Montag, 21. August 2017

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Volkstrauertag

Ministerpräsidentin Malu Dreyer: Ein wichtiger Tag für die Erinnerungskultur in Deutschland

„Der Volkstrauertag ist ein wichtiges Datum für die Erinnerungskultur in Deutschland. An diesem Tag wehen für alle Menschen, die ihr Leben in Zeiten von Krieg und Gewaltherrschaft verloren haben, die Fahnen auf Halbmast. Er ist ein Fixpunkt für eine Gesellschaft, die in Verantwortung vor ihrer Geschichte ihre Gegenwart gestalten will. Wir erinnern uns an das Leid und Schicksal jedes einzelnen Menschen, an die Trauer und den Schmerz der Angehörigen und Freunde“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer vor dem Volkstrauertag am kommenden Sonntag. „Mit der Trauer ist aber auch die klare Botschaft verbunden, dass der europäische Frieden ein wertvolles Gut ist, für dessen Erhalt wir stetig arbeiten müssen. Es ist eine persönliche, eine deutsche und eine europäische Aufgabe, für Frieden und Freiheit einzutreten. Erinnerung braucht Zukunft. Wir müssen deshalb alles dafür tun, dass insbesondere das Engagement der jungen Generation nicht nachlässt.“

Ministerpräsidentin Malu Dreyer wird in ihrer Funktion als Bundesratspräsidentin am 13. November um 13.30 Uhr an der zentralen Gedenkstunde zum Volkstrauertag im Deutschen Bundestag in Berlin teilnehmen. Die Gedenkrede hält der dänische Ministerpräsident Lars Lokke Rasmussen. Auf Vermittlung von Ministerpräsidentin Malu Dreyer gestaltet der Mainzer Bachchor unter Leitung des Dirigenten Professor Ralf Otto die Gedenkveranstaltung musikalisch. Zuvor legt die Bundesratspräsidentin vor der Neuen Wache einen Kranz nieder.

Sankt Martin – Erinnerung an einen großen Heiligen…

Von Hans-Peter Meyer

Trotz feuchter Kälte ziehen in diesen Tagen wieder Kinderscharen mit leuchtenden Laternen und eben solchen Augen singend durch die Straßen. Sicherlich haben sich schon viele gefragt woher diese Tradition der Martinszüge wohl kommen mag. Oder ob, und wenn ja welche, es noch weitere althergebrachte Bräuche an Sankt Martin gibt. Der Kalender datiert das Namensfest (Namenstag) des Heiligen Martin auf den 11. November.

Am Martinstag erinnern wir an den Heiligen Martin von Tours. Er wurde Anfang des vierten Jahrhunderts in Ungarn, in dem damals zum römischen Weltreich gehörenden Sabaria geboren. Während seiner Zeit als römischer Legionär nahm er den christlichen Glauben an. Später wurde er Mönch und im Jahre 372 n. Chr. Bischof von Tours. Er verstarb 397 in Candes. Seine Berühmtheit verdankt er folgender Legende:

Es war in einer sehr kalten Nacht. Überall lag hoher Schnee und Eiszapfen hingen von den Bäumen. Der römische Soldat Martin ritt auf seinem Pferde an einen vor Kälte zitternden Bettler heran. Der arme Mann saß im Schnee und hatte keine warme Kleidung. Der Bettler sah zu Martin auf und flehte um Hilfe. Voll von Mitleid teilte Sankt Martin mit seinem Schwert seinen wärmenden Umhang. Die eine Hälfte überließ Martin dem armen frierenden Mann und rettete ihn damit vor dem Tod. Als der Bettler sich bedanken wollte, ritt Martin mit seinem Teil des Umhangs davon.

In alter Zeit hatte der Martini eine sehr hohe Bedeutung und von den etlichen Traditionen haben einige bis in unsere Zeit hinein überlebt. Am elften November endete im Mittelalter das bäuerliche Arbeitsjahr. So wurden die Ernteerträge verkauft und mit den Erlösen der jährliche Pachtzins gezahlt. Es wurde Saatgut für das nächste Jahr und neues Vieh auf den Märkten erstanden. Auf den Schlachtfesten gab es ein fröhliches Feiern, das wir heute noch in der traditionellen Martinsgans oder den Martinswecken, Stutenkerlen und Martinsbrezel  wiederfinden.

Es begann auch die 40tägige Vorweihnachtliche Fastenzeit, an die der heutige Karnevalsbeginn allerdings nur noch sehr schwach zu erinnern vermag.

Die bei uns sehr beliebten Martinsumzüge mit Laternen, großem Martinsfeuer und hoch zu Ross reitenden Sankt Martin finden jedoch erst seit vergleichsweise geringer Zeit statt. Sie haben ihren Ursprung im späten neunzehnten Jahrhundert und verbreiteten sich vom Rheinland aus. Als Höhepunkt der Umzüge wird die Legende des Sankt Martins nachgestellt.

Das Erlebnis eines lodernden Feuers und die leuchtenden Laternen zu einer langen Kette in der Dunkelheit aufgereiht ist für Kinder immer wieder etwas ganz Besonderes.

© Hans-Peter Meyer

Forschergruppe „Resilienz“ untersucht Reaktionen auf tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche

Interdisziplinäres Team der Universität Trier hat die Arbeit aufgenommen

Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschergruppe „Resilienz – Gesellschaftliche Umbruchphasen im Dialog zwischen Mediävistik und Soziologie“, die am 1. Juli an der Universität Trier ihre Forschungsarbeit aufgenommen hat, erarbeitet ein Konzept sozialer Resilienz. Germanisten, Historiker, Juristen und Soziologen beschäftigen sich dabei mit der Frage, welche Handlungsoptionen soziale Gruppen vor dem Hintergrund bestandsgefährdender Umbrüche in der Zeit vom 13. bis zum 16. Jahrhundert entwickeln und umsetzen, um existenzbedrohenden Ereignissen zu begegnen.

Ziel der interdisziplinären Zusammenarbeit ist es, das Resilienz-Konzept, das in der Individualpsychologie und der Human- und Sozialökologie entstand, für die Geistes- und Sozialwissenschaften zu erschließen und weiterzuentwickeln. „In sechs Projekten möchten wir neue Ansätze für die Beschreibung historischer Umbruchphasen im Spätmittelalter erarbeiten, dabei bestehende Epochendefinitionen überprüfen und alternative Konzepte wie Krise oder Katastrophe kritisch hinterfragen“, so Prof. Dr. Lukas Clemens, Sprecher der Forschergruppe.

Das Forscherteam betritt Neuland, wenn es das für die Beschreibung von Gegenwartsphänomenen entwickelte Resilienzkonzept auf die Vergangenheit überträgt und in einer differenzierten Analyse die komplexen, sehr dynamischen Prozesse von Bewältigung, Anpassung und Transformation angesichts bestandsgefährdender Herausforderungen in den Blick nimmt. Die vergleichende Untersuchung von Resilienzprozessen, Resilienzressourcen und Resilienzstrategien macht sozio-politische, sozio-ökonomische und sozio-kulturelle Grundmuster bei der Bearbeitung gesellschaftlicher Umbruchserfahrungen sichtbar. Sie schärft zugleich den Blick auf innovative Neuansätze, aber auch nicht intendierte Nebenfolgen von Resilienzprozessen bis hin zu ihrem Scheitern, deren Ursachen deutlicher hervortreten und beschreibbar werden.

Zum Auftakt der gemeinsamen, auf sechs Jahre angelegten Forschungsarbeit lud die Forschergruppe Anfang November zu einem öffentlichen Vortrag an die Universität Trier ein. In seinem Grußwort zur Eröffnung der Veranstaltung hob Universitätsvizepräsident Prof. Dr. Georg Müller-Fürstenberg die zentrale Bedeutung der Forschergruppe für die Geistes- und Sozialwissenschaften an der Universität hervor. „Die von der DFG geförderte Forschergruppe trägt entscheidend dazu bei, dass Trier weiterhin als Standort für Spitzenforschung gilt.“ Nach einer Kurzpräsentation von Prof. Lukas Clemens zum Forschungsprogramm sprach Prof. Dr. Markus A. Denzel, Wirtschaftshistoriker an der Universität Leipzig, über das Thema „Von der Resilienz zum Resilienz-Management“.

„Im Licht der Residenz – Barock in Ehrenbreitstein“

Sonntag, 13. November 2016

Öffnung Sonderausstellung „Im Licht der Residenz – Barock in Ehrenbreitstein“ im MBH von 14 –16 Uhr, um 16 h Lesung in Kooperation mit dem Förderverein „Lesen & Buch“ im MBH - Saal

„Wer durch den Fluß will, muß sich die Füße naß machen“

Joseph Breitbach

Ein großer Schriftsteller der kleinen Leute. Noch ist die diesjährige Preisverleihung des Joseph- Breitbach - Preises im Theater der Stadt Koblenz  in lebhafter Erinnerung, da ist der Autor und der Mensch Joseph Breitbach bereits wieder im Focus:

„Wer durch den Fluß will, muß sich die Füße naß machen“, so der Koblenzer Schriftsteller selbst im  Dezember 1955.

Am 13. November um 16 Uhr wird der Förderverein LESEN und BUCH im Saal des Mutter-Beethoven-Hauses, wenige Meter von Breitbachs Geburtsstätte entfernt, dem Autor und seinem Werk eine Lesung widmen. Ein großes Geheimnis lag stets um Breitbach, der als junger Mann ständig total verschuldet war, weil er sein verfügbares Geld zu gerne für Malerei oder Literatur ausgab. In späteren Jahren erlaubte ihm sein Vermögen, das zu tun, was er als den eigentlichen Luxus seines Lebens ansah: eine glückliche Verbindung von Geld und Geist! Breitbach war ein großer Moralist, der gleichzeitig Toleranz übte gegenüber allen Menschen, gleich welcher Herkunft oder Neigung. Wie Joseph Breitbach seine Kindheit und Jugend in Ehrenbreitstein erlebte, was er über Koblenz und die Koblenzer dachte, seine Verbindungen zu den renommiertesten Literaten der Zeit und vieles mehr erfahren die Zuhörer in der Lesung des Fördervereins LESEN und BUCH auf Einladung der Förderer Mutter – Beethoven - Haus e. V.

Margarete Ries, Hein Mecker und Traute van Aswegen werden die Lesung bestreiten, deren musikalische Umrahmung durch die Vermittlung der Musikschule Koblenz erfolgt: der hochbegabte Jung-Pianist Martin Schleiffer wird mit einem Werk von Erik Satie zu hören sein.

Im Vorlauf der Veranstaltung ist das Museum im MBH schon ab 14 Uhr geöffnet. Der Verein empfiehlt den Besuch der dortigen  Sonderausstellung des Mittelrhein -Museums „Im Licht der Residenz – Barock in Ehrenbreitstein“.

Der Eintritt ist frei, der Fördererverein des MBH bittet um Spenden für die in Vorbereitung befindliche neue Dauerausstellung, die im kommenden Jahr eröffnet werden soll.

 

Carl-Zuckmayer-Medaille 2017

Ministerpräsidentin Malu Dreyer zeichnet Joachim Meyerhoff aus

Der Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff wird die Carl-Zuckmayer-Medaille 2017 erhalten. „Der außerordentlich vielseitige Joachim Meyerhoff gehört zu den wichtigsten und begabtesten Bühnenschauspielern seiner Generation. In den letzten Jahren ist er außerdem zu einem der bemerkenswertesten autobiografischen Erzähler im deutschsprachigen Raum aufgestiegen“, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die ihm die bundesweit beachtete Auszeichnung bei einem Festakt am 18. Januar 2017 im Mainzer Staatstheater verleihen wird.

Als Star des deutschsprachigen Theaters habe Joachim Meyerhoff mit allen wichtigen Regisseuren und an allen großen Häusern gearbeitet; seit mehr als zehn Jahren sei er festes Ensemble-Mitglied am Burgtheater Wien. Genauso intensiv wie seine Bühnenpräsenz sei seine Erzählkunst, mit der er sein Leben zu Bestsellerromanen verarbeitet habe. „Sein Romandebüt ‚Alle Toten fliegen hoch‘ wurde 2011 sogleich ein Hit bei Kritikern und Lesepublikum. Auch die zwei weiteren autobiografischen Romane wurden Beststeller“, so Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Joachim Meyerhoff jongliere mit Worten und verstehe es, diese sehr geschickt zu inszenieren. Dabei wechsle er mühelos zwischen Unterhaltung und Anspruch, ohne jemals flach zu werden. „Diese besondere Gabe erinnert sehr stark an Carl Zuckmayer“, begründete die Ministerpräsidentin ihre Entscheidung, die sie aufgrund von Vorschlägen einer Fachkommission getroffen hat.

Mit der Carl-Zuckmayer-Medaille ehrt das Land Rheinland-Pfalz seit 1979 Persönlichkeiten, die sich um die deutsche Sprache verdient gemacht haben.

Die Verleihung findet immer am 18. Januar, dem Todestag des großen rheinhessischen Dichters, statt. Der Preisträger bekommt die von dem Künstler Otto Kallenbach geschaffene Medaille sowie ein 30-Liter-Fass mit dem von Carl Zuckmayer geschätzten Nackenheimer Wein.

Trägerinnen und Träger der Carl-Zuckmayer-Medaille sind:

Günther Fleckenstein (1979), Werner Hinz (1980), Georg Hensel (1982), Friedrich Dürrenmatt (1984), Ludwig Harig (1985), Dolf Sternberger (1986), Tankred Dorst (1987), Günter Strack (1988), Hanns Dieter Hüsch (1989), Martin Walser, Adolf Muschg, André Weckmann (1990), Albrecht Schöne (1991), Hilde Domin (1992), Hans Sahl (1993), Fred Oberhauser (1994), Grete Weil (1995), Mario Adorf (1996), Katharina Thalbach (1997), Harald Weinrich (1998), Eva-Maria Hagen (1999), Peter Rühmkorf (2000), Mirjam Pressler (2001), Herta Müller (2002), Monika Maron, Wolf von Lojewski (2003), Edgar Reitz (2004), Thomas Brussig (2005), Armin Mueller-Stahl (2006), Udo Lindenberg (2007), Bodo Kirchhoff (2008), Volker Schlöndorff (2009), Emine Sevgi Özdamar (2010), Hans Werner Kilz (2011), Uwe Timm (2012), Doris Dörrie (2013), Dieter Kühn (2014), Bruno Ganz (2015) und Sven Regener (2016)

Der Kommission unter Leitung von Kulturstaatssekretär Prof. Dr. Salvatore Barbaro gehörten an:

Sven Regener (Preisträger 2016), Peter Krawietz (Präsident der Carl-Zuckmayer-Gesellschaft Mainz e.V.), Professor Dr. Ulrich Port (Universität Trier), Professorin Dr. Dagmar von Hoff (Johannes-Gutenberg-Universität Mainz), Professor Dr. Lothar Bluhm (Universität Koblenz-Landau), Monika Böss (stellvertretende Landesvorsitzende des Verbands deutscher Schriftsteller), Denis Scheck (Literaturkritiker), Dr. Joachim Unseld (Verleger, Frankfurter Verlagsanstalt), Martina Zöllner (Journalistin und Autorin), Petra Gerster (Moderatorin und Autorin), Petra Plättner (Akademie der Wissenschaften und der Literatur, Mainz) und Eberhard Duchstein (Buchhändler).


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