Dienstag, 21. November 2017

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Frauennetzwerktreffen stellte Lebensbiografien erfolgreicher Frauen in den Mittelpunkt

Rund 100 Frauen verfolgten auf Burg Namedy lebhafte Diskussion

KREIS MYK. Wann ist „frau“ erfolgreich? Dieser spannenden Frage gingen im Rahmen des Frauennetzwerktreffens Mayen-Koblenz auf Einladung der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Lea Bales, rund 100 Frauen auf Burg Namedy nach. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand eine Diskussionsrunde mit erfolgreichen Frauen, die in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen Beruf, Familie und Ehrenamt unter einen Hut bringen.

Was haben eine Bundesarbeitsministerin und eine selbstständige Friseurmeisterin, eine Bundestagsabgeordnete und Architektin, eine Landfrau und Betreiberin eines Hofladens sowie eine Prinzessin gemeinsam? Sie alle eint eine persönliche Lebensbiografie mit Höhen und Tiefen und das Wissen um Hürden, die es zu bewältigen galt und gilt, will man das Leben mit Familie und Beruf erfolgreich meistern. Unter der Moderation von Journalistin Katrin Wolf diskutierten Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil, Friseurmeisterin Petra Weinand, die Vorsitzende des Landfrauenkreisverbandes Monika Esch und Prinzessin Heide von Hohenzollern über die Frage, was Erfolg letztlich ausmacht. Alle Frauen berichteten aus ihren sehr unterschiedlichen Lebenswelten. Lea Bales verwies in ihrer Begrüßung darauf, dass es auch heute noch nach wie vor in der Regel die Frauen sind, die die Hauptverantwortung übernehmen, wenn es um die Familie geht. „Und das sowohl bei der Kindererziehung als auch bei der Pflege von Angehörigen“, so Bales. Darüber hinaus seien die meisten Frauen mit Familie aber auch berufstätig, viele würden in Teilzeit arbeiten, manche in Vollzeit. Bales ging nicht nur auf den Spagat ein, den Frauen zwischen Beruf, Familie und häufig auch Ehrenamt zu leisten hätten, sondern machte auch deutlich, wie wichtig die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gerade für junge Frauen ist. „Es ist so wichtig, die eigene Altersvorsorge im Blick zu haben“, erklärte Bales.

In der anschließenden Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass jede der Frauen ihren ganz eigenen Weg gefunden hat, mit den Herausforderungen des Alltags umzugehen. Da war von Disziplin die Rede, aber auch von mehr Gelassenheit. Gute Strukturen bei der Betreuung von Kindern wurden ebenso hervorgehoben wie ein stabiles familiäres Umfeld, Beharrlichkeit und der Mut, neue Wege zu gehen. Monika Esch war beispielsweise lange als kaufmännische Angestellte tätig, bevor sie ihre Stelle zugunsten der Kindererziehung und Pflege von Angehörigen aufgab. Als Frau eines Landwirts war sie schon immer im heimischen Betrieb eingebunden. Als sie merkte, wie sehr ihr die berufliche Tätigkeit fehlte, entschloss sie sich zur Eröffnung eines Hofladens. Trotz mehrfacher Belastung steht sie heute auch als Vorsitzende den Landfrauen im Landkreis Mayen-Koblenz vor.

 

Petra Weinand führt mit w²trend Friseure in Bendorf ein Familienunternehmen, das sie zunächst 1987 in Neuwied von ihren Eltern übernommen hat. Im vergangenen Jahr hat sie den ersten Preis im Kreiswettbewerb Familienfreundliche Unternehmen in der Kategorie bis 20 Beschäftigte gewonnen. Als Chefin steht sie mit Herzblut hinter dem Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Fazit der Veranstaltung: Es gibt nicht den einen Königsweg, wenn es darum geht, als Frau erfolgreich mit Beruf, Familie und Ehrenamt zu leben. Erfolg ist vielfältig. Erfolg ist das, was jeder oder jede für sich aus einer Lebenssituation macht.