Freitag, 26. Mai 2017

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IHK Koblenz begrüßt Fahrverbot für laute Güterzüge

Der Bundestag hat heute ein Fahrverbot für laute Güterwagen ab 2020 beschlossen. Dazu hier ein Statement von Andreas Hermann, Referent Infrastruktur, Verkehr und Planung bei der IHK Koblenz:

"Die Industrie- und Handelskammer Koblenz begrüßt den heute vom Bundestag gefasst Beschluss für ein Fahrverbot lauter Güterzüge ausdrücklich. Mit der klaren gesetzlichen Regelung sind die Wettbewerbsbedingungen im Schienengüterverkehr geklärt. Damit erhalten Bahnunternehmen und Fuhrparkbesitzer die Planungssicherheit, die sie für die Umrüstung der Waggons benötigen. Für das Mittelrheintal ist die heute getroffene Entscheidung eine gute Nachricht. Die zu erwartende Absenkung des Bahnlärms wird das Mittelrheintal als Tourismus- und Wirtschaftsstandort attraktiver machen. Gleichwohl bleibt die Politik gefordert, eine nachhaltige Entlastung des Tals vom Schienengüterverkehr durch den Bau eines Alternativtrasse zu realisieren."

Initiative Region Koblenz-Mittelrhein e.V.

Zukunftskonferenz der Initiative Region Koblenz-Mittelrhein e.V. setzt in Andernach Impulse für die Gründung einer Regiopolregion Koblenz-Mittelrhein

Die Initiative Region Koblenz-Mittelrhein e.V. wirbt in diesem Veranstaltungsjahr für die Gründung der Regiopolregion Koblenz-Mittelrhein. In der Auftaktveranstaltung am 29. März, hatte sie in die Mittelrheinhalle nach Andernach geladen, um das Bewusstsein für die Gründung zu wecken und Mitkämpfer für die zu Region gewinnen. „Dass wir uns als Regiopolregion begreifen und aufstellen, ist eine entscheidende Voraussetzung um zwischen den benachbarten Metropolregionen erfolgreich zu sein“, so der Vorsitzende der Initiative, Hans-Jörg Assenmacher, zu Beginn. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter zahlreiche Vertreter von Städten und Gemeinden, informierten sich über das Konzept der Regiopolregion. „Wir können eine echte Alternative zu den Metropolregionen bieten. Dazu müssen die Kommunen gemeinsame Entwicklungsstrategien entwickeln und gemeinsam handeln“ betonte Andernachs Oberbürgermeister Achim Hütten in seinem Grußwort.

Dass dies gelingen kann, zeigte Christian Weiß, Geschäftsführer der Region Rostock Marketing Initiative e.V. und verantwortlicher Sprecher des 2016 gegründeten RegioPole-Netzwerks, am Beispiel der Regiopolregion Rostock auf. Er stellte den Prozess von der Idee über die Umsetzung bis zur aktuellen Arbeit vor. Das Projekt „Regiopolregion“ entwickle sich deshalb so erfolgreich, weil man sich stark an der Lebenswirklichkeit der Menschen orientiere. Vor allem seien es nicht Verwaltungsgrenzen, sondern funktionale und räumliche Bezüge, die eine Regiopolregion ausmachen, so Weiß.

„Auch vor dem Hintergrund des Auslaufens des jetzigen Bund-Länder-Finanzausgleichs und von Förderprogrammen auf EU- und Bundesebene seien regionale Aktionsbündnisse unverzichtbar“, so Prof. Dr. Jürgen Aring, Diplom-Geograph und Stadtplaner, Vorstand vhw-Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V.

Wie wichtig das Thema Regiopolregion für die Region Koblenz-Mittelrhein ist, wurde im Rahmen der anschließenden Podiumsrunde deutlich. Neben den Referenten Weiß und Aring, betonten der Oberbürgermeister der Stadt Neuwied, Nikolaus Roth und der Geschäftsführer International der IHK Koblenz, Robert Lippmann, dass die Region Koblenz-Mittelrhein alle Voraussetzungen einer Regiopolregion mitbringe: Erfolgreiche Unternehmen, anerkannte Forschungs- und Bildungseinrichtungen, ein eng verflochtenes Netz von Städten und Gemeinden und somit ein herausgehobenes Innovations- und Wirtschaftspotenzial. Es sei jetzt an der Zeit den Anschluss nicht zu verpassen und Handlungsfähigkeit zu beweisen, so die Gesprächspartner.

„Die Gründung einer Regiopolregion Koblenz-Mittelrhein bietet hervorragende Perspektiven zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit unserer Region“, stellte stellvertretender Vorsitzender und Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord, Dr. Ulrich Kleemann, abschließend fest.

Die Initiative Region Koblenz-Mittelrhein e.V. wird sich für die Gründung der Regiopolregion Koblenz-Mittelrhein stark machen und bereits am 11. Mai, im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung mit parlamentarischem Abend, weiter informieren.

Zum Hintergrund:

Die Initiative Region Koblenz-Mittelrhein e.V. verfolgt das Ziel, einen wirksamen Beitrag zur zukunftsfähigen Entwicklung der Region Koblenz-Mittelrhein (ehem. Regierungsbezirk Koblenz) zu leisten. Die gesamte Region Koblenz-Mittelrhein muss als Regiopolregion identifiziert werden. Weitere Infos unter www.region-koblenz-mittelrhein.de.

Infos zu Regiopolen in Deutschland unter: www.regiopole.de.

 

Rheinland-pfälzische Wirtschaft wächst um 1,5 Prozent

Die rheinland-pfälzische Wirtschaft ist 2016 ordentlich gewachsen. „Preisbereinigt stieg das Bruttoinlandsprodukt 2016 um 1,5 Prozent“, verkündet der Präsident des Statistischen Landesamtes, Jörg Berres. Die Wachstumsdynamik ließ im Berichtsjahr allerdings nach. Im Vergleich zu Deutschland (plus 1,9 Prozent) und den alten Bundesländern ohne Berlin (plus 1,8 Prozent) fiel das Wachstum etwas niedriger aus.

In jeweiligen Preisen erreichte das Bruttoinlandsprodukt 2016 einen Wert von 139 Milliarden Euro (plus 3 Prozent gegenüber 2015). Der Anteil von Rheinland-Pfalz am deutschen Bruttoinlandsprodukt beläuft sich damit auf 4,5 Prozent.

Ordentlicher Zuwachs in der Industrie

Die Wertschöpfung des Verarbeitenden Gewerbes, das zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung gut ein Viertel beisteuert (Deutschland: 23 Prozent), wuchs preisbereinigt um 1,6 Prozent. Das war zwar ein etwas geringerer Anstieg als in Deutschland (plus 1,9 Prozent). Mit 0,4 Prozentpunkten fiel der Beitrag der Industrie zum gesamtwirtschaftlichen Wachstum aufgrund des größeren Gewichts aber genauso hoch aus wie im Bundesdurchschnitt.

Die Umsätze der Investitionsgüterproduzenten nahmen mit plus 3,5 Prozent deutlich stärker zu als in Deutschland (plus 1,2 Prozent). Verantwortlich für die unterdurchschnittliche Wertschöpfungsentwicklung war insbesondere die Vorleistungsgüterindustrie, die in Rheinland-Pfalz mehr als die Hälfte der Industrieumsätze generiert (Deutschland: 36 Prozent) und von der Chemischen Industrie dominiert wird. Die Erlöse der Vorleistungsgüterproduzenten gingen 2016 um 2,2 Prozent zurück (Deutschland: minus 1,9 Prozent).

Wertschöpfung im Baugewerbe nimmt zu

Ähnlich wie in der Industrie verlief die Entwicklung im Baugewerbe (Wertschöpfungsanteil: 5 Prozent). Die Bruttowertschöpfung nahm in diesem Bereich um 1,7 Prozent zu und trug damit 0,1 Prozentpunkte zum gesamten Wirtschaftswachstum bei. Der Wertschöpfungszuwachs im Baugewerbe war allerdings deutlich geringer als in Deutschland (plus 2,8 Prozent).

Die Umsätze stiegen im Ausbaugewerbe um 3,9 Prozent und im Bauhauptgewerbe um 3,8 Prozent; sie erreichten damit jeweils einen neuen Höchststand. Die Bundesentwicklung war im Bauhauptgewerbe mit einem Plus von 7,5 Prozent noch deutlich besser. Impulse kamen in Rheinland-Pfalz 2016 vor allem aus dem Wohnungs- und Straßenbau (plus 15 bzw. plus 6,9 Prozent). Im gewerblichen Tiefbau und im öffentlichen Hochbau gingen die Erlöse dagegen zurück (minus 6,9 bzw. minus 3,3 Prozent).

Wertschöpfungsanstieg auch in den Dienstleistungsbereichen

Die Dienstleistungsbereiche, die 64 Prozent der gesamten Wertschöpfung erwirtschaften, verzeichneten ein Wachstum um 1,4 Prozent (Deutschland: plus 1,9 Prozent). „Damit trugen die Dienstleistungen 0,9 Prozentpunkte zum Wirtschaftswachstum bei“, so Präsident Berres. Den größten Zuwachs verzeichnete wie in den beiden Jahren zuvor der Teilsektor „Handel, Verkehr, Gastgewerbe, Information und Kommunikation“. Im Berichtsjahr stieg die Wertschöpfung preisbereinigt um 2,9 Prozent und damit etwas mehr als in Deutschland (plus 2,5 Prozent). Dabei entwickelte sich der Abschnitt „Information und Kommunikation“ mit einem Plus von 3,1 Prozent etwas besser als der Unterbereich „Handel, Verkehr und Lagerei, Gastgewerbe“ (plus 2,9 Prozent).

Im Bereich „Finanz-, Versicherungs- und Unternehmensdienstleister, Grundstücks- und Wohnungswesen“ verlief die Entwicklung dagegen etwas ungünstiger als im Bundesdurchschnitt (plus 1,2 Prozent; Deutschland: plus 1,6 Prozent). Zurückzuführen ist das Wachstum insbesondere auf die Unternehmensdienstleister, die ein Plus von 2,6 Prozent erzielten. Im Grundstücks- und Wohnungswesen nahm die Wertschöpfung dagegen nur um 0,8 Prozent zu und die Finanz- und Versicherungsdienstleister verzeichneten sogar einen Rückgang um 0,6 Prozent.

Deutlich geringer als in Deutschland war das Wachstum im Bereich „Öffentliche und sonstige Dienstleister, Erziehung, Gesundheit“ (plus 0,3 Prozent; Deutschland: plus 1,6 Prozent). Einer der Gründe für die schwache Entwicklung in diesem Dienstleistungsbereich ist die im Vergleich zu Deutschland unterdurchschnittliche Zunahme der Beschäftigung und der Arbeitnehmerentgelte (Rheinland-Pfalz: plus 3,1 Prozent; Deutschland: plus 4,4 Prozent).

Die Ergebnisse für 2016 basieren auf ersten vorläufigen Berechnungen des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, die sich auf Basisstatistiken des Berichtszeitraumes Januar bis Dezember stützen. Für einzelne Branchen liegen noch keine länderspezifischen Ergebnisse vor. In diesen Wirtschaftszweigen werden einheitlich für alle Länder die Entwicklungen in den nationalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) unterstellt. Die Ergebnisse sind abgestimmt auf den Berechnungsstand des Statistischen Bundesamtes vom Februar 2017.

Zu diesem Berechnungsstand liegen jedoch keine Ergebnisse aus der Erwerbstätigenrechnung zur Zahl der Erwerbstätigen und dem Arbeitsvolumen für 2016 vor, sodass keine Arbeitsproduktivitäten berechnet werden können. Die Bundesagentur für Arbeit hat am 1. März 2017 korrigierte Daten der Beschäftigungsstatistik veröffentlicht, die eine der wichtigsten Quellstatistiken in der regionalen Erwerbstätigenrechnung ist. Die korrigierten Ergebnisse weichen von den bisher veröffentlichten Ergebnissen nach oben ab. Aus diesem Grund wurden die zum Berechnungsstand Februar 2017 geplanten Veröffentlichungen zur Fortschreibung der Zahl der Erwerbstätigen und des Arbeitsvolumens auf Juni 2017 verschoben. Auf die BIP-/BWS-Ergebnisse wird die Korrektur der Beschäftigungsstatistik nur marginale Auswirkungen haben. Eine Aktualisierung der Ergebnisse ist daher nicht vorgesehen.

Weitere Informationen finden Sie im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.vgrdl.de

Wissing/Berres: Ordentliches Wirtschaftswachstum im Jahr 2016

Wissing/Berres: Ordentliches Wirtschaftswachstum im Jahr 2016

„Die rheinland-pfälzische Wirtschaft ist 2016 ordentlich gewachsen“, ist das gemeinsame Resümee von Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing und Jörg Berres, Präsident des Statistischen Landesamtes, bei der Vorstellung des Jahreswirtschaftsberichts 2016. Das Bruttoinlandsprodukt nahm nach vorläufigen Berechnungen preisbereinigt um 1,5 Prozent zu (Deutschland: plus 1,9 Prozent).

Das Wirtschaftswachstum lag damit über der durchschnittlichen Wachstumsrate 2000 bis 2015 (plus 1,1 Prozent pro Jahr). Im Vergleich mit den anderen Bundesländern belegte Rheinland-Pfalz 2016 einen mittleren Platz, erläuterte Berres die aktuellen Ergebnisse. In jeweiligen Preisen belief sich das Bruttoinlandsprodukt auf gut 139 Milliarden Euro (plus 3 Prozent). Am gesamten deutschen Bruttoinlandsprodukt hat Rheinland-Pfalz damit einen Anteil von 4,5 Prozent.

Einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung hat wieder das Auslandsgeschäft der rheinland-pfälzischen Industrie erbracht. Mit einer Exportquote von 55,4 Prozent (2015: 56 Prozent) liegt die rheinland-pfälzische Industrie hinter Baden-Württemberg auf dem zweiten Platz unter den Flächenländern.

„Diese Wirtschaftsdaten zeigen: Rheinland-Pfalz ist ein starkes Exportland. Unsere Industrieunternehmen produzieren Güter, die in der Welt gefragt sind. Das macht deutlich, wie sehr unsere Wirtschaftskraft vom Handel mit Europa und der Welt abhängt und wie stark wir von einem freien Handel profitieren“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Volker Wissing auf der gemeinsamen Pressekonferenz des Wirtschaftsministeriums und des Statistischen Landesamtes.

Industrie: Umsätze liegen auf Rekordniveau

„Rheinland-Pfalz ist ein Industrieland“, sagte Wissing weiter. „Die Industrie erbringt mehr als ein Viertel der gesamten Wertschöpfung in unserem Land“, erläuterte der Wirtschaftsminister. Das waren 2016 in jeweiligen Preisen knapp 33 Milliarden Euro. Da die Industrie aber auch in anderen Wirtschaftsbereichen (z. B. im Baugewerbe oder in den unternehmensnahen Dienstleistungsbereichen) Produktionsleistungen nachfragt, ist der Gesamteinfluss auf die Wertschöpfung noch viel größer.

Mit 86,7 Milliarden Euro wurde 2016 in der Industrie erneut ein Umsatzrekord erzielt. Gegenüber 2015 blieben die Erlöse nahezu stabil (plus 24 Millionen Euro bzw. plus 0,03 Prozent; Deutschland: plus 0,1 Prozent). Das Umsatzwachstum wurde in den vergangenen Jahren vor allem vom Auslandsgeschäft angetrieben. Im Berichtsjahr waren die Auslandserlöse jedoch erstmals seit der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2009 leicht rückläufig (minus 1,1 Prozent; Deutschland: plus 0,5 Prozent). Das schwächere Auslandsgeschäft konnte durch höhere Inlandsumsätze ausgeglichen werden (plus 1,4 Prozent; Deutschland: minus 0,3 Prozent).

Einen Umsatzrückgang von 2,2 Prozent verzeichnete die Vorleistungsgüterindustrie. Grund dafür ist ein schwächeres Auslandsgeschäft insbesondere im Bereich der Chemie. Die Produzenten von Vorleistungsgütern, zu denen neben der Chemie auch die Gummi- und Kunststoffindustrie sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung zählen, generieren in Rheinland-Pfalz mehr als die Hälfte des Industrieumsatzes (Deutschland: 36 Prozent).

Die Zahl der Industriearbeitsplätze ist seit der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise kontinuierlich gestiegen und erreichte 2015 ein Rekordniveau. Im Berichtsjahr blieb die Zahl auf diesem hohen Niveau nahezu unverändert (Deutschland: plus 0,7 Prozent). „Die Arbeitsplätze in der rheinland-pfälzischen Industrie sind hochproduktiv“, erläutert Minister Wissing. Jeder Beschäftigte brachte den Betrieben 2016 durchschnittlich einen Umsatz von 342 300 Euro, und damit 31 300 Euro mehr als im bundesdeutschen Durchschnitt (311 000 Euro).

Baugewerbe: Rekordumsätze im Baugewerbe

Das rheinland-pfälzische Baugewerbe erzielte 2016 sowohl im Bauhaupt- als auch im Ausbaugewerbe Umsatzrekorde. Im Bauhauptgewerbe stiegen die Erlöse um 3,8 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro (Deutschland: plus 7,5 Prozent). Hierzu trugen sowohl der Hochbau (plus 5 Prozent) als auch der Tiefbau (plus 2,7 Prozent) bei. Im Bereich des Hochbaus sticht der Wohnungsbau hervor. „Eine hohe Nachfrage und günstige Rahmenbedingungen (z. B. niedrige Zinsen) sorgten für ein Umsatzplus von gut 15 Prozent“, erklärt Präsident Jörg Berres. Das Wachstum im Tiefbau wurde vor allem vom Straßenbau getragen (plus 6,9 Prozent). Umsatzrückgänge gab es dagegen im öffentlichen Hochbau (minus 3,3 Prozent) und im gewerblichen Tiefbau (minus 6,9 Prozent). Die Zahl der Beschäftigten im Bauhauptgewerbe erhöhte sich um 2,5 Prozent (Deutschland: plus 2,7 Prozent).

Im Ausbaugewerbe stieg der Umsatz um 3,9 Prozent auf gut 1,8 Milliarden Euro (Deutschland: plus 3,8 Prozent) und übertraf damit den bisherigen Rekordwert von 2012. Die Beschäftigung im Ausbaugewerbe, die bereits 2015 auf einem Rekordniveau war, wuchs 2016 nochmals leicht um 0,3 Prozent (Deutschland: plus 2,1 Prozent).

Dienstleistungen: Erneut positive Bilanz im Einzel- und im Kfz-Handel

Auch der rheinland-pfälzische Einzelhandel erzielte 2016 Umsatzsteigerungen (real plus 2,1 Prozent; Deutschland: plus 1,8 Prozent). „Rekordbeschäftigung, steigende Löhne und niedrige Zinsen sorgten für anhaltende Kauflaune bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern“, erläutert Minister Volker Wissing. Der Kraftfahrzeughandel erzielte ebenfalls Erlöszuwächse (real plus 4 Prozent; Deutschland: plus 5,6 Prozent). Der Umsatz im Großhandel war dagegen rückläufig (real minus 2,8 Prozent; Deutschland: unverändert).

Außenhandel: Exporte erreichen neuen Spitzenwert

Die Ausfuhren erreichten 2016 ebenfalls einen neuen Höchstwert. Die Unternehmen lieferten Waren für 52,6 Milliarden Euro ins Ausland (plus 2,5 Prozent; Deutschland: plus 1,1 Prozent). Das Exportwachstum wurde vor allem durch den Handel mit den EU-Ländern generiert. Die Warenlieferungen in die EU erhöhten sich um 5,7 Prozent. Einbußen gab es dagegen erneut beim Absatz in europäische Länder, die nicht der EU angehören (minus 1,3 Prozent). So sank der Export in die Türkei um 16 Prozent. Das Geschäft mit den wichtigsten außereuropäischen Handelspartnern – den Vereinigten Staaten und der Volksrepublik China – war ebenfalls schwächer als 2015. Die Ausfuhren in die USA verringerten sich um 8 Prozent, was insbesondere auf eine geringere Nachfrage nach pharmazeutischen Erzeugnissen zurückzuführen ist. Die Lieferungen nach China gingen aufgrund geringerer Vorleistungs- und Investitionsgüterexporte um 3,8 Prozent zurück.

Arbeitsmarkt: Positiver Trend setzt sich fort

„Der Arbeitsmarkt befindet sich seit 2010 in einem Aufwärtstrend und entwickelte sich auch 2016 sehr robust“, stellt Wirtschaftsminister Wissing fest. Die Zahl der Erwerbstätigen erhöhte sich im Berichtsjahr um 10 700 auf knapp zwei Millionen (plus 0,5 Prozent; Deutschland: plus 1 Prozent). Das ist im Wesentlichen auf einen Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung zurückzuführen (plus 1,2 Prozent Deutschland: plus 2 Prozent). Die geringfügige Beschäftigung stieg ebenfalls (plus 0,4 Prozent; Deutschland: plus 0,7 Prozent).

Die Arbeitslosigkeit verringerte sich 2016 um 1 400 auf 111 400 Personen (minus 1,3 Prozent; Deutschland: minus 3,7 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 5,1 Prozent (Deutschland: 6,1 Prozent). Schon seit Jahren hat Rheinland-Pfalz im Vergleich der Bundesländer die drittniedrigste Arbeitslosenquote.

Preise

Die Inflationsrate lag in Rheinland-Pfalz im Jahresdurchschnitt bei 0,6 Prozent (Deutschland: plus 0,5 Prozent). Die Preisentwicklung liegt seit Januar 2013 durchgängig unter dem Zielwert der Europäischen Zentralbank für den Euroraum (plus 2 Prozent). Nach geringen Preissteigerungen in der ersten Jahreshälfte zog die Teuerungsrate zum Jahresende an und erreichte ihren Höchststand mit plus 1,9 Prozent im Dezember. Der schwache Anstieg des Verbraucherpreisindex wurde durch den Rückgang der Energiepreise verursacht (minus 5 Prozent). Vor allem für Heizöl und Kraftstoffe musste deutlich weniger bezahlt werden als im Jahr zuvor (minus 17 bzw. minus 7,1 Prozent).

Der Index der Kerninflation – definiert als „Gesamtindex ohne Nahrungsmittel und Energie“ – stieg im Jahresdurchschnitt 2016 wie auch im Vorjahr um 1,2 Prozent (Deutschland: ebenfalls plus 1,2 Prozent).

Für das laufende Jahr erwartet die EU-Kommission in der Europäischen Union, in die mehr als 60 Prozent der rheinland-pfälzischen Exporte gehen, nur ein leicht schwächeres, in Deutschland sogar ein stärkeres Wachstum als 2016. Sowohl für die Weltwirtschaft als auch für die USA, dem größten außereuropäischen Handelspartner der rheinland-pfälzischen Industrie, prognostiziert die OECD im laufenden Jahr ein höheres Wirtschaftswachstum. „Ich bin für 2017 optimistisch, wenn auch die Rahmenbedingungen nicht einfach sind“, sagte Minister Volker Wissing mit Blick auf die beginnenden Brexit-Verhandlungen zwischen der EU und Großbritannien sowie der derzeit nur schwer einzuschätzenden Wirtschaftspolitik in den USA.

Diese und weitere Ergebnisse finden Sie in der Veröffentlichung „Die Wirtschaft in Rheinland-Pfalz 2016“. Sie kann kostenfrei heruntergeladen oder beim Statistischen Landesamt per E-Mail vertrieb(at)statistik.rlp.de bestellt werden.

Statistisches Landesamt zur Wirtschaftsentwicklung in RLP: Statement der IHK-Arbeitsgemeinschaft

Zum heute veröffentlichten Bericht des Statistischen Landesamtes über die Wirtschaftsentwicklung in Rheinland-Pfalz hier ein Statement von Robert Lippmann, wirtschaftspolitischem Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz:

"Die robuste konjunkturelle Entwicklung in 2016 ist erfreulich. Die nachlassende Wachstumsdynamik im Jahresverlauf und der Rückstand zum Wirtschaftswachstum im Bundesschnitt zeigen aber, dass die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Rheinland-Pfalz dauerhaft ganz oben auf der politischen Agenda stehen muss. Die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage belegt, dass die rheinland-pfälzische Wirtschaft unter anderem die Entwicklung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zunehmend als Risiko für ihre Geschäftsentwicklung wahrnimmt. Hier ist die Politik auf Landes- und auf Bundesebene gefordert, aktiv mit ihrer Wirtschaftspolitik gegenzusteuern. Mit Blick auf Rheinland-Pfalz ist hier auch die seit Jahren unterdurchschnittliche Investitionsquote des Landes zu erwähnen. Die Firmen brauchen Luft, um sich im internationalen Wettbewerb zu behaupten und um strategisch auf Herausforderungen wie den Brexit reagieren zu können."

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