Montag, 24. Juli 2017

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Erntegespräch 2017

Einbußen durch Trockenheit – Ernte wird zügig durchgeführt

Welschbillig. Das Jahr 2017 war wieder ein Jahr der Extreme. Ein viel zu warmer März, ausgeprägte Trockenperioden im April und Mai sowie eine Frostnacht Ende April haben der Landwirtschaft schwer zugesetzt. „Ohne das wechselhafte Wetter ab Mitte Juni hätte die Landwirtschaft mit einer ausgeprägten Missernte rechnen müssen“, erklärte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, während des diesjährigen Erntegespräches vor Vertretern der Politik, des Landeshandels, Bauern und Medienvertretern auf dem Gelände der LSL Agri in Welschbillig.

Zu Beginn der Konferenz kritisierte Horper Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, die den praxisgerechten Einsatz von Pflanzenschutzmaßnahmen in der Landwirtschaft ignoriere und Schutzmaßnahmen pauschal verneine: „Die Nahrungsmittel sind gesund und rückstandsfrei. Pflanzenschutzmittel werden von ausgebildeten Fachleuten eingesetzt, nämlich unseren Bäuerinnen und Bauern. Außerdem sorgen die Bauern mit Ackerrandstreifen, Greening-Maßnahmen und weiteren Agrarumweltmaßnahmen für Artenvielfalt im ländlichen Raum. Probleme bei der Artenvielfalt müssten bei den Wurzeln gepackt werden, nämlich bei der Versiegelung und Durchschneidung land- und forstwirtschaftlicher Flächen. Außerdem führe der Klimawandel zu einer Verschiebung der Temperatur- und Niederschlagsmengen, was die Artenvielfalt beeinflusse.

Der Frühling 2017 war mit 2,1 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel zu warm. Die Niederschlagsmenge mit insgesamt 125 Liter pro Quadratmeter in Rheinland-Pfalz erreichte lediglich 64 Prozent der Niederschlagsmenge. Dabei seien dies nur Durchschnittswerte, erklärte Horper. Die Eifel weise mit unter 20 Litern pro Quadratmeter im April noch deutlich schlechtere Niederschlagswerte auf. Ähnliches gelte auch für den Raum Bad Kreuznach. Hunsrück, Westerwald und Taunus hätten ebenfalls unter der Trockenheit gelitten, hätten aber über Gewitterfronten etwas mehr Regen erhalten. Sehr schlimm habe es den Obstbau getroffen, der in der Nacht zum 21. April erhebliche Frostschäden in der Blüte habe hinnehmen müssen. Im Gegensatz zu den Weinreben, die erfrorene Wachstumstriebe teilweise hätten kompensieren können, hätten viele Obstbaubetriebe Totalschäden erlitten: „Daher habe ich mich persönlich für Hilfen für die Obstbauern eingesetzt und die Einstufung als Naturkatastrophe gefordert. Landwirtschaftsminister Dr. Volker Wissing entsprach dem Ansinnen und hat Steuerstundungen, günstige Darlehen sowie finanzielle Hilfen bis 10.000 Euro für die betroffenen Betriebe ermöglicht.“

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IHK-Karriereatlas: Neue Option für potenzielle Bewerber in der Region

Arbeitgeber, mittelständisch, sucht: Der neue Karriereatlas der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier dreht den Spieß einmal um.
In der Broschüre haben zahlreiche Unternehmen aus verschiedenen Branchen die Gelegenheit genutzt, sich potenziellen Bewerbern vorzustellen.
Neben kurzen Firmenportraits finden sich im IHK-Karriereatlas vor allem Informationen zu Berufen, die im jeweiligen Unternehmen immer wieder gesucht werden. „Das ist eine tolle Gelegenheit für alle, die sich über die Einstiegschancen bei regionalen Unternehmen informieren möchten“, sagt Martina Becker, Referentin für Fachkräftesicherung der IHK Trier.

Als weitere Informationen erfahren mögliche Bewerber, welche Zusatzleistungen vom Unternehmen angeboten werden und ob beispielsweise auch eine Bewerbung für eine Bachelor- oder Masterarbeit oder ein Praktikum aussichtsreich sein könnte. „Das ist nicht nur für Fachkräfte interessant, die sich beruflich in der Region Trier neu orientieren möchten. Auch für Studierende und angehende Absolventen bietet der Karriereatlas viele spannende Jobmöglichkeiten“, sagt Becker.

Die Broschüre gibt es kostenlos bei der IHK Trier oder als PDF im Internet: www.ihk-trier.de

Weitere Informationen bei: IHK Trier, Martina Becker, Telefon (06 51) 97 77-9 10, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Wie gehen Zentralbanken mit Unsicherheit um?

Volkswirtschaftler der Universität Trier schließen Lücke in theoretischen Modell und berechnen das realpolitische Verhalten von Zentralbanken. Durch den Einbezug der Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung der Wirtschaft können sie deren Verhalten genauer vorhersagen.

Die Erwartungen über zukünftige Entwicklungen der Wirtschaft spielen in der Geldpolitik eine zentrale Rolle. Typischerweise stellen sich die Effekte geldpolitischer Entscheidungen erst nach 12 bis 24 Monaten in der Realwirtschaft ein. Das bedeutet, wenn eine Zentralbank heute eine Entscheidung über den Leitzins oder andere geldpolitische Maßnahmen trifft, wird diese Entscheidung die Inflation und das Bruttoinlandsprodukt erst mit einer erheblichen Zeitverzögerung beeinflussen. Somit muss die Zentralbank ihre Entscheidungen auf Basis ihrer Erwartungen treffen, die unsicher sind.

Das Neu-Keynesianische Modell, das als formalisierte Basis für geldpolitische Entscheidungen dient, abstrahiert aber weitestgehend von der Unsicherheit makroökonomischer Erwartungen. Diese Vereinfachung hat bereits vor Ausbruch der Finanzkrise der damalige Präsident der US-Amerikanischen Federal Reserve, Alan Greenspan, kritisiert. Er führte an, dass Zentralbanker in der Praxis nicht nur die Erwartungen an sich, sondern auch die Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung im Blick haben (American Economic Review 2004).

Diese Lücke zwischen der geldpolitischen Praxis auf der einen Seite und den theoretischen Modellen für geldpolitische Entscheidungen auf der anderen Seite schließen Christian Bauer und Matthias Neuenkirch in ihrer im Journal of International Money and Finance erschienen Studie.

In einem ersten Schritt leiten die beiden Trierer Volkswirtschafts-Professoren eine Erweiterung des Neu-Keynesianischen Modells her, die die in der geldpolitischen Praxis offensichtlich relevante Unsicherheit über die makroökonomischen Erwartungen explizit miteinbezieht. In einem zweiten Schritt testen die beiden Forscher ihr erweitertes Modell empirisch für die Bank of England, die Europäische Zentralbank und die Federal Reserve.

Bauer und Neuenkirch zeigen in ihrer durch die Deutsche Bundesbank, der Hauptverwaltung in Rheinland-Pfalz und dem Saarland geförderten Studie, dass die Modellerweiterung das tatsächliche Verhalten von Zentralbanken besser beschreiben kann als ein Modell ohne Einbezug von Unsicherheit. Für die Europäische Zentralbank finden die beiden Forscher heraus, dass sie in Zeiten höherer Unsicherheit über die Entwicklung der Inflation in der Zukunft dazu tendiert, den Leitzins zu senken bzw. die unkonventionellen geldpolitischen Maßnahmen auszuweiten.

Der vollständige Aufsatz kann unter http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0261560617301389 abgerufen werden. Eine frei zugängliche Arbeitspapier-Version steht hier bereit:

https://www.uni-trier.de/fileadmin/fb4/prof/VWL/EWF/Research_Papers/2015-05.pdf.

 

Verkaufsoffene Sonntage: Neue gesetzgeberische Handlungsspielräume nutzen!

Ludwigshafen. Die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz stellt angesichts der bundesweiten kontroversen Diskussion um verkaufsoffene Sonntage ein neues Gutachten vor, das bisher nicht genutzte Spielräume für die Zulassung verkaufsoffener Sonntage aufzeigt. Anlass waren gerichtliche Verbote bereits geplanter verkaufsoffener Sonntage. Der Grund für diese Verbote war meist die rechtliche Regelung, dass diese zwingend mit einem konkreten Anlass verbunden sein müssen, der seinerseits auch noch mehr Besucher anziehen muss, als der verkaufsoffene Sonntag für sich genommen.

„Die Landesregierung ist in der Pflicht, in Rheinland-Pfalz auch künftig bis zu vier verkaufsoffene Sonntage jährlich je Kommune zu ermöglichen – und das mit möglichst geringem bürokratischen Aufwand“, so Jürgen Vogel, handelspolitischer Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz.

Das Gutachten der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz zeigt auf, wie künftig verkaufsoffene Sonntage rechtssicher genehmigt werden können. „Wir wollen nicht den Sonntagsschutz in Frage stellen“, erklärt Vogel, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Pfalz. „Vielmehr geht es darum, dass endlich wieder Rechtssicherheit bei der Genehmigung verkaufsoffener Sonntage herrscht und unsere Zentren auch künftig die Möglichkeit haben, sich an bis zu vier Sonntagen gemeinsam zu präsentieren.“

Das Rechtsgutachten, das der Düsseldorfer Staatsrechtler Prof. Dr. Johannes Dietlein für die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz und sieben weitere IHK-Landesarbeitsgemeinschaften erstellt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass die gesetzgeberischen Gestaltungsmöglichkeiten mit der derzeitigen engen Regulierung keineswegs ausgeschöpft werden.

Neu ist vor allem die im Gutachten aufgezeigte Möglichkeit, als Anlass für einen verkaufsoffenen Sonntag nicht zwingend einen Markt, eine Messe oder eine Ausstellung vorauszusetzen. Vielmehr können auch Gründe des Gemeinwohls eine Sonntagsöffnung rechtfertigen. Dies kann zum Beispiel das Ziel der Stärkung der Innenstädte und des dortigen Einzelhandels sein – gerade auch mit Blick auf den verschärften Wettbewerb stationärer Verkaufsstellen mit dem Onlinehandel. „Hier sehen wir den Gesetzgeber gefordert, diese Erkenntnis aufzunehmen und das Landesladenöffnungsgesetz entsprechend anzupassen“, so Vogel.

Die Arbeitsruhe an Sonn- und Feiertagen ist durch das Grundgesetz als „Regelfall“ geschützt, sodass auch der Handel normalerweise nicht öffnen darf. Vier Mal im Jahr kann davon eine Ausnahme gemacht werden; dies aber nur dann, wenn ein entsprechender Anlass vorliegt – so die aktuelle Gesetzeslage in Rheinland-Pfalz.

Prof. Dr. Johannes Dietlein hat an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf den Lehrstuhl für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre inne.

Das Rechtsgutachten zu den gesetzgeberischen Spielräumen bei der Regelung von Ladenöffnungen an Sonn- und Feiertagen ist im Internet zu finden: www.ihk-rlp.de.

Frostschäden im Obstbau

Abgabe von Schadensmeldungen bis zu 28. Juli möglich!

Mainz. Wie das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau mitteilt, können ab sofort landwirtschaftliche Unternehmen mit Erwerbsobstbau, die aufgrund von Schäden durch Spätfröste im April 2017 in ihrer Existenz bedroht sind, ihre Schäden an die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) melden. Zur Meldung wurden auf der Homepage der ADD entsprechende Formulare eingestellt.

Auch über die Homepage des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) www.bwv-net.de kann der Antrag heruntergeladen werden.

Die Schadensmeldung muss bis Freitag, den 28.07.2017 erfolgen. Nach der Schadensmeldung und der Prüfung der Angaben durch die ADD und eine von dieser eingesetzten Schadenskommission können dann Anträge zur Zahlung einer Finanzhilfe durch das Land Rheinland-Pfalz gestellt werden. Dabei gelten folgende Bedingungen: Die Schäden für den gesamten Betriebszweig Obstbau müssen mehr als 30 Prozent der durchschnittlichen Jahreserzeugung erreichen. Es muss ein Mindestschaden von 3.000 € entstanden sein. Der Zuschuss beläuft sich auf ein Drittel der festgestellten Schadenssumme, höchstens 10.000 Euro. Der BWV hat sich für die Einstufung der genannten Frostsituation als Naturkatastrophe eingesetzt. Präsident Michael Horper begrüßte die Information des Landwirtschaftsministeriums, kritisierte aber die Deckelung der Hilfen bei 10.000 Euro. Gerade größere Betriebe hätten weitaus höhere wirtschaftliche Schäden zu beklagen.

Das Ministerium weist darauf hin, dass vor der Bewilligung der Finanzhilfe jeweils geprüft wird, in welchem Maße das Unternehmen durch die aufgetretenen Schäden in seiner Existenz betroffen ist. Hierzu sind im Antrag die Vermögensverhältnisse und Einkünfte des Unternehmens einschließlich ggf. vorhandener nichtlandwirtschaftlicher Vermögen und Einkünfte darzustellen.

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