Donnerstag, 23. November 2017

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Auftragseingänge der Industrie im September 2017:

Kaum Änderung gegenüber dem Vormonat

Im September 2017 blieb die Nachfrage nach Erzeugnissen der rheinland-pfälzischen Industrie fast unverändert. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 0,1 Prozent unter dem Niveau des Vormonats.

Während das Ordervolumen aus dem Inland um 1,7 Prozent abnahm, legten die Bestellungen aus dem Ausland um 0,6 Prozent zu.

In der Vorleistungsgüterindustrie fielen die Bestellungen im September um 3,1 Prozent geringer aus als im August. Die Nachfrage nach Konsumgütern schrumpfte um 2,1 Prozent. In der Investitionsgüterindustrie gingen hingegen mehr Aufträge ein als im Monat zuvor (plus 3,8 Prozent).

Von den drei umsatzstärksten Branchen des Verarbeitenden Gewerbes verzeichneten zwei einen Anstieg der Bestellungen gegenüber dem Vormonat. Lediglich die Chemieindustrie, die größte Branche des Verarbeitenden Gewerbes, musste geringe Einbußen hinnehmen (minus 0,2 Prozent). In der Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen, die gemessen am Umsatz unter den Industriebranchen an zweiter Stelle steht, erhöhte sich das Ordervolumen im September um 4,7 Prozent. Im Maschinenbau, der drittgrößten Branche, lagen die bereinigten Auftragseingänge um 2,8 Prozent über dem Niveau des Vormonats.

Auch wenn die Auftragseingänge in der Industrie im September stagnierten, bewegt sich die Nachfrage auf vergleichsweise hohem Niveau: Die bereinigten Auftragseingänge waren deutlich höher als ein Jahr zuvor (plus 10,4 Prozent). Aus dem In- und Ausland gingen mehr Bestellungen ein als im September 2016 (plus 7,5 bzw. plus 12,2 Prozent). Alle drei industriellen Hauptgruppen verzeichneten deutliche Zuwächse. Das Ordervolumen lag in allen drei umsatzstärksten Branchen über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

Arbeitsmarkt

Neue Bestmarke: Arbeitslosigkeit in Rheinland-Pfalz erstmals unter 100.000

Die Arbeitslosigkeit hat in Rheinland-Pfalz im Oktober einen historischen Tiefstand erreicht. Erstmals seit mehr als 25 Jahren waren in Rheinland-Pfalz weniger als 100.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Das teilten Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler anlässlich der Bekanntgabe der aktuellen Arbeitsmarktzahlen mit. Danach waren im Oktober in Rheinland-Pfalz 98.325 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind 2.495 weniger als im September und 7.197 weniger als noch im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent. Im Oktober des Vorjahres lag sie bei 4,8 Prozent. „Viele Faktoren haben dazu beigetragen, die Marke von 100.000 zu durchbrechen. Dazu gehören neben der demografischen Entwicklung und der guten konjunkturellen Lage auch eine zielgerichtete und bedarfsorientierte, flankierende Arbeitsmarktpolitik der Bundesagentur für Arbeit und der Landesregierung mit dem Europäischen Sozialfonds“, betonte Ministerpräsidentin Malu Dreyer. „Es ist daher von entscheidender Bedeutung, Trends in den Bereichen Arbeit und Beschäftigung frühzeitig zu erkennen und vorausschauend zu handeln“, ergänzte Bätzing-Lichtenthäler. „Eine solche Entwicklung, die uns alle umtreibt, ist zweifelsohne die Digitalisierung. Hier erwarten die Menschen zu Recht von der Politik, die Veränderungen nicht einfach nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern sie im Interesse aller zu gestalten“, so die Arbeitsministerin weiter. Vor diesem Hintergrund bringe die Landesregierung einen Masterplan „Zukunft der Arbeit“ auf den Weg. Seit dem vergangenen Frühjahr habe unter Federführung des Arbeitsministeriums ein wissenschaftlich begleiteter, landesweiter Diskurs stattgefunden, an dem neben den Partnerinnen und Partnern des Ovalen Tisches (OT) der Ministerpräsidentin sowie Expertinnen und Experten insbesondere auch interessierte Bürgerinnen und Bürger beteiligt waren. „Wir haben in den vergangenen Monaten beispielsweise über die mögliche Flexibilisierung von Arbeitszeit und Arbeitsort gesprochen, über die Auswirkungen auf Mitbestimmung und Arbeitsschutz und über das Thema, welche Anforderungen die Digitalisierung an unsere Qualifikationen und damit auch unser Bildungssystem stellt. Bei allen Themenkonferenzen stand dabei die Frage im Mittelpunkt, was wir heute tun müssen, damit wir morgen gute und sichere Arbeitsbedingungen haben, ohne dabei den technologischen Fortschritt auszubremsen“, erklärte Arbeitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler. Die bisherigen Ergebnisse und Erkenntnisse zu den verschiedenen Aspekten fließen in den Masterplan ein, den die Landesregierung nun basierend auf dem bisherigen Dialog und ebenfalls in Zusammenarbeit mit den OT-Partnern erarbeitet.

Inflationsrate geht im Oktober auf 1,3 Prozent zurück

Die Teuerungsrate ist im Oktober 2017 gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 1,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im September hatte die Inflationsrate 1,7 Prozent betragen.

Ein Grund für das Nachlassen der Teuerung ist der vergleichsweise schwache Anstieg der Energiepreise, die im Oktober um 0,8 Prozent höher waren als ein Jahr zuvor. Hierbei kommt auch ein statistischer Basiseffekt zum Tragen, da die Energiepreise im Vergleichsmonat Oktober 2016 auf einem relativ hohen Niveau lagen. Mineralölprodukte waren im Oktober 2017 um 1,8 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. So stiegen die Preise für Heizöl um 3,1 Prozent und die Kraftstoffpreise um 1,5 Prozent. Die Strompreise sowie die Umlage für Zentralheizung und Fernwärme waren ebenfalls höher als ein Jahr zuvor (plus 0,2 bzw. plus 0,7 Prozent). Gas verbilligte sich hingegen um 1,3 Prozent.

Die Nahrungsmittelpreise lagen im Oktober mit einem Plus von 4,1 Prozent deutlich über dem Niveau des Vorjahresmonats. Dazu trugen aufgrund ihrer großen Verbrauchsbedeutung insbesondere die Molkereiprodukte und Eier bei, deren Preise um 13,7 Prozent stiegen. Speisefette und -öle waren ebenfalls wesentlich teurer als ein Jahr zuvor (plus 29,8 Prozent). Dies ist in erster Linie auf die starke Erhöhung der Butterpreise zurückzuführen (plus 56,4 Prozent), aber auch andere Speisefette und -öle verteuerten sich. Nur geringe Preissteigerungen waren bei Gemüse zu verzeichnen (plus 0,4 Prozent). Die Preise für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren blieben gegenüber dem Vorjahresmonat unverändert.

Neben dem schwachen Anstieg der Energiepreise haben auch andere Bereiche zum Rückgang der Inflationsrate beigetragen. Dies zeigt die Entwicklung der Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird. Sie lag im Oktober bei 1,0 Prozent, nach 1,3 Prozent im September.

Durch die kräftige Steigerung der Nahrungsmittelpreise wies die Hauptgruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ unter den zwölf Hauptgruppen die höchste Teuerungsrate auf (plus 3,7 Prozent). Es folgten die Hauptgruppen „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ sowie „Bildungswesen“ mit jeweils plus 2,4 Prozent. In der Hauptgruppe „Nachrichtenübermittlung“ sank das Preisniveau hingegen um 0,6 Prozent.

Veränderungen gegenüber September 2017
Gegenüber dem Vormonat ist der Verbraucherpreisindex im Oktober 2017 leicht um 0,1 Prozent gesunken. Spürbaren Preissteigerungen in den Hauptgruppen „Bildungswesen“ (plus 1,8 Prozent), „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ (plus 1,1 Prozent) sowie „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (plus 0,7 Prozent) standen Preisrückgänge in den Bereichen „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (minus 1,3 Prozent) sowie „Andere Waren und Dienstleistungen“ (minus 0,6 Prozent) gegenüber.

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 17 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 700 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem Verbraucherpreisindex dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird die Veränderung des Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Oktober 2017 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 6. November 2017 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

SUCCESS 2017: Vorsprung durch Innovationen

German eForensics GmbH aus Koblenz erhält Technologieprämie

Mainz, 25. Oktober 2017. Mit den SUCCESS-Technologieprämien zeichneten Wirtschaftsstaatssekretärin Daniela Schmitt und Dr. Ulrich Link, Mitglied des Vorstandes der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB), sieben kleine und mittlere Unternehmen aus, die zukunftsorientierte Entwicklungen, neue Produkte, Produktionsprozesse und technologieorientierte Dienstleistungen selbst entwickelt und am Markt erfolgreich etabliert haben. Diese Forschungs- und Entwicklungsarbeit und ihr Erfolg im Markt wurden von der ISB mit insgesamt 65.000 Euro gewürdigt.

Eine Technologieprämie von 5.000 Euro ging an die German eForensics GmbH mit Sitz im Technologiezentrum Koblenz für die Entwicklung der neuen Technologie „EVISCAN“ zur berührungslosen, chemiefreien und effizienten Tatortspurensicherung für die Kriminaltechnik. Das 2012 gegründete Hightech-Unternehmen bietet IT-basierte Lösungen für die Forensik. „EVISCAN“ macht aus vielen unterschiedlichen Arbeitsschritten bei der konventionellen Spurensicherung einen einzigen digitalen Vorgang. Dabei bleiben die Asservate in ihrem ursprünglichen Zustand und stehen für weitere Untersuchungen langfristig zur Verfügung.

„Für die Landesregierung besteht eine zentrale Aufgabe darin, die notwendigen Rahmenbedingungen für ein positives Innovationsumfeld zu schaffen“, betonte Staatssekretärin Daniela Schmitt  anlässlich der Prämienvergabe. Innovative Produkte und Verfahren, die einen langfristigen Unternehmenserfolg sichern, seien aufgrund des internationalen Wettbewerbs in einer globalisierten Welt essenziell. Dieser Herausforderung hätten sich die diesjährigen Prämiengewinner in besonderem Maße gestellt. „Sie stehen beispielhaft für die Leistungsstärke unseres innovativen Mittelstandes“, so Schmitt.

„Den Antrieb, sich nicht nur mit dem Status Quo zufriedenzugeben, sondern Visionen für die Zukunft zu entwickeln und mit Ausdauer und Mut umzusetzen – genau das haben diese Unternehmerinnen und Unternehmer gezeigt“, sagte Link in seiner Ansprache. Als landeseigenes Förderinstitut sei es Aufgabe der ISB, den unternehmerischen Mut im Rahmen ihrer Darlehens-, Bürgschafts- und Venture-Capital-Programme sowie mit Zuschüssen aus Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zu unterstützen.

Bauhauptgewerbe im August 2017:

Aufträge und Umsätze höher als im Vormonat

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im August 2017 mehr Aufträge und höhere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stiegen die Auftragseingänge im Vergleich zum Juli 2017 – kalender- und saisonbereinigt – um 2,4 Prozent. Der baugewerbliche Umsatz erhöhte sich um 1,5 Prozent. Gegenüber den ersten acht Monaten 2016 stieg das Ordervolumen um 6,6 Prozent, der Umsatz verbesserte sich um 13,1 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Juli 2017 zog die Nachfrage nach Bauleistungen im Tiefbau um 22,6 Prozent an. Im Hochbau gingen die bereinigten Auftragseingänge dagegen um 14,2 Prozent zurück. Dieser Rückgang ist in erster Linie auf die ungünstige Entwicklung im Wohnungsbau zurückzuführen (minus 47,2 Prozent). Im sonstigen öffentlichen Tiefbau sowie im gewerblichen Hochbau war die Nachfrage ebenfalls niedriger als im Vormonat (minus 15,4 bzw. minus 1,2 Prozent). Die höchsten Auftragszuwächse errechnen sich für den Straßenbau (plus 56,7 Prozent). Der öffentliche Hochbau sowie der gewerbliche Tiefbau konnten ebenfalls kräftig zulegen (plus 41,3 bzw. plus 12,0 Prozent). Gegenüber den ersten acht Monaten 2016 wurden sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau Auftragszuwächse registriert (plus 8,0 bzw. plus 5,3 Prozent).

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Im Vergleich zum Juli 2017 erhöhten sich die bereinigten Erlöse im Hochbau um 5,0 Prozent. Für den Tiefbau errechnet sich dagegen ein Rückgang von 2,1 Prozent. Steigende Umsätze verzeichneten vor allem der gewerbliche Hochbau sowie der Wohnungsbau (plus 10,2 bzw. plus 5,5 Prozent). Dagegen lagen die Erlöse insbesondere im öffentlichen Hochbau sowie im sonstigen öffentlichen Tiefbau unter dem Vormonatswert (minus 11,0 bzw. minus 4,5 Prozent). Gegenüber den ersten acht Monaten 2016 zogen die baugewerblichen Umsätze sowohl im Tiefbau als auch im Hochbau deutlich an (plus 14,3 bzw. plus 12,0 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich der kalender- und saisonbereinigten Werte mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat oder zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen, Auftragsarbeiten, FDZ)

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