Dienstag, 25. April 2017

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Zahl der Insolvenzen sinkt weiter

Die Zahl der Insolvenzen ist im vergangenen Jahr weiter gesunken. Im Jahr 2016 stellten nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Bad Ems 777 Unternehmen einen Insolvenzantrag. Dies waren rund 13 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Die Zahl der Verbraucherinsolvenzen ging um 2,4 Prozent auf 3.309 Fälle zurück.

Die Zahl der von den Unternehmensinsolvenzen betroffenen Beschäftigten lag mit 4.583 um 12,1 Prozent über dem Wert des Jahres 2015. Die Summe der von den Gläubigern geltend gemachten Forderungen erreichte 367 Millionen Euro und war um rund 40 Prozent niedriger als 2015. Damit hatte jedes im vergangenen Jahr insolvent gewordene Unternehmen durchschnittlich rund 472.000 Euro Schulden (2015: 686.000).

Die meisten Insolvenzanträge stellten Unternehmen aus dem Wirtschaftsabschnitt Baugewerbe (142) und aus dem Wirtschaftsabschnitt „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (135). Mit deutlichem Abstand folgen die Wirtschaftsabschnitte „Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen“ (82) sowie „Gastgewerbe“(76).

Die Insolvenzhäufigkeit war bei den kreisfreien Städten in Zweibrücken sowie bei den Landkreisen in Bad Kreuznach mit jeweils 9,2 Unternehmensinsolvenzen je 1.000 wirtschaftlich aktiven Unternehmen am höchsten. Demgegenüber lag sie bei den kreisfreien Städten in Neustadt an der Weinstraße mit 2,5 und bei den Landkreisen im Landkreis Bad Dürkheim mit 1,2 Unternehmensinsolvenzen je 1.000 der wirtschaftlich aktiven Unternehmen am niedrigsten.

Verbraucherinsolvenzen

Bei den Verbraucherinsolvenzen belief sich die Summe der voraussichtlichen Forderungen im Jahr 2016 auf 168 Millionen Euro, das waren 14,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Die durchschnittliche Verschuldung der im vergangenen Jahr insolvent gewordenen Verbraucherinnen und Verbraucher betrug 50.817 Euro (2015: 57.765 Euro).

Die relativ meisten Verbraucherinsolvenzen gab es unter den kreisfreien Städten am in Pirmasens mit 25,4 Fällen je 10.000 Einwohner und unter den Landkreisen in Kusel mit 16,1 Fällen je 10.000 Einwohner. Am niedrigsten lag die Insolenzhäufigkeit unter den kreisfreien Städten in Mainz mit 5,7 und unter den Landkreisen im Rhein-Pfalz-Kreis mit 3,1 Fällen je 10.000 Einwohner.

Die monatliche Insolvenzstatistik gibt Auskunft über das Insolvenzgeschehen und ist damit ein wichtiger konjunktureller Spätindikator. Erhebungsbasis sind die Meldungen der Amtsgerichte über die beantragten Verfahren.

Autor: Lutz Zaun (Sachgebiet Bautätigkeiten, Insolvenzen, Gewerbeanzeigen, Verkehr)