Donnerstag, 22. Juni 2017

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Seit 2010 erstmals wieder mehr Firmengründungen als Abmeldungen

Gute Nachrichten für die regionale Wirtschaft: 2015 wurden in der Region Trier zum ersten Mal seit 2010 wieder mehr Gewerbe an- als abgemeldet. Das belegt der Gründerreport 2016 der Starterzentren Rheinland-Pfalz. Die Zahl der Neuanmeldungen stieg im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent auf knapp 4.000. Die Gewerbeabmeldungen gingen hingegen sogar um neun Prozent auf 3.716 zurück. Unter dem Strich gab es 2015 in der Region Trier exakt 238 Betriebe mehr als noch im Vorjahr.

Die meisten Betriebsgründungen erfolgten im Handel und Gastgewerbe (35 Prozent) sowie in der Industrie (28 Prozent). In Relation zur Einwohnerzahl gab es die meisten Anmeldungen im Landkreis Vulkaneifel. Dort erfolgten 18,4 Betriebsanmeldungen je 10.000 Einwohner. Die Stadt Trier belegte in diesem Ranking den zweiten Platz mit 14,4 Anmeldungen, dicht gefolgt vom Eifelkreis Bitburg-Prüm  mit 13,1 Gründungen.

Kevin Gläser, Existenzgründungsberater der IHK Trier berichtet vor allem von abhängig Beschäftigten, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen – häufig im Nebenerwerb, um ihre Geschäftsidee am Markt zu testen. Frauen zählen ebenfalls schon seit einigen Jahren verstärkt zu den Existenzgründern, vor allem mit Dienstleistungen im Gesundheitsbereich und Sozialwesen. „Sie wollen häufig flexibel ihre Zeit einteilen, um Beruf und Familie besser vereinbaren zu können“, weiß Gläser aus den Gesprächen.

Auf rheinland-pfälzischer Ebene bewerten die IHKs und Handwerkskammern das Gründungsklima nur mit der Note „noch zufriedenstellend“. Damit die Unternehmenslandschaft zwischen Ahrweiler und Zweibrücken aber weiterhin vital wachsen kann, bedarf es besserer Rahmenbedingungen für Firmengründungen. So sagte der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft und Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, Arne Rössel: „Es ist eine wichtige Aufgabe, dass wir die Menschen stärker zum Schritt in die Selbstständigkeit ermuntern. Das fängt schon in den Schulen an. Auch hier gilt es, ein positives Bild von Unternehmertum zu vermitteln.“

Es sei daher wünschenswert, diesen Themenkomplex in den Rahmenlehrplänen im Bereich Wirtschaft zu verankern. Rössel verweist in diesem Zusammenhang auch nach Baden-Württemberg: Das Bundesland führt zum Schuljahr 2016/17 das Schulfach Wirtschaft ein.

Zu einem wahren Motor des rheinland-pfälzischen Gründungsgeschehens sind Bürger mit ausländischem Pass geworden. Sie meldeten 2015 bereits 20 Prozent aller neuen Firmen an: 4.049 Firmen von EU-Bürgern und 1.776 von Bürgern aus Drittländern. Seit 2012 tragen die Nicht-Bundesbürger mit einem positiven Gründungssaldo zum Zuwachs der rheinland-pfälzischen Unternehmenslandschaft bei.

Einstellungszahlen an Gymnasien

Für die Gymnasien zeigt die Ampel in Rheinland-Pfalz rot

Seit einigen Wochen gibt es verstärkte Kritik an der Einstellungspraxis der Landesregierung für Gymnasial-Referendare. So meldeten vielfach Direktoren und Referendare, aber auch der Philologenverband, dass es zum kommenden Schuljahr kaum mehr Planstellen für Gymnasien gebe. Nun liegen die Antworten auf eine Kleine Anfrage (Drs. 17/300) der CDU-Landtagsfraktion vor. Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, Anke Beilstein:

„Die Befürchtungen der Gymnasien, bei den Einstellungen dieses Jahr weitgehend übergangen zu werden, scheint sich immer deutlicher zu bewahrheiten. Im Vergleich zu den vorangegangenen Schuljahren brechen die Einstellungszahlen an den Gymnasien regelrecht ein. Es muss mit einem Rückgang von über 50 Prozent gerechnet werden.

Bis Mai gab es an den Gymnasien nur 49 reguläre Einstellungen. Bis zum Beginn des neuen Schuljahres werden kaum noch Stellen hinzukommen. Nach Aussage der Landesregierung wird - von den 250 zu erwartenden Planstellen - die Mehrzahl den Gesamtschulen zugeteilt werden.

Das bedeutet konkret, dass an Gymnasien viele frei werdende Stellen nicht mehr besetzt werden. Als direkte Folge müssen die Schüler mit einem spürbaren Unterrichtsausfall rechnen. Die Erklärung des Ministeriums ist nicht stichhaltig: Der Rückgang der Schülerzahl an Gymnasien entspricht lediglich 2 Prozent aller Gymnasialschüler und ist daher nur ein Scheinargument.

Wer zusätzliche Stellen für die Oberstufen der Gesamtschulen braucht, darf deshalb die Gymnasien nicht ausbluten lassen. Schüler haben auch an Gymnasien ein Recht auf Unterricht –  mit dieser Einstellungspolitik aber kann eine hundertprozentige Unterrichtsversorgung nicht erreicht werden.“

Konjunktur aktuell; Industrie

Industrie im Mai 2016: Rückgang der Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat

Im Mai 2016 ist die Nachfrage nach Erzeugnissen der rheinland-pfälzischen Industrie gesunken. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex um 3,6 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Dieses Minus ist auf eine deutliche Verringerung des Ordervolumens aus dem Ausland zurückzuführen (minus 6,4 Prozent). Die Nachfrage aus dem Inland erhöhte sich hingegen um 1,1 Prozent. Zugleich gingen im Mai 1,3 Prozent weniger Aufträge ein als ein Jahr zuvor. Damit lagen die Bestellungen zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr unter dem Niveau des jeweiligen Vorjahresmonats. Im In- und Auslandsgeschäft waren Rückgänge zu verzeichnen (minus 0,5 bzw. minus 1,7 Prozent).

In den drei umsatzstärksten Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes waren die Auftragseingänge rückläufig. In der Chemischen Industrie, dem größten Bereich des Verarbeitenden Gewerbes, gingen im Mai 8,3 Prozent weniger Bestellungen ein als im April. Im Vergleich zum Vorjahresmonat war ein Minus von 4,9 Prozent zu verzeichnen. Im Fahrzeugbau, der Branche mit dem zweitgrößten Umsatz, fiel die Nachfrage um 6,2 Prozent geringer aus als im Monat zuvor. Gleichzeitig war das Ordervolumen um 11,1 Prozent niedriger als im Mai 2015. Die geringsten Einbußen gab es im Maschinenbau: Die bereinigten Auftragseingänge lagen um 2,1 Prozent unter dem Niveau des Vormonats und blieben gegenüber dem Vorjahresmonat fast unverändert (minus 0,1 Prozent).

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen)

Gründer im Land brauchen bessere Rahmenbedingungen

Rheinland-pfälzische IHKs und HWKs präsentieren Gründerreport 2015/2016

Dem Gründungsklima in Rheinland-Pfalz geben die Industrie- und Handelskammern und die Handwerkskammern im Land die Note „noch zufriedenstellend“. Damit die Unternehmenslandschaft zwischen Ahrweiler und Zweibrücken aber weiterhin vital wachsen kann, bedarf es besserer Rahmenbedingungen für Firmengründungen. Bei der Vorstellung ihres „Gründerreport 2015/2016“ forderten die rheinland-pfälzischen Kammern entsprechende Maßnahmen in Schulen und Hochschulen sowie von Politik und Verwaltung.

So sagte der Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft und Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, Arne Rössel: „Es ist eine wichtige Aufgabe, dass wir die Menschen stärker zum Schritt in die Selbstständigkeit ermuntern. Das fängt schon in den Schulen an. Auch hier gilt es, ein positives Bild von Unternehmertum zu vermitteln.“ Es sei daher wünschenswert, diesen Themenkomplex in den Rahmenlehrplänen im Bereich Wirtschaft zu verankern. Rössel verweist in diesem Zusammenhang auch nach Baden-Württemberg: Das Bundesland führt zum Schuljahr 2016/17 das Schulfach Wirtschaft ein.

Dass die Bundesregierung durch den Gründungszuschuss (ALG I) vorrangig Gründer fördere, die keine Chancen auf Vermittlung in Arbeit haben, beanstandete für die HWK-Arbeitsgemeinschaft die Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer Rheinhessen, Anja Obermann. „Die Unterstützung von Gründungen aus der Arbeitslosigkeit sollte auf Bundesebene unabhängig der Vermittlungschancen weiterhin gefördert werden. Dies kann ein weiterer Baustein zur Verbesserung der Gründungsdynamik sein.“

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Umfrage: Chancen für Jugendliche auf Ausbildungsplatz weiter groß

Lediglich 59 Prozent der Unternehmen aus der Region Trier konnten 2015 alle ihrer freien Ausbildungsplätze neu besetzen. Das geht aus der jährlich durchgeführten Onlineumfrage der IHK-Organisation hervor. An der Umfrage beteiligten sich 67 Unternehmen aus der Region Trier.

Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort, dass Betriebe zunehmend Probleme haben ihre freien Stellen zu besetzen. 2013 meldeten noch 77 Prozent aller Betriebe, dass sie über ausreichend viele Azubis verfügen. 2014 waren es nur noch 66 Prozent.

Als Hauptgrund für die geringe Auslastung gaben 62 Prozent der Unternehmen an, dass sich keine geeigneten Bewerber gemeldet haben. Ein Drittel aller Ausbildungsbetriebe erhielt erst gar keine Bewerbung. Um der aktuellen Entwicklung entgegenzuwirken, wollen 77 Prozent der Unternehmen junge Menschen gezielt durch Praktika gewinnen. 64 Prozent gaben an, ihr Ausbildungsmarketing zu verbessern. Fast die Hälfte aller Betriebe möchte neue Bewerbergruppen erschließen. Damit sind vor allem Studienaussteiger gemeint, die durch eine stärkere Kooperation von Schulen und Hochschulen einen einfachen Einstieg in die Ausbildung finden sollen. 46 Prozent der Betriebe, die an der Umfrage teilgenommen haben beklagen Ausbildungshemmnisse. Davon bemängeln 85 Prozent  unklare Berufsvorstellungen der Schulabgänger.

Auf das nächste Ausbildungsjahr gerichtet, sind die Unternehmen überwiegend bereit, in gleichen Umfang wie bisher für den Nachwuchs zu werben oder sogar mehr zu tun.

Schon gewusst? Einen Überblick über freie Ausbildungsplätze in der Region bietet die IHK-Lehrstellenbörse (www.ihk-lehrstellenboerse.de). Schüler, die sich für eine Ausbildung interessieren, erhalten alle wichtigen Informationen auf www.durchstarter.de. Im Zentrum der Internetseite stehen Blogs von Auszubildenden aus verschiedenen Berufen, die regelmäßig Einblick in ihre Ausbildung und ihren Arbeitsalltag geben.

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