzählungen aus der Feder des Evangelisten Lukas, die mit Ereignissen  nach der Auferstehung Jesu beginnen , finden sich weitere Hinweise auf die Himmelfahrt Jesu: „Ihnen (den Aposteln) hat er (Jesus) durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt: vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen“ (Apg 1,3)

Und nach der Ankündigung, dass sie die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und für ihn bis an die Grenzen der Erde auftreten würden, heißt es: „Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben, und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken.

Während sie unverwandt ihm nach dem Himmel emporschauten, standen plötzlich zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch ging und in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen (Apg, 1,9-11

Im Verständnis der Christen beginnt mit der Himmelfahrt Jesu ein neuer Abschnitt der Heilsgeschichte. Der Tod Jesu und die Nachricht des Engels, dass er  von den Toten auferstanden sei, sind die zentralen Inhalte des christlichen Glaubens. Doch die Kirche in der Nachfolge Jesu baut zudem auf der konkreten Erfahrung mit dem Auferstandenen auf.

Die mit den Sinnen zu erfassende  Präsenz Jesu nach der Auferstehung,   die sich vor allem im gemeinsamen Teilen des Brotes  zeigt, gibt den Aposteln die Gewissheit, dass das mit Jesu Wirken  in der Welt begonnene Heilsgeschehen weiter geht. Nach dem Jesu von den Jüngern gegangen war, so schreibt Lukas im Evangelium, „kehrten sie in großer Freude Nach Jerusalem zurück“ (Lk 24,52b) Was ihnen bleibt, ist die frohe  und froh machende Heils-Botschaft des Gottes, der die Menschen liebt und errettet.

Gottes Eintauchen in die Geschichte der Menschen durch die Person des Mensch gewordenen Sohnes Gottes ist mit der Himmelfahrt  Jesu zu Ende – endgültig. Nun liegt es an den Aposteln und an allen, die in der Nachfolge Jesu stehen. Den Auftrag Jesu in der Welt sichtbar zu machen.

Das ist Christi Himmelfahrt.

Hans-Peter Meyer

 

40. Internationaler Museumstag

Ministerpräsidentin und Bundesratspräsidentin Malu Dreyer eröffnet Internationalen Museumstag in Mainz

Bundesratspräsidentin Malu Dreyer betonte bei der Auftaktveranstaltung zum Internationalen Musemstag in Mainz die herausragende Bedeutung von Museen und würdigte sie als lebendige Bildungs- und Kommunikationsorte. „Die bundesweit rund 6.300 Museen und mehr als 450 Ausstellungshäuser ermöglichen den Austausch und fördern das Verständnis füreinander. Sie bringen uns unsere Geschichte näher und öffnen den Blick für aktuelle, auch kontroverse Themen. Ich habe deshalb besonders gerne die Schirmherrschaft über den 40. Internationalen Museumtag übernommen“, sagte die Bunderatspräsidentin.

Sie habe ihre Bundesratspräsidentschaft unter das Motto „Zusammen sind wir Deutschland“ gestellt, weil sie die Stärken des demokratischen Miteinanders herausstellen wolle. „Mir ist es besonders wichtig, statt dem Trennenden das Gemeinsame zu sehen und zu leben. Gerade Museen leisten dazu einen großen Beitrag. Sie nehmen sich mit immer mehr spezifischen Angeboten ganz unterschiedlicher Zielgruppen an“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Dies werde auch beim diesjährigen Internationalen Museumstag wieder deutlich, der mit über 4.000 Aktionen in über 1.000 Orten in Deutschland ein vielseitiges Programm biete und deutlich mache, was Museen alles leisteten. „Dies ist auch hier in Rheinland-Pfalz so, das bekanntlich eine starke und vielseitige Museumslandschaft vorweisen kann“, so die Ministerpräsidentin. Sie wies dabei auf eine rheinland-pfälzische Besonderheit hin, denn rund 60 Prozent der über 430 Museen werden ehrenamtlich betrieben, häufig in Trägerschaft eines Vereins. „Wir sind sehr stolz darauf, dass gerade der Bereich der Kultur in Rheinland-Pfalz von einem äußerst lebendigen Ehrenamt geprägt wird“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Sie wünschte dem Internationalen Museumstag viele Besucherinnen und Besucher, die die faszinierende Welt der Museen entdecken und ihre zentrale Aufgabe noch besser verstehen lernen.

Im Landesmuseum in Mainz fand der offizielle, bundesweite Auftakt des Internationalen Museumtages statt, der unter dem Motto „Spurensuche. Mut zur Verantwortung“ steht. Zugleich wurde die Landeausstellung „vorZeiten. Archäologische Schätze an Rhein und Mosel“ eröffnet, die zu Ehren des 70-jährigen Jubiläums der Landesarchäologie Rheinland-Pfalz im Landesmuseum bis in den Herbst zu sehen sein wird. „Mit ihr dokumentiert die Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz 70 Jahre Landesarchäologie als ganz eigene Spurensuche und Beitrag zum 70. Geburtstag des Landes Rheinland-Pfalz, das so unglaublich reich an Geschichte und reich an archäologischen Schätzen ist. Mein Dank gilt den Kolleginnen und Kollegen der Direktionen und Stabsstellen der GDKE sowie den Ausstellungsgestaltern um Frau Koppenhöfer für ihr großes Engagement bei der Realisierung dieser Ausstellung“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer.

Weitere Informationen unter www.museumstag.de.

Vom Märkerhof zur Städtischen Bühne

Zur 600-jährigen Geschichte des Nassau-Sporkenburger Hofs

Lahnstein. Als im Mai vor 20 Jahren im Nassau-Sporkenburger Hof die Städtische Bühne eröffnet wurde, gingen fünf Jahre der Sanierung, des Umbaus und der Erweiterung zu Ende. Über 5 Millionen DM kosteten die vom Land geförderten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen. Der dreigeschossige gotische Steinbau aus dem 14. Jahrhundert, der seit 1980 unter Denkmalschutz steht, konnte durch die grundlegende Erneuerung als ein wichtiges regionales Kulturerbe vor dem Verfall gerettet werden.

Das Gebäude ist eines von sieben Märkerhöfen, die heute noch in Niederlahnstein stehen. Die Märker waren zumeist als Burgmannen der Burgen Lahneck und Stolzenfels verpflichtet, die sie in Kriegszeiten zu verteidigen hatten. In ruhigen Zeiten wohnten sie auf ihren Höfen in Niederlahnstein. Die urkundlichen Überlieferungen belegen, dass ein Herr Johann Mohr von der Walde im 14. Jahrhundert, verheiratet mit einer Petersin von Lahnstein, als Besitzer des Märkerhofs genannt wird.

Die Glanzzeit des Gebäudes begann jedoch 1527, als der Hof für 500 Gold Florentiner Gulden an den Amtmann von Wellmich, Quirin von Nassau, überging. Er und seine Nachkommen vermehrten den Besitz durch den Zukauf zweier Nachbarhäuser und das benachbarte Hofgut, das der Abtei in Altenberg gehörte. Der ganze Besitz war von einer wehrhaften Mauer umgeben, wie sie auch für die anderen Niederlahnsteiner Märkerhöfe, in Ermangelung einer Stadtmauer, nachzuweisen ist. Das herrschaftliche, burgartige Wohnhaus mit vorgesetztem, achteckigem Treppenturm, erhielt unter Quirin von Nassau seine heutige Gestalt einschließlich dem, beim Umbau rekonstruierten, hohen Satteldach. Das Wappen der Nassau-Sporkenburger, ein goldener Löwe mit sieben silbernen Kugeln, am Eingangsportal des Turmes zeugt noch heute vom Stolz seiner Besitzer. Die Nassauer Grafen aus Nassau an der Lahn führten im Wappen den gleichen Löwen, jedoch umgeben mit Schindeln. Die mit ihnen verwandte Seitenlinie der Nassau-Sporkenburger benannte sich nach ihrer Stammburg, der heutigen Ruine Sporkenburg zwischen Bad Ems und Arzbach.

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Rheinland-pfälzische Museen leisten hervorragende Arbeit

Zum Internationalen Museumstag am 21. Mai 2017 erklärt die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Giorgina Kazungu-Haß:

„Die rheinland-pfälzische Museumsszene überzeugt mit modernen Ausstellungskonzepten, die zum Mitmachen und Nachdenken einladen. Erfreulich ist daher, dass die bundesweite Auftaktveranstaltung zum Internationalen Museumstag in diesem Jahr im Mainzer Landesmuseum stattfinden wird. Unter dem Motto „Spurensuche“ gehen Besucherinnen und Besucher an diesem Tag auf Zeitreise, erkunden geologische Phänomene und lernen technische Zusammenhänge kennen. Kunst, Kultur und Geschichte werden so direkt erfahrbar.“

„Neben Theatern, Orchestern und Bibliotheken sind Museen eine der tragenden Säulen kultureller Bildung. Als Orte der Erinnerung tragen die rheinland-pfälzischen Museen dazu bei, das reiche kulturelle Erbe von Rheinland-Pfalz zu bewahren. Die Generaldirektion Kulturelles Erbe leistet hier hervorragende Arbeit. Die rheinland-pfälzische Museumslandschaft lebt zudem von den zahlreichen oft ehrenamtlich betriebenen Heimatmuseen. Sie bewahren unsere regionale Geschichte, erzählen von spannenden Biografien und machen die eigene Heimatregion auf eine lehrreiche und unterhaltsame Weise zugänglich.“

Der Internationale Museumstag findet in diesem Jahr zum 40. Mal statt. Am Aktionstag nehmen in Rheinland-Pfalz rund 80 Museen teil, bundesweit sind es rund 1650. Auch zahlreiche Abgeordnete der SPD-Landtagsfraktion beteiligen sich am Aktionstag.

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