Montag, 25. September 2017

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Der Frühling muss geboren werden – Gedanken zu einer Jahreszeit

Von Hans-Peter Meyer

Krokusse – Frühlingsboten der Natur

Von den Gezeiten des Jahres wird von den meisten Mitmenschen der Übergang vom Winter zum Frühling am stärksten empfunden. Ist er einmal da, der Frühling, wächst das Jahr organisch weiter; die Nahtstellen der übrigen Jahreszeiten sind kaum wahrnehmbar. Der Frühling aber muß geboren werden – oft  unter Schneeschauern, allerdings war es in diesem Jahr ein eher milder Winter.

Das Wunder der Wandlung von der grauen zur grünenden Flur erregt uns jedes Jahr wieder Die Frühlingssehnsucht ist umso ungestümer, je später der Winter zum Endspurt angesetzt und je zäher er sich gehalten hat. Junge Menschen nehmen den Frühling zumeist als etwas Selbstverständliches – wie etwas, das sie fordern können, das ihnen zusteht. Menschen im Herbst des Lebens freuen sich seiner eher gedämpft. Eine leise Wehmut befällt sie bei dem Gedanken, dass der größte Teil der Erdenlenze schon hinter ihnen liegt; sie schwelgen in der Erinnerung an entschwundenes Frühlingsglück, während die Jungen nur den Augenblick genießen.

Jeder hat sein erstes kleines Frühlingserlebnis: Den Augenblick nämlich, da ihm bewusst wird, dass etwas Neues in der Luft liegt. Das kann vor dem 20. März liegen – die beseelte Natur richtet sich nicht pedantisch nach dem Abreißkalender.

Für den einen ist es ein erstes Amsellied, für den anderen der erste blühende Krokus im Vorgarten. Es kann auch ein Frauen- oder Kinderlachen sein, das uns unterwegs zufliegt, ein nettes, ein gutes Wort.

Auch das bevorstehende Osterfest ist nach Überlieferungen ein altgermanisches Frühlingsfest.

In den Läden werden schon seit Wochen Schokoladenhasen und bunt gefärbte Eier angeboten, aber Ostern ist mehr als eine gewöhnliche Tradition.

Darin steckt die „Oster“-Botschaft Gottes an alle Menschen, die voller Hoffnung, Freude und Zukunft ist: Jesus Christus ist auferstanden – er lebt.

Denn die Auferstehung ist eine Zentralbotschaft der Bibel und soll uns im Frühling Zuversicht vermitteln.

Plötzlich merken wir: Alles ist anders geworden. Dann ist es nicht nur sicht- und hörbar in der Natur, sondern auch in unseren Herzen ist Frühling geworden.

Im Zeitalter von Computer, Produktion und Konsum, da Blumenläden das liebe lange Jahr hindurch ihre fast verwirrende Fülle und Pracht ausbreiten, haben viele verlernt, welche Freude es machen kann, auf einem Spaziergang die erste Anemone, das erste Veilchen zu entdecken. Wer darin noch jenes kleine Wunder sieht, darf sich glücklich preisen.

Merkwürdig: Jahr für Jahr vollzieht sich das Werden des neuen Frühlings.

Und wir haben doch niemals das Gefühl, dass sich dabei etwas „wiederholt“, so ursprünglich und jedes Mal neu erleben wir die Premiere dieses Wunders auf jener Bühne, über der – unsichtbar, doch spürbar – eine höhere, größere Macht waltet.

Ludwig Uhland formuliert es in „Frühlingsglaube“ folgendermaßen:

„Die linden Lüfte sind erwacht,
Sie säuseln und weben Tag und Nacht,
Sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muss sich alles, alles wenden.
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden!“.

Und das vielleicht berühmteste Gedicht über den Frühling stammt von Eduard Mörike:“

„Frühling läßt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist's!
Dich hab ich vernommen!“   

© Hans-Peter Meyer

 

 

Passionskonzerte der Montabaurer Kantorei

ALSBACH / MONTABAUR. Die Leidensgeschichte Jesu nach dem Evangelisten Johannes – das ist der Mittelpunkt der traditionellen zwei Chor- und Orchesterkonzerte zur Karwoche mit der Montabaurer Kantorei, der Cappella Taboris und einem Streichquintett. Dabei erklingt der ergreifende Passionsbericht in einer Vertonung von Alessandro Scarlatti (1660 – 1725), ergänzt durch die Choräle der Johannespassion von Johann Sebastian Bach (1685 – 1750), so daß zwei barocke Werke in Bezug zueinander treten. Eröffnet werden die Konzerte durch einen Variationszyklus über das Passionslied „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ aus der Feder des Thomaskantors Johann Sebastian Bach.

Das Konzert findet statt am Dienstag, 11.04. um 20 Uhr in der evangelischen Nicolaikirche an der Hauptstraße 11 in 56237 Alsbach und am Karfreitag, 14.04. um 15.00 Uhr in der evangelischen Lutherkirche an der Martin-Luther-Straße 1 in 56410 Montabaur. Der Eintritt ist frei, die Gesamtleitung liegt in den Händen von Dekanatskantor Jens Schawaller.

Johanna-Loewenherz-Stipendien vergeben

Künstlerische Begabung, soziales Engagement und Mut waren die zentralen Eigenschaften, die den vier Frauen aus dem Landkreis bei der Stipendienvergabe der Johanna-Loewenherz-Stiftung bescheinigt wurden. Die Stipendien wurden von Landrat Rainer Kaul in einer Feierstunde im vollbesetzten Festsaal des Roentgen-Museums vergeben.

Die Schülerinnen Leonie Heinrichs und Laura Tserea vom Werner-Heisenberg-Gymnasium und Ronja Arndt vom Rhein-Wied-Gymnasium wurden von ihren Schulen vorgeschlagen und für ihre literarischen, bzw. musikalischen Leistungen, sowie ihr Engagement für die Schulgemeinschaft ausgezeichnet. Laura Tserea wurde ein außergewöhnliches musikalisches Talent bescheinigt. Die große sprachliche Begabung war ausschlaggebend für die Benennung von Leonie Heinrichs und Ronja Arndt.

Alle drei Schülerinnen beteiligten sich bisher mit ihren Talenten erfolgreich an verschiedenen Wettbewerben und Projekten ohne ihren Blick für die Schulgemeinschaft, also die Mitschülerinnen und Mitschüler zu verlieren.

Die vierte Preisträgerin, ein Vorschlag der CDU-Fraktion im Kreistag, Frau Fatemeh Mozzaffari engagiert sich in der Flüchtlingshilfe im Asbacher Land und ist wesentlich an der Integration von Flüchtlingen, insbesondere von Frauen beteiligt. Neben Hilfestellungen im Alltag für Frauen und ihre Familien und ausgiebige Dolmetschertätigkeit bei Schul- oder Arztbesuchen ist die strukturelle Verbesserung des Dialoges zwischen den Kulturen für sie von großer Bedeutung. Stellvertretend für alle Stipendiatinnen bedankte sich Leonie Heinrichs bei den Vorschlagenden und dem Landkreis Neuwied für den Preis. Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete Jens Gilles mit Gesang und Klavier.

"Der letzte Romantiker"

Michael Apitz und Klaus Brantzen im Museum Boppard

Boppard
. Am 30.03.2017, 19:00 Uhr, findet im Rheinsaal des Museums in der Kurfürstlichen Burg die Veranstaltung "Der letzte Romantiker" mit "Apitz + Brantzen" statt.
Ein Bühnenprogramm mit Geschichten und Abschnitten aus dem Leben des Malers und Grafikers Michael Apitz. Musik, Lieder und Texte vorgetragen von dem Schauspieler und Musiker Klaus Brantzen. Apitz und Brantzen verbinden bei ihren Programmen Malerei, Musik und Literatur („Colours of Wine“, „Sound of Riesling“). So hat Klaus Brantzen die Abenteuer der Comicfigur „Der Rheingauner“ (Comic: Michael Apitz, Text: Eberhard Kunkel) vertont.
In der Pause und im Anschluss an die Veranstaltung kann auch die laufende Ausstellung "Vom Rhein" besichtigt werden.
Karten sind im Museum Boppard erhältlich! www.museum-boppard.de

Der Internationale Frauentag

Gedanken und Erläuterungen zu einem Ehrentag

Von Hans-Peter Meyer

Der Internationale Frauentag – auch Weltfrauentag genannt – wird inzwischen stets am 8. März gefeiert und ist für Frauen auf der ganzen Welt ein wichtiges Datum. In einigen Ländern ist er sogar gesetzlicher Feiertag.

"Heraus mit dem Frauenwahlrecht!" war die Hauptforderung der "Mütter" des Internationalen Frauentags. Auch wenn diese Zielsetzung inzwischen erreicht wurde, so ist die Gleichstellung der Geschlechter dennoch weder in Deutschland noch im Rest der Welt eine Realität.

Der Internationale Frauentag hat seine Wichtigkeit daher nicht verloren und wird weiterhin jährlich begangen.
Frauen auf der ganzen Welt machen am 8. März mit Veranstaltungen, Feiern und Demonstrationen auf noch immer nicht verwirklichte Frauenrechte aufmerksam.

Den internationalen Charakter unterstützt auch die Tatsache, dass die Vereinten Nationen  an die Tradition des Internationalen Frauentags angeknüpft haben. 1977 rief die UN-Generalversammlung in einer Resolution einen Tag im Jahr zum „Tag für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ aus. Die jährlich stattfindenden Veranstaltungen stehen seither unter wechselnden Schwerpunktthemen von länderübergreifender Relevanz.

2015 lautet das Motto der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag: „Make It Happen“ (Lassen Sie es geschehen). In Deutschland lautet das Motto auch in diesem Jahr: “Heute für morgen Zeichen setzen“.

Deutschland gehört zum kleinen Kreis derjenigen Länder, in denen der Internationale Frauentag von 1911 an gefeiert wurde. Eine wichtige Rolle spielten dabei die  Sozialdemokratinnen Clara Zetkin und Käte Duncker, die mitgewirkt hatten, den Weltfrauentag offiziell ins Leben zu rufen.

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