Dienstag, 25. April 2017

Letztes Update:12:11:31 PM GMT

region-rhein.de

RSS

Einkehr im November – Eine nachdenkliche Betrachtung zum Herbstmonat

Von Hans-Peter Meyer

Er beginnt wieder -  der Monat November mit seinen zum Nachdenken und zur inneren Einkehr anregenden Feier- und Gedenktagen Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag. Dieser Monat hat ein ganz besonderes Gepräge und bestimmt unsere Empfindungen und Gefühle in besonderem Maße.

Der November ist dazu angetan, Gedanken der Wehmut und Trauer zu wecken. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Natur scheint abzusterben. Am späten Nachmittag senkt sich schon das Dunkel über die Landschaft. Der Wind fegt durch die leeren Straßen….

Im November trauern wir mehr als sonst um liebe Menschen und denken an die Zeit, als wir sie noch bei uns hatten. Wir gehen zu den Gräbern auf die Friedhöfe, zünden entsprechend der Sitte unserer keltischen Vorfahren kleine Lichter an und vieles wird plötzlich wieder gegenwärtig. Kein anderer Monat des Jahres ist so geeignet in uns diese Nachdenklichkeit zu wecken, wie dieser nasse, neblige und windige Monat. An langen Abenden werden Schubladen und Schatullen geöffnet. Wir greifen zu Briefen aus vergilbten Umschlägen. Dann werden wir unruhiger, unsere Gedanken flüchten zu den Dingen, aus denen die Dahingegangenen lauter zu uns sprechen als aus Grab und Stein.

Das Grün und die Blüten der Gräber erinnern trostreich an die Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Zwiegespräche halten wir mit Bildern, aus denen  uns alte und junge Augenpaare ansehen, ernste und auch lachende. Sie blicken beredt auf unser Alltagsleben. Letzte Stunden und Gespräche kommen in Erinnerung, kleine Gesten der Liebe und Zärtlichkeit. Viele Einzelheiten sind ins Gedächtnis eingebrannt, denn liebe Tote kann man nicht vergessen. Wehmut beschleicht uns, weil uns nicht mehr mit den Toten verbindet als die Erinnerung. Im Laufe des Lebens wird jeder Mensch mit dem Tod konfrontiert – durch den Verlust von Angehörigen und Freunden oder weil eine schwere Krankheit die eigene Sterblichkeit unmittelbar vor Augen führt. Friedhofsbesuche, Grabpflege und Rituale an Trauertagen, wie zum Beispiel an Allerheiligen oder am Totensonntag, können bei der Trauerbewältigung hilfreich sein.  Der Schmerz wird dann leichter, unser Leben ist durch den Alltag mit neuen Aufgaben erfüllt.

Doch wer könnte einen Bruder, eine Schwester vergessen, einen Sohn oder eine Tochter, einen Ehemann oder die Ehefrau, einen Vater, die Mutter, einen vertrauensvollen Freund oder eine Freundin, die so zu unserem Leben gehörten, wie der Wechsel von Tag und Nacht? Wie sollte man aber weiterleben, wenn man nicht vergessen kann? Unsere Erinnerung darf uns nicht so gefangen nehmen, dass wir uns der Gegenwart und dem „Heute“ nicht mehr zu stellen vermögen. Es ist das ewige Gesetz der Natur: Werden, Vergehen und Werden. Das Große stirbt und das Kleine wächst nach.

Ehrfurcht, Achtung und Respekt vor den Toten sind so alt wie die Welt. Im christlichen Glauben wurzelt aber darüber hinaus die Hoffnung auf das, was uns erwartet, wenn auch wir die letzte Grenze überschritten haben. Niemand geht von uns, er geht nur voraus. Die Gedenktage im November fordern uns zur Selbstbesinnung auf. Stellen wir uns dem Schmerz, weil er notwendig ist, aber verharren wir nicht in ihm.

Foto: © Hans-Peter Meyer

Tausende Fundstücke aus römischer Zeit

Studierende untersuchten ein Areal der Siedlung Belginum

Etwa 3000 archäologische Funde haben Studierende der Universität Trier und der Ludwig Maximilians-Universität (LMU) München auf einem Feld bei Morbach im Hunsrück gemacht.

Das Gelände südlich der Hunsrückhöhenstraße gehörte zur antiken Siedlung Belginum. Die Verteilung der Funde scheint vorhergehende geophysikalische Untersuchungen zu bestätigen. Sie hatten ergeben, dass die Siedlung erheblich größer war als zuvor angenommen.

Das Areal auf der Gemarkung von Hundheim, Gemeinde Morbach, war wegen Straßenbaumaßnahmen bereits 2014 geomagnetisch untersucht worden.

Ein Magnetogramm ließ die Fortsetzung der Siedlung Richtung Westen und die Anordnung der Parzellen und der Langhäuser mit zur Straße gelagertem Kellerraum deutlich erkennen.

Eine Feldbegehung und Einmessung des Fundmaterials erbrachte ohne Ausgrabungen erste Erkenntnisse zu dem Fundplatz. Schon nach der ersten Begehung war das etwa ein Hektar große Feld mit Fund-Tüten übersät.

Zu den knapp 3000 Überresten kamen etwa 180 fünf Mal fünf Meter große Quadranten mit jeweils Dutzenden von Funden, die ebenfalls eingemessen wurden.

Der Großteil der Funde stammt aus römischer Zeit. Überwiegend sind es Reste von Baukeramik (Dachziegel, Ziegel und Bodenplatten), aber auch zahlreiche Dachschiefer-Fragmente mit Nagellöchern.

Anders als bei früheren Begehungen fanden die Studierenden auch eine größere Menge an datierbarer Keramik sowie Glas.

An der interdisziplinären Lehrveranstaltung nahmen elf Studierende der Universität Trier aus den Fächern Klassische Archäologie und Geowissenschaften teil.

Sie wurden betreut durch Dr. Rosemarie Cordie, Dr. Rebecca Retzlaff und Dr. Johannes Stoffels. Prof. Dr. Wolf-Rüdiger Teegen begleitete die sieben Studierenden der Ludwig Maximilians-Universität München in den Hunsrück. Das umfangreiche Material wird im Rahmen von Bachelorarbeiten an der LMU München bearbeitet.

Museum am Dom bis 7. November geschlossen

Das Museum am Dom bleibt nach Ende der Nero-Ausstellung bis zum 7. November einschließlich geschlossen. In dieser Zeit wird die Nero-Ausstellung abgebaut und die Präsentation der Sammlung wieder hergerichtet. Ab Dienstag, 8. November ist das Museum wieder werktags von 9 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 13 bis 17 Uhr zu besuchen.
Trotz der Schließung findet bereits am Freitag, dem 4. November um 20 Uhr das erste "Freitagskonzert im Museum" der Saison 2016/17 als Konzert für zwei Flügel statt. Zum 100. Todesjahr von Max Reger spielen Andreas Rothkopf und Tatevik Mokatsian Werke von Mozart, Schumann und Reger.

In einer 230 Jahre alten Zeitung blättern…

Gedanken und Texte sind auch heute noch aktuell

„... Nachrichten aus verschiedenen Gegenden im In- und Auslande pflegen nicht übereinstimmend zu seyn. In zweifelhaften Fällen sollte man es wenigstens sich immer zur Regel machen, eher zu hoffen als zu fürchten. Wahr ists, die vornehmsten Mächte Europens sind vielleicht noch nie so misstrauisch gegen einander gewesen, als gegenwärtig...“ Ein Zitat aus den politischen Nachrichten der Neuwieder Freymaurer-Zeitung vom Dezember 1786, das durchaus auch auf die Neuzeit übertragen werden könnte…

Nur wenige Monate hielt sich Ende des 18. Jahrhunderts in Neuwied dieses ganz ungewöhnliche Blatt auf dem Zeitungsmarkt. Von Dezember 1786 bis Oktober 1787 erschien zweimal wöchentlich die „Freymaurer-Zeitung“ im Verlag Ludwig Gehra. Gehra, Schwiegersohn des Druckers Johann Balthasar Haupt, war Mitglied der Freimaurerloge „Caroline zu den drei Pfauen“. Die einzige noch vorhandene komplette Sammlung dieser Zeitung ist jetzt im Besitz des Neuwieder Stadtarchivs, wurde digitalisiert und ist nun online einsehbar. Eine Fundgrube nicht nur für Historiker.

Weiterlesen...

Begleitprogramm zur Sonderausstellung "Im Licht der Residenz

Barock in Ehrenbreitstein“ im Mutter-Beethoven-Haus

Als Ergänzung zur Ausstellung „Ach seht doch wie der Himmel lacht? Barock in Koblenz“ im Mittelrhein-Museum gibt es seit dem 25. September 2016 die völlig neu konzipierte Barock-Abteilung im Mutter-Beethoven-Haus zu sehen. Beleuchtet werden Hauptaspekte barocker Kultur in Ehrenbreitstein – das Aussehen der Philippsburg und ihrer Gärten, der Reichtum kirchlichen Lebens in der Residenzstadt, aber auch der Alltag derer, die, wie die Eltern Maria Magdalena van Beethovens, in Diensten des Kurfürsten standen. Zur Sonderausstellung findet in den nächsten Wochen ein breit gefächertes Begleitprogramm statt. Diese Woche

Sonntag, 23. Oktober 2016 (geöffnet von 14 bis 17 Uhr) gibt es um 16 Uhr eine Kuratorenführung durch die Barock-Ausstellung mit Dr. Silke Bettermann und im Anschluss, um 17 Uhr, ein Gesprächskonzert im MBH-Saal mit Dr. Uwe Baur und dem Ausonius-Quartett.

Weitere Veranstaltungen zur Ausstellung:

Sonntag, 13. November 2016 (geöffnet von 14 bis 16 Uhr)

16 Uhr Lesung in Kooperation mit „Lesen & Buch“ – „Joseph Breitbach: Ehrenbreitstein – München – Paris“ im MBH-Saal

Sonntag, 18. Dezember 2016 (geöffnet von 14 bis 17 Uhr)

15 Uhr - 16 Uhr Kinderführung „Familie van Beethoven feiert Geburtstag“.

Ausstellungsbesuch und Adventsbasteln für Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren. Bitte mit Voranmeldung an der Kasse des Mittelrhein-Museums unter 0261 / 129-2520.

Sonntag, 22. Januar 2017 (geöffnet von 14 bis 17:30 Uhr)

16 Uhr Kuratorenführung durch die Barock-Ausstellung mit Dr. Silke Bettermann

Samstag, 4. Februar 2017 (geöffnet von 16 bis 17:30 Uhr)

Finissage im Rahmen des „Ehrenbreitsteiner Lichtermeers“

Erläuterungen zur Ausstellung durch den Vorstand der Förderer des MBH (Manfred Diehl und Karin Ostermann).

Mutter-Beethoven-Haus, Wambachstraße 204, 56077 Koblenz

Weitere Informationen zum Mutter-Beethoven-Haus finden Sie auf der

Homepage des Fördervereins: www.mutter-beethoven-haus.de

 

JPAGE_CURRENT_OF_TOTAL