Donnerstag, 27. Juli 2017

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Die ersten Pilger nach Bethlehem… - Gedanken zum Tag der Erscheinung des Herrn (Dreikönigsfest)

Von Hans-Peter Meyer

Bei den Kindern sind sie beliebt. Auch den meisten Erwachsenen sind diese Wanderer nach all den Jahren noch ein Begriff. Denn sie waren es, die dem Weihnachtsstern folgten, der ihnen hell am nächtlichen Himmel leuchtend den Weg zur Geburtsstätte des neuen Königs der Juden nach Bethlehem wies: Jesus von Nazareth.

Sie waren seine ersten Verehrer, sie knieten vor dem Kinde nieder, huldigten dem Menschen, in welchem sie den Messias erkannten und beschenkten ihn mit den Gaben, die sie mit sich trugen: Mit Myrrhe, dem Balsamöl, gewonnen aus dem Harz des Myrrhestrauchs. Mit Weihrauch, dem getrockneten Harz des Weihrauchbaumes und mit dem Gold, welches einem König gebührt. Um es einfach auszudrücken, waren sie ersten Pilger nach Bethlehem.

Die Rede ist von Caspar, Melchior und Balthasar – den drei Weisen aus dem Morgenlande. Ob sie wirklich so hießen, ist heute kaum mehr zu bestimmen, denn nicht nur ihre Anzahl schwankte, je nach Quelle, zwischen zwei und vier, auch ihre Namen waren ursprünglich nicht festgelegt. Die aktuell gültige Fassung wurde zwischen dem sechsten und achten Jahrhundert bekannt, jedoch existieren auch heute noch regionale Abweichungen.

Anfänglich waren die Drei auch keine Aristokraten sondern, folgt man Matthäus, Magier aus dem Osten, also „Weise“. In den königlichen Stand wurden sie erst lange Zeit später erhoben, etwa zwischen dem achten und dem zwölften Jahrhundert. Zu ihrem Andenken begehen wir heute jedes Jahr am 6. Januar das Epiphaniasfest, benannt nach der Erscheinung des Herrn. Bekannter ist es unter dem Namen „Heilige Drei Könige“.

Wenngleich es kein bundesweiter Feiertag ist, so hat sich doch fast überall der Brauch des Sternsingens etabliert. Dabei ziehen hauptsächlich als Könige verkleidete Kinder mit einem Stern von Haus zu Haus, singen, sprechen ein Gedicht oder Gebet und verkünden die frohe Botschaft. Die als Lohn dafür erhaltenen Gaben, meist Geldspenden, gehen an die Armen, heute also an wohltätige Zwecke.

Zum Dank hinterlassen sie mit geweihter weißer Kreide ihre traditionelle Segensbitte an der Haustür oder am Türbalken, etwa so: 20 *C+M+B+ 13. Der Stern symbolisiert dabei den von Bethlehem, die Kreuze repräsentieren die Dreifaltigkeit in Form des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes und die Buchstaben stehen wahlweise für die Namen der Drei Weisen oder für das lateinische „Christus Mansionem Benedicat“, was so viel bedeutet wie: „Christus, segne dieses Haus“.

Die Ziffern bezeichnen die Jahreszahl des Besuches und ändern sich somit in jeder Saison – in Gebrauch sind im Übrigen je nach Land und Konfession diverse örtliche Variationen der genannten Symbole.

Orthodoxe Christen feiern die Wasserweihe zum Gedenken der Taufe Christi, während die katholische Kirche dieses Ereignis getrennt von seiner Erscheinung erst an dem auf Epiphanias folgenden Sonntag zelebriert.

Eine besondere Form der Erinnerung an Caspar, Melchior und Balthasar findet sich in Form ihrer Gebeine, der Überlieferung nach die einzigen erhaltenen menschlichen Überreste von Zeitzeugen der Geburt Christi. Als Reliquien fanden sie ihren Weg mit Hilfe der Heiligen Helena, Mutter Kaiser Konstantins I, des Bischofs Eustorgius sowie des Erzbischofs Rainald von Dassel im Jahre 1164 von Palästina über Mailand bis ins mittelalterliche Köln.

Die Stadt erlangte dadurch neben ihrem Rang als Bistumssitz überregionale Bedeutung als Wallfahrtsort. Möglicherweise waren also diese Reliquien mit einer der Gründe für den Bau des Kölner Doms, denn dem wunderschönen, kunstvoll verzierten Schrein, in dem sie noch heute aufbewahrt werden, geziemte ein würdiges Domizil. Nach 632 Jahren Bauzeit war die entsprechende, bautechnische Meisterleistung dann auch vollbracht worden – aber das  wäre eine andere, neue Geschichte.
Dennoch sollte die vorstehende Interpretation eine Reflexion zum Tag der Heiligen Drei Könige sein – zum Nachdenken und zur Orientierung…

Text und Foto: ©: Hans-Peter Meyer

 

 

Muslimische Jugend ruft zum Schulterschluss gegen Terror auf

Selters. Als Reaktion auf den Anschlag am Montagabend in Berlin, bei dem 12 Menschen starben und Dutzende teils schwer verletzt wurden, rief die Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation zu einer bundesweiten Blutspendeaktion auf.

Die Mitglieder der Jugendorganisation hatten sich seit dem Anschlagzum Ziel genommen, in einer Woche 1000 Blutspender aus dem gesamten Bundesgebiet zu mobilisieren. An der Blutspendenaktion in Selters nahmen 12 junge Mitglieder teil.

„Wir sind fassungslos angesichts der Nachrichten aus der Bundeshauptstadt und bekunden unsere absolute Solidarität mit den Opfern, ihren Familien und Angehörigen“, erklärt Hasanat Ahmad, Bundesvorsitzender der Ahmadiyya Muslim Jugendorganisation.

Für die Ahmadiyya Jugend gelte:

„Wer einen Menschen tötet, so ist es, als hätte er die ganze Menschheit getötet und wer Menschenleben erhält, so ist es, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten“. (Heiliger Koran 5:33).

Mit der Aktion ruft die Jugendorganisation zu einem gesamtgesellschaftlichen Schulterschluss gegen Extremismus und Terror in der Gesellschaft auf. Es ist ihr höchstpersönlicher Beitrag dafür, dass ein ethnien- und konfessionsübergreifender Zusammenhalt in der gegenwärtigen Zeit noch stärker in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung rückt.

„Andere mögen Blut vergießen, aber inspiriert von den islamischen Wertensehen wir es als Pflicht, Menschenleben zu retten und die Gesellschaft noch lebenswerter zu machen“, erklärt der Bundesvorsitzende.

 

Treffen der Kulturämter der Region

Auf Einladung der Koblenzer Kulturdezernentin Dr. Margit Theis-Scholz (5. von links) fand in Koblenz ein Informations- und Austauschtreffen der Verantwortlichen Mitarbeiter der Kulturämter in der Region Mittelrhein statt.

Als Teilnehmer nahmen teil der Mayener Oberbürgermeister Wolfgang Treis (6. von links) und Claudia Schick (7. von links) von der Stadt Andernach Charlotte Eveling (links), von der Stadt Lahnstein Ulrike Krapp (4. von links) und Walter Novortne (3. von links), von der Stadt Neuwied Petra Neuendorf (2. von links) und von der Stadt Koblenz Thomas Preußer (rechts).

Wenn unser Herz spricht…. Gedanken zu Weihnachten

Von Hans-Peter Meyer

Und wieder diese Gegensätze: Weihnachten in den Katastrophen-, Krisen- und Kriegsgebieten dieser Welt, nicht nur irgendwo, sondern in Syrien, in Libyen, in Ägypten, in Afghanistan, im Irak, in Pakistan, in Haiti, auf den Philippinen, in Nahost  der gewaltsame  Israelisch-Palästinensische Kriegskonflikt und  in vielen afrikanischen Ländern, aber auch auf europäischem Boden nicht weit entfernt von uns in der Ost-Ukraine. Grausame Bilder. Kinderchöre auf der einen und geschädigter Wald auf der anderen Seite. Erfolgsmeldungen einerseits – Vorurteile und Verleumdungen andererseits. Weltweit gibt es ein Viertel Reiche und drei Viertel Arme. Ein Viertel der Menschheit ist nicht in der Lage, seine Grundbedürfnisse wie Ernährung, Kleidung, Wohnung, Gesundheit und Bildung zu sichern.  Millionen Menschen auf unserem Globus kämpfen täglich um die nackte Existenz. Weltweit sterben jeden Tag 30 000 Kinder an den Folgen von Hunger, Krankheit und Kriegen - eine alarmierende Zahl, die man sich immer wieder nachhaltig bewusst machen muß.

Stille Nacht hier – und Terrormeldungen dort. Wie kann das Fest da überhaupt noch unsere Herzen und Seelen erreichen?

Denn das ist es doch, was wir an Weihnachten, dem Fest Christi Geburt, vor allem suchen: dass sich unsere Seele über den Tag erhebt. Dass es wirklich „weihnachtet“ um uns, in uns, in unseren Herzen, wie Theodor Storm es in einem seiner schönsten Gedichte beschrieb.

Den äußerlichen Glanz haben wir. Die Kugeln am geschmückten Christbaum werden immer bunter, die Geschenke immer kostbarer, selbst da, wo es inzwischen finanziell schmaler zugeht.

Keine Sorge also um den äußeren Glanz, auf den wir Menschen so sehr fixiert sind.

Aber was ist mit dem Glanz tief innen bei uns? Ohne Hass, ohne Verbitterung und Neid! Wo kommt er her, wie können wir ihn für uns gewinnen, diesen inneren Glanz?

Es führen keine Schnellstraßen zu Reichtum und Glück. Eine Kerzenlänge Gefühl reicht nicht. Die Liebe und Herzlichkeit, die wir Weihnachten erfahren, sind schon beglückend. Doch sie sind nur eine Seite der Medaille. Der Schweizer Literatur-Nobelpreisträger Carl Spitteler  (*1845 +1924)  hat einmal  die Formulierung geprägt:  „Menschen zu finden, die mit uns fühlen und empfinden, ist wohl das schönste Glück auf Erden“. Auch diese Hoffnung verbindet die Menschen mit Weihnachten.

Der Pädagoge und Buchautor Rolf Krenzer (*1936  +2007) hat vor einigen Jahren anlässlich des Festes von Christi Geburt folgende Worte geschrieben:

Wann fängt Weihnachten an?

Wenn der Schwache

dem Starken die Schwäche vergibt,

wenn der Starke

die Kräfte des Schwachen liebt,

wenn der Habewas

mit dem Habnichts teilt,

wenn der Laute

bei dem Stummem verweilt

und begreift,

was der Stumme ihm sagen will,

wenn das Leise

laut wird

und das Laute still,

wenn das Bedeutungsvolle

bedeutungslos,

das scheinbar Unwichtige

wichtig und groß,

wenn mitten im Dunkel

ein winziges Licht

Geborgenheit

helles Leben verspricht

und du zögerst nicht,

und du gehst  so wie du bist

darauf zu,

dann, ja dann,

fängt Weihnachten an!

Denn das Wunder geschieht erst, wenn wir Liebe und Herzlichkeit geben. Das selbst gebastelte Geschenk eines Kindes, die Überraschung für die Partnerin oder den Partner. Der Besuch bei einem Kranken oder Einsamen. Der plötzliche Anruf eines Freundes von weither. Jeder von uns kann zum Frieden  und zur Gerechtigkeit beitragen.

Wenn sich Gegner, ja Feinde zur Versöhnung die Hände reichen, wenn Menschen für Menschen ihre Herzen öffnen, dann wird für uns das Wunder von Bethlehem gegenwärtig.

Das ist die andere, die hellere Seite.

Beschenkt zu werden, das ist schön. Aber Schenken – „sich selber dreingeben“ – das ist der Schlüssel für Weihnachten, das Fest der Liebe und den Friedens. Es gibt keinen anderen Schlüssel.

Weihnachten heißt, mit Hoffnung leben, sich die Hände zur Versöhnung reichen, Fremde aufnehmen, Kranke trösten,  einander helfen, das Gute zu tun, die Tränen trocknen.

Jedes Mal, wenn einer dem anderen Liebe schenkt, wenn die Not des Unglücklichen gemildert wird, wenn Herzen zufrieden und glücklich sind, steigt der Schöpfer herab vom Himmel und bringt uns das Licht:

Das ist die Botschaft zu Weihnachten…

Text und Foto: ©: Hans-Peter Meyer

 

 

 

 

 

 

 

Adventskonzerte der Montabaurer Kantorei und der Cappella Taboris

ALSBACH / MONTABAUR. Gemeinsam gaben die Montabaurer Kantorei und die Cappella Taboris mit einem Streichquartett unter der Leitung von Dekanatskantor Jens Schawaller ihre traditionellen zwei großen Adventskonzerte in der ev. Nicolaikirche in Alsbach sowie in der ev. Pauluskirche Montabaur mit Werken von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Friedrich Noack, Ferdinand Schmidt, Jan Bender, Walther Schmidt und Ingo Jungbluth. Als Solisten wirkten Angelika Wies (Sopran), Monika Schlößer (Alt und Blockflöte), Hildegard Sthamer (Tenor), Jens Schawaller (Evangelist) und Ingo Jungbluth (Bass) mit Susanne Schawaller (Orgel); als Instrumentalisten wirkten im Streichquartett Cornelia Heppner (Violine), Felix Kuhl (Violine), Sophie Jungbluth (Viola da braccia) und Gudula Marxsen (Kontrabass). Möglich wurden die beiden hochkarätigen Konzerte wieder durch die freundliche Unterstützung des evangelischen Dekanates Selters und den Förderverein Musica Sacra e. V., wodurch alle Gäste in beiden Kirchen bei freiem Eintritt empfangen werden konnten.

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