Freitag, 26. Mai 2017

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Forschergruppe „Resilienz“ untersucht Reaktionen auf tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche

Interdisziplinäres Team der Universität Trier hat die Arbeit aufgenommen

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschergruppe „Resilienz – Gesellschaftliche Umbruchphasen im Dialog zwischen Mediävistik und Soziologie“, die am 1. Juli an der Universität Trier ihre Forschungsarbeit aufgenommen hat, erarbeitet ein Konzept sozialer Resilienz. Germanisten, Historiker, Juristen und Soziologen beschäftigen sich dabei mit der Frage, welche Handlungsoptionen soziale Gruppen vor dem Hintergrund bestandsgefährdender Umbrüche in der Zeit vom 13. bis zum 16. Jahrhundert entwickeln und umsetzen, um existenzbedrohenden Ereignissen zu begegnen.

Ziel der interdisziplinären Zusammenarbeit ist es, das Resilienz-Konzept, das in der Individualpsychologie und der Human- und Sozialökologie entstand, für die Geistes- und Sozialwissenschaften zu erschließen und weiterzuentwickeln. „In sechs Projekten möchten wir neue Ansätze für die Beschreibung historischer Umbruchphasen im Spätmittelalter erarbeiten, dabei bestehende Epochendefinitionen überprüfen und alternative Konzepte wie Krise oder Katastrophe kritisch hinterfragen“, so Prof. Dr. Lukas Clemens, Sprecher der Forschergruppe.

Das Forscherteam betritt Neuland, wenn es das für die Beschreibung von Gegenwartsphänomenen entwickelte Resilienzkonzept auf die Vergangenheit überträgt und in einer differenzierten Analyse die komplexen, sehr dynamischen Prozesse von Bewältigung, Anpassung und Transformation angesichts bestandsgefährdender Herausforderungen in den Blick nimmt. Die vergleichende Untersuchung von Resilienzprozessen, Resilienzressourcen und Resilienzstrategien macht sozio-politische, sozio-ökonomische und sozio-kulturelle Grundmuster bei der Bearbeitung gesellschaftlicher Umbruchserfahrungen sichtbar. Sie schärft zugleich den Blick auf innovative Neuansätze, aber auch nicht intendierte Nebenfolgen von Resilienzprozessen bis hin zu ihrem Scheitern, deren Ursachen deutlicher hervortreten und beschreibbar werden.

Zum Auftakt der gemeinsamen, auf sechs Jahre angelegten Forschungsarbeit lud die Forschergruppe Anfang November zu einem öffentlichen Vortrag an die Universität Trier ein. In seinem Grußwort zur Eröffnung der Veranstaltung hob Universitätsvizepräsident Prof. Dr. Georg Müller-Fürstenberg die zentrale Bedeutung der Forschergruppe für die Geistes- und Sozialwissenschaften an der Universität hervor. „Die von der DFG geförderte Forschergruppe trägt entscheidend dazu bei, dass Trier weiterhin als Standort für Spitzenforschung gilt.“ Nach einer Kurzpräsentation von Prof. Lukas Clemens zum Forschungsprogramm sprach Prof. Dr. Markus A. Denzel, Wirtschaftshistoriker an der Universität Leipzig, über das Thema „Von der Resilienz zum Resilienz-Management“.

„Im Licht der Residenz – Barock in Ehrenbreitstein“

Sonntag, 13. November 2016

Öffnung Sonderausstellung „Im Licht der Residenz – Barock in Ehrenbreitstein“ im MBH von 14 –16 Uhr, um 16 h Lesung in Kooperation mit dem Förderverein „Lesen & Buch“ im MBH - Saal

„Wer durch den Fluß will, muß sich die Füße naß machen“

Joseph Breitbach

Ein großer Schriftsteller der kleinen Leute. Noch ist die diesjährige Preisverleihung des Joseph- Breitbach - Preises im Theater der Stadt Koblenz  in lebhafter Erinnerung, da ist der Autor und der Mensch Joseph Breitbach bereits wieder im Focus:

„Wer durch den Fluß will, muß sich die Füße naß machen“, so der Koblenzer Schriftsteller selbst im  Dezember 1955.

Am 13. November um 16 Uhr wird der Förderverein LESEN und BUCH im Saal des Mutter-Beethoven-Hauses, wenige Meter von Breitbachs Geburtsstätte entfernt, dem Autor und seinem Werk eine Lesung widmen. Ein großes Geheimnis lag stets um Breitbach, der als junger Mann ständig total verschuldet war, weil er sein verfügbares Geld zu gerne für Malerei oder Literatur ausgab. In späteren Jahren erlaubte ihm sein Vermögen, das zu tun, was er als den eigentlichen Luxus seines Lebens ansah: eine glückliche Verbindung von Geld und Geist! Breitbach war ein großer Moralist, der gleichzeitig Toleranz übte gegenüber allen Menschen, gleich welcher Herkunft oder Neigung. Wie Joseph Breitbach seine Kindheit und Jugend in Ehrenbreitstein erlebte, was er über Koblenz und die Koblenzer dachte, seine Verbindungen zu den renommiertesten Literaten der Zeit und vieles mehr erfahren die Zuhörer in der Lesung des Fördervereins LESEN und BUCH auf Einladung der Förderer Mutter – Beethoven - Haus e. V.

Margarete Ries, Hein Mecker und Traute van Aswegen werden die Lesung bestreiten, deren musikalische Umrahmung durch die Vermittlung der Musikschule Koblenz erfolgt: der hochbegabte Jung-Pianist Martin Schleiffer wird mit einem Werk von Erik Satie zu hören sein.

Im Vorlauf der Veranstaltung ist das Museum im MBH schon ab 14 Uhr geöffnet. Der Verein empfiehlt den Besuch der dortigen  Sonderausstellung des Mittelrhein -Museums „Im Licht der Residenz – Barock in Ehrenbreitstein“.

Der Eintritt ist frei, der Fördererverein des MBH bittet um Spenden für die in Vorbereitung befindliche neue Dauerausstellung, die im kommenden Jahr eröffnet werden soll.

 

Carl-Zuckmayer-Medaille 2017

Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeichnet Joachim Meyerhoff aus

Der Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff wird die Carl-Zuckmayer-Medaille 2017 erhalten. „Der außerordentlich vielseitige Joachim Meyerhoff gehört zu den wichtigsten und begabtesten Bühnenschauspielern seiner Generation. In den letzten Jahren ist er außerdem zu einem der bemerkenswertesten autobiografischen Erzähler im deutschsprachigen Raum aufgestiegen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die ihm die bundesweit beachtete Auszeichnung bei einem Festakt am 18. Januar 2017 im Mainzer Staatstheater verleihen wird.

Als Star des deutschsprachigen Theaters habe Joachim Meyerhoff mit allen wichtigen Regisseuren und an allen großen Häusern gearbeitet; seit mehr als zehn Jahren sei er festes Ensemble-Mitglied am Burgtheater Wien. Genauso intensiv wie seine Bühnenpräsenz sei seine Erzählkunst, mit der er sein Leben zu Bestsellerromanen verarbeitet habe. „Sein Romandebüt ‚Alle Toten fliegen hoch‘ wurde 2011 sogleich ein Hit bei Kritikern und Lesepublikum. Auch die zwei weiteren autobiografischen Romane wurden Beststeller“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Joachim Meyerhoff jongliere mit Worten und verstehe es, diese sehr geschickt zu inszenieren. Dabei wechsle er mühelos zwischen Unterhaltung und Anspruch, ohne jemals flach zu werden. „Diese besondere Gabe erinnert sehr stark an Carl Zuckmayer“, begründete die Ministerpräsidentin ihre Entscheidung, die sie aufgrund von Vorschlägen einer Fachkommission getroffen hat.

Mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ehrt das Land Rheinland-Pfalz seit 1979 Persönlichkeiten, die sich um die deutsche Sprache verdient gemacht haben.

Die Verleihung findet immer am 18. Januar, dem Todestag des großen rheinhessischen Dichters, statt. Der Preisträger bekommt die von dem Künstler Otto Kallenbach geschaffene Medaille sowie ein 30-Liter-Fass mit dem von Carl Zuckmayer geschätzten Nackenheimer Wein.

Trägerinnen und Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille sind:

Günther Fleckenstein (1979), Werner Hinz (1980), Georg Hensel (1982), Friedrich Dürrenmatt (1984), Ludwig Harig (1985), Dolf Sternberger (1986), Tankred Dorst (1987), Günter Strack (1988), Hanns Dieter Hüsch (1989), Martin Walser, Adolf Muschg, André Weckmann (1990), Albrecht Schöne (1991), Hilde Domin (1992), Hans Sahl (1993), Fred Oberhauser (1994), Grete Weil (1995), Mario Adorf (1996), Katharina Thalbach (1997), Harald Weinrich (1998), Eva-Maria Hagen (1999), Peter Rühmkorf (2000), Mirjam Pressler (2001), Herta Müller (2002), Monika Maron, Wolf von Lojewski (2003), Edgar Reitz (2004), Thomas Brussig (2005), Armin Mueller-Stahl (2006), Udo Lindenberg (2007), Bodo Kirchhoff (2008), Volker Schlöndorff (2009), Emine Sevgi Özdamar (2010), Hans Werner Kilz (2011), Uwe Timm (2012), Doris Dörrie (2013), Dieter Kühn (2014), Bruno Ganz (2015) und Sven Regener (2016)

Der Kommission unter Leitung von Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro gehörten an:

Sven Regener (Preisträger 2016), Peter Krawietz (Präsident der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft Mainz e.V.), Professor Dr. Ulrich Port (Universität Trier), Professorin Dr. Dagmar von Hoff (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz), Professor Dr. Lothar Bluhm (Universität Koblenz-Landau), Monika Böss (stellvertretende Landesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller), Denis Scheck (Literaturkritiker), Dr. Joachim Unseld (Verleger, Frankfurter Verlagsanstalt), Martina Zöllner (Journalistin und Autorin), Petra Gerster (Moderatorin und Autorin), Petra Plättner (Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz) und Eberhard Duchstein (Buchhändler).


Alva Furisto veröffentlichte ersten Teil ihres Thrillers „6:42 Uhr“

Rothenbacher Autorin mag Romanfiguren mit Eigenarten

Unter dem Künstlernamen Alva Furisto verfasste die Rothenbacher Autorin ihren ersten Politthriller im Bookshouse Verlag. Dieser trägt den Titel „6:42 Uhr - Der PSI-Effekt“. Dabei widmet die gebürtige Mainzerin ihrer langjährigen Wahlheimat eine eigene Gastrolle:

„Willkommen im Westerwald“.

In ihrem Buch scheut sie sich nicht, aktuelle Inhalte wie Terror, Korruption und Religion aufzugreifen. Diese schwierigen Themen hat sie allerdings geschickt verpackt in eine spannende und actionreiche Geschichte, die durch viele Dialoge getragen wird.

„Natürlich darf auch eine gehörige Portion Gefühl nicht fehlen, dazu ein wenig Sarkasmus und Humor, denn gerade schwierige Themen muss man spannend servieren“, so die Autorin. Sie mag Romanfiguren mit Eigenarten und teils skurrilem Witz. Viel Wert legt sie auf eine ausführliche Recherche. So hat sie beispielsweise einen Großteil der Schauplätze in ihrem Buch selbst besucht.

Obwohl selbst voll in branchenfremden Beruf stehend, dürfen die Leser sich auf weitere Veröffentlichungen freuen. Das Manuskript für den nächsten Thriller und Teil II zu „06:42“ ist bereits fertig, ein Jugendbuch ist gerade in Arbeit.

„Das Schreiben ist mein Ventil. Ich greife Themen auf, die mich interessieren und beleuchte sie durch verschiedene Protagonisten aus mehreren Blickwinkeln. Jede Sichtweise hat dadurch eine Stimme. Letztlich möchte ich so dem Leser etwas mitteilen, das ihn zum Nachdenken anregt“, sagt die Autorin auf Nachfrage zu ihren Beweggründen.

Wenn Alva Furisto gerade nicht schreibt, ist sie gerne mit Familie und Hunden in der Natur, liest viel, und probiert neue Rezepte aus.
Interessierte finden auf der Seite www.bookshouse.de eine XXL-Leseprobe und weitere Informationen zu der Autorin, ebenso findet man sie auf Facebook.

„6:42 Uhr - Der PSI-Effekt“
Anna kann es kaum glauben. Ein renommiertes Verlagshaus interessiert sich für ihr erstes Buch und lädt sie zu Vertragsverhandlungen nach Washington ein. In gespannter Erwartung geht sie auf das Angebot ein und trifft auf den dubiosen Buchagenten Robert, der ihr Unterstützung verspricht. Dann kommt alles anders: Vor dem Termin verhindert sie ein Attentat auf einen Erzbischof und verhilft diesem zur Flucht vor der geheimnisvollen Terrororganisation „ICARUS“.

Plötzlich verstrickt sie sich immer weiter in eine Geschichte aus Verschwörung und Korruption. Im Spannungsfeld zwischen ihren Gefühlen für Robert und der Realität muss sie sich die Frage stellen, wem sie überhaupt noch trauen kann. Welche Wahl hat sie; steht sie doch selbst bereits im Visier von „ICARUS“.
Der „PSI - Effekt - 6:42 Uhr" ist ein Thriller der ganz anderen Art, denn er vereint Hochspannung und eine wilde Verfolgungsjagd, die miteinander verknüpft werden. Gleichzeitig zeigt er auf, wie gläsern wir uns als Menschen machen, indem wir Spuren im Internet hinterlassen oder durch Handys geortet werden können.

Alva Furisto, „6:42 Uhr - Der PSI-Effekt“, Thriller, 471 Seiten, erschienen im Bookshouse Verlag, Printausgabe: 15,99 Euro, ISBN-Nr.: 978-9963-53-369-5, E-Book: 3,99 Euro, ISBN ePub: 978-9963-53-371-8, Kindle: 978-9963-53-372-5, pdf: 978-9963-53-370-1

Einkehr im November – Eine nachdenkliche Betrachtung zum Herbstmonat

Von Hans-Peter Meyer

Er beginnt wieder -  der Monat November mit seinen zum Nachdenken und zur inneren Einkehr anregenden Feier- und Gedenktagen Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag, Buß- und Bettag und Totensonntag. Dieser Monat hat ein ganz besonderes Gepräge und bestimmt unsere Empfindungen und Gefühle in besonderem Maße.

Der November ist dazu angetan, Gedanken der Wehmut und Trauer zu wecken. Die Blätter fallen von den Bäumen, die Natur scheint abzusterben. Am späten Nachmittag senkt sich schon das Dunkel über die Landschaft. Der Wind fegt durch die leeren Straßen….

Im November trauern wir mehr als sonst um liebe Menschen und denken an die Zeit, als wir sie noch bei uns hatten. Wir gehen zu den Gräbern auf die Friedhöfe, zünden entsprechend der Sitte unserer keltischen Vorfahren kleine Lichter an und vieles wird plötzlich wieder gegenwärtig. Kein anderer Monat des Jahres ist so geeignet in uns diese Nachdenklichkeit zu wecken, wie dieser nasse, neblige und windige Monat. An langen Abenden werden Schubladen und Schatullen geöffnet. Wir greifen zu Briefen aus vergilbten Umschlägen. Dann werden wir unruhiger, unsere Gedanken flüchten zu den Dingen, aus denen die Dahingegangenen lauter zu uns sprechen als aus Grab und Stein.

Das Grün und die Blüten der Gräber erinnern trostreich an die Menschen, die nicht mehr unter uns sind. Zwiegespräche halten wir mit Bildern, aus denen  uns alte und junge Augenpaare ansehen, ernste und auch lachende. Sie blicken beredt auf unser Alltagsleben. Letzte Stunden und Gespräche kommen in Erinnerung, kleine Gesten der Liebe und Zärtlichkeit. Viele Einzelheiten sind ins Gedächtnis eingebrannt, denn liebe Tote kann man nicht vergessen. Wehmut beschleicht uns, weil uns nicht mehr mit den Toten verbindet als die Erinnerung. Im Laufe des Lebens wird jeder Mensch mit dem Tod konfrontiert – durch den Verlust von Angehörigen und Freunden oder weil eine schwere Krankheit die eigene Sterblichkeit unmittelbar vor Augen führt. Friedhofsbesuche, Grabpflege und Rituale an Trauertagen, wie zum Beispiel an Allerheiligen oder am Totensonntag, können bei der Trauerbewältigung hilfreich sein.  Der Schmerz wird dann leichter, unser Leben ist durch den Alltag mit neuen Aufgaben erfüllt.

Doch wer könnte einen Bruder, eine Schwester vergessen, einen Sohn oder eine Tochter, einen Ehemann oder die Ehefrau, einen Vater, die Mutter, einen vertrauensvollen Freund oder eine Freundin, die so zu unserem Leben gehörten, wie der Wechsel von Tag und Nacht? Wie sollte man aber weiterleben, wenn man nicht vergessen kann? Unsere Erinnerung darf uns nicht so gefangen nehmen, dass wir uns der Gegenwart und dem „Heute“ nicht mehr zu stellen vermögen. Es ist das ewige Gesetz der Natur: Werden, Vergehen und Werden. Das Große stirbt und das Kleine wächst nach.

Ehrfurcht, Achtung und Respekt vor den Toten sind so alt wie die Welt. Im christlichen Glauben wurzelt aber darüber hinaus die Hoffnung auf das, was uns erwartet, wenn auch wir die letzte Grenze überschritten haben. Niemand geht von uns, er geht nur voraus. Die Gedenktage im November fordern uns zur Selbstbesinnung auf. Stellen wir uns dem Schmerz, weil er notwendig ist, aber verharren wir nicht in ihm.

Foto: © Hans-Peter Meyer

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