Freitag, 22. September 2017

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Statement der IHK Koblenz zu den Auswirkungen auf die regionale Wirtschaft

Das Bundeskabinett hat heute eine Ausweitung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen ab 2018 beschlossen. Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der IHK Koblenz, warnt vor den Folgen insbesondere für die regionale Wirtschaft:

"Wir sehen mit Sorge, dass die Bundesregierung die Finanzierungslast im Verkehrsbereich trotz Rekordsteuereinnahmen noch weiter in Richtung Wirtschaft verschieben will. Gemeinsam mit der ebenfalls angedachten Ausweitung der Maut auf Fahrzeuge unter zwölf Tonnen würde die regionale Wirtschaft durch die Neuregelung überdurchschnittlich belastet - weil gerade sie auf Bundesstraßen und mit kleineren Fahrzeugen unterwegs ist. Problematisch sehen wir zudem, dass der Bund über Mineralölsteuer, Mehrwertsteuer auf die Mineralölsteuer, Kfz-Steuer und Maut bereits jetzt jährlich mehr als 50 Milliarden Euro an Einnahmen aus dem Verkehr generiert, aber nur ein Teil dieser Einnahmen zum Erhalt und zum Ausbau der Verkehrsinfrastruktur verwendet wird. Deshalb betrachten wir trotz der Finanzierungsdefizite bei der Verkehrsinfrastruktur eine Ausweitung der Maut – und damit eine zusätzliche Belastung der Unternehmen – als nicht notwendig."

Gute Noten für die Konjunktur in der Region Trier

IHK-Umfrage: Aufschwung wird sich in moderatem Tempo fortsetzen

Die Unternehmen in der Region Trier sind mit ihren Geschäften überwiegend zufrieden, meldet die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier unter Berufung auf ihre aktuelle Konjunkturumfrage. An der Befragung haben sich 170 Unternehmen mit mehr als 15 000 Beschäftigten beteiligt.

39 Prozent der Befragten berichten von guten, 51 Prozent von befriedigenden und zehn Prozent von schlechten Geschäften. Dabei zeigen sich alle drei großen Branchen, also Industrie, Dienstleistungssektor und Handel, mit der aktuellen Geschäftslage überwiegend zufrieden. Gegenüber dem Jahresbeginn, als 41 Prozent von guten und acht Prozent von schlechten Geschäften berichteten, hat sich die Lagebeurteilung jedoch leicht eingetrübt.

Ähnliches gilt für die mittelfristigen Geschäftserwartungen. Für die kommenden zwölf Monate rechnen 20 Prozent der Unternehmen mit besseren, 66 Prozent mit gleich bleibenden und 14 Prozent mit schlechteren Geschäften. Vor vier Monaten hatten 26 Prozent Optimisten 14 Prozent Pessimisten gegenüber gestanden.

Der IHK-Konjunkturklima-Indikator, in den die Untenehmenseinschätzungen zu Geschäftslage und Konjunkturerwartungen eingehen, ist gegenüber dem Jahresbeginn um fünf Punkte auf aktuell 117 Zähler gefallen. Werte über 100 signalisieren ein grundsätzlich positives Konjunkturklima.

"Es ist davon auszugehen, dass sich der aktuelle Konjunkturaufschwung im weiteren Jahresverlauf in moderatem Tempo fortsetzen wird. Im Industrie- und Dienstleistungssektor sind die Geschäftserwartungen nach oben gerichtet. Der Einzelhandel ist zwar leicht pessimistisch gestimmt, berichtet aber immerhin von einer guten aktuellen Wirtschaftslage", sagt IHK-Volkswirt Matthias Schmitt.
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Neue Wege gehen: Jetzt per Fernstudium weiterqualifizieren

Bewerbungsphase bei der ZFH hat begonnen – Studium auch ohne Abitur möglich

Wer im Job den nächsten Schritt auf der Karriereleiter erklimmen möchte, wer nach ersten Jahren Berufserfahrung sein Profil ausbauen möchte, um etwa eine Führungsposition zu übernehmen oder wer sein technisches Wissen auf den neuesten Stand bringen möchte: Die Gründe sich weiterzuqualifzieren sind vielfältig. Lebensbegleitendes Lernen oder Lifelong Learning ist schon fast ein Muss in der heutigen Berufswelt.

Auch ohne Abitur zum Bachelor

Ein Fernstudium bietet dabei gerade für Berufstätige eine ideale Form der Weiterbildung: Weitestgehend zeit- und ortsunabhängig qualifizieren sie sich weiter, bleiben dabei berufstätig und verdienen weiterhin Geld. Die Zentralstelle für Fernstudien an Fachhochschulen bietet in Kooperation mit Hochschulen in Rheinland-Pfalz, Hessen und Saarland über 70 Fernstudienangebote in wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen sowie technischen Fachbereichen an. Was viele noch nicht wissen: Inzwischen ist es in vielen Fällen möglich, auch ohne Abitur zu studieren. In Rheinland-Pfalz können beispielsweise Studieninteressenten mit beruflicher Qualifikation, etwa einer Ausbildung mit einer Abschlussnote von 2,5 oder besser und anschließender zweijähriger Berufspraxis zu allen Studiengängen an Fachhochschulen zugelassen werden.

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Konjunktur aktuell; Industrie

Industrieproduktion im März 2016 : Rückgang gegenüber dem Vormonat und dem Vorjahresmonat

Im März 2016 war die rheinland-pfälzische Industrieproduktion rückläufig. Nach Berechnungen des Statistischen Landesamtes in Bad Ems auf der Basis vorläufiger Werte lag der preis-, kalender- und saisonbereinigte Produktionsindex, der die mengenmäßige Ausbringung der Industrie misst, um 1,2 Prozent unter dem Niveau des Vormonats. Gegenüber März 2015 war ebenfalls ein Produktionsrückgang zu verzeichnen (minus 1,1 Prozent). Zuvor hatte der Output zwölf Monate lang stets über dem Güterausstoß des jeweiligen Vorjahresmonats gelegen.

Zwei der drei umsatzstärksten Bereiche des Verarbeitenden Gewerbes drosselten im März ihre Produktion. Der Güterausstoß der Chemischen Industrie, der größten Branche des Verarbeitenden Gewerbes, verringerte sich deutlich um 4,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ergab sich ein Minus von 5,4 Prozent. Der Fahrzeugbau, die Branche mit dem zweitgrößten Anteil am Umsatz des Verarbeitenden Gewerbes, steigerte die Produktion im März um 2,2 Prozent. Zugleich blieb der Output zwar um 5,1 Prozent hinter dem Ergebnis des Vorjahresmonats zurück, allerdings war der Güterausstoß im März 2015 außergewöhnlich hoch. Die Produktion des Maschinenbaus fiel im März 2016 um ein Prozent geringer aus als im Monat zuvor; gegenüber dem Vorjahresmonat war ein Zuwachs von zwei Prozent zu verzeichnen.

Die Schnellmeldungen zur Konjunktur im Verarbeitenden Gewerbe dienen der laufenden Messung der wirtschaftlichen Aktivität in der Industrie sowie in ausgewählten Branchen. Um kurzfristige Veränderungen aufzuzeigen, liegt der Schwerpunkt der Berichterstattung auf dem Vergleich mit dem jeweiligen Vormonat. Ergänzend werden die Veränderungsraten zum jeweiligen Vorjahresmonat angegeben. Weitere Erläuterungen

Autorin: Diane Dammers (Referat Analysen)

Häuser auf Holzpfählen gebaut

"So wie die Häuser in Venedig auf Holzpfählen gebaut sind, sollen in Koblenz und anderswo Parkplätze mit Häusern auf Pfählern überbaut werden."

Koblenzer Modell

Vom 28. Mai bis zum 27. November 2016 findet die nunmehr 15. Architekturbiennale in Venedig statt. Im Deutschen Pavillon wird das sog. „Koblenzer Modell“ im Rahmen der Ausstellung „Making Heimat. Germany, Arrival Country“ präsentiert werden. Prof. Henner Herrmanns schlägt zum Thema bezahlbarer Wohnraum vor, Parkplätze mit Wohnhäusern zu überbauen.

Kostengünstiges Bauen scheitert gerade in den Ballungsräumen daran, dass Baugrundstücke knapp und dementsprechend teuer sind. „Es fehlt nicht an potentiellen Investoren. Viele würden gern bauen. Aber es fehlt an Grundstücken.“ stellt der Professor zu Fragen der Wohnungspolitik fest. Die Knappheit an bezahlbarem Wohnraum stellt eine große Herausforderung dar. Einkommensschwächere Haushalte haben große Probleme, erschwingliche Wohnungen zu finden. Der Zuzug der Flüchtlinge erhöht natürlich den Bedarf.

Herrmanns interessanter Lösungsvorschlag für die wachsende Schicht von Einkommensschwachen sieht deshalb "fliegende Bauten" vor. Dieser innovative Vorschlag der Parkplatzüberbauung ermöglicht innerstädtisch Bauplätze zu schaffen, wo sie bisher planungsrechtlich nicht vorhanden waren. Das kürzlich novellierte Planungsrecht erlaubt nunmehr auf Verkehrsflächen resp. Parkplätzen zu bauen.

Die Vorzüge von Vorfertigung, modularer Bauweise und Typisierung sollen über das auch psychologisch positiv besetzte Material Holz ausgenutzt werden. Durch die Modulbauweise kann der Forderung nach Schnelligkeit Rechnung getragen werden. Die Tragkonstruktion der vorgeschlagenen Parkplatzüberbauung ermöglicht flexible Grundrisse in allen Wohngeschossen, die individuell über leichte Trennwände gegliedert werden können. Durch die Modulbauweise ist auch zu einem späteren Zeitpunkt eine relativ einfache und schnelle bedarfsgerechte Anpassung bis hin zum Rückbau des Objektes gegeben.

Der Mehrgeschosser bietet bezahlbaren Wohnraum und gibt dem Parkplatz ganz nebenbei eine neue Nutzung in einem städtebaulichen Rahmen. Mit dem hölzernen Pfahlbau sollen nicht nur mehr Wohneinheiten dem Wohnungsmarkt im unteren Preissegment zur Verfügung gestellt, sondern auch ein Gebäude, das der Stadt etwas von dem zurückgeben kann, das durch die Idee der autogerechten Stadt verlorenging. Die schwebende Architektur ist keine Utopie; derzeit laufen Gespräche für drei Projekte, die in verschiedenen Städten realisiert werden sollen.

Text: Gaby Groß, Bilder HerrmannsArchitekten, Koblenz/Vallender

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