Freitag, 26. Mai 2017

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Außenwirtschaftsreport Rheinland-Pfalz veröffentlicht: Zuversicht trotz großer Sorgen

Noch nie waren die Exporte aus Rheinland-Pfalz auf einem derart hohen Niveau wie im Jahr 2016 – und noch nie gab es zugleich so viele Risiken für die Exportwirtschaft. Dies sind zwei der Kernaussagen des „Außenwirtschaftsreports Rheinland-Pfalz 2016/2017“ der Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). Der Report ist die Landesauswertung der bundesweiten IHK-Unternehmensumfrage Going International 2016/2017.

Mehr als die Hälfte aller in Rheinland-Pfalz produzierten Waren wurde 2016 direkt nach Fertigstellung in das Ausland verkauft. Dies entspricht einem Warenwert von 52,6 Milliarden Euro und einer Exportquote von 55,4 Prozent (bundesweit 49,4 Prozent).

Trotz dieses Erfolgs sehen die Unternehmen Grund zur Sorge: „Mit Russland ist ein wichtiger Markt bereits weitgehend weggebrochen, andere wie die Volksrepublik China, Türkei oder auch USA sind zumindest stark gefährdet“, erläutert Volker Scherer, Sprecher International der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs). Hinzu kommen die ungewissen Auswirkungen des inzwischen auch formal beantragten Brexit, der die Unternehmer mit einer großen Planungsunsicherheit konfrontiert. Weitere Risiken bestehen durch die politischen Instabilitäten, etwa die Krise in Syrien oder auch die wirtschaftliche Flaute in Brasilien.

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Gründerpreis „Pioniergeist 2017“ gestartet

Preisgelder im Gesamtwert von 35.000 Euro zu gewinnen

Mainz, 3. Mai 2017. Mit Mut und guten Geschäftsideen punkten: Existenzgründerinnen und Existenzgründer, die sich während der letzten fünf Jahre selbstständig gemacht haben oder in diesem Jahr gründen werden, können sich ab sofort bis zum 1. September 2017 bei der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) für den Gründerpreis „Pioniergeist 2017“ bewerben. Auch Gründende, die ihr Unternehmen im Rahmen einer Unternehmensnachfolge übernommen haben, können teilnehmen. Der Preis für das beste Gründungskonzept ist mit 15.000 Euro dotiert, der Zweit- und der Drittplatzierte erhalten 10.000 Euro beziehungsweise 5.000 Euro. Darüber hinaus vergeben die Business Angels Rheinland-Pfalz wieder einen Sonderpreis in Höhe von 5.000 Euro für die beste Gründungsidee. Die Bewerbungsunterlagen sind im Internet abrufbar unter www.pioniergeist.rlp.de.

Die Preisverleihung des vom SWR Fernsehen, der Volksbanken Raiffeisenbanken und der ISB ausgerichteten Wettbewerbs wird am 22. November 2017 im Foyer der ISB in Mainz stattfinden. Neben dem Preisgeld lockt die Medienresonanz rund um den „Pioniergeist 2017“, die den Start eines neuen Unternehmens zusätzlich unterstützt. Der Gründerpreis wird in diesem Jahr bereits zum achtzehnten Mal vergeben.

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IHK-Außenhandelsforum:

Über 400 Unternehmensvertreter tauschen sich zu Exportthemen aus

Beim 6. IHK-Exportforum Rheinland-Pfalz/Saarland haben sich gestern (27. April 2017) über 400 Exportfachleute in Koblenz zu aktuellen Außenwirtschaftsthemen ausgetauscht – so viele wie in keinem der Jahre zuvor. Experten von 13 Auslandshandelskammern (AHKs) waren vor Ort, um die Unternehmensvertreter zu Auslandsmärkten zu beraten. Im Fokus der Veranstaltung standen neben den Neuerungen im Zollrecht auch aktuelle geopolitische Entwicklungen.

„Rheinland-Pfalz und das Saarland sind eine exportstarke Region. Dementsprechend aufmerksam beobachten die hiesigen Unternehmen, wie sich die Rahmenbedingungen für ihr Auslandsgeschäft entwickeln“, sagte Volker Scherer, Sprecher International der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Zwar haben die rheinland-pfälzischen Exporte im vergangenen Jahr ein neues Rekordniveau erreicht, doch die protektionistischen Tendenzen beispielsweise in den USA, Großbritannien oder der Türkei lassen viele Betriebe mit Sorge in die Zukunft blicken. Umso wichtiger sind Gelegenheiten zum Austausch mit Experten und aktuelle Fachinformationen, wie sie das IHK-Exportforum bietet.“

Das Programm der Veranstaltung in der Koblenzer Rhein-Mosel-Halle umfasste neben den AHK-Gesprächen auch Workshops zu Themen wie Ausfuhrabwicklung oder Umsatzsteuer. Zudem berieten Vertreter des Hauptzollamts und des Zollamts Koblenz Interessierte zu allen Fragen rund um den Ex- und Import ihrer Waren. Erstmals stand den Teilnehmern außerdem der neue Berater Entwicklungszusammenarbeit und Wirtschaft (EZ-Scout) der rheinland-pfälzischen IHKs, Bernd Lunkenheimer, für individuelle Gespräche zur Verfügung. „Mit unseren Unterstützungsangeboten möchten wir IHKs auslandsaktiven Unternehmen aus der Region als verlässlicher und kompetenter Partner zur Seite stehen“, so Scherer.

Inflationsrate steigt im April auf 1,9 Prozent

Die Inflationsrate ist im April auf 1,9 Prozent gestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, war die Teuerungsrate damit etwas niedriger als im Januar und Februar 2017, aber deutlich höher als im März, als sie nur bei 1,3 Prozent gelegen hatte.

Energie war im April 2017 um 4,9 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Vor allem die Preise für Mineralölprodukte zogen deutlich an (plus 13,7 Prozent). Dazu trugen insbesondere die Heizölpreise bei, die innerhalb eines Jahres um 29,2 Prozent zulegten. Aber auch Kraftstoffe verteuerten sich spürbar (plus 10,1 Prozent). Gas sowie die Umlage für Zentralheizung und Fernwärme waren hingegen billiger als vor einem Jahr (minus 0,7 bzw. minus 2,5 Prozent). Die Strompreise blieben fast unverändert (plus 0,2 Prozent).

Die Preise für Nahrungsmittel lagen um 1,7 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Die höchsten Preissteigerungen waren bei Speisefetten und -ölen zu verzeichnen, die um 19,5 Prozent teurer waren als im April 2016. Insbesondere für Butter mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich mehr bezahlen (plus 43,8 Prozent). Hingegen hat der Preisdruck beim Gemüse, das in den vergangenen Monaten aufgrund der ungünstigen Witterung in Südeuropa außergewöhnlich teuer gewesen war, weiter nachgelassen. Gemüse war im April sogar günstiger als ein Jahr zuvor (minus 0,9 Prozent). Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren wurden ebenfalls billiger (minus 0,3 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, war im April 2017 mit plus 1,4 Prozent deutlich höher als im März, als sie mit plus 0,8 Prozent auf einem außergewöhnlich niedrigen Niveau gelegen hatte.

Die höchsten Preissteigerungen gab es im Verkehrsbereich (plus 3,7 Prozent). Es folgt die Hauptgruppe „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ mit einem Anstieg von 2,9 Prozent, was insbesondere auf die im Vorjahresvergleich deutlich gestiegenen Preise für Pauschalreisen (plus 10,5 Prozent) zurückzuführen ist. Hierfür dürfte in erster Linie ein Kalendereffekt durch die Lage der Osterfeiertage (2017: Mitte April; 2016: Ende März) verantwortlich sein. Ebenfalls spürbare Preissteigerungen waren bei „Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen“ zu beobachten (plus 2,5 Prozent). Preisrückgänge waren in zwei Hauptgruppen zu verzeichnen (Nachrichtenübermittlung: minus 0,9 Prozent; Möbel, Leuchten, Geräte u. a. Haushaltszubehör: minus 0,4 Prozent).

Veränderungen gegenüber März 2017

Der Verbraucherpreisindex lag im April 2017 um 0,1 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Merkliche Preissteigerungen wurden in der Hauptgruppe „Alkoholische Getränke und Tabakwaren“ registriert (plus 1,7 Prozent). In der Hauptgruppe „Verkehr“ waren die Preise um 0,9 Prozent höher als im März. Dazu trug u. a. eine Steigerung der Kraftstoffpreise bei, die im April um 2,9 Prozent zulegten. In vier Hauptgruppen waren die Preise niedriger als im Vormonat, darunter die Bereiche „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ (minus 1,8 Prozent) und „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ (minus 0,8 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 17 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 700 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.
Neben dem Verbraucherpreisindex dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird die Veränderung des Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.
Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat April 2017 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 4. Mai 2017 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Auswertungen, Analysen Wirtschaft, Staat)

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