Mittwoch, 26. April 2017

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Konjunktur aktuell; Industrie

Industrieproduktion im März 2016 : Rückgang gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat

Im März 2016 war die rheinland-pfälzische Industrieproduktion rückläufig. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex, der die mengenmäßige Ausbringung der Industrie misst, um 1,2 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Gegenüber März 2015 war ebenfalls ein Produktionsrückgang zu verzeichnen (minus 1,1 Prozent). Zuvor hatte der Output zwölf Monate lang stets über dem Güterausstoß des jeweiligen Vorjahresmonats gelegen.

Zwei der drei umsatzstärksten Bereiche des Verarbeitenden Gewerbes drosselten im März ihre Produktion. Der Güterausstoß der Chemischen Industrie, der größten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, verringerte sich deutlich um 4,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein Minus von 5,4 Prozent. Der Fahrzeugbau, die Branche mit dem zweitgrößten Anteil am Umsatz des Verarbeitenden Gewerbes, steigerte die Produktion im März um 2,2 Prozent. Zugleich blieb der Output zwar um 5,1 Prozent hinter dem Ergebnis des Vorjahresmonats zurück, allerdings war der Güterausstoß im März 2015 außergewöhnlich hoch. Die Produktion des Maschinenbaus fiel im März 2016 um ein Prozent geringer aus als im Monat zuvor; gegenüber dem Vorjahresmonat war ein Zuwachs von zwei Prozent zu verzeichnen.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen)

Häuser auf Holzpfählen gebaut

"So wie die Häuser in Venedig auf Holzpfählen gebaut sind, sollen in Koblenz und anderswo Parkplätze mit Häusern auf Pfählern überbaut werden."

Koblenzer Modell

Vom 28. Mai bis zum 27. November 2016 findet die nunmehr 15. Architekturbiennale in Venedig statt. Im Deutschen Pavillon wird das sog. „Koblenzer Modell“ im Rahmen der Ausstellung „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ präsentiert werden. Prof. Henner Herrmanns schlägt zum Thema bezahlbarer Wohnraum vor, Parkplätze mit Wohnhäusern zu überbauen.

Kostengünstiges Bauen scheitert gerade in den Ballungsräumen daran, dass Baugrundstücke knapp und dementsprechend teuer sind. „Es fehlt nicht an potentiellen Investoren. Viele würden gern bauen. Aber es fehlt an Grundstücken.“ stellt der Professor zu Fragen der Wohnungspolitik fest. Die Knappheit an bezahlbarem Wohnraum stellt eine große Herausforderung dar. Einkommensschwächere Haushalte haben große Probleme, erschwingliche Wohnungen zu finden. Der Zuzug der Flüchtlinge erhöht natürlich den Bedarf.

Herrmanns interessanter Lösungsvorschlag für die wachsende Schicht von Einkommensschwachen sieht deshalb "fliegende Bauten" vor. Dieser innovative Vorschlag der Parkplatzüberbauung ermöglicht innerstädtisch Bauplätze zu schaffen, wo sie bisher planungsrechtlich nicht vorhanden waren. Das kürzlich novellierte Planungsrecht erlaubt nunmehr auf Verkehrsflächen resp. Parkplätzen zu bauen.

Die Vorzüge von Vorfertigung, modularer Bauweise und Typisierung sollen über das auch psychologisch positiv besetzte Material Holz ausgenutzt werden. Durch die Modulbauweise kann der Forderung nach Schnelligkeit Rechnung getragen werden. Die Tragkonstruktion der vorgeschlagenen Parkplatzüberbauung ermöglicht flexible Grundrisse in allen Wohngeschossen, die individuell über leichte Trennwände gegliedert werden können. Durch die Modulbauweise ist auch zu einem späteren Zeitpunkt eine relativ einfache und schnelle bedarfsgerechte Anpassung bis hin zum Rückbau des Objektes gegeben.

Der Mehrgeschosser bietet bezahlbaren Wohnraum und gibt dem Parkplatz ganz nebenbei eine neue Nutzung in einem städtebaulichen Rahmen. Mit dem hölzernen Pfahlbau sollen nicht nur mehr Wohneinheiten dem Wohnungsmarkt im unteren Preissegment zur Verfügung gestellt, sondern auch ein Gebäude, das der Stadt etwas von dem zurückgeben kann, das durch die Idee der autogerechten Stadt verlorenging. Die schwebende Architektur ist keine Utopie; derzeit laufen Gespräche für drei Projekte, die in verschiedenen Städten realisiert werden sollen.

Text: Gaby Groß, Bilder HerrmannsArchitekten, Koblenz/Vallender

Konjunktur aktuell

Industrie im März 2016: Anstieg der Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat

Im März 2016 ist die Nachfrage nach Erzeugnissen der rheinland-pfälzischen Industrie gestiegen. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 1,1 Prozent über dem Niveau des Vormonats. Dieser Zuwachs geht allein auf eine Verbesserung des Auslandsgeschäfts zurück, das um zwei Prozent zulegte. Die Bestellungen aus dem Inland waren leicht rückläufig (minus 0,1 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat war eine Nachfragesteigerung um vier Prozent zu verzeichnen, die ebenfalls auf das Auslandsgeschäft zurückzuführen ist: Während das Ordervolumen aus dem Inland um 1,3 Prozent abnahm, gingen aus dem Ausland 7,7 Prozent mehr Aufträge ein als im März 2015.

In den drei umsatzstärksten Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes entwickelte sich die Nachfrage unterschiedlich. In zwei der drei Branchen waren die bereinigten Auftragseingänge höher als im Monat zuvor. So gingen in der Chemischen Industrie, dem größten Bereich des Verarbeitenden Gewerbes, im März 0,8 Prozent mehr Bestellungen ein als im Februar. Damit lag das Ordervolumen zum dritten Mal in Folge über dem Niveau des jeweiligen Vormonats. Zugleich war die Nachfrage um 5,4 Prozent geringer als im März 2015. Der Fahrzeugbau, die Branche mit dem zweitgrößten Umsatz, verzeichnete ebenfalls einen Anstieg der Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat (plus 6,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat fielen die Bestellungen um 1,5 Prozent höher aus. Lediglich der Maschinenbau musste im März einen Nachfragerückgang hinnehmen (minus 3,6 Prozent). Trotzdem war das Ordervolumen um 9,2 Prozent höher als ein Jahr zuvor; damit lagen die Bestellungen im Maschinenbau zum neunten Mal in Folge über dem Niveau des jeweiligen Vorjahresmonats.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen)

Lehrstellenmarkt: Erstmals mehr freie Stellen als Bewerber – Beste Karrierechancen mit Ausbildung

Koblenz, 6. Mai 2016: Junge Menschen, die derzeit noch nach einem Ausbildungsplatz suchen, haben gute Chancen: Erstmals seit mindestens 20 Jahren sind in Rheinland-Pfalz aktuell mehr freie Stellen als unversorgte Bewerber gemeldet. Darauf weist die Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz hin. So stehen laut der Statistik der Arbeitsagenturen derzeit 13.037 freie Plätze 12.460 Bewerbern gegenüber. Ähnlich günstig ist die Situation für die suchenden Schulabgänger auch im Bezirk der IHK Koblenz (8727 Stellen gegenüber 8601 Bewerbern, Stand 31.März).

Hier sind im Vergleich zu den Vorjahren zudem bereits ungewöhnliche viele Ausbildungsverträge in trockenen Tüchern (konkret: 2430). Das gilt für nahezu alle Berufe. Bernhard Meiser, Geschäftsführer Aus- und Weiterbildung bei der IHK Koblenz: „Eine wesentliche Ursache dafür sehe ich in der verbreiteten Sorge der Betriebe um die Besetzung ihrer Ausbildungsstellen. Sie entscheiden sich lieber so früh wie möglich, um Interessenten zu binden.“  Das falle vor allem in den ländlichen Regionen auf.

„Es freut uns, dass die Ausbildungssituation derzeit so gut ist “, so Meiser, „denn leider ist es vielfach noch nicht in den Köpfen von Schülern und Eltern angekommen, dass eine Ausbildung heute so gute Karrierechancen bietet wie nie. In Zukunft werden in den Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels vor allem beruflich ausgebildete Mitarbeiter gefragt sein.“

Dennoch werde der aktuell durchscheinende, positive Trend bis zum Abschluss des Ausbildungsjahres wohl nicht zu halten sein, schätzt Meiser. „Der Trend zum Studium ist ungebrochen. Daher sind die Zahlen bei den Ausbildungsverträgen zu unserem großen Bedauern seit Jahren rückläufig.“

IHKs schalten „Willkommenshotline“ frei

Alle grundlegenden Informationen rund um das Leben und Arbeiten in Deutschland erhalten Fachkräfte aus dem Ausland von jetzt an unter einer zentralen Rufnummer. Die Industrie- und Handelskammern (IHK) in Rheinland-Pfalz haben für ihre Welcome Center eine kostenfreie Hotline eingerichtet: 0800-INFOWEC oder 0800-4636932.

 

Dieses Angebot richtet sich ebenso an Unternehmen, die Mitarbeiter aus dem Ausland einstellen und sich hierzu beraten lassen möchten. Wer die Nummer anruft, kann sich mit dem Welcome Center der jeweiligen IHK in Koblenz, Ludwigshafen, Mainz oder Trier verbinden lassen. Anrufer aus dem Festnetz werden direkt zum zuständigen Standort weitergeleitet.

 

„So sind wir noch besser und einfacher erreichbar für Betriebe sowie internationale Fachkräfte“, erklärt Martina Becker, Sprecherin der Welcome Center Rheinland-Pfalz. „Gerne können Sie so auch einen Termin für ein persönliches Gespräch bei uns vereinbaren.“

 

Weitere Informationen zur Einstellung ausländischer Mitarbeiter sowie Orientierung zum Arbeitsmarkt finden sich auf der ebenfalls neu gestalteten, mehrsprachigen Homepage www.welcomecenter.rlp.de. Das Angebot geht auf eine gemeinsame Initiative der IHKs und der Landesregierung Rheinland-Pfalz zurück.

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