Freitag, 26. Mai 2017

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Gründerreport 2016/2017: Gründungen als Karriereoption stärken

Jugendliche und junge Erwachsene brauchen möglichst früh im Leben und deutlich mehr Zugang zu Wirtschaftswissen. Das fordern die rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) und Handwerkskammern (HWKs) gemeinsam bei Vorstellung ihres „Gründerreport 2016/2017“ in Mainz. Vor dem Hintergrund quantitativ rückläufiger Gründungszahlen halten IHKs und HWKs die Sensibilisierung und die Wahrnehmung der Selbstständigkeit als echte Karriereoption für besonders wichtig.

Die Zahl neuer Unternehmen nimmt in Rheinland-Pfalz seit sechs Jahren stetig ab. Wurden 2010 noch 41.205 Gewerbeanmeldungen registriert, waren es 2016 noch 33.124 (2015: 34.985). Den Appell zum Handeln richtet der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft und Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, Arne Rössel, an die Landespolitik: „Der Schritt in die Selbstständigkeit ist nicht nur eine Frage der Persönlichkeit, sondern auch eine Frage der Vorbildung und Erfahrungen mit dem Unternehmertum. Deshalb sollte Wirtschaftswissen mit einem positiven Unternehmerbild bereits in den Schulen und Hochschulen vermittelt werden. Wir IHKs werden vor Ort mit unseren Möglichkeiten die Karriereperspektive Selbstständigkeit unterstützen.“

Die jetzt vorgelegte Ausgabe des Gründerreports spiegelt das Gründungsgeschehen in Rheinland-Pfalz für das Geschäftsjahr 2016 wider. So wurden im Bundesland erstmals seit 2012 wieder mehr Unternehmen ab- als angemeldet (337 Unternehmen). Allerdings stieg der Anteil echter Betriebsneugründungen an allen Gewerbeanmeldungen um 16,9 Prozent (2015: 16,2 Prozent). Das spricht dafür, dass das Gründungsgeschehen strukturell an Qualität gewonnen hat. Dabei spielt auch eine große Rolle, dass die Zahl der innovativen Gründer nach Angaben der Kreditanstalt (KfW) für Wiederaufbau steigt. So entfällt etwa ein Fünftel der Gründungstätigkeit auf Gründer mit digitalen Geschäftsmodellen, die sich in allen Branchen wiederfinden.

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Gründungsbilanz: Region Trier weiter auf gutem Weg – Zahlen im Land entwickeln sich rückläufig

Die Gründungsbilanz in der Region Trier ist weiter positiv. Vergangenes Jahr haben insgesamt 3943 Unternehmer ein Gewerbe angemeldet. Auf der Gegenseite wurden aber nur 3651 Unternehmen abgemeldet. Unterm Strich existierten zum Jahreswechsel also 292 Unternehmen mehr als noch 2015. Das geht aus einer regionalen Auswertung der Industrie – und Handelsammer (IHK) Trier zum Gründungsgeschehen hervor. Der Regionalreport wurde begleitend zum Gründerreport 2016/2017 erstellt, den die rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) gemeinsam mit den Handwerkskammern (HWKs) im Land am heutigen Montag in Mainz vorgestellt haben.

Mit der positiven Bilanz 2016 können IHK und HWK Trier ihren Trend aus dem Vorjahr bestätigen, denn auch 2015 schloss das Jahr mit einem positiven Saldo von 238 neuen Betrieben ab. Zuvor war die Bilanz allerdings fünf Jahre lang negativ. Dass die positiven Zahlen keine Selbstverständlichkeit sind, zeigt außerdem ein Blick auf die Zahlen im Land. Denn die Zahl neuer Unternehmen nimmt in Rheinland-Pfalz seit sechs Jahren stetig ab. Wurden 2010 noch 41 205 Gewerbeanmeldungen registriert, waren es 2016 noch 33 124 (2015: 34 985).

Den Appell zum Handeln richtet der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft und Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, Arne Rössel, an die Landespolitik: „Der Schritt in die Selbstständigkeit ist nicht nur eine Frage der Persönlichkeit, sondern auch eine Frage der Vorbildung und Erfahrungen mit dem Unternehmertum. Deshalb sollte Wirtschaftswissen mit einem positiven Unternehmerbild bereits in den Schulen und Hochschulen vermittelt werden. Wir IHKs werden vor Ort mit unseren Möglichkeiten die Karriereperspektive Selbstständigkeit unterstützen.“

Seit dem Jahr 2002 erhalten Unternehmensgründer in Rheinland-Pfalz ein flächendeckendes Beratungsangebot durch die 31 Starterzentren bei den Industrie- und Handelskammern sowie den Handwerkskammern Koblenz, Pfalz, Rheinhessen und Trier. Die Starterzentren haben als Ratgeber, Gutachter, Kontaktvermittler oder als Initiatoren von Netzwerkveranstaltungen und Messen wesentlich zum Auf- und Ausbau einer gut funktionierenden Hilfe-Infrastruktur für Unternehmensgründer beigetragen. Dabei wurde der Service im Lauf der Jahre stetig verbessert, beispielsweise durch das Angebot der Online-Gewerbeanmeldung oder durch zielgruppenspezifische Beratungsformate für Frauen, Nebenerwerbsgründer oder Studierende.

Rheinland-pfälzische Wirtschaft begrüßt Entscheidung für weltoffenes Frankreich

Nachdem Emmanuel Macron bei der gestrigen Stichwahl zum neuen französischen Staatspräsidenten gewählt wurde, zeigt sich die rheinland-pfälzische Wirtschaft erleichtert. „Die Ankündigungen von Macron, die Europäische Union zu stärken und die Zusammenarbeit mit Deutschland auszubauen, sind gute Nachrichten für die vielen Unternehmen, die in Frankreich tätig sind“, erklärt Volker Scherer, Sprecher International der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs).

Frankreich ist der wichtigste ausländische Partner der rheinland-pfälzischen Wirtschaft. Hätte sich das Land nach außen abgeschottet, wie es die unterlegene Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen gefordert hatte, hätte dies die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Frankreich massiv belasten und viele auslandsaktive Unternehmen schwer treffen können. „Das Schreckensszenario eines Austritts Frankreichs aus der EU ist jetzt vom Tisch, und rheinland-pfälzische Firmen haben wieder Planungssicherheit für ihre Geschäfte in Frankreich“, so Scherer. „Die Franzosen haben sich bei der Wahl mehrheitlich für ein weltoffenes Frankreich, für eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland und gegen Protektionismus und Abschottung ausgesprochen. Aus Sicht der rheinland-pfälzischen Wirtschaft mit ihrer starken Auslandsorientierung sind das die richtigen Weichenstellungen für die Zukunft.“

Im vergangenen Jahr haben rheinland-pfälzischen Unternehmen Waren im Wert von rund 5,4 Mrd. Euro nach Frankreich ausgeführt. Sie machten damit 10,2 Prozent der gesamten rheinland-pfälzischen Exporte aus (Rang 1). In umgekehrter Richtung wurden Waren für rund 2,9 Mrd. Euro aus Frankreich nach Rheinland-Pfalz eingeführt. Dies entspricht einem Anteil von 8,4 Prozent der gesamten rheinland-pfälzischen Importe (Rang 3).

Industrieproduktion legte im März deutlich zu

Die rheinland-pfälzische Industrieproduktion ist im März 2017 kräftig gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex, der die mengenmäßige Ausbringung der Industrie misst, um 9,2 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Gegenüber März 2016 war ein Zuwachs in ähnlicher Größenordnung zu verzeichnen (plus 9,8 Prozent).

Ein wesentlicher Grund für die starke Steigerung der bereinigten Produktion ist die besonders dynamische Entwicklung in einem Teilbereich der Konsumgüterindustrie. Dadurch war der Output im Konsumgüterbereich im März um 35 Prozent höher als im Monat zuvor. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein Plus von 36,5 Prozent. Die Vorleistungsgüterindustrie erbrachte ebenfalls einen Beitrag zur Steigerung der Produktion: Ihr Güterausstoß war um 1,2 Prozent höher als im Februar und um zwei Prozent höher als im März 2016. Die Investitionsgüterproduzenten mussten hingegen einen Rückgang gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat hinnehmen (minus 2,9 bzw. minus 1,2 Prozent).

In den drei umsatzstärksten Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes entwickelte sich die bereinigte Produktion im März 2017 unterschiedlich. Der Output der Chemischen Industrie, der größten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, stieg gegenüber Februar um 0,6 Prozent. Zugleich lag der Güterausstoß um 2,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Fahrzeugbau, die Branche mit dem zweitgrößten Umsatz, drosselte die Produktion gegenüber Februar um 8,9 Prozent, gegenüber März 2016 schrumpfte der Output um 8,6 Prozent. Die Produktion des Maschinenbaus, der Industriebranche mit dem drittgrößten Umsatz, stieg um 1,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war ein Zuwachs von 6,4 Prozent zu verzeichnen.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

Trier. Polizei warnt Unternehmen vor Betrugsmasche

Bei der Kripo in Trier und Wittlich werden mehrere Ermittlungsverfahren geführt, in denen Betrüger meist größere Unternehmen um hohe Geldbeträge bringen. Beim so genannten CEO-Fraud geben sich die Täter beispielsweise als Geschäftsführer (CEO) oder leitende Angestellte des Unternehmens aus und veranlassen Mitarbeiter zu hohen Geldüberweisungen.

So geschehen in der vergangenen Woche bei einem Trierer Unternehmen. Per E-Mail und auch telefonisch nahm ein bisher unbekannter Täter Kontakt zu einem Mitarbeiter der Buchhaltung auf und gab sich als Geschäftsführer des Unternehmens aus. Er forderte den Mitarbeiter zu einer dringenden Überweisung einer hohen sechsstelligen Summe auf ein ausländisches Bankkonto auf. Die Überweisung sei geheim und müsse sehr schnell und unauffällig durchgeführt werden. Um dieser Anweisung Nachdruck zu verleihen, meldete sich telefonisch auch ein angeblicher Rechtsanwalt und übte zusätzlichen Druck auf den Mitarbeiter aus. Der überwies das Geld schließlich auf das genannte Konto. Glücklicherweise konnte die Überweisung noch so rechtzeitig gestoppt werden, dass in diesem Fall kein finanzieller Schaden entstand.

Insgesamt sind beim Polizeipräsidium Trier sieben solcher Ermittlungsverfahren bekannt. In den meisten Fällen erkannten die Mitarbeiter jedoch die Betrugsabsicht oder stoppte die Bank die Überweisung. Lediglich in einem Fall waren die Täter erfolgreich.

Sie nutzen Informationen der Unternehmen in Wirtschaftsberichten, im Handelsregister oder auf Internetseiten und Werbeprospekten. Auch soziale Netzwerke, in denen Mitarbeiter Ihre Funktion innerhalb des Unternehmens oder firmeninterne Details preisgeben, dienen als wichtige Informationsquelle. Mit dem so beschafften Insiderwissen treten sie über E-Mail oder telefonisch mit den Mitarbeitern in Kontakt, geben sich als Geschäftsführer, leitender Angestellter oder Handelspartner aus und fordern zum Beispiel unter Hinweis auf ein bevorstehendes Investment oder eine geänderte Kontoverbindung die Überweisung eines hohen Geldbetrages auf ein ausländisches Konto.

Das BKA warnt vor dieser Betrugsmasche, die schon zu Millionenschäden geführt hat, und gibt auf seiner Homepage Tipps zum Schutz der Unternehmen. https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/IhreSicherheit/CEOFraud.html

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