Montag, 25. September 2017

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Spätfröste, Hagel und Starkregen lassen Weinmosternte schrumpfen

Auf gut 5,4 Millionen Hektoliter schätzten die Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter des Statistischen Landesamtes Ende August die Erntemenge für Weinmost in Rheinland-Pfalz. Gegenüber dem langjährigen Mittelwert wären das ein Zehntel weniger. Im Vergleich zum Vorjahr beträgt die Abnahme knapp acht Prozent. Ein wichtiger Grund für die kleine Weinmosternte sind die Spätfröste im April. Aber auch Hagel und Starkregen führten zu Schäden in den Weinbergen.

Die Erntemenge der weißen Moste liegt nach den aktuellen Schätzungen mit 3,7 Millionen Hektoliter gut vier Prozent unter dem Durchschnitt der Jahre 2007 bis 2016. Im Vergleich zum Vorjahr fällt der Rückgang mit sechs Prozent höher aus. Beim Rotmost wird eine Abnahme der Erntemenge um elf Prozent zum Vorjahr erwartet. Mit knapp 1,7 Millionen Hektolitern läge die Erntemenge 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel.

Für Rheinhessen – dem größten Weinanbaugebiet Deutschlands – wurde eine Erntemenge von 2,1 Millionen Hektoliter geschätzt, die damit den langjährigen Vergleichswert um 18 Prozent verfehlt. In der Pfalz wird mit 2,2 Millionen Hektoliter eine leicht unter dem Durchschnitt liegende Erntemenge erwartet. Sie läge damit über der in Rheinhessen. An der Mosel wird mit 0,7 Millionen Hektoliter eine Erntemenge erwartet, die etwa auf dem Vorjahresniveau liegt. Im Vergleich zum langjährigen Wert fehlen rund neun Prozent.

Aufgrund des Termins, zu dem die Schätzungen erfolgen, sind die Ergebnisse noch mit Unsicherheiten behaftet und größere Veränderungen auf Grund des weiteren Witterungsverlauf zu erwarten.

Im Rahmen der Ernte- und Betriebsberichterstattung berichten rund 240 Ernteberichterstatterinnen und Ernteberichterstatter regelmäßig über die Wachstumsstände der Reben und die Weinmosterträge. Bei den Ertragschätzungen wird stets davon ausgegangen, dass der weitere Witterungsverlauf keine Extreme aufweist.

Autor: Jörg Breitenfeld (Abteilung Landwirtschaft, Umwelt, Energie, Register)

Besuch von Innenminister Lewentz beim Jobcenter-Flüchtlingsprojekt LQA

Rheinland-Pfälzischer Innenminister Lewentz besucht Flüchtlingsprojekt des Jobcenters Landkreis Mayen-Koblenz

Regionale Vernetzung unterstützt Integration von Flüchtlingen in die Gesellschaft – Kooperation mit der Andernacher Polizei und Identitätsnachweise Thema beim Ministerbesuch in Andernach

Andernach. Wie kann die Integration von geflüchteten Menschen in unsere Gesellschaft gelingen? Vor welchen Herausforderungen stehen Polizei und Behörden, wenn es um die Themen Identitätsüberprüfung und Sicherheit geht?

Im Rahmen seines Besuches beim Jobcenter-Projekt LQA (Leben – Qualifizieren – Arbeiten) informierte sich der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz über die Integrationsarbeit des Jobcenters Mayen-Koblenz. Burkhard Nauroth, Erster Kreisbeigeordneter, begrüßte den Minister in der Breiten Straße in Andernach. Er unterstrich die Wichtigkeit der engen Zusammenarbeit aller Akteure als wesentliche Voraussetzung für den Integrationsprozess geflüchteter Menschen.

Über 20% der SGB II-Leistungsbezieher sind mittlerweile Flüchtlinge. „Damit ist das Jobcenter nicht mehr nur zuständig für die Integration in den Arbeitsmarkt, sondern vor allem auch für eine nachhaltige Integration in die Gesellschaft“, betont Rolf Koch, Geschäftsführer des Jobcenters MYK. Um diese Aufgabe zu bewältigen finden bei LQA neben Bewerbungstrainings und Sprachkursen Schulungen statt, die konkretes Rüstzeug für ein Leben in Deutschland vermitteln. Besondere Bedeutung kommt hierbei der Schulungsarbeit der Andernacher Polizei im Rahmen der Kooperation mit LQA zu. Schwerpunkte sind die Förderung der Mobilität durch Verkehrsunterricht und die Vorstellung der Aufgaben der Polizei. „Wesentliches Ziel der polizeilichen Integrationsarbeit ist der Vertrauensaufbau zur Polizei, da die Menschen in ihren Herkunftsländern oftmals andere Erfahrungen gemacht haben“, erläuterten Bianca Schmitz und Björn Neureuter von der Polizeiinspektion Andernach dem Minister.

Erschwert wird die Arbeit der Behörden durch Schwierigkeiten bei der Identitätsüberprüfung der geflüchteten Menschen. Unterschiedliche Schreibweisen der Namen der Geflüchteten führen zu  Mehrfachidentitäten. Diese wiederum öffnen Sozialmissbrauch und der Ausübung von Straftaten Tür und Tor. Hier sei die Unterstützung der Politik erforderlich. Minister Lewentz versprach sich in den entsprechenden Gremien dafür einzusetzen. Die jüngsten Anschläge unterstreichen die Brisanz und Wichtigkeit dieses Themas.

Abschließend appellierte Nauroth eindringlich an die Unterstützung durch das Land für die Behörden und ganz besonders auch für die vielen Ehrenamtler bei der Bewältigung der komplexen Aufgaben. Der Kreis bietet regelmäßige Informationsveranstaltungen für Bürger an, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagieren.

Weniger Betriebsgründungen aber auch weniger Betriebsaufgaben

In Rheinland-Pfalz gab es im ersten Halbjahr 2017 weniger so genannte Betriebsgründungen, d. h. Gründungen von Betrieben, bei denen eine größere wirtschaftliche Bedeutung vermutet wird. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems ging die Zahl der Betriebsgründungen gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 10,8 Prozent auf 2.738 zurück.

Zu den Betriebsgründungen zählen alle Neugründungen von Kapital- und Personengesellschaften sowie Neugründungen von Einzelunternehmen, bei denen ein Handelsregistereintrag oder eine Handwerkskarte vorliegt bzw. die mindestens einen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben. Die größere wirtschaftliche Bedeutung wird aufgrund der Rechtsform oder der voraussichtlichen Beschäftigtenzahl angenommen.

Die meisten Betriebsgründungen gab es in den Bereichen „Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (23,2 Prozent), „Baugewerbe“ (14,2 Prozent) und dem „Gastgewerbe“ (11,4 Prozent).

Regionale Betrachtung

Regional betrachtet war die Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner in der kreisfreien Stadt Kaiserslautern am höchsten. Dort ergab sich für diese Kenngröße ein Wert von 13,4. Zweistellige Werte wurden auch für die kreisfreien Städte Speyer (12,4), Zweibrücken (12,3) und Koblenz (10,6) festgestellt. Den höchsten Wert unter den Landkreisen erreichte der Landkreis Bad Dürkheim mit 7,5 Gründungen je 10.000 Einwohner. Die niedrigste Anzahl der Betriebsgründungen je 10.000 Einwohner war im Landkreis Kusel mit 3,2 zu ver-zeichnen. Auch in den Landkreisen Südwestpfalz und Trier-Saarburg (jeweils 3,3) sowie in der kreisfreien Stadt Pirmasens (4,0) war das Gründungsgeschehen relativ gering.

Sonstige Neugründungen

Die Zahl der sonstigen Neugründungen lag im ersten Halbjahr 2017 mit 10.773 um 6,1 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Als sonstige Neugründungen gelten Gründungen von Kleinunternehmen, d. h. von Einzelunternehmen ohne Handelsregistereintrag oder Handwerkskarte, die keine sozialversicherungspflichtig Beschäftigten haben. Darunter befanden sich 6.047 Gründungen im Nebenerwerb. Insgesamt wurden 16.400 Gewerbe angemeldet; 7,5 Prozent weniger als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Betriebsaufgaben

Die Zahl der Aufgaben von Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung (Pendant zu den Betriebsgründungen) ging um 15,2 Prozent auf 2.149 zurück. Die sonstigen Stilllegungen verminderten sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,6 Prozent auf 10.372. Insgesamt wurden 15.525 Gewerbe abgemeldet, das waren 5,9 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2016.

Die Daten stammen aus der Gewerbeanzeigenstatistik, die aus den monatlichen Lieferungen der rheinland-pfälzischen Gewerbeämter erstellt wird. Somit werden die Gewerbetreibenden durch die Statistik selbst nicht belastet. Die Gewerbeanzeigenstatistik stellt wichtige Informationen über Exis-tenzgründungen und Stilllegungen bereit. Die Zahlen finden in der Wirtschafts-, Wettbewerbs- und Strukturpolitik Verwendung und werden verstärkt auch zu Untersuchungen über die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt herangezogen.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Steuerstatistiken, Verwaltungsstatistiken)

Per Hybridbus die Energiewende in der Region entdeckt

Exkursion durch die Region macht die Energiewende anhand von Praxisbeispielen erfahrbar und zeigt, dass die Energiewende eigentlich aus drei Wenden besteht

Altenkirchen/Montabaur/Niederwerth, 06.09.2017: Die Energiewende in ihrer ganzen Vielfalt erleben - darum ging es bei der Exkursion „Per Hybridbus durch die Energiewende“, die jetzt im Rahmen der Aktionswoche „Rheinland-Pfalz – Ein Land voller Energie“ stattfand. Die Teilnehmer fuhren mit einem klimaschonenden Hybridbus zu vier Exkursionszielen in der Region, um mehr über die Stromwende, die Wärmewende und die Mobilitätswende zu erfahren. Veranstalter der Tour waren die Energieagentur Rheinland-Pfalz, die Klimaschutzinitiative des Landkreises Altenkirchen und seiner Verbandsgemeinden sowie der BUND Rheinland-Pfalz.

Das ehemalige Wasserwerk auf der Rheininsel Niederwerth war erstes Ziel der Exkursion. Während auf der anderen Rheinseite der Rückbau des Atomkraftwerks Mülheim-Kärlich Schritt für Schritt voranschreitet, setzt die Bürgerenergiegenossenschaft  „Neue Energie Bendorf eG“ ein innovatives Vorhaben zur regenerativen Stromerzeugung um. Frank Simonis, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft, stellte das Wasserkraft-Projekt vor. Zehn schwimmende Mikro-Strömungsturbinen sollen, sobald die Baugenehmigung vorliegt, vor der Insel in den Rhein gelassen werden und jährlich rund 120.000 Kilowattstunden Strom erzeugen, ohne die Gewässerökologie wesentlich zu beeinflussen. „Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie wichtig bürgerschaftliches Engagement für die Energiewende ist“, sagte Dr. Dominik Böckling von der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

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Besuch bei Blue Bytes

Heike Raab: Games-Branche ist wichtiger Wachstumsfaktor für Kultur- und Kreativwirtschaft

„Die Games-Branche in Rheinland-Pfalz zeigt die großen Potentiale der digitalen Wirtschaft und beeindruckende Kreativität“, erklärte Medienstaatssekretärin Heike Raab bei einem Besuch des deutschen Spieleentwicklers Blue Byte in Mainz. Während in anderen Branchen in Asien oder in den USA produziert oder entwickelt werde, beweise Blue Byte, dass auch in Rheinland-Pfalz erfolgreich Computerspiele entwickelt werden können, unterstrich die Staatssekretärin.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der 100-prozentigen Tochterfirma von Ubisoft Entertainment kommen aus aller Welt. Das Unternehmen, das 2016 den Deutschen Computerspielepreis erhielt, zählt zu den Pionieren der Spielbranche. Neben einem Rundgang beim Entwicklerteam des PC-Strategiespiels „Anno 1800“ fand ein Austausch über die Entwicklungspotentiale für die Produktion digitaler Spiele und die Fachkräftegewinnung statt. Blue Byte zeichnet eine lange Geschichte der Entwicklung von Spielen aus. Hierzu zählen unter anderem die beliebte Aufbaustrategie-Serie „Die Siedler“, welche ihr Debüt 1993 feierte, und „ANNO“, für welches das Studio seit 2007 die Produktion verantwortet. Auch daher wird  Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei ihrer Kanadareise einen Standort des Mutterkonzerns Ubisoft besuchen und sich dort ein Entwicklungsstudio des Games-Herstellers anschauen.
Benedikt Grindel, Studioleiter von Ubisoft Blue Byte und Thomas Pottkämper, Standortleiter Mainz, begrüßten auch die Initiative „Game Up“, die 2015 von der Landesregierung Rheinland-Pfalz, der IMG Innovations-Management GmbH und der Hochschule Trier gestartet wurde. „Game Up“ ist Anlaufstelle an der Hochschule Trier für die Bereiche Netzwerk, Wissenschaft, Ausbildung und Wettbewerb im Bereich der Softwarebranche und stärkt in erster Linie die Vernetzung der Akteure der Games- und Softwarebranche.
Das Entwicklerstudio erhielt bereits vielfältige Auszeichnungen. So war es mehrfacher Gewinner des Red Dot-Designawards sowie 2012 Gewinner des „Best European Studio“-Preises und erhielt zuletzt 2016 den „Deutschen Computerspielpreises“ für „Anno 2205“ in der Kategorie “Bestes Deutsches Spiel” sowie den „BIU Sales Award“ in Gold.

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