Dienstag, 25. April 2017

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IHK greift Gastronomie bei der Unternehmensnachfolge unter die Arme

Knapp 70 Prozent der Hotels und Gaststätten aus der Region, die sich an einer aktuellen Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier beteiligt haben, fehlt eine Regelung ihrer Nachfolge. Als größte Herausforderungen sehen sie Vorgaben in Sachen Steuern, Baurecht oder Brandschutz, die schwierige Suche nach Personal – oder fehlende Informationen über Wege und Mittel.

Hier setzt daher die IHK mit einer speziellen Nachfolgeberatung für die Gastronomie im ländlichen Raum an. Derzeit besuchen IHK-Tourismusreferentin Anne Morbach und Raimund Fisch, Referent für Unternehmensgründung und -förderung, Unternehmen überall in der Region, um sie für die Notwendigkeit zu sensibilisieren, sich früh genug um die Übergabe zu kümmern. Sie geben ihnen einen Fahrplan und Tipps zur Finanzierung sowie der Suche nach einem Nachfolger et cetera an die Hand.

„Die Gastronomie bietet in unserer touristisch geprägten Region ein großes Potenzial für Menschen, die sich selbstständig machen wollen“, sagt Fisch. „Ein neues Haus aufzubauen, ist oft sehr teuer und aufwendig, deshalb ist die Übernahme eines Betriebs oft die bessere Lösung!“ Gerade jetzt sei der Zeitpunkt günstig, da in den vergangenen Jahren sehr viel beispielsweise in Wander- und Radwege, weintouristische Produkte und den Nationalpark investiert worden und somit auch die Nachfrage der Kunden gestiegen sei, erklärt Morbach.

Allerdings sind nach Erfahrungen der IHK Unwissenheit und Unsicherheit auf diesem Feld meist groß. Dabei stehen bereits 27 Prozent der befragten Unternehmen kurz vor der Übergabe. Morbach: „Wollen wir verhindern, dass die Attraktivität der Region leidet, müssen wir die Betriebe bei der Nachfolge unterstützen!“

Wer ebenfalls die Nachfolgeberatung in Anspruch nehmen möchte: IHK Trier, Anne Morbach, Telefon (06 51) 97 77-2 40, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Integration:

IHK Koblenz informiert Betriebe praxisnah über berufliche Integration von Flüchtlingen

Koblenz, 30. Mai 2016: Unternehmen stehen oftmals vor vielen Fragen, wenn sie Flüchtlinge beschäftigen wollen. Deshalb hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz am Montag Unternehmen aus der Region in der IHK-Akademie die Gelegenheit gegeben, sich über die wichtigsten Aspekte für die betriebliche Integration von Flüchtlingen zu informieren. Aufgrund der hohen Nachfrage sind bereits weitere Seminare terminiert.

„Wir wollen den interessierten Verantwortlichen in den Betrieben über die aktuellen gesetzlichen Gegebenheiten und auch über kulturelle Unterschiede informieren“, sagt Dr. Holger Bentz, Flüchtlingskoordinator der IHK Koblenz. Das Seminarangebot ist nur ein Baustein aus den verschiedenen Angeboten, die die IHK Koblenz aktuell anbietet. „Unternehmen, die hier aktiv werden möchten, verfügen vielfach noch nicht über die Fachkenntnisse in der noch neuen Thematik. Wir möchten dabei helfen, die Fragen zu beantworten.“  Mit diesem Seminar würden Grundlagen geschaffen, weitere Module sollen folgen.

Fachreferentin Yasemin Kural zeigte in dem Seminar unter anderem auf, wie ein Asylverfahren abläuft, welche Schritte zur Integration in den Arbeitsmarkt notwendig sind oder wie ausländische Berufsqualifikationen anerkannt werden können. Zudem gab sie den Teilnehmern konkrete Maßnahmen für interkulturelle Öffnungsprozesse und den Umgang mit betrieblichen Herausforderungen an die Hand. Beispiele aus der Praxis veranschaulichten, wie Integration in den Betrieben gelingen kann.

„Der Bedarf der Betriebe nach Informationen ist groß. Täglich erreichen uns 30 bis 40 Anfragen zu dem Thema“, sagt Bentz. Auch die Nachfrage an der Veranstaltung war sehr hoch, deshalb hat die IHK Koblenz schon ein weiteres Seminar auf die Beine gestellt: Das nächste wird am Freitag, 24. Juni, von 9 bis 16 Uhr auf Schloss Montabaur angeboten. Die Teilnahme ist auf 20 Personen begrenzt. Interessenten können sich unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. oder per Telefon 0261/ 106-295 direkt  anmelden. Weitere Termine sind aufgrund der hohen Nachfrage aus den Unternehmen im zweiten Halbjahr geplant.

Verbraucherpreise im Mai 2016 kaum höher als vor einem Jahr

Die Verbraucherpreise sind im Mai 2016 gegenüber dem Vorjahresmonat kaum gestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex nur um 0,1 Prozent über dem Niveau vom Mai 2015.

Die Entwicklung der Energiepreise wirkt noch immer dämpfend auf die Inflationsrate. Im Mai 2016 war Energie um 7,4 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat. Dazu trugen insbesondere die Mineralölprodukte bei, deren Preise innerhalb eines Jahres um 14,2 Prozent zurückgingen. So fielen die Heizölpreise um 23,9 Prozent, während die Kraftstoffpreise um 11,4 Prozent abnahmen. Aber auch die Umlage für Zentralheizung und Fernwärme war wesentlich niedriger als im Mai 2015 (minus 8,9 Prozent). Die Gaspreise waren leicht rückläufig (minus 1,5 Prozent); Strom wurde hingegen etwas teurer (plus 1,0 Prozent).

Die Nahrungsmittelpreise bremsten ebenfalls die Preisentwicklung. Sie waren um 0,7 Prozent niedriger als im Vorjahresmonat. Zu diesem Rückgang trugen mehrere Gütergruppen bei; die stärksten Preissenkungen gab es bei Speisefetten und -ölen (minus 6,9 Prozent) und bei Molkereiprodukten und Eiern (minus 4,9 Prozent). So war Butter um 14,3 Prozent günstiger als vor einem Jahr, und Quark kostete 14,1 Prozent weniger als im Mai 2015. Auf der anderen Seite stiegen die Preise für Fische und Fischwaren um 3,9 Prozent. Gemüse sowie Brot und Getreideerzeugnisse verteuerten sich ebenfalls (plus 1,5 bzw. plus 0,7 Prozent).

Wenn die Preisveränderungen bei Nahrungsmitteln und Energie unberücksichtigt geblieben wären, dann wäre die Inflationsrate deutlich höher ausgefallen. Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oftmals auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, lag im Mai 2016 bei 1,2 Prozent.

Unter den zwölf Hauptgruppen gab es die stärksten Preissteigerungen bei alkoholischen Getränken und Tabakwaren (plus 3,1 Prozent). Der zweithöchste Anstieg gegenüber dem Vorjahresmonat war bei Waren und Dienstleistungen aus dem Bereich Gesundheitspflege zu verzeichnen (plus 2,5 Prozent). Im Bereich Verkehr waren die Preise hingegen wesentlich niedriger als ein Jahr zuvor (minus 1,9 Prozent), was vor allem mit dem Rückgang der Kraftstoffpreise zusammenhängt. An zweiter Stelle lag der Bereich Nachrichtenübermittlung, in dem die Preise um 1,1 Prozent sanken.

Veränderungen gegenüber April 2016

Im Vergleich zum Vormonat ist der Verbraucherpreisindex im Mai um 0,3 Prozent gestiegen. Im Bereich „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ waren die Preise um 1,8 Prozent höher als im April. Dabei dürften allerdings u. a. saisonale Muster bei den Preisen von Pauschalreisen eine Rolle spielen. Auch im Bereich Verkehr gab es Preissteigerungen (plus 0,8 Prozent), da sich Kraftstoffe im Vergleich zum April 2016 verteuerten. Preissenkungen waren u. a. bei Bekleidung und Schuhen (minus 1,0 Prozent) sowie Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken zu verzeichnen (minus 0,7 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 17 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 700 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Neben dem Verbraucherpreisindex dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird der Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Mai 2016 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 3. Juni 2016 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen)

Landwirtschaft

Überwiegend Regenbogenforellen gezüchtet
Aquakultur hat nur geringe Bedeutung in Rheinland-Pfalz

Die 25 rheinland-pfälzischen Aquakulturbetriebe erzeugten nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems im Jahr 2015 rund 342 Tonnen Fisch. Mit dieser Menge kann die heimische Aquakulturproduktion aber nur einen geringen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung mit Proteinen leisten. Gegenüber dem Vorjahr war ein Produktionsrückgang von zehn Prozent zu verzeichnen. Zurückzuführen ist dies u. a. auf die trockenen Witterungsphasen. Die wichtigste Fischart in der Aquakulturproduktion ist die Regenbogenforelle; auf sie entfielen 84 Prozent der gesamten Erzeugung. Lachs- bzw. Bachforellen hatten Anteile von acht bzw. fünf Prozent.

Im Vergleich zu Deutschland ist die rheinland-pfälzische Aquakultur nur von geringer Bedeutung. Im Jahr 2014 wurden in Deutschland knapp 6.000 Aquakulturbetriebe registriert, die insgesamt rund 20.900 Tonnen Fisch produzierten. Der rheinland-pfälzische Anteil an der Produktion betrug im Jahr 2014 etwa 1,8 Prozent. Die wichtigsten Fischarten waren in Deutschland die Regenbogenforelle (8.500 Tonnen) und der Karpfen (5.300 Tonnen).

In den Angaben sind die von Angelvereinen oder für den Eigenbedarf gezüchteten Fische sowie die Fluss- und Seenfischerei nicht erfasst.

Die Erhebung über die Aquakulturerzeugung wird bundesweit jährlich bei Betrieben, die Aquakultur im Sinne von Artikel 2 Absatz 1 Buchstabe b der Verordnung ( EG ) Nr. 762 / 2008 betreiben, durchgeführt. Befragt werden Betriebe mit Teichen ohne nennenswerten Durchfluss mit mindestens 0,3 Hektar Gesamtgewässerfläche oder Betriebe mit Anlagen ohne Kreislaufführung, die von Wasser kontinuierlich durchflossen werden, sowie mit Anlagen mit einer täglichen Frischwasserzufuhr von mindestens 20 Prozent des Anlagenvolumens und einem Gesamtvolumen von mindestens 200 Kubikmeter, soweit es für die Aquakultur verwendbar ist, oder Betriebe mit anderen als den genannten Aquakulturanlagen.

Nicht einbezogen werden reine Angelteichbetriebe (Angelparks) sowie Aquarien- oder Zierfischarten.

Autor: Jörg Breitenfeld (Referat Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt, Energie)

Insolvenzen

Erstmals Angaben über die finanziellen Ergebnisse beendeter Insolvenzverfahren in der amtlichen Statistik verfügbar

Die Gläubiger der im Jahr 2009 in Rheinland-Pfalz eröffneten und bis Ende 2013 beendeten Insolvenzverfahren blieben weitgehend auf ihren Forderungen sitzen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, konnten aus den vorhandenen Vermögenswerten lediglich gut acht Millionen Euro befriedigt werden. Dies entspricht einer Deckungsquote im engeren Sinne von lediglich 1,9 Prozent. Die Verluste der Gläubiger beliefen sich auf gut 438 Millionen Euro. „Mit dieser neuen Erhebung legt die amtliche Statistik erstmals belastbare Zahlen zum Ausgang von Insolvenzverfahren vor“, so der Präsident des Statistischen Landesamtes Jörg Berres.

Differenziert nach der Art des Schuldners resultierten die größten Verluste der Gläubiger aus Verbraucherinsolvenzverfahren, nämlich in der Summe 165 Millionen Euro bzw.  38 Prozent aller Verluste. Geringfügig niedriger waren die Verluste aus Insolvenzverfahren ehemals selbstständig tätiger Personen, die summiert 148 Millionen Euro ausmachten. Danach folgen mit einem etwas größeren Abstand die Unternehmensinsolvenzen. Sie waren für die Gläubiger mit Verlusten in Höhe von insgesamt 112 Millionen verbunden. Die Verluste aus Insolvenzverfahren der restlichen Schuldner spielten nur eine untergeordnete Rolle.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass viele Unternehmensinsolvenzverfahren nicht in kurzer Zeit abgeschlossen sind. Von den im Jahr 2009 eröffneten Unternehmensinsolvenzverfahren waren laut Mitteilungen der Insolvenzgerichte bis Ende 2013 erst 49,2 Prozent beendet, von den Verbraucherinsolvenzverfahren dagegen 87,3 Prozent. Dies ist dadurch zu erklären, dass Unternehmensinsolvenzverfahren in der Regel komplexer sind als Verbraucherinsolvenzverfahren und deren Abwicklung daher eine längere Zeit erfordert. Dafür war die Deckungsquote der Unternehmensinsolvenzverfahren mit 2,7 Prozent höher als die der Verbraucherinsolvenzverfahren mit 1,6 Prozent.

Die durchschnittlichen Deckungsquoten in den kreisfreien Städten sind mit 2,6 Prozent höher als die Deckungsquoten in den Landkreisen (1,6 Prozent). Die höchsten Deckungsquoten ergaben sich in der kreisfreien Stadt Trier mit 7,5, im Rhein-Hunsrück-Kreis mit 4,1 sowie in kreisfreien Städten Neustadt an der Weinstraße und Koblenz mit 3,8 bzw. 3,6 Prozent. Die niedrigsten Deckungsquoten wurden für den Landkreis Südwestpfalz mit 0,5, den Donnersbergkreis mit 0,7, den Westerwaldkreis mit 0,9 sowie den Landkreis Bad Kreuznach und die kreisfreie Stadt Pirmasens mit jeweils 1,0 Prozent ermittelt.

Mit dem Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen vom 07.12.2011 (BGBl. I, S. 2582) wurde u. a. das Recht der Insolvenzstatistik neu geordnet, damit in Zukunft belastbare Zahlen über die finanziellen Ergebnisse und den Ausgang von Insolvenzverfahren vorliegen. Insbesondere wurde die bisherige monatliche Statistik über beantragte Insolvenzverfahren um eine neue zusätzliche jährliche Statistik über beendete Insolvenzverfahren und Restschuldbefreiung ergänzt. Aktuell liegen die ersten Ergebnisse dieser neuen zusätzlichen Statistik vor.
Erläuterungen: Deckungsquote im engeren Sinne: Anteil des zur Verteilung verfügbaren Betrages an den quotenberechtigten Forderungen. Deckungsquote im weiteren Sinne: Anteil der Summe aus den befriedigten Absonderungsrechten und dem zur Verteilung verfügbaren Betrag an den Forderungen.

Autor: Dr. Dirk Schneider (Referat Steuer- und Verwaltungsstatistiken)

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