Dienstag, 25. April 2017

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US-Geschäft:

Jedes vierte Unternehmen im Land rechnet mittelfristig mit Rückgang der Exporte

Die Präsidentschaft von Donald Trump führt bei einigen außenwirtschaftsaktiven Unternehmen in Rheinland-Pfalz zu Verunsicherung. Das zeigt eine Befragung der Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Rheinland-Pfalz. Knapp jedes vierte Unternehmen, das Geschäftsbeziehungen mit den USA unterhält, rechnet demnach mittelfristig mit einem Rückgang der Exporte in die Vereinigten Staaten.  Auch bei den Investitionsausgaben rheinland-pfälzischer Unternehmen sind Verschiebungen nicht ausgeschlossen, wenn Präsident Trump die bislang von ihm skizzierte Wirtschaftspolitik in die Praxis umsetzt.

„Natürlich gilt es zunächst weiter abzuwarten, ob und wie die neue US-Administration ihre wirtschaftspolitischen Ankündigungen in den kommenden Wochen und Monaten wahr macht“, so Arne Rössel, Sprecher der IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz. „Dementsprechend gehen aktuell drei Viertel der Unternehmen davon aus, dass ihre bestehenden Geschäftsbeziehungen in die USA durch die neue Administration nicht belastet werden. Dennoch registrieren die potenziell betroffenen Unternehmen die veränderten Töne aus Washington sehr genau und denken natürlich auch die möglichen Marktszenarien durch.“

Rössel verweist darauf, dass die Exporterwartungen der rheinland-pfälzischen Unternehmen für die kommenden zwölf Monate insgesamt deutlich positiv ausfallen, die Erwartungen an den mittelfristigen Export in die USA dagegen aber ein negatives Vorzeichen aufweisen. „Sowohl für die Wirtschaft als auch für die Politik wäre es unklug, jetzt in Panik zu verfallen“, so Rössel. Trotzdem können Verunsicherungen bestehende wirtschaftliche Verflechtungen in Gefahr bringen.

„Unsicherheiten sind bekanntlich Gift für Innovationen und Investitionen. Das gilt natürlich auch für die Geschäfte mit einem unserer wichtigsten Auslandsmärkte, den USA.“

Von Januar bis November 2016 wurden Waren im Wert von rund 4,16 Mrd. Euro von Rheinland-Pfalz in die USA ausgeführt. Damit sind die USA der zweitwichtigste Exportmarkt für die rheinland-pfälzische Wirtschaft. Zu den ausgeführten Waren zählen vor allem pharmazeutische und chemische Produkte, Maschinen, Kunststoffe und Metallerzeugnisse. Umgekehrt wurden aus den USA Waren für knapp zwei Mrd. Euro nach Rheinland-Pfalz importiert. „Vom grenzüberschreitenden Warenaustausch profitieren beide Seiten in hohem Maße“, betont Rössel. Vor diesem Hintergrund appellieren die rheinland-pfälzischen IHKs an die Politik, den freien Handel auf internationaler Ebene zu fördern und den Aufbau von Handelsbarrieren zu verhindern.

Die Umfrage der IHKs basiert auf den Antworten von 230 auf dem US-Markt aktiven Unternehmen aus Rheinland-Pfalz, sie wurde kurz vor dem offiziellen Amtsantritt Trumps durchgeführt.

 

Rheinland-Pfälzische Finanzämter nehmen rund 24 Milliarden Euro Steuern ein

Steueraufkommen 2016 damit erneut gestiegen
Die rheinland-pfälzische Finanzverwaltung hat mit 24,1 Milliarden Euro im Jahr 2016 erneut mehr Steuern als im Vorjahr eingenommen. Die Einnahmen sind im Vergleich zu 2015 um mehr als 500 Millionen Euro gestiegen (2013: 22,2 Milliarden; 2014: 22,9 Milliarden; 2015: 23,5 Milliarden).
Den größten Anteil am Steueraufkommen hat nach wie vor die Lohnsteuer, die 2016 rund 10,2 Milliarden Euro betrug.
Die Einnahmen fließen in die Kassen von Bund, Land und Kommunen. Der Anteil des Landes Rheinland-Pfalz am Gesamtsteueraufkommen beträgt rund 12,9 Milliarden Euro.
Ergebnisse der Finanzämter:
Die Finanzämter mit dem höchsten Steueraufkommen sind Koblenz, mit einem Anteil von 17,68 Prozent am Gesamtsteueraufkommen (3,56 Milliarden Euro), Ludwigshafen, mit einem Anteil von über 10 Prozent (2,04 Milliarden Euro), und Mainz-Mitte mit einem Anteil von 9,11 Prozent am Gesamtsteueraufkommen (1,83 Milliarden Euro).
Wohin fließt das Steuergeld?
Das von den Finanzämtern eingenommene Steuergeld, mit dem unter anderem Schulen, Gesundheit, Öffentliche Sicherheit und Ordnung, Umwelt sowie Sport und Kultur gefördert und finanziert werden, verteilt sich auf Bund, Land und Kommunen. Der Anteil des Landes Rheinland-Pfalz beträgt 12,9 Milliarden Euro.

Neues Gutachten zur Mittelrheinbrücke: Statement von IHK-Hauptgeschäftsführer Arne Rössel

„Als Interessenvertretung der Wirtschaft am Mittelrhein hoffen wir, dass eine neuerliche Debatte um Zuständigkeiten nicht zu weiteren Verzögerungen bei der Realisierung der Brücke führt. Die Frage der Trägerschaft ist zwar nicht unerheblich. Alle Beteiligten müssen sich aber darüber verständigen, wer welchen Beitrag zum Bau der Mittelrheinbrücke leisten kann. Wir fordern die politisch Verantwortlichen dazu auf, alles dafür zu tun, dass das so wichtige Bauwerk endlich realisiert werden kann. Gemeinsam mit der Handwerkskammer Koblenz werden wir die Verantwortlichen in den Landkreisen beiderseits des Rheins und aus den Ministerien in Mainz daher kurzfristig zu einem ‚Brückengipfel‘ nach Koblenz einladen. Vornehmlich geht es jetzt darum, mit dem Raumordnungsverfahren zu beginnen. Dies ist der erste Schritt, und der muss endlich gegangen werden! Wir sehen gerade die Gefahr, dass die Planungen eher zwei Schritte rückwärts nehmen statt einen vorwärts zu kommen.“

 

Trierer Professor auf G20-Finanzkonferenz

VWL-Juniorprofessor Dr. Lars Hornuf hat sich auf der G20-Finanzkonferenz für mehr Forschung im Bereich Finanztechnologie und Unternehmen ausgesprochen. Mit der Forschung will er vor allem den Nutzen und die Risiken der Digitalisierung für die Finanzwelt untersuchen, damit die neuen Finanzmärkte die Realwirtschaft stärken, statt sie zu schwächen.

Deutschland hat gerade die G20-Präsidentschaft inne. Dafür hat sich die Bundesregierung als Schwerpunktthema die Digitalisierung des Finanzsektors vorgenommen. Am 25. Januar trafen sich auf Einladung der Bundesbank etwa 180 G20-Delegierte, Wissenschaftler, Regierungsexperten und Vertreter der Privatwirtschaft in Wiesbaden. Sie diskutierten über die Entwicklungschancen der Digitalisierung für den Finanzsektor.

Juniorprofessor Dr. Lars Hornuf forscht verstärkt zu Crowdfunding und zu Finanztechnologie-Unternehmen (FinTech) in Deutschland. Als Redner auf der Digitalisierungskonferenz sprach er über eine neue weltweite Finanzierungsform, dem Marketplace Lending. Darin vergeben Privatpersonen Kredite an Privatpersonen und Unternehmen, ohne dass ein Finanzinstitut, wie z.B. eine Bank als Vermittler auftritt. Das Marketplace Lending ist erst durch die Digitalisierung und neu gegründete Unternehmen möglich geworden, die dafür Online-Plattformen entwickelt haben.

Der Trierer Forscher sieht den Nutzen des Market Lending darin, dass Privatpersonen oder Unternehmen Zugang zu einer Finanzierung erhalten, die ihnen vorher nicht zugänglich war, auch wenn ihr Projekt erfolgversprechend schien. Damit ist das Market Lending besonders attraktiv für Entwicklungsländer, in denen Menschen häufig weder Zugang zu Kapital noch zu Versicherungen haben.

Ein Risiko besteht darin, dass die Kreditvergabemodelle der Online-Portale noch keinen vollständigen Kreditvergabezyklus durchlaufen haben. Sie könnten bei steigendem Marktzins weniger gut funktionieren, als sie es im aktuellen Zinsumfeld tun. Zu wenig Transparenz bei der Verbriefung dieser Kredite könnten gar zu einem systemischen Risiko für die Volkswirtschaft werden.

Hornuf hob hervor: „Es wird künftig deutlich mehr Forschung zum Thema FinTech erforderlich sein, damit Investoren, Kreditnehmer, und Plattformbetreiber von der Digitalisierung des Finanzsektors profitieren können.“ Ziel von Hornuf ist es, die Vorteile aber auch die Risiken des jungen FinTech Marktes zu erforschen, damit die neuen Finanzmärkte die Realwirtschaft stärken und nicht schwächen.

Dr. Lars Hornuf hält an der Universität Trier die Juniorprofessur für die ökonomische Analyse des Rechts. Er forscht verstärkt zu Crowdfunding und zu Finanztechnologie-Unternehmen (FinTech) in Deutschland. Außerdem ist er für das Bundesministerium der Finanzen als Gutachter tätig.

IHK klärt über steuerliche Aspekte bei der Unternehmensnachfolge auf

Wer ein Unternehmen übernehmen möchte, muss viele Dinge beachten. Insbesondere durch die Erbschaftssteuerreform haben sich neue Regelungen ergeben. Diese möchte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier nun in einer kostenlosen Infoveranstaltung am Montag, 6. Februar 2017, vorstellen. Los geht es um 18 Uhr im IHK-Tagungszentrum.
Neben der Erbschaftssteuerreform wird auch das Ertragsteuerrecht noch einmal detailliert unter die Lupe genommen. Es referieren die Steuerexperten Ralf Adams und Jacek Sienkiewicz von der Kanzlei Dr. Widdau & Partner in Trier.

Die Veranstaltung ist kostenfrei, um Anmeldung bis Mittwoch, 1. Februar 2017, wird gebeten bei: IHK Trier, Franziska Schanz, Telefon (06 51)97 77-4 02, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

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