Montag, 24. Juli 2017

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Konjunktur aktuell; Baugewerbe

Bauhauptgewerbe im Juni 2016: Aufträge und Umsätze höher als im Vormonat und im Vorjahresmonat

Das rheinland-pfälzische Bauhauptgewerbe verzeichnete im Juni 2016 mehr Aufträge und höhere Umsätze als im Vormonat. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stiegen die Auftragseingänge im Vergleich zum Mai 2016 – kalender- und saisonbereinigt – um 7,3 Prozent. Der baugewerbliche Umsatz verbesserte sich um 1,2 Prozent. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2015 zog das Ordervolumen um 16,9 Prozent an, der Umsatz erhöhte sich um 4,6 Prozent.

Auftragseingänge nach Bauart und Auftraggeber

Gegenüber Mai 2016 erhöhte sich die Nachfrage nach Bauleistungen im Hochbau um 12,4 Prozent. Im Tiefbau zeigte sich das Ordervolumen im Vormonatsvergleich ebenfalls verbessert (plus 2,6 Prozent). Für den Wohnungsbau errechnete sich eine sprunghafte Steigerung der kalender- und saisonbereinigten Auftragseingänge (plus 125 Prozent), die in erster Linie auf außergewöhnlich hohe Großaufträge zurückzuführen ist. Der nominale Auftragswert lag im Juni 2016 mit 95 Millionen Euro etwa dreimal so hoch wie im Monatsdurchschnitt der letzten drei Jahre. Im öffentlichen Tiefbaubau stiegen die Auftragseingänge um 11,6 Prozent. Kräftige Auftragsrückgänge errechneten sich für den öffentlichen Hochbau (minus 13,1 Prozent). Im gewerblichen Hochbau (minus 5,6 Prozent), im Straßenbau (minus 4,2 Prozent) sowie im gewerblichen Tiefbau (minus 3,9 Prozent) blieben die Bestellungen ebenfalls hinter dem Vormonatsergebnis zurück. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 zogen die Aufträge im Tiefbau kräftig an (plus 22,3 Prozent). Der Hochbau verbesserte sich um 11,5 Prozent.

Baugewerblicher Umsatz nach Bauart und Auftraggeber

Gegenüber Mai 2016 stiegen die Umsätze im Hochbau leicht um 1,3 Prozent. Für den Tiefbau errechnete sich dagegen keine Veränderung der bereinigten Erlöse. Die stärksten Umsatzsteigerungen gab es im öffentlichen Hochbau sowie im gewerblichen Tiefbau (plus 6,1 bzw. plus 5,7 Prozent). Lediglich im Straßenbau sowie im öffentlichen Tiefbau blieben die Umsätze leicht hinter dem Vormonatsergebnis zurück (minus 1,8 bzw. minus 0,9 Prozent). Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 verzeichneten sowohl der Hochbau als auch der Tiefbau steigende baugewerbliche Umsätze (plus 7,8 bzw. plus 1,4 Prozent).

Mit der Konjunkturmeldung im Bauhauptgewerbe wird die monatliche Entwicklung der Auftragseingänge sowie des baugewerblichen Umsatzes im Bauhauptgewerbe insgesamt, in den Teilbereichen Hochbau und Tiefbau sowie in der Gliederung nach Bauart und Auftraggeber bereitgestellt. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahreszeitraum angegeben. Weitere Erläuterungen

Autor: Thomas Kirschey (Referat Analysen)

Rechnungswesen: IHK bereitet Auszubildende auf die bevorstehende Abschlussprüfung vor

Zinsrechnung, Dreisatz, Bilanzierung: Bei vielen Zahlen kann einem schon einmal schwindelig werden. Vor allem dann, wenn die Übung noch etwas fehlt. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier bietet daher das Seminar „Rechnungswesen für kaufmännische Berufe“ an. Der Lehrgang startet am Samstag, 10. September 2016, und endet am 4. November 2016. Der Kurs richtet sich an alle Auszubildenden in kaufmännischen Berufen – speziell auch an diejenigen, die die Prüfung im Rechnungswesen bislang nicht bestehen konnten.

Der Kurs findet immer samstags von 8:00 bis 13:00 Uhr statt. Anhand von praktischen Übungen mit Belegen und Geschäftsunterlagen werden prüfungsrelevante Aufgaben trainiert. Die Begriffe Brutto und Netto bereiten dann mit Sicherheit genauso wenig Kopfzerbrechen wie die Ermittlung von Steuern und Sozialabgaben.

Anmeldung bis Dienstag, 30. August 2016, bei: IHK Trier, Hildegard Großmann, Telefon (06 51) 97 77-7 03, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Einzelhandel im ersten Halbjahr 2016 mit Umsatz- und Beschäftigtenplus

Der rheinland-pfälzische Einzelhandel setzte im ersten Halbjahr 2016 mehr um als im Vorjahreszeitraum. Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems waren die Umsätze nominal – also zu jeweiligen Preisen – um zwei Prozent höher als im ersten Halbjahr 2015. Real – unter Berücksichtigung der Preisentwicklung – stiegen die Erlöse um 1,9 Prozent. In Deutschland verzeichnete der Einzelhandel im gleichen Zeitraum nominale Umsatzsteigerungen von 2,3 Prozent; preisbereinigt ergab sich ein Plus von 2,4 Prozent.

Umsatzentwicklung nach Wirtschaftszweigen

Die Umsatzentwicklung war in den verschiedenen Bereichen des Einzelhandels unterschiedlich. Im Handel mit Verlagsprodukten, Sportausrüstungen und Spielwaren stiegen die Umsätze nominal um 5,8 und real um 3,8 Prozent. Der Handel mit sonstigen Haushaltsgeräten, Textilien, Heimwerker- und Einrichtungsbedarf setzte im ersten Halbjahr 2016 in jeweiligen Preisen 4,8 Prozent mehr um als von Januar bis Juni 2015. Preisbereinigt entsprach das einem Zuwachs von 3,9 Prozent. Der Einzelhandel mit sonstigen Gütern, zu denen Bekleidung, Schuhe und Lederwaren zählen, konnte die Umsätze nominal um 4,1 und real um 3,1 Prozent steigern. Im Einzelhandel mit Waren verschiedener Art, zu dem Supermärkte, SB-Warenhäuser und Verbrauchermärkte gehören, stiegen die Erlöse in jeweiligen Preisen um 1,2 und preisbereinigt um 0,9 Prozent an. Im Handel mit Geräten der Informations- und Kommunikationstechnik gingen die Halbjahreszahlen nominal um 0,2 und real um 0,7 Prozent zurück.

Beschäftigung

Die Zahl der Beschäftigten im Einzelhandel war im ersten Halbjahr 2016 um 2,3 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Dabei nahm die Zahl der Vollzeitkräfte um 2,1 und die der Teilzeitbeschäftigten um 2,4 Prozent zu.

Die Daten stammen aus der monatlichen Stichprobenerhebung bei ausgewählten Einzelhandelsunternehmen in Rheinland-Pfalz. Durch das Handelsstatistikgesetz wird die Zahl der zu befragenden Einheiten auf höchstens 8,5 Prozent aller Unternehmen begrenzt. Die Angaben für Filialbetriebe von Einzelhandelsketten mit Sitz in einem anderen Bundesland sind in den Ergebnissen enthalten.

Autor: Wolfgang Ellermeyer (Referat Unternehmensstatistiken)

Kaufwerte für baureifes Land rückläufig

Für baureifes Land wurde in Rheinland-Pfalz 2015 weniger bezahlt als im Jahr zuvor. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems lag der Kaufwert 2015 durchschnittlich bei 122 Euro für einen Quadratmeter baureifes Land. Dies bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent; im Jahr 2014 belief sich der Kaufwert auf 129 Euro pro Quadratmeter.

Zugenommen hat hingegen sowohl die Zahl der Verkäufe als auch die verkaufte Fläche. Insgesamt gab es 5.647 Verkaufsfälle (plus 0,8 Prozent), bei denen 4,1 Millionen Quadratmeter baureifes Land den Eigentümer wechselten (plus 5,1 Prozent). In den kreisfreien Städten sind die Kaufwerte tendenziell höher als in den Landkreisen. So errechnet sich 2015 für die kreisfreien Städte ein durchschnittlicher Kaufwert von 266 Euro und für die Landkreise von 106 Euro pro Quadratmeter. Während baureifes Land in Mainz im Schnitt 436 Euro pro Quadratmeter einbrachte, belief sich der Kaufwert im Landkreis Cochem-Zell auf 42 Euro je Quadratmeter.

Neben baureifem Land wurde im vergangenen Jahr auch in geringerem Umfang Industrieland (507 Kauffälle) sowie Rohbauland (243 Kauffälle) veräußert. Die Kaufwerte hierfür lagen mit 47 bzw. 26 Euro je Quadratmeter deutlich unter den Kaufwerten für baureifes Land. Land für Verkehrszwecke wurde für durchschnittlich 100 Euro je Quadratmeter verkauft (14 Kauffälle).

Weitere Informationen: www.statistik.rlp.de. Zeitreihen zu den Baulandpreisen aller Landkreise und kreisfreien Städte gibt es im Regionaldatenangebot „Meine Heimat“.

Die Daten stammen aus den Meldungen der Geschäftsstellen der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte bei den Kataster- und Stadtvermessungsämtern. Die Gutachterausschüsse erhalten die Veräußerungsanzeigen von den Notaren. Die Angaben beziehen sich auf verkaufte Grundstücke, deren Größe 100 Quadratmeter und mehr beträgt.
Zum baureifen Land zählen voll erschlossene, unbebaute Grundstücke, bei denen eine Bebauung sofort möglich ist. Rohbauland ist noch nicht ausreichend erschlossen, liegt jedoch in Baugebieten und steht in absehbarer Zeit zur Erschließung und Bebauung an. Industrieland ist in den Bebauungsplänen als reines Industrie- und Gewerbegebiet ausgewiesen. Land für Verkehrszwecke sind unbebaute Grundstücke, die nur für den öffentlichen Verkehr (Autobahnen, Straßen, Wege, Brücken) genutzt werden sollen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen)

IHK-Realsteueratlas: Entschuldungsfonds schwächt Wirtschaftsstandorte

Die Arbeitsgemeinschaft der rheinland-pfälzischen Industrie- und Handelskammern (IHKs) hat den IHK-Realsteueratlas 2016 vorgelegt. Über die Entwicklung der Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer hinaus analysieren die vier IHKs darin erstmals auch den Zusammenhang zwischen Realsteuern und Konsolidierungsmaßnahmen in den Haushalten von Städten und Gemeinden im Zuge des Kommunalen Entschuldungsfonds (KEF) Rheinland-Pfalz.

„Wir müssen leider feststellen, dass der Fonds die Kommunen beständig zu Steuererhöhungen ermuntert“, sagt Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Dabei dürfen die Verantwortlichen nicht verkennen, dass die steigende Steuerbelastung gravierende Folgen für die Standortqualität hat und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen belastet.“

Mehr als 830 Städte und Gemeinden im Land sind bislang dem Kommunalen Entschuldungsfonds beigetreten. Seit 2012 fließen dem Fonds zu je einem Drittel Gelder aus dem Landeshaushalt, dem kommunalen Finanzausgleich und den Kommunen zu, mit dem Ziel, Städte und Gemeinden bei der Entschuldung zu unterstützen. Um die im Zuge des KEF geforderte Konsolidierung ihrer Haushalte zu erreichen, haben die meisten Kommunen in den vergangenen Jahren kräftig an der Steuerschraube gedreht.

Rössel mahnt: „Die Kommunen konsolidieren ihre Haushalte mehrheitlich über die Einnahmenseite durch Steuererhöhungen und neue Abgaben. Das geht zu Lasten der Unternehmen in Rheinland-Pfalz. Wir fordern die Kommunen auf, an der Ausgabenseite zu arbeiten statt weiter an der Steuerschraube zu drehen.“

Die Steuereinnahmen befinden sich für 2016 auf einem Rekordniveau. Dennoch hat jede zehnte Kommune im Land ihre Hebesätze für die Gewerbe- und Grundsteuer B  angehoben. „Steuermehreinnahmen sollten jetzt konsequent für den Haushaltsausgleich sowie für zielgerichtete Investitionen verwendet werden“, sagt Rössel.

Eine Analyse der zwölf kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz zeigt unter anderem, dass es bislang in elf von zwölf Fällen nicht gelungen ist, die Liquiditätskredite abzubauen – sie sind stattdessen seit 2009 vielfach gestiegen. Die gewählten Strategien der Kommunen zur Konsolidierung ihrer Haushalte sind unterschiedlich. So entschulden sich nur Frankenthal und Zweibrücken vorrangig über eine Reduzierung der Ausgaben, während Ludwigshafen und Trier nahezu ausschließlich die Einnahmeseite - also die Erhöhung von Steuern und Abgaben - zur Konsolidierung nutzen. Für die meisten kreisfreien Städte des Landes ist die Grundsteuer B die tragende Säule zur Entschuldung. Sie wurde seit 2011 durchschnittlich um 46 Prozentpunkte erhöht. Nur Koblenz, Ludwigshafen, Trier und Frankenthal nutzen hierfür eher ihre Einnahmen aus der Gewerbesteuer.

Rössel: „Städte und Gemeinden müssen vermeiden, dass die Mechanismen des Kommunalen Entschuldungsfonds zu einer nachhaltigen Schwächung ihrer Standortattraktivität führen.“ Das Niveau der für den Fonds maßgeblichen Durchschnittshebesätze müsse zumindest temporär fixiert und die Teilfinanzierung des Entschuldungsfonds über den kommunalen Finanzausgleich kritisch geprüft werden.

Der IHK-Realsteueratlas wird jährlich aktualisiert. Er dient Unternehmen im Standortvergleich zur Orientierung. Gleichzeitig wirft er einen kritischen Blick auf  die Konsolidierungsmaßnahmen der Kommunen.

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