Freitag, 24. März 2017

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Neues Gutachten zur Mittelrheinbrücke: Statement von IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel

„Als Interessenvertretung der Wirtschaft am Mittelrhein hoffen wir, dass eine neuerliche Debatte um Zuständigkeiten nicht zu weiteren Verzögerungen bei der Realisierung der Brücke führt. Die Frage der Trägerschaft ist zwar nicht unerheblich. Alle Beteiligten müssen sich aber darüber verständigen, wer welchen Beitrag zum Bau der Mittelrheinbrücke leisten kann. Wir fordern die politisch Verantwortlichen dazu auf, alles dafür zu tun, dass das so wichtige Bauwerk endlich realisiert werden kann. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Koblenz werden wir die Verantwortlichen in den Landkreisen beiderseits des Rheins und aus den Ministerien in Mainz daher kurzfristig zu einem ‚Brückengipfel‘ nach Koblenz einladen. Vornehmlich geht es jetzt darum, mit dem Raumordnungsverfahren zu beginnen. Dies ist der erste Schritt, und der muss endlich gegangen werden! Wir sehen gerade die Gefahr, dass die Planungen eher zwei Schritte rückwärts nehmen statt einen vorwärts zu kommen.“

 

Trierer Professor auf G20-Finanzkonferenz

VWL-Juniorprofessor Dr. Lars Hornuf hat sich auf der G20-Finanzkonferenz für mehr Forschung im Bereich Finanztechnologie und Unternehmen ausgesprochen. Mit der Forschung will er vor allem den Nutzen und die Risiken der Digitalisierung für die Finanzwelt untersuchen, damit die neuen Finanzmärkte die Realwirtschaft stärken, statt sie zu schwächen.

Deutschland hat gerade die G20-Präsidentschaft inne. Dafür hat sich die Bundesregierung als Schwerpunktthema die Digitalisierung des Finanzsektors vorgenommen. Am 25. Januar trafen sich auf Einladung der Bundesbank etwa 180 G20-Delegierte, Wissenschaftler, Regierungsexperten und Vertreter der Privatwirtschaft in Wiesbaden. Sie diskutierten über die Entwicklungschancen der Digitalisierung für den Finanzsektor.

Juniorprofessor Dr. Lars Hornuf forscht verstärkt zu Crowdfunding und zu Finanztechnologie-Unternehmen (FinTech) in Deutschland. Als Redner auf der Digitalisierungskonferenz sprach er über eine neue weltweite Finanzierungsform, dem Marketplace Lending. Darin vergeben Privatpersonen Kredite an Privatpersonen und Unternehmen, ohne dass ein Finanzinstitut, wie z.B. eine Bank als Vermittler auftritt. Das Marketplace Lending ist erst durch die Digitalisierung und neu gegründete Unternehmen möglich geworden, die dafür Online-Plattformen entwickelt haben.

Der Trierer Forscher sieht den Nutzen des Market Lending darin, dass Privatpersonen oder Unternehmen Zugang zu einer Finanzierung erhalten, die ihnen vorher nicht zugänglich war, auch wenn ihr Projekt erfolgversprechend schien. Damit ist das Market Lending besonders attraktiv für Entwicklungsländer, in denen Menschen häufig weder Zugang zu Kapital noch zu Versicherungen haben.

Ein Risiko besteht darin, dass die Kreditvergabemodelle der Online-Portale noch keinen vollständigen Kreditvergabezyklus durchlaufen haben. Sie könnten bei steigendem Marktzins weniger gut funktionieren, als sie es im aktuellen Zinsumfeld tun. Zu wenig Transparenz bei der Verbriefung dieser Kredite könnten gar zu einem systemischen Risiko für die Volkswirtschaft werden.

Hornuf hob hervor: „Es wird künftig deutlich mehr Forschung zum Thema FinTech erforderlich sein, damit Investoren, Kreditnehmer, und Plattformbetreiber von der Digitalisierung des Finanzsektors profitieren können.“ Ziel von Hornuf ist es, die Vorteile aber auch die Risiken des jungen FinTech Marktes zu erforschen, damit die neuen Finanzmärkte die Realwirtschaft stärken und nicht schwächen.

Dr. Lars Hornuf hält an der Universität Trier die Juniorprofessur für die ökonomische Analyse des Rechts. Er forscht verstärkt zu Crowdfunding und zu Finanztechnologie-Unternehmen (FinTech) in Deutschland. Außerdem ist er für das Bundesministerium der Finanzen als Gutachter tätig.

IHK klärt über steuerliche Aspekte bei der Unternehmensnachfolge auf

Wer ein Unternehmen übernehmen möchte, muss viele Dinge beachten. Insbesondere durch die Erbschaftssteuerreform haben sich neue Regelungen ergeben. Diese möchte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier nun in einer kostenlosen Infoveranstaltung am Montag, 6. Februar 2017, vorstellen. Los geht es um 18 Uhr im IHK-Tagungszentrum.
Neben der Erbschaftssteuerreform wird auch das Ertragsteuerrecht noch einmal detailliert unter die Lupe genommen. Es referieren die Steuerexperten Ralf Adams und Jacek Sienkiewicz von der Kanzlei Dr. Widdau & Partner in Trier.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, um Anmeldung bis Mittwoch, 1. Februar 2017, wird gebeten bei: IHK Trier, Franziska Schanz, Telefon (06 51)97 77-4 02, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

IHK-Konjunkturumfrage zum Winter 2016/2017:

Wirtschaft weiter im Boom – Risiken steigen

Koblenz, 30. Januar 2017: Die Wirtschaft im nördlichen Rheinland-Pfalz zeigt sich weiterhin robust. In der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz zum Winter 2016/2017 beurteilen 90 Prozent der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“, und 89 Prozent schätzen ihre Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate optimistisch ein. Damit bleiben die Werte nahezu unverändert positiv auf dem Niveau der Vorumfrage zum Herbst 2016.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator, der die Lagebeurteilung und die Erwartungen der Unternehmen zusammenfasst, steigt von zuletzt 123 auf nun 124 Punkte minimal an. „Erfreulich ist, dass die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen weiter zulegen“, stellt IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel fest. Passend dazu befindet sich die Beschäftigung im IHK-Bezirk Koblenz auf Rekordniveau. „Bleiben die Fachkräfteengpässe in der Region moderat, kann die weiter steigende Kaufkraft zusätzlich Konjunkturimpulse liefern.“

Trotz dieses positiven Umfeldes sinken die Investitionsabsichten der Unternehmen insgesamt allerdings leicht. Davon bleiben auch die Investitionsgüterproduzenten nicht unberührt, deren Geschäftserwartungen in der aktuellen Umfrage einen Dämpfer erhalten haben.

Auch aus diesem Grund, so Rössel, dürfe die aktuell stabile wirtschaftliche Lage nicht als selbstverständlich hingenommen werden. „Wir sehen deutliche Anzeichen für eine abnehmende Widerstandsfähigkeit der Konjunktur gegen äußere Einflüsse“, so Arne Rössel. „Gerade jetzt muss die Politik der Wirtschaft daher Planungssicherheit und damit Vertrauen für die Zukunft geben. Die Landespolitik kann hierfür ihren Beitrag leisten, indem sie die Verbesserung der Standortbedingungen zielgerichtet angeht und über den Bundesrat unnötige Belastungen auf Bundesebene verhindert.“

Robert Lippmann, Geschäftsführer Standortpolitik der IHK Koblenz, ergänzt: „Die rückläufigen Geschäftserwartungen in der Industrie, insbesondere im Investitionsgüterbereich, sollten uns zu denken geben – diese Entwicklung könnte ein erstes Signal für eine schon länger erwartete konjunkturelle Abkühlung sein.“

 

Teuerungsrate erreicht die Zwei-Prozent-Marke

Im Januar 2017 erreichte die Teuerungsrate den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems mitteilt, lag der Verbraucherpreisindex um 2,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Eine Preissteigerung in dieser Höhe wurde zuletzt im November 2012 registriert. Die Europäische Zentralbank verfolgt das Ziel, die Inflationsrate auf mittlere Sicht für den Euroraum unter, aber nahe zwei Prozent zu halten.

Ein wesentlicher Grund dafür, dass die Inflationsrate im Januar 2017 wesentlich höher ausfällt als noch vor einigen Monaten, ist die Entwicklung der Energiepreise. Nach einem deutlichen Rückgang im zweiten Halbjahr 2015 erreichten die Energiepreise im Januar 2016 ein außergewöhnlich niedriges Niveau, das bei der Berechnung der Preissteigerungsrate für Januar 2017 zu einem statistischen Basiseffekt führt. Dieser Basiseffekt wird auch in den kommenden Monaten noch wirken. Im Januar 2017 war Energie um 6,7 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Vor allem die Preise für Mineralölprodukte zogen deutlich an (plus 20,0 Prozent). Dazu trugen insbesondere die Heizölpreise bei, die innerhalb eines Jahres um 50,6 Prozent zulegten. Aber auch Kraftstoffe verteuerten sich spürbar (plus 13,6 Prozent).

Nahrungsmittel waren im Januar 2017 ebenfalls deutlich teurer als ein Jahr zuvor (plus 3,7 Prozent). Besonders kräftig fielen die Preissteigerungen bei Speisefetten und Speiseölen sowie bei Gemüse aus (plus 15,2 bzw. plus 10,3 Prozent). Unter den Speisefetten und -ölen verzeichnete Butter den mit Abstand höchsten Preisanstieg (plus 33,5 Prozent). Beim Gemüse erstreckten sich die Preiserhöhungen auf viele Sorten. So verteuerten sich Tomaten um 12,7 Prozent; der Preis für Gurken hat sich binnen Jahresfrist sogar verdoppelt. Die geringsten Preissteigerungen unter den Nahrungsmitteln wiesen Brot und Getreideerzeugnisse auf (plus 0,5 Prozent).

Die Teuerungsrate ohne Nahrungsmittel und Energie, die oft auch als Kerninflationsrate bezeichnet wird, lag im Januar bei plus 1,2 Prozent.

Zehn der zwölf Hauptgruppen verzeichneten Preissteigerungen gegenüber dem Vorjahresmonat. Die größten Zuwächse gab es im Bereich Verkehr (plus 4,6 Prozent). Die Hauptgruppe „Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke“ folgte an zweiter Stelle (plus 3,3 Prozent). Lediglich in den Bereichen Nachrichtenübermittlung sowie „Möbel, Leuchten, Geräte und anderes Haushaltszubehör“ lagen die Preise unter dem Niveau des Vorjahresmonats (minus 0,9 bzw. minus 0,1 Prozent).

Veränderungen gegenüber Dezember 2016

Gegenüber Dezember 2016 ist der Verbraucherpreisindex im Januar 2017 um 0,6 Prozent gesunken. Deutliche Preisrückgänge waren im Bereich „Freizeit, Unterhaltung und Kultur“ zu verzeichnen, was in dieser Jahreszeit durchaus üblich ist (minus 5,0 Prozent; darunter Pauschalreisen: minus 19,6 Prozent). Gleiches gilt für den Bereich Bekleidung und Schuhe, in dem die Preise saisonal bedingt um 3,3 Prozent niedriger waren als im Vormonat. Die höchsten Zuwächse gab es im Bereich Gesundheitspflege (plus 0,7 Prozent) und im Verkehrsbereich (plus 0,6 Prozent; darunter Kraftstoffe: plus 1,5 Prozent).

Der Verbraucherpreisindex misst die durchschnittliche Preisveränderung der Waren und Dienstleistungen, die von privaten Haushalten für Konsumzwecke gekauft werden. Rund um die Monatsmitte erheben in 11 rheinland-pfälzischen Berichtsgemeinden 17 Preisermittler im Auftrag des Statistischen Landesamtes in mehr als 2.000 Berichtsstellen (z. B. Kaufhäuser) rund 20.000 Einzelpreise. Dabei werden die Preisveränderungen von 700 genau beschriebenen Waren und Dienstleistungen erfasst. Die Preisveränderungen werden gemäß der Verbrauchsbedeutung, die den Waren und Dienstleistungen bei den Ausgaben der privaten Haushalte (sog. Wägungsschema) zukommt, im Preisindex berücksichtigt. Die Veränderung des Verbraucherpreisindex gegenüber dem Vorjahresmonat beziehungsweise dem Vorjahr wird umgangssprachlich auch als Inflationsrate bezeichnet.

Neben dem Verbraucherpreisindex dienen Kerninflationsraten als ergänzende Kennzahlen zur Beurteilung der Geldwertentwicklung. Sie geben an, wie sich die Verbraucherpreise entwickeln, wenn bestimmte Güter des Warenkorbs nicht mit eingerechnet werden. Das sind zumeist Güter mit erfahrungsgemäß stark schwankenden Preisen. Hier wird der Gesamtindex ohne Energie und Nahrungsmittel als Kerninflationsrate bezeichnet.

Die Pressemitteilung zum Berichtsmonat Januar 2017 enthält vorläufige Ergebnisse. Sofern bis zum 3. Februar 2017 keine Korrektur erscheint, sind die veröffentlichten Ergebnisse als endgültig anzusehen.

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen/Auswertungen)

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