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Werde zum Gespenst

Koblenz. Die zeitgenössische Poesie unserer europäischen Nachbarn kennen und übersetzen zu lernen, ist das Ziel der Reihe »Poesie der Nachbarn«. In Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz lädt die Stadtbibliothek Koblenz am Mittwoch, 26.10.2016 um 19 Uhr zu dieser besonderen Lesung ein. Im Jahr 2015 war „Lettland“ im Künstlerhaus Edenkoben zu Gast. Ein Auszug der Ergebnisse dieser intensiven Übersetzerwerkstatt wird nun in der zweisprachigen Lesung zu hören sein. Gelesen wird aus der Anthologie "Werde zum Gespenst. Gedichte aus Lettland", die die wichtigsten Stimmen der zeitgenössischen Lyrik Lettlands in sich versammelt. Der Eintritt ist frei.

OPEN HOUSE

Das Erntedankfest - Ursprung und Entwicklung

Von Hans-Peter Meyer

Das Erntedankfest ist in vielen Gemeinden einer der feierlichen Höhepunkte des ansonsten eher tristen Herbstes. Dabei soll einerseits die Freude über eine erfolgreiche Ernte zum Ausdruck gebracht werden, was den weltlichen Charakter des Erntedankfestes widerspiegelt. Andererseits steht aber gerade im christlich geprägten Europa nicht das Feiern, sondern der Dank an Gott für die Ernteerträge im Mittelpunkt des Festes. Dabei ist es recht unterschiedlich, an welchem Tag das Erntedankfest begangen wird. So feiert man in evangelischen Gemeinden in der Regel am Michaelistag (29. September) oder am darauf folgenden Sonntag, während das Erntedankfest in katholischen Gemeinden meist am ersten Sonntag im Oktober begangen wird. Der letztgenannte Tag wurde von der deutschen Bischofskonferenz im Jahre 1972 als Festtermin festgelegt, jedoch nicht für verbindlich erklärt, sodass jede katholische Kirchengemeinde für sich entscheiden kann, ob und wann sie das Erntedankfest veranstaltet.

Ursprünge des Erntedankfestes

Seinen Ursprung hat das Erntedankfest schon in vorchristlicher Zeit. Zeitpunkt dieses Festes war die Tagundnachtgleiche im Herbst, also der 23. September. Im Mittelpunkt stand der Dank an die Götter und die verschiedenen Feld- und Fruchtbarkeitsgeister, was mit allerlei Opfergaben verbunden war. Diese Opfergaben sollten das Wohlwollen der höheren Mächte sichern, indem man ihnen etwas von dem zurückgab, was sie einst gegeben hatten. Eine besondere Bedeutung kam dabei der ersten bzw. letzten Garbe zu. Diese Getreidebündel mit dem zuerst bzw. zuletzt geernteten Korn dienten einerseits als Opfergabe, andererseits aber auch zur Durchführung allerlei Schutz- und Fruchtbarkeitszauber. Setzte sich z.B. die Binderin auf die erste Garbe, sollte dies die Fruchtbarkeit des Korns im nächsten Jahr begünstigen.

Nach der Opfergabe in Form von Korn, Obst und Früchten wurde am Abend des Erntefestes das Erntemahl begangen. Dieses diente in erster Linie kultischen Zwecken, nämlich der "Verspeisung" des Fruchtbarkeitsgeistes und sorgte somit für eine Bindung des Geistes an den Acker. Bei diesem gemeinsamen Mahl wurde aber auch den Feldarbeitern, welche in der Regel Wanderarbeiter waren, mit der Darreichung von guten Speisen und Getränken für ihre Hilfe gedankt. Ein weiterer Höhepunkt des Festes war schließlich der Reigen, welcher vom Landbesitzer mit einem Tanz mit einer aus der letzten Garbe gebundenen Puppe eröffnet wurde. Diese symbolisierte den Fruchtbarkeitsgeist und wurde daher nach dem Fest bis zur nächsten Ernte an einem sicheren Ort aufbewahrt.

Erntedankfest heute

Im Mittelpunkt des heutigen Erntedankfestes steht der gemeinsame Gottesdienst, bei der eine Auswahl von landwirtschaftlichen Produkten dekorativ in der Kirche platziert wird. Diese haben freilich keinen Opfercharakter mehr, sondern sollen den Gläubigen wieder in Erinnerung rufen, welche Vielfalt an Nahrungsmitteln die Erde für die Menschen bereitstellt und dass die Früchte des Bodens nicht selbstverständlich existieren, sondern Teil göttlicher Schöpfung sind. Dennoch finden sich viele Bräuche aus der vorchristlichen Zeit auch im heutigen Erntedankfest wieder. So existiert z.B. die letzte Garbe in Form der aus Getreidehalmen gebundenen und mit farbenfrohen Blumen und Bändern bestückten Erntekrone weiter. Diese wird nach dem Gottesdienst in einer feierlichen Prozession auf einem Wagen durch das Dorf gezogen, wobei meist ein landwirtschaftliches Fahrzeug zum Einsatz kommt. Auch die Kornpuppe findet sich noch vereinzelt auf heutigen Erntedankfesten wieder, dient dabei aber fast immer nur dekorativen Zwecken.

Machen wir uns den tieferen Sinn des Erntedankfestes in diesen Tagen besonders bewusst.

©  Hans-Peter Meyer

 

 

Vortrag über Religionsfreiheit

Museum am Dom Trier

Was erwarten bedrängte Christen von Europa?

Vortrag mit Prälat Dr. Klaus Krämer (Aachen)

Donnerstag, 6. Oktober 2016, 18.00 Uhr, Trier, Vortragssaal der Dominformation Trier, Liebfrauenstraße, Eintritt: 5,- Euro

Übergriffe und Gewalt gegen Christen und andere religiöse Gruppen oder Minderheiten – täglich berichten die Medien davon. Syrien, Irak, Nigeria, Pakistan oder Indien: Die Liste der Länder, in denen täglich die Religionsfreiheit verletzt wird, lässt sich beliebig erweitern. Christen sind davon in 102 Staaten in unterschiedlicher Weise betroffen.

Das Internationale Katholische Missionswerk missio in Aachen kennt diese Geschichten aus der Arbeit mit seinen Projektpartnern in Afrika, Asien und Ozeanien. Was erwarten nun diese bedrängten Christen von Europa, um die Situation zu entschärfen? Wie hilft das Menschenrecht auf Religionsfreiheit global bei der Vorbeugung von Konflikten? Welche Rolle spielt dabei der interreligiöse Dialog?

Diesen Fragen stellt sich missio-Präsident Prälat Dr. Klaus Krämer in seinem Vortrag im Rahmen der Ausstellung „Nero und die Christen“.

Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit der KEB Trier und missio Aachen.

Den Herbst erleben – die Fülle der Farben erfahren - Gedanken zu einer Jahreszeit.

Der Herbst ist die Übergangszeit zwischen Sommer und Winter.

In den gemäßigten Zonen der Erde ist es auch die Jahreszeit der Ernte und des Blätterfalls.

Das Wort Herbst stammt von dem indogermanischen Wort „sker“ ab, welches so viel bedeutet wie „schneiden“. Es ist aber auch verwandt mit dem englischen Wort „harvest“, dem lateinischen Wort „carpare“ (schneiden) und dem griechischen Wort „karpós" (Frucht oder Ertrag). Somit könnte man die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „Herbst“  mit den Begriffen „Zeit der Früchte“, „Zeit des Pflückens“  und „Erntezeit“  umschreiben.

Astronomisch gesehen beginnt der Herbst auf der Nordhalbkugel am Tag der Herbsttagundnachtgleiche - das ist der 22. oder 23. September – und er endet mit der Wintersonnenwende – das ist der 21. oder 22. Dezember. Ganz genau dauert der Herbst 89 Tage und 19 Stunden.

Einige Obstsorten sind im Herbst reif und können geerntet werden: Äpfel, Birnen, Pflaumen und Weintrauben. Aber auch viele andere Früchte bringt der Herbst mit sich: Föhrenzapfen, Bucheckern, Erlenzapfen, Lärchenzapfen, Eicheln, Kastanien, Maiskolben, Hagebutten, Nüsse und Kürbisse.

Allmählich färben sich die Blätter von Sträuchern und Bäumen bunt und leuchten in der Herbstsonne des Altweibersommers noch einmal in ihren schönsten Farben, bevor sie zu Boden fallen und die Bäume kahl werden. Auch einige Herbstblüher zeigen sich noch bunt und üppig, bevor der Frost und Schnee des Winters die letzten Farben in der Natur vertreibt.

Herbstanemonen, Dahlien, Astern und Herbstzeitlosen blühen und leuchten im Herbst in kräftigen Farben. Die beliebteste Blume im Herbst aber ist wohl die Sonnenblume, die bis weit in den Spätherbst hinein blüht.

Neben den sonnigen Tagen im Herbst ist es oft auch schon recht kalt, nebelig oder stürmisch. Da über dem Atlantik sommerliche Warmfronten auf winterliche Kaltfronten treffen, entstehen oft kräftige Herbststürme.

Viele Vogelarten verlassen mit Beginn des Herbstes ihre Brutgebiete und suchen ihre Überwinterungsgebiete in wärmeren Ländern auf.

Diese  Zugvögel fliegen oft in großen Schwärmen in einer ganz bestimmten Flugordnung. Die Störche fliegen sogar bis zur Südspitze Afrikas, um dort dem kalten Winter Europas auszuweichen.

Den Herbst erleben – das ist auch die Fülle er Farben erfahren.

Zum Abschluss noch eine poetische Herbstbetrachtung:

Der Wind rauscht sanft, die Blätter fallen
sie sind in tausend Farben - bunt.

Nicht wiedergeben kann ein Maler
die Vielfalt und den Zauber.

Wie feine Vögel, ganz beschwingt
gleiten sie zur Erde nieder.

Wie Feen oder Engelhaar bewegt sie nur der
Wind und strahlend lacht sie Sonne nieder,
vom blauen Himmel voll von Wärme.

Der Herbst ist da und tausend Farben
bringen Lachen
und auch Glück.

Denn neues Leben wird es bald geben
wenn altes auch jetzt untergeht.


Fotos: Die bunte Farbenpracht der herbstlichen Heimatlandschaft… 

(Text und Foto: © Hans-Peter Meyer)

 

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